Diese Musik-Legenden sind 2025 gestorben – Ozzy Osbourne, Klaus Doldinger & mehr | FRAX Music #3
Verfügbar auf
Zusammenfassung
In der dritten Folge von FRAX Music nehmen Axel Breitung und Frank Engelmayer die Zuhörer mit auf eine emotionale Reise durch das Musikjahr 2025, das von zahlreichen Abschieden großer Legenden geprägt ist. Im Zentrum steht der Tod von Ozzy Osbourne, dem legendären Frontmann von Black Sabbath. Die Hosts beleuchten nicht nur seine Rolle als Musiker, sondern auch seinen Status als Ikone der Rock- und Popkultur. Sie erinnern an die bahnbrechenden Alben der frühen 1970er Jahre, die Black Sabbath zu Wegbereitern des Heavy Metal machten, und diskutieren Ozzys Wandel vom Musiker zur schillernden TV-Persönlichkeit. Dabei wird auch das Songwriting der Band thematisiert, insbesondere der Einfluss von Bassist Geezer Butler auf die düsteren und gesellschaftskritischen Texte.
Neben Osbourne widmet sich die Folge weiteren verstorbenen Größen. Sam Moore von Sam & Dave wird als Pionier des Soul und Rhythm & Blues gewürdigt, dessen Musik nicht nur die Blues Brothers inspirierte, sondern auch in deren Kultfilm verewigt wurde. Die Hosts erklären, wie Sam & Dave mit ihren energiegeladenen Auftritten und Hits wie „Hold On, I’m Coming“ und „Soul Man“ das Fundament für spätere Soul-Acts legten.
Ein weiteres zentrales Thema ist der Tod von Klaus Doldinger, der als Jazzmusiker, Komponist und Bandleader die deutsche Musiklandschaft über Jahrzehnte prägte. Besonders hervorgehoben werden seine Filmmusiken, allen voran die Titelmelodie zu „Tatort“ und der Soundtrack zu „Das Boot“. Die Hosts erzählen, wie Doldinger mit seiner Band Passport internationalen Jazz nach Deutschland brachte und als musikalischer Botschafter das Nachkriegsdeutschland repräsentierte. Auch seine Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg und anderen Jazzgrößen wird beleuchtet.
Abschließend richten Axel und Frank den Blick auf Garth Hudson, den Keyboarder von The Band. Sie erklären, wie The Band als Begleiter von Bob Dylan und mit eigenen Alben wie „Music from Big Pink“ die amerikanische Rockmusik revolutionierten. Hudsons innovative Sounds und die legendären Basement Sessions in Woodstock werden als Meilensteine der Musikgeschichte gewürdigt.
Die Folge verbindet persönliche Erinnerungen, Anekdoten und fundiertes Wissen zu einem spannenden Rückblick auf das musikalische Jahr 2025. Sie zeigt, wie sehr diese Künstler die Popkultur geprägt haben und warum ihr Vermächtnis weiterlebt.
Playlist zur Folge
Hintergrund & Kontext
Der Tod von Musiklegenden ist immer auch ein Moment der kollektiven Erinnerung und Würdigung. Künstler wie Ozzy Osbourne und Klaus Doldinger stehen für unterschiedliche Epochen und Genres, doch sie eint ihr nachhaltiger Einfluss auf die Entwicklung der modernen Musik. Während Osbourne mit Black Sabbath den Heavy Metal definierte und mit seiner exzentrischen Persönlichkeit Generationen von Musikern inspirierte, brachte Doldinger mit Passport den Jazz nach Deutschland und schuf mit der Tatort-Melodie einen der bekanntesten TV-Sounds überhaupt.
Die 1960er und 1970er Jahre waren eine Zeit des Umbruchs: Rock, Soul und Jazz entwickelten sich rasant weiter, neue Technologien und gesellschaftliche Veränderungen spiegelten sich in der Musik wider. Bands wie The Band begleiteten nicht nur Größen wie Bob Dylan, sondern schufen mit Alben wie „Music from Big Pink“ den Soundtrack einer Ära, die von Experimentierfreude und Grenzüberschreitungen geprägt war.
Auch die Rolle der Musik in der Popkultur wandelte sich. Musiker wurden zu Ikonen, deren Einfluss weit über die Bühne hinausreichte – sei es durch Fernsehformate, Filmmusik oder gesellschaftliches Engagement. Die Erinnerung an verstorbene Künstler ist daher nicht nur Nostalgie, sondern auch eine Auseinandersetzung mit der Geschichte und Identität der Popmusik.
Häufige Fragen
Welche berühmten Musiker sind 2025 gestorben?
Zu den 2025 verstorbenen Musikern zählen unter anderem Ozzy Osbourne, Klaus Doldinger, Sam Moore und Garth Hudson. Jeder von ihnen hat die Musikgeschichte auf seine Weise geprägt.
Was ist das Vermächtnis von Ozzy Osbourne?
Ozzy Osbourne war Frontmann von Black Sabbath und prägte mit seiner Stimme und Bühnenpräsenz den Heavy Metal. Auch als Solokünstler feierte er große Erfolge und wurde zur Ikone der Rockmusik.
Wer hat die Tatort-Melodie komponiert?
Die berühmte Tatort-Melodie stammt von Klaus Doldinger. Sie ist seit den 1970er Jahren das musikalische Markenzeichen der Krimireihe und wurde bis heute kaum verändert.
Welche Bedeutung hatte Klaus Doldinger für die deutsche Musikszene?
Klaus Doldinger war nicht nur ein herausragender Jazzmusiker, sondern auch ein bedeutender Komponist für Film- und Fernsehproduktionen. Seine Band Passport und seine Filmmusik machten ihn international bekannt.
Wer war Garth Hudson und warum ist er wichtig?
Garth Hudson war Keyboarder von The Band, die als Begleitband von Bob Dylan und mit eigenen Alben wie 'Music from Big Pink' die Rockmusik maßgeblich beeinflussten. Sein innovatives Spiel prägte den Sound der Band.
Gesprächs-Transkript
Hallo Leute, ich bin Frank
Und ich bin Axel und wir sind FRAX Music, euer Kanal, wo wir euch Musik und Popkultur nahebringen. Und erstmal, boah, was ist das für ein Ambiente? Das ist alles echt hier, oder?
Ja, ist auf jeden Fall alles echt. Das habe ich als Musikproduzent und als Autor, habe ich mir die ganzen Sachen so richtig verdient, würde ich sagen. War viel Arbeit über die ganzen Jahre rüber, viele Jahre Arbeit, die mir zum Glück viel in Gold und Platin an der Wand gebracht haben. Das ist der Start gewesen.
Ja, und schön, dass wir jetzt hier gemeinsam das machen können und von deiner Expertise auch zehren. Wir wollen über Musik sprechen, über Popkultur, und heute haben wir eine ganz besondere Sendung für euch am Start, denn es geht um den Nekrolog. Wir wollen heute daran erinnern an all die Musiker, die dieses Jahr von uns gegangen sind, und noch mal ein bisschen ihr Leben und ihr Werk in Erinnerung rufen. Und ich kann euch natürlich sagen, das ist eine verdammt lange Liste. Und mit wem sollen wir denn anfangen?
Ja, ich würde sagen, wir fangen mal ganz oben an, den Bekanntesten. Ja, und das ist Ozzy Osbourne von Black Sabbath. Er hat ja— viele werden ihn vielleicht noch aus der ganz großen Vergangenheit kennen, denn Ende der 60er Jahre haben die angefangen, und Anfang 1970 haben sie dann angefangen, mit einer ganz großen Single aufzukommen, und zwar Paranoid. Das war ihr großer Start.
Ja, das war schon das zweite Album. Ich finde schon, das erste Black Sabbath Album, was einfach nur Black Sabbath heißt, das ist einer von diesen Platten, die den Deckel auf die 60er draufgemacht haben. Das ist noch in den 60ern produziert worden, aber veröffentlicht am— hey, passt auf— Freitag, der 13. Februar 1970, weil der erste Freitag, der 13., der zur Verfügung stand. Und das ist eine von den Platten, die wirklich den Deckel drauf machen auf die 60er. Wenn du das auflegst, diese Platte, wie das schon losgeht am Anfang, hörst du nur so Wind und irgendwie ein Wetter und dann so eine Friedhofsglocke. Und dann kommt irgendwann der erste Akkord und dann kommt diese krasse, fast schon so außerirdische Stimme von Ozzy Osbourne. Und wirklich, kann ich nur sagen, die ersten 5 Platten von Black Sabbath, das sind die, wo Ozzy Osbourne dabei war, jede einzelne ein Meisterwerk. Er ist auch mehr als jetzt nur ein Musiker. Der ist auch dieser Prototyp des Rock 'n' Roll Stars, diese Ikone, die er auch geworden ist. Auch so seine Posen, die er auf der Bühne gehabt hat. Er ist super bekannt mit seiner Manu Cornuta und so weiter. Der Typ ist halt wirklich größer als sein Werk, weil er einfach wirklich dieses Ikonenhafte hat. Also den erkennst du schon, selbst nur so eine Silhouette oder so was. Das ist Ozzy, ja.
Er hat ja dann noch mal einen großen Namen gemacht, sich in den letzten Jahren sogar noch, soweit ich weiß, dass er dann doch eine Reality-Show sogar mit der um ihn drumherum war. Das natürlich schon echt, ne? Das kann natürlich nur jemand wie ihm einfallen, so die Nummer, ne?
Die Osbournes, ja, das ist natürlich wild. Ich muss dir ganz ehrlich sagen, bin ich nicht Riesenfan von, so. Es ist ja seine Sache, er kann machen, was er will, aber irgendwie finde ich das war fast schon so ein Entzaubern, so wenn du siehst, wie der im Alltag ist. Es ging da so, Black Sabbath, Black Die haben so unfassbar gute Texte auch. Texte, die sich mit durchaus auch düsteren Themen beschäftigen. Luziferismus und überhaupt so diese Schwierigkeiten, die du als junger Mensch hast in unserer Gesellschaft. Die haben ernsten Stuff gesprochen. Nicht nur Happy Rock 'n' Roll, Bussi und am Wochenende Autofahren. Und jahrelang habe ich mir gedacht, wie kann das denn eigentlich sein, dass dieser Ozzy solche Texte schreiben kann? Weil er hat ja selber gesagt, er kann sich gar nicht mehr an die 70er erinnern. Weil der hat auch so intensiv das gelebt, dieses Sex, Drugs, Rock 'n' Roll, wirklich von morgens bis abends Buß. Und ich habe mir dann gedacht: Wahnsinn, wie kann der dann solche Texte schreiben? Channelt der das alles irgendwie? Bis ich dann nach vielen Jahren irgendwann rausgefunden habe: Er hat die Texte gar nicht geschrieben, sondern die Lyrics zu den ganzen Black Sabbath Alben, bevor dann später Ronnie James Dio kam, die hat alle Geezer Butler gemacht. Und das ist der Bassist der Band und der ist halt auch belesen, der weiß, von was er spricht, der hat ein bisschen Ahnung davon. Und das ist dann bei den Osbournes bei dieser Doku so auch mal ein bisschen rausgekommen. Ozzy ist nicht das hellste Licht auf der Kerze, die erste hellste Kerze auf der Torte, oder wie sagt man so, was du auch nie sein musst. Aber er ist ein Rockstar, aber künstlerisch einfach unglaublich. Ja, auch sein Solowerk, hast du davon auch viel gehört? So nach Black Sabbath hat er auch mega Hits dann auch gehabt, was auch nicht selbstverständlich ist. Oft ist, wenn dann so ein Sänger ohne seine Band ist, kommt nicht mehr viel. Aber Ozzy Osbourne, die Solokarriere war natürlich auch mega.
Mhm. Also gut, das wäre zu Ozzy Osbourne zu sagen.
Ozzy Osbourne.
Wer hast du noch weiter auf der Liste?
Rock in Peace. Ozzy ist natürlich ein Name, den jeder kennt. Hier schmeiß ich mal rein, wo ich mir denke, den Namen kennt ihr nicht, aber jeder, wenn ich euch das erzähle, dann wisst ihr, warum der Mann bedeutend ist. Sam Moore ist gestorben am 10. Januar im Alter von 89 Jahren. Und Sam Moore war einer von dem Duo Sam and Dave. Kennt ihr Sam Dave? Ist das bekannt? Die haben große Hits gehabt in den 60ern. Das ist Soul und Rhythm Blues. Und Sam Dave, die sind der Prototyp für das, was dann die Blues Brothers werden sollten. Diese Idee, zwei Typen vorne als Sänger, beide in Anzug und Krawatte, beide so ein bisschen Choreografie, so Tanzsteps, beide eine gewisse Erotik auch in der Show drin. Das war Sam Dave. Und tatsächlich, deren Musik wurde sogar in dem Blues Brothers Film gezeigt. Da gibt es irgendwann so eine Szene, wo sie so eine Kassette in ihr Autoradio reinschieben, und auf der Kassette kannst du ganz kurz so sehen: Sam Dave. Und dann kommt Hold On, I'm Coming, einer ihrer größten Hits. Soulman könnte man auch noch empfehlen, haben die Blues Brothers selber auch gespielt. Sam Moore, Sam Dave, ganz groß, was Rhythm Blues angeht.
Ja, ich könnte ja zum nächsten kommen, den ich für besonders wichtig halte. Das ist Klaus Doldinger. Klaus Doldinger ist eigentlich als Jazzmusiker bekannt. Er selbst spielt hervorragend Saxophon, hat immer wieder große Solos gehabt in verschiedensten Konstellationen, aber er war wesentlich mehr. Er hat also eigentlich erst richtig, da kam ja seine Doldinger Alpes Passport zum Beispiel, war ja in der Jazzszene in den 70ern wirklich eine Top-Adresse und das kam direkt aus Deutschland. Das war einer der wenigen, die aus diesem Gebiet überhaupt zu hören waren. Ja, was kann man über ihn sagen? Er ist eben nicht nur Jazzmusiker, er macht auch Filmmusik und ich glaube, da ist er ja eigentlich sogar noch deutlich bekannter geworden, denn seine Melodien wurden ja auch noch in anderen Werken untergebracht. Das Wichtigste, was man mal sagen muss, ist „Das Boot". Jeder kennt es eigentlich, vielleicht der ein oder andere so in der Techno-Version von 1991. Das war durchaus auch ein ganz wesentlicher Punkt, aber nicht nur das. Auch für Michael Ende hat er geschrieben, aber das Beste habe ich natürlich auch aufgehoben, denn die Tatortmelodie ist von ihm. Also das, wo jeder Tatort heute noch mit losgeht, das ist seine Komposition und er war auch derjenige, der das im Studio umgesetzt hat. Also ich würde sagen, damit hat er sich eingereiht. Er wurde auch mehrfach geehrt für sein Lebenswerk übrigens auch. Also er war schon mehr als nur der Musiker, der halt ein Instrument gespielt hat, sondern bei ihm kam eben wirklich zur Geltung, dass er weiter darüber hinaus auch als Bandleader noch tätig war. Also ich würde ihn deshalb sagen, einer der Top-Musiker im Sinne von Musik, die wir hier in Deutschland hatten. Leider jetzt nicht mehr.
Er ist auch ziemlich alt geworden, weil der eigentlich die ganze Nachkriegszeit mitbestimmt hat musikalisch. Seine Band, hast du schon gesagt, die hießen Passport. Das hat auch damit zu tun, Doldinger war in seiner Zeit gerade so in den 60er Jahren noch und 70ern, das ist immer noch Nachkriegszeit, da war Doldinger wie so ein Botschafter eigentlich für Deutschland. Der hat auch ganz oft bei offiziellen Sachen gespielt, also bei Empfängen irgendwie mit internationalen Diplomaten. Und so weiter. Doldinger wurde immer hingeschickt, den kannst du mal zeigen, der sozusagen das neue Deutschland, der gute Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg. Hey, der spielt Jazz und der spielt auch so gut, dass er auch als Musiker einfach international höchst anerkannt ist und hat mit allen möglichen Jazzgrößen auch in den 60ern und 70ern zusammengespielt. Klaus Doldinger ist wirklich ein absoluter Gigant. Und bei der Tatort-Geschichte wollte ich noch erzählen, bei der Tatort-Mucke, das ist ja wirklich für jeden Musiker, ist es eigentlich ein Traum. Der hat diese Tatort-Musik gemacht und bis heute hat sich diese Musik nicht geändert. Die ist noch aus Ende der 60er und jeden Sonntag, wenn der Tatort läuft, gibt es ein bisschen Tantiemen für Klaus Doldinger. Und ich meine, was für ein Traum ist das? Du machst als junger Mann so einen Track und weißt, der trägt dich dein Leben lang. Das ist deine Altersvorsorge. Ich gönne es ihm so sehr. Was für ein Geniestreich, oder?
Genau. Er war übrigens generell, das habe ich ja eben schon mal kurz erwähnt, dass er doch da weitestgehend auch mit anderen Musikern am Start war. Auch da gibt es Gibt es etwas zu berichten? Udo Lindenberg zum Beispiel. Mit Udo Lindenberg hat er auch gemacht. Also lustigerweise gibt es da eine ganz feine Story dazu noch. Udo Lindenberg hatte zu dem Zeitpunkt damals Schlagzeug gespielt, ja noch. Also das war ja sein Start als Schlagzeuger. Und er hat ursprünglich in der Tatortmelodie, die tatsächlich gespielt. Tatsächlich? Ja, hat er gespielt. Und danach hat man aber sich wohl entschieden, das noch mal neu aufzunehmen. Ich weiß nicht, wie es dann weitergegangen ist, aber das ist nicht der einzige Er war unter seinen Jazzkollegen ja auch sehr beliebt, also mit Herbold Zimmer, Volker Kriegel, und das ist auch nicht so bekannt, ist Giorgio Moroder, dass der auch noch mit dabei ist. Also der, mit dem hat er auch offensichtlich Musik gemacht. Der war schon sehr vielseitig an der Stelle.
Es gibt in den 70ern, da hat er auch auf Bühnen gestanden, auch mit internationalen Stars. Beispielsweise Brian Auger möchte ich da nennen, Keyboarder aus England. Die haben Jazz Fusion gemacht, also so eine Fusion von Rockmusik und Jazz. Das war in den 70ern ein großes Ding, und der konnte wirklich mit den Größten mithalten, auch live. Gibt es einiges Live-Material auch, wo du es hörst. Hey, die harmonieren einfach, das ist wirklich gigantisch. Klaus Doldinger, auch ein hohes Alter erreicht. Ich habe es mir mal aufgeschrieben, wie alt ist er geworden? Ich glaube sogar, war es nicht sogar 89 Jahre ist der geworden? Ja. Wow. Ich schmeiß mal einen weiteren Namen mal rein. Ein Name, der vielleicht auch nicht jedem von euch geläufig ist, aber der wirklich wichtig ist, auch irgendwo in der Musikgeschichte. Garth Hudson. Garth Hudson war kanadischer Musiker und der war Keyboarder von The Band. The Band, die sind in Amerika viel, viel bekannter als bei uns. Bei uns kennt man die vielleicht von The Last Waltz, so ein Film von Martin Scorsese, The Last Waltz Musikfilm. Das war so deren Abschlusskonzert. Aber The Band, das sind einfach Leute, die haben wirklich die amerikanische Rockmusik geprägt. Das war in den 60er Jahren, als Bob Dylan angefangen hat, elektrisch Gitarre zu spielen und nicht mehr nur Akustik-Folk-Musik zu machen. Also der, als Bob Dylan zum Rock 'n' Roll kam, war The Band das Band, die ihn begleitet haben, sowohl im Studio als auch bei Live-Tourneen. Die haben als Band dann mit ihm zusammen gespielt. Und Ende der 60er, da haben sowohl Bob Dylan als auch The Band, die haben dort in fast so einer Art Kommune gelebt, in einem kleinen Örtchen namens Woodstock. Hat man vielleicht schon mal gehört? Woodstock im Staat New York. Und die haben dort gelebt. Und The Band, die hatten so ein Haus, das war komplett pink. Und da ist ein Album dann gekommen, das heißt Music from Big Pink. Die haben dort die ganze Zeit Sessions gehabt und aufgenommen, sowohl in dem Bob-Dylan-Haus als auch im Big-Pink-Haus. Haben die im Keller ihr eigenes Studio aufgebaut. Und die haben dort, das war so im Jahr 1967, die haben die ganze Zeit aufgenommen und aufgenommen und aufgenommen. Und es ist nichts nach außen gedrungen. Und jetzt erinnert euch, 1967, das war popkulturell, das war der Sommer der Liebe. Die Musik ist explodiert. Von den Beatles kamen so Meisterwerke wie Sgt. Pepper und ganz Amerika schaut, was macht Bob Dylan, unser größter Songwriter? Und was hat er gemacht? Nichts nach außen. Man wusste, die sind dort in diesem New York und die machen die ganze Zeit Musik, aber tragen nichts nach außen. Das sind dann die legendären Basement Sessions geworden, wo dann zum Teil manche von diesen Songs, und die waren unglaublich produktiv, die haben über 100 Songs aufgenommen in so wenigen Monaten. Viele von denen wurden dann anderen Bands zur Verfügung gestellt und waren Erstveröffentlichungen. Aber The Band haben daneben ein Album rausgebracht, das heißt Music from Big Pink, und das gilt bis heute als absoluter Meilenstein. Denn das ist das erste Album aus Amerika, wo ich sagen würde, hier entsteht jetzt Rockmusik. Vorher gab's Blues und Beatmusik, aber jetzt kommt der Rock. Es ist vielleicht das erste Album, was dann später so was wie Americana wurde, und das ist auch aus Produzentensicht ein Meilenstein. Neue Sounds, neue Technologien, Die Geräusche werden reingesampelt. Also sowohl vom Style der Musik, dass es als eines der ersten Rockalben gilt, als auch eben von den Produktionstechniken absoluter Meilenstein. Und da sind dann so Riesensongs drauf wie The Weight beispielsweise, was dann auch oft gecovert wurde. Das ist The Band. Und ja, Garth Hudson, er war der Keyboarder von The Band. Und vielleicht eins noch dazu, er hat so ein besonderes Instrument auch gehabt. Der hat eine Lowrey-Orgel immer nur gespielt. Sagt dir das was? Lowrey? Lowrey-Orgel?
Ja, okay.
Die meisten haben ja damals eine Hammond-Orgel gespielt. Hammond war das. Das war das Ding. Und dann gab es aber noch so einen kleineren Hersteller, der hieß Lowrey. Und die haben auch so Elektro-Orgeln gemacht. Sau teure Instrumente, weißt du, mit mehreren Levels und unglaublich vielen Registern, die du da ziehen kannst, Knöpfchen drücken, Schalter drehen. Und er war ein Leben lang, hat er immer nur mit der Lowrey-Orgel gespielt. Das war auch so seine Visitenkarte und die hat auch so einen eigenen Sound. Garth Hudson starb am 21. Januar und wurde 87 Jahre alt. Und als Anspieltipp: Music from Big Pink, eins der besten Alben aller Zeiten.
So, und ich beweis etwas über den Krautrock der 70er zu berichten. Und zwar geht es da um die Band Jane aus Hannover. Die waren relativ gut im Rennen damals. Und ihr Kopf hieß Klaus Hess. Und Klaus Hess ist derjenige, der jetzt im Alter von 78 Jahren gestorben ist. Und ja, er hat einiges hinterlassen, denn Jane hat insgesamt 5 Alben gemacht und gehörte eigentlich in die gleiche Riege damals schon mit Scorpions zusammen, war das halt eben schon. Und wir aber eben damals zu dem Zeitpunkt, wo die Scorpions eben auch noch relativ klein waren. Ich gehöre nämlich zu den wenigen, die die Scorpions noch aus der Zeit kennen, wo die noch in, sagen wir mal, in 200 Leuten fassenden Locations gespielt haben. Und ich habe mich echt damals noch aufs Fahrrad gesetzt und bin dann noch also ein ganzes paar Orte weitergefahren, um die Scorpions zu sehen. Und sie waren wirklich fantastisch damals. Und in der Liga halt eben war damals auch schon Jane, muss man wirklich sagen. Sie gehörten zu den Krautrockern aus Hannover. Wobei ich noch erwähnen muss unbedingt, Hannover ist da sowieso das Zentrum eigentlich gewesen. Es gibt ja mal, jede Musikrichtung hat ja eine bestimmte Stadt, in der die besonders stark vorhanden sind, wo die, sagen wir mal, wo die Konkurrenzsituation unter den Musikschaffenden relativ groß ist. Und das war zu dem Zeitpunkt, den 70er Jahren, war das für die Krautrock nämlich Hannover und deren Umfeld. Also Scorpions natürlich stammt aus der Zeit, Eloy dürfen wir auch auf keinen Fall vergessen, auch da war ich im Studio damals mit, mit auch unterwegs. Ja, das waren also die großen Bands aus Hannover, und davon war Jane eigentlich eine der Top-Bands. Und da eben war vorne an der Gitarre und Gesang Klaus Hess.
Genau, Klaus Hess, super Gitarrensound auch. Also ich habe die ersten 3 Alben von Jane, und die habe ich auch schon ewig, jahrzehntelang. Das ist Standard in meiner Musiksammlung. Und hey, boah, das ist auch so ein besonderer Sound. Krautrock ist ja so ein großer Begriff, Begriff. Die haben aber halt so Rockmusik gemacht. Du hast ja schon die Scorpions genannt. Die klingen so ein bisschen wie Frumpy. Also die konnten sich auch international so im Rocksound Anfang der 70er messen. Und es ist vor allem das Verdienst von Klaus Hess, der einfach eine Hammergitarre spielt. Hast du die eigentlich mal live gesehen? Du bist ja auch aus Norddeutschland.
Die habe ich leider nicht live gesehen. Die Scorpions schon damals ganz am Anfang. Floating, noch eines der ersten Alben, die habe ich dann mal live gesehen gehabt. Aber die neueren Sachen kannte ich da nicht mehr. Also Jane war auch nicht bei uns in der Gegend, deshalb damals noch auf Fahrrad. Du weißt, das konnte man nicht überall hin.
Okay, wir haben nicht mehr viel Zeit, aber ich kann vielleicht noch ein paar Namen reinwerfen, über die man gar nicht viel erzählen muss. Peter Yarrow ist gestorben. Der war von Peter, Paul and Mary. Das ist amerikanische Folktruppe. Bekanntester Song von denen und in den 60ern einflussreich auch oft gecovert ist Puff the Magic Dragon, was auch immer da gemeint sein soll. Da möchte ich noch reinschmeißen: Chris Youlden ist gestorben, englischer Rockmusiker, der war Sänger von Savoy Brown, Ende 60er, Anfang 70er, englischer Bluesrock. Wir wollen auch an ihn erinnern. Und als Letzten für heute, weil mehr Zeit haben wir dann einfach gar nicht, als Letzten möchte ich noch einen Namen reinschmeißen: Lou Christie. Kennt ihr den noch, Lou Christie? Ich weiß nicht, ob man sagen kann One Hit Wonder, aber in den 60ern hatte der einen Riesenhit, und die Nummer kennt bestimmt jeder: Lightning Strikes. Und ja, Lou Christie hat es dann auch bis ins hohe Alter von 82 Jahren geschafft. Da würde ich sagen, wollen wir es für heute erst mal bewenden lassen. Wir haben auch noch mehr Namen auf der Liste. Wir müssen, wir können ja noch nicht abbrechen. Wenn ihr noch Musiker habt, die verstorben sind dieses Jahr, die wir noch nicht genannt haben, stay tuned, denn die kommen bestimmt im nächsten Teil. Schaltet dann wieder ein, wenn es soweit ist mit FRAX Music.
