MUSIK PODCAST · DE
FRAX MUSIC#1525. Juni 2026

Diese Stimmen sind unverwechselbar – Mick Jagger, Rammstein & Vanessa Amorosi | FRAX Music 15

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Zusammenfassung

In dieser Folge von FRAX Music widmen sich Axel Breitung und Frank Engelmayer den unverwechselbaren Stimmen der Musikgeschichte. Im Mittelpunkt stehen drei außergewöhnliche Künstler: Mick Jagger von den Rolling Stones, Till Lindemann von Rammstein und Vanessa Amorosi aus Australien. Die Hosts nehmen die Hörer mit auf eine Reise durch verschiedene Jahrzehnte und Genres und beleuchten, was diese Stimmen so einzigartig macht.

Der Auftakt gehört Mick Jagger, dem legendären Frontmann der Rolling Stones. Die beiden Podcaster diskutieren, warum Jagger als Inbegriff des Rockstars gilt und wie seine Stimme über Jahrzehnte hinweg kaum gealtert ist. Sie zeichnen nach, wie die Rolling Stones als britische Blues-Band starteten, sich im Zuge der British Invasion neben den Beatles etablierten und schließlich zu einer der größten Rockbands der Welt wurden. Besonders hervorgehoben wird das Album "Sticky Fingers" von 1971, das als Wendepunkt in der Bandgeschichte gilt. Die Hosts betonen Jaggers rebellische, rotzige Art, seine Vielseitigkeit zwischen Balladen und Rockhymnen und seine Fähigkeit, sich musikalisch immer wieder neu zu erfinden.

Im zweiten Teil der Folge geht es um Vanessa Amorosi, die mit ihrem Hit "Absolutely Everybody" und ihrem Auftritt bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney internationale Bekanntheit erlangte. Axel berichtet aus erster Hand von der Zusammenarbeit mit Amorosi und schildert, wie beeindruckend ihre Gesangstechnik bereits im Teenageralter war. Die Produktion ihres Albums "The Power" und der spektakuläre Olympia-Auftritt werden detailliert beschrieben. Besonders faszinierend ist Amorosis Fähigkeit, gegen den Beat zu singen und dennoch perfekt im Timing zu bleiben – ein Zeichen außergewöhnlichen Talents.

Schließlich rückt Till Lindemann, der charismatische Sänger von Rammstein, ins Rampenlicht. Seine tiefe, rollende Stimme und die markante Bühnenpräsenz machen ihn zu einer Ausnahmeerscheinung im deutschen Musikgeschäft. Die Hosts diskutieren, wie Lindemanns Stimme den Sound von Rammstein prägt und warum sie so unverwechselbar ist. Auch der Einfluss von Rammstein auf die internationale Rock- und Metalszene wird beleuchtet.

Die Folge bietet spannende Einblicke in die Entwicklung von Stimmen, die Generationen geprägt haben. Sie zeigt, wie unterschiedlich und doch prägend Gesang sein kann – von der britischen Rocklegende über die australische Pop-Queen bis zum deutschen Industrial-Rocker. Musikliebhaber erfahren, warum manche Stimmen sofort im Ohr bleiben und was sie zu echten Ikonen macht.

Playlist zur Folge

Hintergrund & Kontext

Die Bedeutung unverwechselbarer Stimmen in der Musik reicht weit zurück. Schon in den frühen Tagen des Blues und Rock'n'Roll waren es markante Stimmen, die Bands und Künstler unsterblich machten. Mick Jagger steht in einer Tradition von Sängern, die nicht nur durch Technik, sondern vor allem durch Persönlichkeit und Ausdruckskraft auffallen. Die Rolling Stones wurden in den 1960ern zum Symbol des Aufbruchs und der Rebellion – ihre Musik und Jaggers Stimme spiegelten den Zeitgeist einer Generation wider, die sich von Konventionen lösen wollte.

In den 2000ern zeigte sich mit Vanessa Amorosi, wie junge Talente durch internationale Großereignisse wie die Olympischen Spiele global bekannt werden können. Ihre Stimme steht für eine neue Generation von Popkünstlerinnen, die sich durch technische Perfektion und emotionale Tiefe auszeichnen. Amorosis Erfolg ist auch ein Beispiel für die zunehmende Internationalisierung des Musikgeschäfts.

Till Lindemann und Rammstein repräsentieren die deutsche Rock- und Metalszene, die seit den 1990ern weltweit Beachtung findet. Lindemanns Stimme ist ein Paradebeispiel für den Einfluss von Sprache, Klangfarbe und Performance auf die Wahrnehmung von Musik. Die Kombination aus provokanter Lyrik, kraftvoller Stimme und spektakulärer Bühnenshow hat Rammstein zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands gemacht. Unverwechselbare Stimmen sind oft das Herzstück großer Karrieren – sie verbinden Generationen und schaffen Identität in der Popkultur.

Häufige Fragen

Warum gilt Mick Jagger als einer der größten Rock-Sänger aller Zeiten?

Mick Jagger prägte mit seiner einzigartigen Stimme und Bühnenpräsenz den Sound der Rolling Stones und damit die Rockmusik entscheidend. Seine Energie, sein unverwechselbarer Gesangsstil und seine Fähigkeit, über Jahrzehnte relevant zu bleiben, machen ihn zu einer Ikone.

Was macht die Stimme von Till Lindemann (Rammstein) so besonders?

Till Lindemanns tiefe, rollende Stimme ist das Markenzeichen von Rammstein. Sie verleiht den Songs eine düstere, kraftvolle Atmosphäre und hebt sich deutlich von anderen Sängern im Rock- und Metalbereich ab.

Wie wurde Vanessa Amorosi mit 'Absolutely Everybody' international bekannt?

Vanessa Amorosi wurde durch ihren Auftritt bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney und den Hit 'Absolutely Everybody' weltweit bekannt. Ihr kraftvoller Gesang und die mitreißende Performance machten sie zum Star.

Welche Rolle spielten die Rolling Stones in der Entwicklung der Rockmusik?

Die Rolling Stones waren maßgeblich an der Entwicklung des modernen Rock beteiligt, indem sie Blues, Rock'n'Roll und später verschiedene Stile wie Disco und Psychedelic Rock miteinander verbanden. Sie gelten als eine der einflussreichsten Bands der Musikgeschichte.

Wie unterscheiden sich die Stimmen legendärer Sänger voneinander?

Legendäre Sänger wie Mick Jagger, Till Lindemann oder Vanessa Amorosi zeichnen sich durch individuelle Klangfarben, Ausdruckskraft und Wiedererkennungswert aus. Ihre Stimmen sind oft eng mit dem Image und Sound ihrer Bands oder Musikrichtungen verbunden.

Gesprächs-Transkript

Frank0:00

Hier ist FRAX Music, heute wieder mit den interessantesten Sängerinnen und Sängern aller Zeiten. Und ey, wir haben ein paar richtig heiße Namen dabei. Allen voran der Große, der Einzigartige: Mick Jagger.

Axel0:11

Und ich habe einen Export aus Australien namens Vanessa Amorosi.

Frank0:16

Und dann noch aus Deutschland der Mann mit der tiefen Stimme und dem Rollen-R: Till Lindemann von Rammstein. Jetzt auf FRAX! Hallo Leute, schön, dass ihr wieder dabei seid bei FRAX Music und heute wieder einmal eine weitere Folge, wo wir über Sängerinnen und Sänger sprechen und heute haben wir auch ein paar interessante Namen dabei und los geht's! Axel, gleich mit einem der allergrößten Giganten überhaupt: Mr. Mick Jagger von den Rolling Stones. Ja, Axel, was gibt's zu Mick Jagger zu sagen? Er ist wirklich einer der größten Sänger überhaupt. Viele sagen ja, und ich glaube, man kann so argumentieren, die Rolling Stones sind die größte Band der Welt. Sie gibt's halt schon ewig lang. Sie gibt's von dem Augenblick, wo das eigentlich losging mit der British Invasion Anfang der 60er. Die Beatles und die Stones mehr oder weniger gleichzeitig losgelegt, und seitdem sind die Stones am Start. Kommt heutzutage im Jahr 2026, glaube ich, gibt's die immer noch, ja. Und ja, Mick Jagger, der ist fast so eine Art Dorian Gray, oder kennt ihr das aus dem Buch von Oscar Wilde, der Typ, der niemals älter wird? Ich meine, das ist so auch der Prototyp des Rockstars, was auch viel zu tun hat mit Hedonismus, weißt du, so ist eigentlich eine jugendliche Musik. Und wenn ich mir den Typen anschaue, irgendwie, der wird nicht wirklich älter, der ist jetzt über 80 und immer noch auf der Bühne, so ein Wizard, ey. Mick Jagger.

Axel1:52

Ja, und als Sänger sehr eigenwillig, muss man wirklich sagen. Also nach heutigen Kriterien, wir hatten das schon öfter mal, da hätte er gute Chancen, auch durchzufallen, weil er mit seinem speziellen Sound, den er ja auch kreiert hat und auch durchgezogen hat. Also der hat sich nicht davon beirren lassen, dass die Leute zu ihm gekommen sind und gesagt haben: Du kannst ja gar nicht singen. Er hat einfach gesagt: Leck mich doch. Und das macht das aus. Das war diese Aufbruchzeit, aus der der stammt, die hat das einfach mit sich gebracht.

Frank2:19

Ich kann es wirklich, ich weiß, dass es so ist, weil es ja eben diese Schulmaßstäbe gibt. Was ist eine schöne Stimme? Aber so ein Typ wie Jagger, ich meine, was für ein Sänger. Die haben ja angefangen, im Grunde eine britische Bluesband. Da gab es so deren Homebase, das war der legendäre Marquee Club. Das war so ein Club, wo diese ganze britische Bluesszene in den 60ern am Start war, in Soho in London. Und ich meine, der ist als ganz junger Kerl, hat ja schon eins zu eins diesen Blues halt gesungen, so Chicago Blues. Blues, das konnte er perfekt machen. Und dann hat er eben diese, wie andere Bands auch, aber die Stones waren entscheidend auch in dieser ganzen Entwicklung vom Blues hin. Dann, ja, da gab es dieses kleine Psychedelia-Intermezzo auch bei den Rolling Stones, die waren auch mal eine Hippie-Band von halbes Jahr, und danach aber dann diese Entwicklung von dem, was Rockmusik ist. Und da haben sie maßgeblich einfach mitgewirkt. Du hast ja eine Platte reingenommen, und ich freue mich wirklich, Axel, weil das ist meine persönliche Lieblingsplatte von Stones. Und ich weiß, da könnte man endlos diskutieren, was ist das beste Rolling Stones Album, aber das hier Sticky Fingers von 1971, und die ersten Aufnahmen für das Album wurden schon '69 gemacht. Das ist also wirklich, wo diese Band in diesem Wandel war, von einer rein britischen Band hin zu einer Weltband, zu einer auch amerikanischen Band. Du kannst es nicht mehr unterscheiden. Vieles ist dann auch aufgenommen worden in Amerika. Die waren dann auch lange in Amerika, ähnlich wie andere britische Bands auch. Und die Rolling Stones, das ist einfach so eine zentrale Band auf diesem Schritt hin zu dem, was Rockmusik wurde. Und Mick Jagger ist wirklich der Prototyp auch von dem Rocksänger. Dieses Rotzige, dieses Rebellische, dieses Aufbegehrende. Gleichzeitig kann er aber auch super gefühlvolle Balladen singen. Lady Jane oder sowas. Ich meine, der hat alles drauf einfach. Das komplette Repertoire, was du als Rockmusiker haben musst. Und eins noch, was ich so interessant finde, ist seine Stimme hat sich fast nie verändert. Bei manchen Sängern über die Jahrzehnte hörst du echt den Unterschied, die werden älter. Aber ja, der Typ wird nicht älter von der Optik her und seine Stimme klingt eigentlich auch nicht so sehr anders als in den 60ern.

Axel4:24

Also im Prinzip ist aber er das Pendant zu den Beatles. Beatles. So muss man es vielleicht sogar sehen, oder würdest du das gar nicht unterscheiden?

Frank4:33

Das war in den 60ern natürlich großes Thema, Beatles oder Rolling Stones. Das war ja fast schon so eine Glaubensfrage oder eine Weltanschauungsfrage. Offensichtlich, wir als Freunde großartiger Musik, ich mache keinen Unterschied. Also Beatles, Stones, das sind beides aber Weltklasse-Bands. Aber ja, in den 60ern war das schon so eine gewisse Polarität, wobei ich mich dann auch oft frage, wie sehr das auch einfach so eine Art Image war. Weil beide Bands natürlich maßgeblich sind in dieser Entwicklung von Beatmusik hin zu Rockmusik. Einen Unterschied würde ich schon sagen: Die Stones sind reine Blueser gewesen am Anfang, während die Beatles waren nicht Blueser, die waren eher Rock'n'Roller.

Axel5:08

Wir dürfen nicht eins vergessen: Also die Gitarre spielt bei den Rolling Stones ja viel größere Rolle als bei den Beatles. Das muss man dazu sagen. Klar, aber das war Begleitung mehr, kann man sagen. Also so viel kam da nicht rüber. Also bei Stones war schon ganz was anderes.

Frank5:23

Ja, definitiv. Keith Richards werden wir bestimmt auch irgendwann mal nennen, wenn wir über große Gitarristen reden. Und die Beatles, Lennon, McCartney, der Gitarrist war hauptsächlich Harrison, das sind natürlich große Songwriter und so weiter, aber tatsächlich, die würden einem nie einfallen, wenn wir sagen, wir reden über die besten Gitarristen der Welt. Eigentlich reden wir über die Stones, aber bei den Beatles, kleine Anekdote, wo du den Ball da schon hingepasst hast, das beste Gitarrensolo, was du auf einem Beatles-Album hörst, das ist die Gitarre von While My Guitar Gently Weeps. Wie der Titelschuss ab. Und das ist ein mega Gitarrensolo. Und als der Song fertig war, der ist auf dem White Album drauf von 1968, und als der Song fertig war, hey, da haben alle so dem George Harrison gratuliert und gesagt: Ja Wahnsinn, was für Gitarrensolo, super geil! Und er ist dann immer ganz rot geworden und hat gesagt: Hey, ich habe das gar nicht gespielt, sondern mein Freund, mein bester Freund, der hatte gerade einen kleinen Gastauftritt hier bei uns im Studio, Mr. Eric Clapton. Und Eric Clapton ist der Gitarrist bei While My Guitar Gently Weeps. Und tatsächlich, während die Stones, da spielt die Gitarre schon eine entscheidende Rolle. Keith Richards, einer der Größten auch.

Axel6:26

Wir müssen aber eins auch ganz klar sagen, die hatten es vorhin schon gehabt, wo es um das Thema ging, die Briten gegenüber den Amerikanern. Und also sowas wie Mick Jagger haben die nicht zu bieten gehabt, die Amis, meiner Meinung nach. Also da würde ich sagen, das zeichnet die Briten schon aus. Sie waren immer so diese etwas frechere Abteilung, haben sie eigentlich auch durchgehalten.

Frank6:45

Ja, wobei ganz ehrlich, das ist natürlich eine sehr herausfordernde—

Axel6:49

Aber Moment mal, was dann kam, kam später. Also zu dem Zeitpunkt war da nichts los.

Frank6:55

Sagen wir 60er Jahre, amerikanische Sänger, da fallen mir schon ein paar Giganten ein. Jim Morrison zum Beispiel von den Doors oder so, der war schon brutal gut.

Axel7:03

Ja, aber ist doch nicht so wie er. Also jetzt ist doch eine ganz andere— Also ich finde von der Art der Performance her und auch der Stimme, Okay, aber so oder so, lass das mal so stehen.

Frank7:14

Wir müssen ganz hoch ranken. Und es ist auch tatsächlich so, die Rolling Stones, ich höre sie immer noch gerne ab und an. Wirklich, es ist so zeitlose Musik und du hast aus dieser langen Karriere, du kannst aus diesem Kanon von der Band auch so viele gute Platten und Songs filtern mit verschiedenen Styles. Ich finde auch ganz ehrlich so, die 70er Disco Stones, so Miss You ist auch richtig cool. Also die haben so viele Wellen mitgeritten. Mick Jagger, zweifellos einer der allergrößten Sänger, die die Rockgeschichte zu bieten hat.

Axel7:41

Ja, und wir müssen jetzt eigentlich, wenn wir konsequent sind, machen wir mit Frauen weiter. Okay, denn Vanessa Amorosi wäre jetzt so zu nennen. Jetzt sind wir mal, machen wir einen ganz großen Sprung nach vorne zeitlich gesehen. Also wir sind jetzt raus aus den 60ern, wir sind in den 2000ern gelandet, denn ich bekam die Aufnahme von ihr 1999, also sozusagen direkt davor, und zwar rechtzeitig zur Olympiade sozusagen, die nämlich in Australien stattgefunden hat. Und sie ist aus Melbourne, also im Umkreis von Melbourne. Das heißt mit anderen Worten, als Australierin haben die sowieso schon gehofft, dass sie dann irgendwie von, weiß ich, Coca-Cola gepickt werden. Und eventuell, darüber war man sich von Anfang an klar, dass man das versuchen würde. So, und ich lernte lustigerweise den Produzenten, oder bring mal die Plattenfirma ein, muss ich ja wirklich sagen, den kannte ich schon länger. Und jetzt kommt's, und zwar aus Südafrika. Denn der war in Johannesburg und er sprach mich dann an und sagt, wir treffen uns. Damals gab es noch eine Messe für internationale Musik in Deutschland, sodass man sich treffen konnte. Dann ist der tatsächlich rübergeflogen, also aus Australien extra nach Deutschland gekommen. Also fand ich schon was Besonderes und hatte sozusagen sie im Schlepptau, also als Demo. Und ich hatte mir das angehört und der fragte mich dann, ob ich sowas dann produzieren könnte. Es ging um Absolutely Everybody. Um den Titel ging es. Das war der erste Titel, den sie auch gesungen hat. Damals war sie 15 Jahre. Und ich hörte das und denke: Wow, klingt gut, klingt echt gut. Die singt ja echt klasse. So, wie gut sie wirklich gesungen hat, das konnte ich— das ist noch ein Bild, da ist sie glaube ich 16.

Frank9:20

Und zwar, das ist, was du auch hier hinten hast.

Axel9:23

Ja, ja, ich habe hier— das hier ist genau richtig. Also das ging hin bis zu 5-fach Platin. Also es ist eins der erfolgreichsten Alben überhaupt gewesen, die es in Australien je gegeben hat. Denn die haben auch ihren Peak zu dem Zeitpunkt Punkt gehabt. Dann hatte sie die, sie hatte dann, das ist wirklich ein wahnsinniger Erfolg. Sie hatte sowohl in Australien das Opening für die Olympiade gemacht und wir hatten ja gehofft, dass Coca-Cola das Ganze featuert.

Frank9:50

Deswegen farblich passt auch schon hier das Cover so. Dieses Rot kenne ich doch.

Axel9:54

Ja, aber es war anders. Es kam vollkommen anders wie immer. Wenn du dir was vornimmst, kennst ja, dann kommt es nicht unbedingt in Wallung. Also wie ist es gelaufen? Und zwar, es war dann wirklich so, dass es in den ganzen Stadien rauf und runter gespielt worden ist. Und man hat dann gesagt: Okay, wenn das so ein Erfolg ist, dann packen wir das noch mal hinten in der Closing-Veranstaltung, wo sie dann an einer großen Kugel runtergelassen worden ist. Ich krieg dann den Auftrag und sagt man zu mir: Ja, also es wäre super, wenn ich davon eine lange Version machen kann, so ein bisschen mit Latin und so ein bisschen schwungvoll und so weiter. Und da hatte ich auch richtig Bock drauf, das auch ein ganz anderes Mal zu machen, den Titel. Und so trug es sich dann zu, dass sie dann in so einer Riesen-Glocke, also 5 Meter Durchmesser, von ganz oben, also die muss schwindelfrei gewesen sein, ganz oben runtergelassen worden ist, bis sie ganz unten ankam. Und das waren so 2, 3 Minuten. Und ich hatte den Sound schon gemacht, weil ich wusste ja nicht, was da genau passiert. Sie hat mir nur angegeben, ja, wir brauchen ungefähr 2,5 Minuten Intro. Das habe ich also dementsprechend auch gemacht. Und so, das war dann so für mich der Auftakt und das Gefühl. Das muss ich sagen, das finde ich heute noch klasse, wenn du hörst oder du siehst dann noch mal diesen Auftritt. Das ist ja auf YouTube, kann man sich das angucken und du weißt, 3 Milliarden Menschen haben das gesehen und du denkst: 3 Milliarden! Das war damals noch ein Riesenevent, die Olympiade. Das muss man wirklich sagen. Gut, aber jetzt zu ihrer Stimme, weil das ist ja das, was uns interessiert. Also, dass ich wirklich sagen muss, erst mal mit 15 und dann habe ich ja dieses bekommen. Und habe da mal genau hingehört. Wenn du— ich habe nicht nur das gemacht, sondern es war ein ganzes Album. Hier unten sieht man es noch mal, The Power hieß das. Das ganze Album habe ich dann entsprechend produziert, weil sie sagt, warum sollen wir jetzt wechseln? Ja, und jetzt noch mal hier, da sieht man sie noch mal, so in so einem ähnlichen Outfit war sie zu sehen in Sydney 2000, also als die Olympiade war. Also das war der Grund. Aber ich hatte ja nun mehr mit der Gesangstechnik von ihr zu tun und ich hörte mir die an und denke, Die klingt wie Christina Aguilera. Und ich meine, wir reden jetzt von den Leuten überhaupt. Also der Höhepunkt war, als ich dann den ganzen Track so zusammen— und dann sangen sie so frei, so ganz komisch vom Beat her. Das war ganz, ganz gegen den Beat irgendwie, aber es war gut. Und ich denke: Ach gut, da gebe ich mir mal Mühe und schneide das jetzt sozusagen, Editing, schneide das so hin, dass das genau passt. Nach 2 Stunden habe ich aufgegeben. Habe gesagt, die hat das einfach so gut gesungen, das kann man nicht besser machen. Man kann das nicht besser machen. Das ist dieser C-Part, du weißt es, das Middle Eight, wie es ja im Englischen heißt. Da haben wir diese 8 Takte, die dann halt eben immer eingefügt werden, und da hat die das wirklich so was von auf den Punkt gesungen. Das kannst du einfach nicht besser singen, und zwar nicht im Beat, sondern gegen den Beat, aber es passte perfekt. Also Für mich eins der Highlights.

Frank12:41

Also würdest du sagen, die hat nicht nur halt einfach eine außergewöhnliche Stimme, was ja eh eine Voraussetzung ist, sondern die hat auch dieses musikalische Talent. Weil ich finde es krass, wenn du erzählst, die war da erst 15, dann hatte sie ja noch gar keine Erfahrung und auch jetzt diese Persönlichkeit. Du hast das schon mal erzählt, Axel, von deiner Arbeit mit Udo Lindenberg, und da hast du gemeint, hey, der Typ ist halt Vollprofi. Ich meine, der ist dann schon erfahren, der kommt rein ins Studio, der weiß genau, was er zu tun hat. Auch bei den Backstreet Boys hast du das ja erzählt. Aber wenn ich mir denke, die ist erst 15 oder 16. Bei ihr ist es vielleicht einfach das Talent. Aber hast du denn auch mal mit Musikern zu tun gehabt, die da Probleme haben, so diese Performance zu bringen? Also auch mit Konzentration, die da keine Erfahrung hat? Vielleicht gibt es auch im Studio so was wie ein Lampenfieber, also dass man nervös ist und da irgendwie nicht zurechtkommt. Hast du solche Erfahrungen gemacht? Und wie gehst du da mit den Leuten um? Ich meine, pamperst du die dann?

Axel13:33

Also man muss vielleicht noch mal sagen, ich glaube schon, dass ich sehr erfahren bin, weil ich habe etwa 300 verschiedene Interpreten vor Mikrofon.

Frank13:39

300 Sänger und Sängerinnen.

Axel13:41

Ich hab's mal überschlagen und erfreulicherweise haben 100 von denen tatsächlich die Charts geschafft. Also das ist schon sehr erfreulich. Aber das wollte ich gar nicht. Ich wollte nur sagen, damit will ich nicht sagen, mir geht es darum zu sagen, okay, ich habe viel Erfahrung gemacht und ich muss wirklich sagen, das ist eine unfassbare nervliche Belastung. Also selbstgestandene Leute haben doch durchaus Lampenfieber und eigentlich glaube ich sogar mehr als auf die Bühne zu gehen. Ja, also es ist ja auch noch mal was ganz anderes, wenn du auf die Bühne gehst, dann weißt du, du hast das ganze Publikum vor dir. Diese Situation haben sie häufig besser in der Hand als im Studio.

Frank14:12

Weil du bekommst auch Energie von der Crowd und so und bist vielleicht vorne nervös, aber auf der Bühne lebst du.

Axel14:19

Ja, aber eine Anekdote noch so nebenbei. Ich habe extra, das gibt kein Studio, was das anders so gemacht hat. Ich habe Folgendes festgestellt: Die haben ja normalerweise einen getrennten Aufnahmeraum, Scheiben davor, ja, und dann bist du mit der Scheibe getrennt. Du kriegst nicht mit, was da auf der anderen Seite gesprochen wird. Du stehst dann da. Das war meine Erfahrung, weil ich selber mal 1982 in so einem Studio stand und meine erste Single aufzunehmen und dann die Produzenten, so, dann stoppen die das Band, dann erzählen die sich was und du denkst, was sagen die jetzt? Sagen die, hast du schon mal so einen schlechten Sänger gehört wie den da? Vielleicht, ja, oder irgendwie sowas. Das weißt du nicht. Das verunsichert dich total. Und wenn dann keine Zwischenfrage kommt, sowas wie, wir machen den jetzt noch mal, was war gut, sonst irgendwas, sondern wir machen es einfach noch mal, dann weißt du nicht, was, habe ich den jetzt falsch, habe ich irgendwas falsch gemacht? Du bist total verunsichert, ja. Und um den Punkt abzubauen, habe ich gesagt: Nee, nee, nee, so mache ich das nicht, weil ich kenne die Situation. Und sobald jemand nicht erfahren genug ist, hat er Probleme damit. Und deshalb habe ich so eine kleine Bühne gebaut und so, wie man das hier bei uns an den Seiten sieht, mit so traversen Teilen und da waren Spots runter. Also ich habe versucht, die Bühne nachzubauen, in ganz klein und mini. Und wenn ich jetzt irgendwas, das habe ich häufiger gemacht, gesagt: Hört mal zu, da am Ende der zweiten Zeile, dann singt den Ton mal länger aus. Und dann merkte ich schon beim zweiten Mal, haben die vergessen, den Ton länger auszusingen. Ich mit Marker hoch auf die Bühne, wupps, und habe das angemarkert. So, liebe Freunde, achtet darauf.

Axel15:49

Also du musst die schon an die Hand nehmen. Also gut, Udo Lindenberg, der ist sein eigener Texter, schreibt seine eigenen Melodien und so, da musst du das nicht machen. Aber für andere Leute, das war das Gute daran, dass ich sie so ganz gut guiden konnte durch diese Aufnahmen. Es hat denen sehr geholfen und ja, letztendlich kamen dann auch bessere Sachen raus. Musste bei so einer wie ihr natürlich nicht, aber ist natürlich gut. Du hast jetzt ganz konkret gefragt. Also ich will nicht übertreiben, aber 50 bis 80 haben Tränen geweint.

Frank16:21

Einfach aus Druck, unter dem die stehen?

Axel16:23

Das muss ich wirklich sagen. Also es ist für die eine enorme Belastung. Es ist auch so, die Räume darfst du nicht zu warm haben, weil die sowieso schwitzen wie die Sau. Das ist eine riesige Anspannung für die Leute. Ich habe extra eine Klimaanlage eingebaut. Ich hätte sie nicht gebraucht, aber ich weiß, was das heißt, wenn die da stehen und es ist Hochsommer. Die ölen sonst wie. Das ist auch für die unangenehm. Also mit anderen Worten habe ich gedacht, okay, da musst du jetzt eine Klimaanlage auf jeden Fall reinsetzen. Also heißt, die Spannung war extrem.

Frank16:50

Ja, ist auch eine Kostenfrage, oder? So Produktionszeit kostet auch Geld. Nicht jeder hatte wie die Beatles früher, also hier 6 Monate Zeit, um zu produzieren. Singe ich heute nicht, singe ich morgen. Das ist ja nicht so. Ich meine, du hast auch als Künstler schon, du weißt, es muss jetzt passieren, jetzt muss ich, jetzt singe ich und es wird aufgenommen, das ist dann für immer verewigt. Jetzt muss ich die beste Leistung überhaupt bringen. Ja, kann ich mir schon vorstellen, dass du da ein bisschen unter Druck gerätst, wenn du jetzt nicht endlos Zeit hast. Also irgendwann wird dann schon was Gutes rauskommen, sondern es muss jetzt passieren.

Axel17:19

Genau, du bist dafür abhängig, massiv. Und das spüren die auch, die Leute. Und dann versuche ich ihnen das natürlich leicht zu machen wie möglich. Ich sehe dann immer zu, dass ich, bevor die anfangen zu singen, mache ich mir schon die Mühe und mache so ein bisschen, wie soll ich sagen, ein bisschen aufwärmen sozusagen. Also ich mache es ein Gag oder sowas oder mache irgendwas, was sie locker macht. Ja, je nachdem, da gehe ich auf die Leute ein. Es ist ganz wichtig, dass man denen dann so ein bisschen die Spannung nimmt. Deshalb, das sind alles so wesentliche Sachen. Aber vielleicht kommen wir noch mal zurück auf Vanessa, und zwar, weil bei ihr bin ich mir relativ sicher, wenn du mit 15 schon sowas ablieferst ohne Gesangsunterricht, und ich kann ja nur eins sagen, sie hat das alles drauf. Das ist irgendwie solche Naturtalente, die gibt es nicht überall. Also leider muss ich wirklich sagen, leider für sie ist das der mit weitem Abstand größte Erfolg geblieben. Also weil ich hätte es ihr gegönnt, dass sie da weiterkommt. Sie selber, sie war einmal in Deutschland. Ich habe es schon mal vielleicht kurz fallen lassen, dass sie ja weitestgehend in Australien war und wollte nicht unbedingt solche Reisen vornehmen. Und das aus dem Grunde war sie eigentlich nur einmal kurz da. Ich habe mit ihr nicht reden können. Extrem autistisch fand ich sie. Also es war nicht möglich, mit ihr zu kommunizieren. Ja, also sie saß sogar neben mir beim Essen und es ging nicht. Irgendwie merkte ich, ja, nein oder so, fertig, Abend, Schluss. Also schwer. Also kann natürlich sein, dass dieser Autismus, den sie hat, dass deshalb die hohe Leistung da ist. Möglicherweise. Ja.

Frank18:48

Also so eine Superbegabung halt und andere Dinge funktionieren nicht so gut. Aber singen, hey, das wär ihr Ding.

Axel18:54

Also wie gesagt, sie hat dann noch mit anderen Produzenten, auch mit großen Produzenten gearbeitet, aber irgendwie kam dieser Erfolg nicht wieder. Sie war dann ja sowieso hier, dann hat sie einen Live-Auftritt gemacht, glücklicherweise in Hamburg, habe ich mir auch angesehen. Das war schon ganz ordentlich, was sie auf der Bühne gemacht hat. Das hat mich schon ein bisschen überzeugt. Ich habe mittlerweile Videos gesehen, die ist richtig gut geworden. Und noch was, hat mich schon geärgert. Ich war jetzt auf der Recherche, was gibt's Neues von ihr, weil wenn wir darüber sprechen, informiere ich mich natürlich. Und sie war letztes Jahr in Deutschland bei Night of the Proms.

Frank19:24

Eine fantastische Night of the Proms.

Axel19:26

Ja, eine ganz fantastische Veranstaltung.

Frank19:29

Das ist eine große Show.

Axel19:30

Ja, ich war schon mit dabei. DJ Bobo war auch schon mal eingeladen mit Chihuahua, mit dem großen Orchester im Hintergrund. Hammer, muss man wirklich sagen. Einmalig. Und so hatte sie auch dort also bestimmt 10, 15 Minuten in der Show. Das war wirklich sehr gut, sie hat top performt, also wirklich 1A. Auch körperlich gesehen. Das fand ich ziemlich gut. Perfekt. Also für mich eine der ganz Großen.

Frank19:55

Vanessa Amorosi.

Axel19:56

Genau. Ja, wollen wir genau zum Gegenteil mal übergehen? Was meinst du?

Frank20:04

Oh ja, klick doch mal drauf. Oh, it's getting dark. Rammstein. Schön gerolltes R. Das ist, was die Amerikaner immer gerne hören. Und das war auch tatsächlich, ist dann tatsächlich wohl einer der Gründe, warum die so populär sind, weil die spielen natürlich auch mit diesem Klischee des düsteren Deutschen, des Bösen und so weiter. Und wow, das hat für die amerikanische oder sind das halt Publikum wahrscheinlich voll so einen exotischen Reiz, wenn man so singt wie Rammstein. Ja, ja, genau. Hammer, ja.

Axel20:33

Also wenn man dazu sagen kann, erstmal, das wissen die wenigsten. Also es ist der mit weitem Abstand der größte Exportschlager, den Deutschland zu bieten hat. Seit Jahren.

Frank20:40

In der Musik, ja.

Axel20:40

In der Musik. Also mehr Export haben wir nicht als Rammstein. Die Scorpions sind auch noch dabei, also die haben immer noch große Erfolge im Ausland. Wir dürfen durch X nicht vergessen, aber Rammstein ist die mit klarem Abstand die Nummer 1. Also Amerika groß und du siehst es, daran liegt es. Es ist einfach die Wahnsinnsshow. Also auch diese Videos, die sie haben, sind extrem, ja, und das hat die schon nach vorne gebracht.

Frank21:03

Das ist auch bei Till Lindemann, man sieht es auch wunderschön an dem Bild, das ist eben auch nicht nur Gesang, sondern eben auch dieses Spiel mit Masken, dieses ein bisschen Theatralik reinbringen und hey, boah, wenn du das kannst, das ist natürlich noch mal ein weiterer Aspekt, als jetzt nur im Studio eine schöne Stimme haben, sondern wirklich auf der Bühne so eine Rolle auch einnehmen, eine Persona und so. Der Rock 'n' Roll Demon oder sowas. Und Till Lindemann, ja, Weltklasse, muss man schon sagen.

Axel21:30

Man muss schon sagen, er hat natürlich jetzt damit einen eigenen Stil kreiert. Deshalb fanden wir ihn auch wertvoll, jetzt über Rammstein zu reden hier. Weil das ist ja was ganz anderes. Also wir haben jetzt zwei Extreme. Wenn ihr Lust habt, die letzte Folge noch mal davon euch anzugucken, da geht es zum Beispiel um das Palastorchester zusammen mit Max Raabe. Das ist so ziemlich genau das Gegenteil. Das ist wirklich eins zu eins das Gegenteil.

Frank21:53

Du hast ja auch mal mit denen zusammengearbeitet, oder? Mit Rammstein?

Axel21:55

Ich habe mit denen nicht zusammengearbeitet. Es war so, dass ich einen guten Freund habe, der wohnt da ganz in der Nähe und der weiß also durchaus einiges von denen, was die Öffentlichkeit nicht weiß. Also die haben schon ganz schöne Probleme mit sich selber.

Frank22:08

Und würdest du gerne, könntest du jetzt überhaupt so, das so als Frage jetzt nicht nur bei Rammstein, sondern vielleicht auch dann allgemein: Gibt's für dich als Produzent dann eben auch Sänger, wo du denkst, mit der oder mit der würde ich gerne mal was machen? Das ist genau, es gibt Regisseure, die haben ihre Lieblingsschauspieler und sagen, mit dem würde ich gerne einen Film machen, ich habe genau die Rolle für den. Ist es bei dir als Produzent auch so, dass du sagst, die Stimme, die Band, mit denen würde ich gerne was machen? Und würden Rammstein und Till Lindemann dazu zählen?

Axel22:36

Ja, wobei die machen ihren eigenen Kram. Aber ich gebe zu, es gibt sowas Ähnliches, die heißen Eisbrecher. Die machen auch sowas. Da würde ich mich echt für interessieren. Hätte ich schon richtig Bock, was zu machen, gebe ich zu. Ansonsten, wenn es international wäre, also Bryan Adams wäre natürlich mein Fall.

Axel22:50

Doch, finde ich super geil. Aber wenn wir jetzt den Blick auf Rammstein richten, man muss auch eins sehen. Guck mal, das sind 6 Leute. Ich meine, es ist ein Hammer, dass die immer noch 6 sind. Das muss man wirklich sagen, weil normalerweise schert da irgendwer aus und sonst irgendwas.

Frank23:04

Dass die als Band so zusammenhalten.

Axel23:05

Das muss man wirklich sagen.

Frank23:07

Das ist übrigens auch vorher bei den Rolling Stones so gewesen. Die sind auch deshalb mit die größte Band, weil die einfach immer zusammengehalten haben. Und gerade so die Kernelemente bei den Stones, eben Jagger und Richards, bei allen Schwierigkeiten, die die vielleicht auch mal hatten, aber die hatten auch diese Disziplin, auch menschlich. Wir halten zusammen. Und das ist natürlich auch super wichtig.

Axel23:25

Eigentlich ein bisschen schade, soweit ich das weiß, ist nur er das Frontschwein. Also mit anderen Worten, da singt kein weiterer. Ich weiß vielleicht nur vom Background so ein bisschen was, aber auf jeden Fall wissen wir nichts darüber über die anderen. Und dadurch muss man sich die Gruppendynamik jetzt auch vorstellen. Also es ist nicht so einfach, weil das sind 5 gegen 1, beziehungsweise sie sind es gewohnt, in den Hintergrund zu treten. Aber guck mal, wie gleichberechtigt er auch mal wieder auftaucht. Er ist jetzt hier der Mittelpunkt. Normalerweise ist er in der Seite sonst irgendwo zu sehen. Also er ist nicht derjenige, der das beansprucht sozusagen. Und irgendwann hat er aber auch das Gefühl gehabt, er müsste mal was alleine machen. Und seitdem gibt es Lindemann noch als Act, als alleine. Und der hat ja eben auch schon einige Platten rausgebracht. Es ist auch so, da ist er dann doch textlich woanders. Das ist so ein bisschen der Punkt. Ich glaube, deshalb hat die Band selber auch sozusagen textlich was mitzusprechen. Ich glaube, das ist nicht nur sein Werk.

Frank24:21

So sollte es sein in der Band.

Axel24:23

Ja, das stimmt, da hast du völlig recht. Aber wie gesagt, ich finde, dass er dieses Kreieren, dieses mutige Kreieren dieses Stils und auch das Durchhalten, hat er schon verdient, hier jetzt genannt zu werden unter außergewöhnlichen Stimmen.

Frank24:36

Oh, auf jeden Fall, auf jeden Fall. Und ganz ehrlich, wenn ich mir das Plattencover anschaue, dann vielleicht taucht er auch noch mal auf, wenn wir irgendwann mal wieder Sendung machen über Plattencovers, weil das ist ja oft sehr interessant. Da gibt's bestimmt noch mehr zu erzählen. Kommt mir irgendwie bekannt vor.

Axel24:50

Ja, genau. Also Rammstein selber gelten ja als die Band für eine ganz neue Gattung, Neue Deutsche Härte.

Frank24:58

Die Neue Deutsche Härte, ja.

Axel25:00

NDH, nicht NDW, das ist auch ein Thema, was wir auch anpacken, aber NDH. Also Neue Deutsche Härte, das gilt Rammstein als der Ursprung. Aber wie gesagt, davon gibt es noch einige mehr, die auf eine andere Art und Weise, die rollen nicht alle mit dem R, das wäre ein bisschen peinlich. Also die haben da schon andere Möglichkeiten, aber sie gehen in die gleiche Richtung. Und daher auch dieses, das kommt nicht, man darf die Grufti-Szene mit ihrem Dörröhröhröhröhr, ja, du weißt, was ich meine. Die haben da ja auch schon mal eine Tür aufgemacht.

Frank25:29

Auf jeden Fall. Eine Weiterentwicklung von dem, was du eben Grufti-Szene nennst, diese ganzen Gothic-Sachen, die es auch schon in den 80ern gab. Und die sind halt dann einfach mal ab den— ah, es ging eigentlich schon in den 80ern los, auch mit den Sisters of Mercy oder sowas, ja, wo dann eben diese Gothic-Sachen auf einmal dann noch rockiger werden, noch härter werden, ja. Sisters of Mercy, eigentlich ein guter Tipp, so. In den 80ern haben die auch schon diesen Schritt gegangen, Gothic nicht mehr so wie nur Cure zu klingen, so auf einmal klingt das auch ja, fast so ein bisschen metalmäßig, die Gitarren ultra hard power Chors und so. Ja, genau.

Axel26:03

Aber sagen wir mal so, das ist so in Folge, also rein historisch gesehen, dieses Röhren, das haben die so kultiviert, das Ganze, ne? Ja, ja.

Frank26:13

Und nun, glaube ich, sind wir schon wieder am Ende von unserer Zeit angekommen. Genau, gut, also deswegen bleibt uns weiterhin gewogen, unterstützt den Kanal, schreibt auch gerne Kommentare rein und immer auch mal ein paar Vorschläge, ein bisschen Name-Dropping. Was wir gerne machen, könnt ihr auch machen. Deswegen freut mich, dass ihr eingeschaltet habt. Bleibt uns weiterhin gewogen, unterstützt den Kanal, hypet uns und stay tuned, denn wir haben noch einiges vor.