Stimmen, die du nie vergisst – Elton John, Patti Smith, Max Raabe, Etta James | FRAX Music 12
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Zusammenfassung
In der 13. Folge von FRAX Music nehmen Axel Breitung und Frank Engelmayer ihre Hörer mit auf eine Reise zu den Stimmen, die man nie vergisst. Im Mittelpunkt stehen vier außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten: Elton John, Patti Smith, Max Raabe und Etta James. Die Hosts diskutieren, was diese Sängerinnen und Sänger so einzigartig macht und wie sie die Musikgeschichte geprägt haben.
Zu Beginn widmen sich Axel und Frank Elton John, einem der größten Pop-Interpreten aller Zeiten. Sie beleuchten, warum seine Stimme zwar nicht außergewöhnlich im klassischen Sinne ist, aber durch Ausdrucksstärke und Gefühl besticht. Elton John ist nicht nur für seine Hits wie „Candle in the Wind“ oder „Goodbye Yellow Brick Road“ bekannt, sondern auch als einer der beliebtesten Karaoke-Künstler – seine Songs sind für viele Fans leicht mitzusingen. Die Hosts sprechen auch über die Entwicklung der britischen Popmusik und deren weltweiten Einfluss in den 70er und 80er Jahren. Sie diskutieren, warum der britische Einfluss heute weniger dominant ist und wie sich der Musikmarkt durch amerikanische und skandinavische Songwriter verändert hat.
Anschließend rücken sie Etta James ins Rampenlicht. Die US-amerikanische Sängerin, deren Karriere in den 50er und 60er Jahren begann, gilt als eine der wichtigsten Stimmen des Soul, Blues und Jazz. Axel und Frank erklären, wie Etta James mit ihrer emotionalen Tiefe und Ausdruckskraft nicht nur das Publikum, sondern auch nachfolgende Generationen von Künstlerinnen wie Janis Joplin und Christine McVie beeinflusste. Sie zeigen auf, wie James durch ihre Vorbildfunktion anderen Sängerinnen den Weg ebnete und wie sich ihre Musik im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelte.
Ein weiteres Highlight der Folge ist Max Raabe mit seinem Palastorchester. Die beiden Hosts erzählen von eigenen Studioerfahrungen mit Raabe und geben Einblicke in die Arbeitsweise des Orchesters, das sich durch detailverliebte Arrangements und den unverwechselbaren Gesangsstil Raabes auszeichnet. Sie erklären, wie Max Raabe den Sound der 20er Jahre ins 21. Jahrhundert bringt und warum er als moderner Vertreter der Salonmusik gilt.
Abgerundet wird die Folge durch einen Blick auf Patti Smith, deren Einfluss auf die Rock- und Punkmusik nicht zu unterschätzen ist. Die Hosts betonen, wie Smith mit ihrer rauen Stimme und ihrer poetischen Kraft neue Maßstäbe setzte und bis heute als Ikone gilt.
FRAX Music #13 ist eine leidenschaftliche Hommage an Stimmen, die Generationen geprägt haben – mit spannenden Anekdoten, fundiertem Wissen und einer großen Portion Begeisterung für Musikgeschichte.
Playlist zur Folge
Hintergrund & Kontext
Stimmen sind das Herzstück der Popmusik. Seit den frühen Tagen des Radios prägen charismatische Sängerinnen und Sänger das kollektive Gedächtnis und setzen Trends, die weit über ihre Zeit hinausreichen. In den 1960er und 1970er Jahren war die britische Popmusik federführend: Die sogenannte British Invasion brachte Bands wie die Beatles, Rolling Stones und The Kinks hervor, die den globalen Sound revolutionierten. Elton John wurde in dieser Ära zu einer der schillerndsten Persönlichkeiten, nicht nur durch seine Musik, sondern auch durch sein extravagantes Auftreten und seine Bühnenpräsenz.
Parallel dazu entwickelte sich in den USA eine eigenständige Soul- und Blueskultur. Künstlerinnen wie Etta James verbanden emotionale Tiefe mit technischer Brillanz und beeinflussten nicht nur afroamerikanische Musik, sondern auch weiße Rock- und Popmusikerinnen. Ihr Song „At Last“ ist bis heute ein Klassiker und steht für die Kraft weiblicher Stimmen im Musikbusiness.
In Deutschland sorgte Max Raabe mit dem Palastorchester für eine Renaissance der Salonmusik der 1920er Jahre. Während internationale Trends dominierten, bewahrte Raabe mit seinem ironisch-nostalgischen Stil ein Stück deutscher Musiktradition und machte sie für ein neues Publikum zugänglich.
Patti Smith schließlich steht für den Bruch mit Konventionen: Ihre Mischung aus Poesie, Punk und Rock machte sie zur Stimme einer Generation, die sich nach Authentizität und Ausdruck sehnte. Ihre Karriere zeigt, wie wichtig individuelle Stimmen für die Entwicklung neuer Genres und kultureller Bewegungen sind.
Häufige Fragen
Was macht die Stimme von Elton John so besonders?
Elton Johns Stimme ist kraftvoll und emotional, aber in ihrer Tonlage relativ zugänglich. Sein Gesangsstil lebt von Ausdrucksstärke und der Fähigkeit, Songs mit persönlicher Note zu interpretieren, was ihn zu einem der beliebtesten Sänger für Karaoke und Mitsingen macht.
Wer war Etta James und warum ist sie so einflussreich?
Etta James war eine US-amerikanische Sängerin, die vor allem in den 1960er Jahren mit Soul, Blues und Jazz berühmt wurde. Sie gilt als Vorbild für viele spätere Künstlerinnen wie Janis Joplin und beeinflusste Generationen mit ihrer einzigartigen Stimme und Bühnenpräsenz.
Was ist das Besondere an Max Raabe und dem Palastorchester?
Max Raabe und das Palastorchester bringen den Sound der 1920er Jahre ins Heute. Mit detailgetreuen Arrangements und Max Raabes charakteristischer Stimme interpretieren sie Klassiker sowie eigene Songs im Stil der goldenen Berliner Tanzpaläste.
Wie hat die britische Popmusik die Musikgeschichte geprägt?
Britische Popmusik dominierte in den 1960er bis 1980er Jahren weltweit. Bands wie die Beatles, Rolling Stones und Künstler wie Elton John prägten den Sound und beeinflussten Generationen von Musikern weltweit. Ihr Einfluss ist bis heute spürbar, auch wenn der globale Markt sich verändert hat.
Welche Sängerinnen wurden von Etta James inspiriert?
Neben Janis Joplin ließen sich auch Stevie Nicks und Christine McVie von Fleetwood Mac von Etta James inspirieren. Ihr Stil und ihre Ausdruckskraft ebneten vielen Künstlerinnen den Weg zu mehr Freiheit und Individualität im Gesang.
Gesprächs-Transkript
Hey Leute, willkommen zu einer weiteren Ausgabe von FRAX Music. Popkultur und Musik unser Programm. Heute sprechen wir über Sängerinnen und Sänger, unter anderem über den großen Elton John und Etta James und den Max Raabe und sein Palastorchester und Patti Smith.
Und jetzt bleibt dran.
Hallo, liebe Musikfreunde, schön, dass ihr wieder dabei seid bei FRAX Music. Heute mal wieder mit einer Ausgabe über Voices, die besten und großartigsten und faszinierendsten Sängerinnen und Sänger aller Zeiten. Und heute starten wir mit einem der ganz, ganz Großen. Und ich freue mich richtig drauf, weil ich weiß, das ist einer der absoluten Lieblingssänger von Axel Breitung, nämlich Elton John.
Ja, du hast vollkommen recht, einer meiner Lieblingsmusiker, denn Elton John hat diesen Pop-Style eigentlich. Also gut, Crocodile Rock ist ja sein erster Hit gewesen, den würde ich mal nicht so unbedingt dazu zählen. Aber er hat ja natürlich die ganz großen Sachen gesungen. Candle in the Wind gehört jetzt nicht unbedingt zu meinen Favoriten von der Musik her. Also das würde ich jetzt nicht unbedingt sagen, wobei er auch den natürlich wieder perfekt vorgetragen hat. Er ist für mich so etwas wie ein Interpret, der wirklich einer Komposition etwas Gutes verleihen kann. Also richtig so ein Grip, so ein Der hat so diese Kraft in der Stimme, die eigentlich relativ normal ist. Also die Stimme ist jetzt nicht außergewöhnlich, finde ich jedenfalls soweit. Aber wie er seine Töne anschmiegt, das ist wirklich, deshalb gefällt er mir einfach.
Weil du auch gesagt hast, seine Stimme ist jetzt gar nicht so außergewöhnlich. Das ist mir auch aufgefallen. Ich habe ja früher auch viele Karaoke-Shows moderiert, so All Nighter, Karaoke. Und ich kann dir sagen, Elton John ist einer der meistgesungenen. Und auch für mich ist das ziemlich einfach, weil in dem seine Stimmlage kommt man eigentlich ziemlich gut rein. Das ist halt so die typische maskuline Stimmlage. Das kann man wunderbar mitsingen. Gerade so diese Balladen, die du auch angesprochen hast, hier Candle in the Wind und so. Elton John lässt sich super gut mitsingen und allein deswegen ist er schon bei der Karaoke auch so angesagt. Werden wahrscheinlich manche von euch kennen. Hammer Sänger. Musikalisch, weil ich gerade sehe, das ist ja natürlich das absolut beste Album hier. Goodbye Yellow Brick Road. Das ist glaube ich noch ganz am Anfang, sein erstes oder zweites oder so. Aber da war das noch richtig Rock'n'Roll Musik und so ultra cool. Anfang der 70er, hat er das aufgenommen. Und später hat er dann vor allem sich dann darauf konzentriert, die Balladen zu machen, weil das halt für ihn wahrscheinlich auch am meisten Erfolg gebracht hat. Da war er perfekt drin. Auch er ist ja hier der Mann am Flügel und das passt einfach perfekt, dieses Arrangement. Aber der konnte auch Rock 'n' Roll machen.
Ja, das ist richtig. Ich habe ganz besonders das Album ausgewählt aus einem ganz bestimmten Grund, und zwar weil es sein meistverkauftes wurde. Also insofern hier nicht ganz ohne Grund dieses spezielle Album. Also du hast schon recht, auch damals war der schon vom Fleck weg. Weg gut dabei. Das kann man schon mal sagen. Da hat ihm sicherlich auch sein extravagantes Äußeres geholfen. Ich glaube, denke mal schon. Man sieht es ja hier zum Beispiel, wie er da aussieht. Das ist schon speziell gewesen, würde ich mal sagen.
Brillenliebhaber. Ja, und das ist nicht nur musikalisch die beste Platte, ganz ehrlich. Wir sprechen ja manchmal auch über Covers. Da könnte man es auch reinnehmen. Super interessant gestaltet und so. Gefällt mir total gut. Guck mal, die Plateaustiefel, die er da anhat. Ist das nicht großartig?
So muss es 70er gewesen sein. Anfang der 70er.
Das war Anfang der 70er.
Ja, genau.
Der ist auch schon eine ganze Weile dabei. Viele Leute glauben, das wäre so im ersten 18er könnte gewesen sein. Aber nee, der hat schon in den 70ern einen ganz, ganz großen Hit. Hast du ja auch schon erwähnt hier auf dem Album.
Ja, also zumindest haben wir hier jemanden, der für die englische Popmusik— das müssen wir jetzt auch mal— man muss ein bisschen weiter vielleicht reingucken. Wir reden jetzt über die englische Popmusik, die also dominierend war in den 70er, 80er Jahren, da war die überall weltweit mit dabei. Dann ließ das langsam nach. Wir haben heute einen äußerst geringen Anteil von englischer Popmusik noch. Es ist überraschend eigentlich, dass sich das so gewandelt hat. Das mag auch mit dem Gesangsstil zu tun haben. Die Briten haben immer noch diesen Standard, den sie damals kreiert haben, aus meiner Sicht heraus, während die Amis mit diesem ganz anderen Flow kommen. Und da denke ich mal, hat es auch was mit zu tun. Das hat was mit Zeitgeist zu tun. Musik wird immer wieder ein Stück Zeitgeist reflektieren und auch in dem Falle sehe ich das so.
Oh ja, aber da, Axel, mach mal echt ein neues Fass auf. Das wäre echt mal ein super interessantes Gespräch, über die englische Popkultur zu sprechen, die offensichtlich in den 60ern und in den 70ern und auch auch in den 80ern super dominant war. Ich meine, diese British Invasion Bands wie die Beatles und die Stones und die Kinks, ich meine, die haben im Grunde genommen diese moderne Musik erst mit erfunden, könnte man schon fast sagen. Und ich bin auch Riesenfan der amerikanischen, aber es ist in der Tat doch interessant, warum ist da der Einfluss, dieses Gewicht aus England ein bisschen geringer geworden? Müsste man mal in Ruhe mal da ins Detail gehen über dieses Thema.
Also ich wollte nur abschließend sagen, vielleicht, das hat auch durchaus was damit zu tun, dass die Vertriebswege von den großen Firmen aus Amerika halt einfach die anderen Sachen überrollt haben. Also denen fällt es leichter, einen nationalen Erfolg in die Welt rauszubringen als den Briten. Da sind die Amis einfach stärker, weil der interne Markt ist ja schon groß. Also da muss man sagen, sind die Schweden, wenn man es mal so sieht, die Schweden muss man jetzt mal erwähnen, ein kleines Völkchen im Norden von Europa, zieht in die Welt ein. Also die Hits, die wir heute hören, sie haben sehr häufig schwedische Autoren davon.
Tatsächlich? Das war mir gar nicht bewusst.
Doch, doch, die sind dann natürlich rübergegangen nach Amerika, damit sie den Erfolg haben. Aber viele dort drüben, der Name, das merkst du dann schon, wenn du die Namen liest, stellt man schon fest, gerade die Schweden sind da sehr stark.
Da kam also noch was nach ABBA, siehst du, wusste ich gar nicht.
Ja, ja, ja, ja, die haben das da. Aber das hat auch was mit der schulischen Bildung zu tun. Die tun viel dafür. Also das ist nicht zu vergleichen mit dem, was wir hier machen. Aber wie gesagt, Gesangstalente haben die nicht so viele, die den Sprung in die Welt schaffen. Das ist halt eben außer ABBA, waren natürlich ein gutes Zeichen und als einer der Riesen-Acts. Aber auch da spielt natürlich diese Zusammensetzung und die Zeit eine entscheidende Rolle. Das heißt also der Zeitgeist, um den es da geht.
Aber habe ich mir gleich notiert auf meiner Liste, wenn wir in künftigen Sendungen über die besten Stimmen sprechen. Aber so diese Duettstimme, das ist auch was ganz Besonderes. Aber heute haben wir noch was anderes vor. Wen haben wir denn noch am Start? Endlich mal eine Frau. Etta James. Das ist vielleicht ein Name, der sagt gar nicht jedem was, weil das ist schon eine Weile her. Deren größte Zeit war 60er, 70er, vor allem 60er. Und das ist, wie man schon sieht an den Bildern, das ist Old School. Das ist im Grunde genommen eine Jazzsängerin, Blues, Soul. Und sie ist wirklich von der Stimme her eine meiner absoluten Lieblingssängerinnen, die ich überhaupt kenne. Wenn ihr Etta James nicht kennt, hört euch da mal ein paar Songs an. Das ist unglaublich. Und was sie halt noch mehr ausmacht, macht, warum sie auch so wichtig ist. Sie ist dann auch zum Vorbild geworden für mehrere Sängerinnen, die dann in der nächsten Generation kamen. Und manche von denen sind dann noch gigantischer als Etta James selbst geworden. Zum Beispiel Janis Joplin. Wenn ihr euch mit Musik auskennt, hört Janis Joplin an, dann hört danach mal was von Etta James und dann checkst du sofort: Ja, die Joplin, die hat sich an Etta James orientiert. Die hat jetzt nicht das kopiert, sondern eben auch große Künstler können in jungen Jahren auch mal ein bisschen Orientierung nehmen. Learn from the best. Lernst du von Leuten wie Etta James, hat sich Janis Joplin daran orientiert, hat dann natürlich ihr eigenes Ding draus gemacht. Aber wenn du die beiden hintereinander hörst, dann weißt du sofort, was Sache ist. Und nicht nur Janis Joplin, sondern Fleetwood Mac. Bist du auch Freund von Fleetwood Mac?
Ja, unbedingt.
Klar, natürlich.
Rumours, tolles Album.
Genau. Und da gab es ja zwei Sängerinnen bei dem Rumours Album. Stevie Nicks und Christine Perfect McVie. Eigentlich Perfect, aber dann hat sie den Bassisten geheiratet von Fleetwood Mac und hieß dann McVie. Und die hat in den 60ern auch schon angefangen als Sängerin. Und das ist auch eine von denen, wo man sagt, die orientiert sich an Etta James. Das ist also an dieser Art Soul, Blue-Eyed Soul. Christine Perfect kommt aus England, aber Etta James war wirklich so ein Vorbild für eine ganze Reihe von Weltklasse-Musikerinnen, die dann wiederum die Tür aufgemacht haben für Generationen Generationen, weil was dann Janis Joplin gemacht hat, das war dann die erste weiße Sängerin, die mal so aus sich rausgeht, fast schon lasziv auch an manchen Stellen wird. Das konnte man vorher gar nicht machen. Aber die, die das so entwickelt haben, die so richtig aus sich rausgehen, das ist Etta James, eine der allergrößten. Also das ist jetzt nicht nur so für Oldschool-Öpen irgendwie Jazz hören, sondern ich sage euch, Etta James, das ist so on fire, diese Musik.
Ja, ich habe hier wieder dafür gesorgt, also von der Bildauswahl, dass man so mal ein bisschen sieht, das werdet ihr noch häufiger sehen, dass sich das nicht nur von der Zeit ausgehe, wo sie halt eben bekannt geworden ist, sondern ich bring auch gern mal dann Bilder, die ein bisschen später sind, weil man denkt so nur dran, dass sie nur in der Zeit halt eben aktiv waren. Die sind natürlich auch über die Jahre rüber immer wieder aufgetaucht. Das heißt mit anderen Worten, sie haben weitergemacht. Wie viele von denen, deren Namen man jetzt heute nicht mehr so kennt, haben ja immer so Zeiten, wo sie da waren, also wo man sie wahrgenommen hat, und dann ließ das nach, weil sie sich vielleicht auch musikalisch weiterentwickelt haben. Das hat auch damit was zu tun. Tun und damit auch sicherlich gesangstechnisch noch mal einen draufgelegt haben.
Auf jeden Fall. Bei Etta James ist es auch so. Die hat ihre größte Zeit eben in den 50er, 60er Jahren gehabt. Aber nachdem sie dann, wie ich es euch erzählt habe, sozusagen von so Leuten wie Janis Joplin und so, dadurch hat sie selber wieder Rückenwind bekommen und ist dann selber wieder so in den Fokus geraten und hat dann in den 70er Jahren, die Musik hat sich weiterentwickelt aus Rhythm and Blues, wurde halt dann Funk. Da gibt's dann auch Funk-Aufnahmen von ihr. Das glaubt man gar nicht, aber es passt großartig. Ein guter Produzent, eine gute Band um sie rum, Frauen, die so einen Funkbeat spielen, also typische 70er-Mucke, und dann die Stimme von Etta James. Auch das passt einfach perfekt. Das heißt, sie hat dann auch, weil sie Vorbild war für andere, hat sie dadurch auch wieder Rückenwind bekommen. Und so ist das wie so ein Kreis, wie so eine Welle. Es gibt ein Auf und Ab bei Etta James.
Gut, wir kommen zum nächsten, denke ich mal. Das ist Max Raabe und das Palast Orchester. Jetzt mal was ganz anderes, denn die sind ja beheimatet in Berlin. Das muss man dazu wissen. Und gerade in Berlin, dort ist denn in dem Schmelztiegel, sind die natürlich unterwegs, schon immer. Also ich habe ja denen auch eine Aufnahme gemacht, muss ich da unbedingt sagen. 4 Titel haben wir produziert für ein Album, was auch eine sehr spezielle Geschichte hat, muss ich dazu noch erzählen. Aber zuerst mal: Was machen die überhaupt für Musik? Also Palast Orchester, wenn man so will, ist das die deutsche Version von anderen Künstlern, die halt mit Orchester arbeiten. Orchesterversionen kamen damit ja auch mal eine Zeit lang, waren ja sehr angesagt. Michael Bublé, mal um einen Namen zu nennen. Also die haben ja dann auch mit einem kleinen Orchester gearbeitet, einem sogenannten Salonorchester. Will ich mal sagen. Und das gilt also eben auch für dieses Palast Orchester. Sind 12 Leute. Ich habe die ja auch gut kennengelernt und auch bewundert dafür, wie sie das so machen. Man muss das sich ein bisschen anders vorstellen. Wir, die wir von der Rockmusik kommen, kennen das so: Musik entsteht bei denen im Übungsraum häufig. Oder so was, weil in der Amateurmusik haben wir es ja auch nicht anders gemacht. Aber hier geht das anders. Da sitzt jemand, der schreibt die Noten alle. Denn die spielen nur nach Noten. Gut, auf der Bühne natürlich nicht, aber vorher haben die, da wird das Notenblätter verteilt im Studio, damit dann wissen die, was sie zu spielen haben, und dann können die zur Aufnahme kommen. Jetzt wissen wir ja, jetzt bei den Stimmen, deshalb müssten wir eigentlich nur über den Max Raabe reden, aber Max Raabe und ohne das Palast Orchester gibt es eigentlich so gut wie nicht. Er hat jetzt mittlerweile doch was Eigenes. Hier unten sieht man schon eins von seinen Covern. Ganz lustig, gerade dieses spezielle Cover von Max Raabe, der sich ja damit eindeutig an die Beatles anlehnt.
Der zweitberühmteste Zebrastreifen auf Covers.
Ja, genau. Und hat das Zebra gleich hinten drangehängt. Ist schon sehr— und so ist er auch drauf. Ich habe ja mit ihm Aufnahmen gemacht und es war wirklich sehr unterhaltsam, mit ihm zu recorden. Er selber singt den Stil der 20er Jahre mit so einer Versetztstimme. Ja, also was kennt man von ihm? Einige von euch kennen das. Das mit dem „Kein Schwein ruft mich an".
Ja, klar, genau.
Kein Schwein ruft mich an, das hat ihn bekannt gemacht. Heute auch mit mehreren Millionen Abspielungen auf Spotify. Damit ist er auch bekannt geworden. Ich glaube sogar mit einer Jamba-Reklame oder irgendwas war da was Größeres im Hintergrund. Und deshalb hat er damit dann so den Sprung geschafft, also in ein größeres Publikum. Denn eigentlich, und das sind sie auch, die sind extrem viel unterwegs, auch muss man dazu sagen. Und ihr müsstet das sehen. Leute, das könnt ihr Wenn der auf die Bühne geht, dann kommt er, also dieser Stil, dieser typische, so ein bisschen Grand Dame, hätte beinahe gesagt, als Herr natürlich. Also der geht nicht schnell über die Bühne, der schleicht, der fliegt, der schwebt sozusagen über die Bühne. Er ist wirklich so. Und dann steht er vor dem Mikrofon, rechtzeitig, und dann fängt er an zu performen und dann spielt das Orchester ein bisschen. Dann geht er wirklich zurück, setzt sich schön auf den Stuhl, Kennst du noch jemanden, der dann auf die Schnür sitzt? Der sitzt auf dem Stuhl und dann steht der wieder auf, läuft nach vorne. Die machen viel von den Harmonix, wie heißen sie noch? Comedian Harmonists machen die auch einige Titel, haben so ein ganzes Album von denen gemacht. Das ist so der Stil dieser 20er Jahre, die er ja verkörpert, und das auch wirklich auf eine wirklich sehr authentische Weise. Und das ist auch sein Lebensstil.
Voll, das ist ja wirklich auch, wir sehen das auch schon an den Bildern hier, wenn du das mal anguckst, das ist in diesem ganzen 20er-Jahre-Design auch gemacht, in der ganzen Optik auch hier tatsächlich alles, auch die Körpersprache. Hey, als wilder Rockstar bewegst du dich auf der Bühne so, aber nee, in den 20ern ist man eher geschwebt dabei. Also es war eine ganz andere Art und das ist ja voll bei ihm drin, die Art zu singen, die Art sich zu bewegen, selbst die Art sich anzukleiden. Ich bin kein Modeexperte, aber das ist halt alles wirklich richtig 20er-Jahre-Retro. Und ja, einen Song habe ich die ganze Zeit im Kopf, aber ich weiß gar nicht, ob es von ihm ist oder ob er das auch gecovert hat, weil es ein Original aus den 20ern war. Aber wie war das mit dem kleinen grünen Kaktus steht draußen am Balkon. Holleri. War das auch Max Raabe? Holleri. Aber das Original ist aus den 20ern.
Ja genau, das Original ist aus den 20ern. Die haben das auch noch mal gecovert. Also mit anderen Worten, da haben die schon was. Aber die Live-Auftritte von denen sind wirklich sehr sehenswert. Man kann sie sich über YouTube mal ansehen. Da sieht man schon mal, das sieht doch schon klasse aus, wie die das schon performen. Und er ist halt der Mittelpunkt und er ist die Stimme alleine. Und ab und zu kommt mal die Violinistin nach vorne und spielt. Also die beiden machen dann zusammen irgendwie auch einen Track. Aber er ist dann sozusagen der Solo-Interpret, der vorne steht und halt eben auch das Ganze performt. Er macht mittlerweile eigene Sachen und sehr, sehr gut. Ein Anspieltipp, der wirklich, wirklich sehr, sehr gut ist. Rinder waren. Der Text ist, den der tat, der Rinder waren, wer weiß denn, wo die Rinder waren, bevor sie unseren Mündern nahen als Kotelett. Das ist sein Text. Also ich muss schon sagen, das ist sehr lustig, wie er das so verpackt.
Also verpackt er auch in so süße Vibes dann auch durchaus eine sozialkritische Botschaft, in dem Fall halt, wie wir mit Tieren umgehen.
Ja, ja, so ein bisschen ist da schon was dran. Aber wenn man das auch in typischen Falsett-Sound hört, ist schon sehr, sehr gut, wie er das macht. Also insofern unbedingt der Anspieltipp.
Sehr coole Idee, Max Raabe. Wirklich, hätte ich überhaupt nicht drauf gekommen. Aber das ist ja das Schöne. Wir sprechen über diese unglaubliche Vielfalt und gehört absolut hier rein in diese Reihe. Stark.
Ja, und ich glaube, wir machen mal weiter mit etwas—
Haben wir noch einen? Ah ja, Patti Smith. Das ist die große Patti Smith. Leider übrigens hier oben falsch geschrieben, möchte ich nur mal anmerken. Die wird mit i hinten geschrieben, so wie hier auch zu sehen. Patti Patti Smith. Was bei ihr so faszinierend ist, warum sie auch größer ist als jetzt nur ihre Musik, und die Musik ist auch schon ganz gut, jeder von euch kennt Because the Night, allerdings ist es ein Cover im Original von Bruce Springsteen, aber egal. Aber was sie noch bedeutender macht, ist diese Vorbildfunktion, die sie hatte. Und zwar war ihre Vorbildfunktion, keine Vorbilder zu haben. Das ist ja Patti Smith, Ich erkläre euch das. Patti Smith kommt aus New York und die ist so subkulturell groß geworden in dem Umfeld von dem CBGB. Das ist so eine legendäre Konzerthalle gewesen in New York, wo Ende der 70er so eine ganze Reihe von neuen Bands hochgekommen sind, die man im Nachhinein dem Punk und dem New Wave zuordnet. Die Ramones zum Beispiel, die Talking Heads. Das sind so typische CBGB-Bands und aus diesem Umfeld kam auch Patti Smith und diese Leute Musikalisch klingt das nicht unbedingt nach Punk so wie die Sex Pistols, aber hier geht's um die Einstellung. Hier geht's darum, do it yourself, und mal wieder wegkommen von diesem hohen Ross, auf dem ja diese 70er Rockstars waren, die dann viele Millionen Dollar machen und extrem aufwendige Produktion. Punk hat das Ganze wieder gegroundet, geerdet. Lass es uns wieder einfach machen. Und was Patti Smith halt auch so als mit einer der ersten auch gezeigt hat, ist: Hey, du kannst ein Rockstar sein, ohne dass du so aussehen musst wie ein Rockstar. Weil gerade für weibliche Sängerinnen Weil das ist oft so ein Thema, du wirst dann auch sehr auf die Optik reduziert. Das ist wichtig. Aber Patti Smith hat genau mit dem gebrochen. Ey, ich muss nicht rumlaufen wie ein Hollywoodmodel oder so was. Das ist egal. Ich meine auch hier, wie sie posiert, weißt du, Achselhaare unrasiert. In den 70ern, das siehst du sonst nicht so bei Popstars. Aber sie hat eben genau das gezeigt. Hey, sei einfach wie du bist. No Pop, No Style. Gib dich einfach natürlich. Das ist so vor allem die, würde ich sagen, das ist die wichtigste Legacy von Patti Smith, dass sie wirklich einer ganzen Generation von Sängerinnen und überhaupt auch jungen Frauen klargemacht hat: Du musst nicht irgendwelchen Rollenbildern entsprechen. Rock 'n' Roll ist auch einfach: Befreie dich selber, sei wie du bist. Und das ist die Legacy von Patti Smith. Großartig.
Weißt du, was man auch wirklich dazu sagen muss? Ich habe extra noch ein etwas neueres Bild genommen. Da sieht man, wie sie doch durchaus gealtert ist und die schert sich nicht drum. Sie bleibt sich treu, also so wie sie ist. Und ich meine, ich nehme ganz stark an, dass auch da noch mal gesanglich noch mal ordentlich was draufgekommen ist, also dass sie das auch perfektioniert hat, was ja grundsätzlich so ist. Also jeder hat so einen Stand seines Könnens. Das gilt gerade insbesondere fürs Singen. Das muss man immer wieder sagen. Die üben natürlich dann auch und die merken auch manchmal, so im Alter wird das mit den hohen Tönen schwierig. Dann fangen die an, noch Atemtechnik nachzuholen. Also es ist immer in Bewegung. Also das ist selten ein Stillstand, sondern die kommen immer weiter und perfektionieren sich in vielen Dingen. Weil wir hatten es ja in der letzten Folge, ging es ja schon darum, dass sie halt eben durchaus auch fit sein müssen, um auf der Bühne das auch hinzukriegen. Insofern Dann ist das mit Sicherheit auch bei ihr so, weil man sieht ja, wie viele Jahre dazwischen liegen und die ist bei allem immer dabei geblieben.
Das ist natürlich ein heißes Thema, was du da ansprichst, Axel, weil es ist ja für ganz viele von diesen großen Sängern und Sängerinnen: Ey, du wirst alt und im Laufe von Jahrzehnten kann es sein, dass du eine ganze Oktave verlierst. Gerade für die in den 70ern so Shouter waren, die dann so hochgehen. Ian Gillan zum Beispiel von Deep Purple, wo das extrem hochgeht. Das kann der dann nicht mehr später. Und da muss man gucken, wie man das macht. Und ich habe mal so eine Anekdote gehört zu Brian Johnson, der neue Sänger von AC/DC. Ich meine, ich sage immer noch der neue Sänger, obwohl er seit 1980 am Start ist. Aber ist egal, ist immer noch der Neue. Brian Johnson, das war vor ein paar Jahren, wo AC/DC, die es immer noch gibt, da haben die ein neues Album aufgenommen. Und da konnte Brian Johnson, der konnte nur am späten Abend singen oder war es der frühe Morgen? Ich weiß nicht, gab es so eine spezielle Tageszeit und nur dort zum Zeitfenster von 1, 2 Stunden war seine Stimme so.
Es kann auch sein, dass es früh morgens war.
War und die dann extra die Gesangsspuren für ihn zu einer ganz ungewöhnlichen Zeit aufnehmen mussten, weil nur dort seine Stimme dann so weit auf war. Kannst du das bestätigen als Produzent? Gibt's so was? Gibt's Sänger, die sagen: Hey du, ich habe nur um die Uhrzeit meine Prime, ich kann nicht morgens oder ich kann nicht abends oder wann auch immer. Kennst du das?
Es ist generell schwer. Also wer morgens schon gut singen kann oder sagen wir mal, was ist denn morgens? Zum Beispiel Udo Lindenberg, nicht ohne Grund hat er um 18 Uhr angefangen, weil er wahrscheinlich am späten mittags irgendwann aufgestanden und das war halt eben so für ihn. Dann war der richtig drauf, aber der musste auch erst mal warm werden. Also deine Stimme morgens ist immer belegt, da kannst du nichts gegen machen. Und die ersten Worte, die du sprichst, sind auch deutlich tiefer angelegt. Also völlig normal. Du hast recht, es dauert dann auch, bis man so weit ist. Da brauchst du deine Zeit einfach dafür, um dann entsprechend auch auf diese Performance zu kommen. Ist richtig.
Ja, ein Wort noch zu Patti Smith, bevor wir dann vielleicht noch eine reinschmeißen oder eine, was ihr halt auch diese Glaubwürdigkeit gab oder auch den Mut, eben mit diesen ganzen Konventionen zu brechen. Hey, ich tue the Patti Smith way. Das ist halt echt eine Vollblutkünstlerin. Die war in den 60er Jahren, als sie noch blutjung war, also blutjung, da war die so eine Amerikanerin, da war die schon über Jahre hinweg auf Reisen, also war viel in Europa, hat dort eben Straßenmusik gemacht, hat Straßentheater gemacht, was aus den 60ern kam, Spontantheater und Streetdance. Und die hat alles gemacht. Das ist wirklich eine Künstlerin durch und durch, die dann irgendwo ihren Weg dann reingefunden hat in die Popmusik. Aber dementsprechend, das ist eine Künstlerin, die bullshittet nicht, die zieht halt ihr Ding durch. Und selbst wenn der Produzent sagt oder die Leute von der Plattenfirma, hey, mit dem Cover spinnst du, das kannst du nicht machen. Nee, sie macht es so, wie sie es für richtig hält. Und das ist ihre Legacy, weißt du, so einfach vertrau dir selber, vertrau auf die Kunst und Du musst nicht beautiful sein, um irgendwie starke Musik zu machen.
Genau, das geht natürlich in Recht für ihn, finde ich stimmt.
Übrigens finde ich sie echt beautiful, muss ich auch dazu sagen. Ich finde auch die ältere Patti Smith so großartig, starke Frau einfach.
Ganz genau. Also ich würde ganz gern noch mal jetzt, ich kann noch was nachreichen, das passt so für mich in den Kontext einfach rein, nämlich zum Palast Orchester. Dazu müssen wir mal ein bisschen ins Studio, wir gucken mal rein, was so die tägliche Arbeit ist. Ist für mich als Produzent auch, gerade wenn es um Stimmen aufnehmen geht, auch das müsste man noch mal ein bisschen beleuchten. Also auch dort, er ist auch jemand, der morgens nicht gesungen hat. Also da mussten wir also mittags, so früher Nachmittag ging es frühestens los, auch weil die Stimme dann einfach für ihn auch da war. Gut, er hat ein bisschen Vorteil, wenn man es selber bei sich merkt, dann merkt man eigentlich auch, dass die höheren Lagen oder dieses Falsett-Singen, also dieses na na na, dass das also wesentlich leichter fällt als so ein wirklich wie so ein, wenn du drücken musst. Anderes Beispiel: Matthias Reim. Bei dem ist das so, wir haben die Sachen aufgenommen für ihn, die man jetzt so kennt, und dann sagt er: Wir müssen sie leider noch mal korrigieren für die Live-Auftritte. Da kommt er nachher nicht mehr hin. Das heißt also, am Anfang ist er noch da und du hast einfach die Schwierigkeit, dass du in diese Höhe reinkommst. Das ist die Geschichte, die wir da haben. Was richtig hochinteressant war, ist das Palast Orchester, was dann dahinter stand oder steht immer. Dazu hatten wir extra einen Aufnahmetermin außerhalb. Das konnten wir nicht in einem Normalfall machen. Wir mussten dann das Ganze im Babelsberger Studio machen. Das kennt man als Filmstudio.
Einfach wegen der Größe, damit du die alle unterbringst?
Ganz genau. Das sind erstmal das. Du kannst es nicht in jedem Studio machen. Die Räumlichkeiten müssen stimmen und diese ganzen Sachen, die halt das Ganze dämpfen, müssen stimmen. Dann haben die die Mikrofone an die einzelnen Instrumentik gemacht, viel Aufwand. Also du brauchst auch einen anderen Toningenieur. Mit dem Normalen geht das auch nicht, sondern du musst dann zusehen, dass du einen Spezialisten hast, der überhaupt diese ganzen— du musst auch die Noten lesen können, wann umgeblättert wird und so weiter. Das ist nicht so ohne. Also das macht normalerweise ein Tonmeister oder so was. Das sind speziell ausgebildete Leute, also zumindest von der klassischen Seite her. Und ich war dann dabei. Das habe ich ja noch nicht gemacht. Das ist ja für mich neu gewesen. Komme von der Popmusik, ist das ja nicht so wichtig. Also da kriegte ich das mit, wie das alles aufgenommen wurde, und dann nehme ich halt, also für mich war dann wichtig, ich nehme das Ganze mit in Form von digitalen Aufnahmen, nehme es mit ins Studio und hatte dann die Aufgabe, das zu mischen. Und dann war gut, dass ich dabei war, um zu sehen, wie das passiert, um dann auch diese einzelnen Tracks, die ich dann sozusagen untereinander ja sauber mischen musste, hat richtig Bock gebracht, weil wirklich eine gute Sache, hat mir Spaß gemacht. Ich habe dann noch Schlagzeug drunter gesetzt und Ähnliches gemacht, um sie halt ein bisschen moderner zu machen, aber sozusagen bisschen angereichert. Aber ansonsten kam das Palast Orchester schon zum Start. Das nur mal dazu, weil das doch eine ganz andere Arbeit für mich war und eine völlig neue Erfahrung, in so einem Studio zu sein, wo diese Aufnahmen noch live mit den Musikern gemacht worden ist. Der Max Raabe war gar nicht dabei. Warum sollte er auch? Ich meine, die hatten ja ihre Noten und das ging so völlig losgelöst, konnten die das machen. Man merkt es, die haben wirklich schon damals, das war 2003 oder 2004, also mit anderen Worten über 20 Jahre her, und da hatten die schon 10, 15 Jahre miteinander gearbeitet. Du merkst einfach, wenn das Profis sind. Das gilt natürlich auch für Max Raabe. Für mich auch mit der Aufnahme, die drücken nicht. Das ist keine Rockmusik, da presst keiner, sondern der nimmt es ganz zurück, der ist sehr leise eigentlich, wenn er so vor Mikrofonen und das Ganze sagt. Also er braucht braucht auch immer eine ordentliche Verstärkeranlage auf der Bühne. Das gehört auch mit dazu. Auch eine ganz andere Technik als die, die halt eben unsere lieben Rockmusiker haben, wie Ronnie James Little Dio oder sowas.
Der braucht gar keine PA, weißt du? Der könnte auch im Grunde genommen in so einer großen Halle ohne Mikrofon singen, weil der ist so laut, den hört jeder. Aber ja, es ist einfach unterschiedliches Style.
Ich kenne es von Scorpions ja auch, das ist ja auch genauso. Der schreit, wenn die ganzen Rockmucker, die oben richtig brüllen, und aber Das will auch gelernt sein, weil du singst dich sehr schnell ab mit der Stimme. Das darf man nicht vergessen.
Wie ist es denn? Ich glaube, so was Ähnliches habe ich dich schon mal gefragt, aber weißt du auch selber, weiß ich. Ich meine nicht, dass ich mich in diese Reihe packen will, aber ich habe auch viel gesungen in meinem Leben, auch durchaus Passanten, so Straßenmusiker. Aber ich war auch lange in Indien, habe so indische Musik gesungen und Lagerfeuer, full power. Aber was ich da einfach gemerkt habe, ist die Stimme, das ist nicht immer gleich. Also das kommt darauf an, dass dein Halschakra, ich hoffe, das wird euch jetzt nicht zu eso, aber das Halschakra, das muss aufgehen. Und wenn das zu ist, dann, also zumindest war das meine Erfahrung, dann kommt da nicht so viel raus. Ich komme dann auch nicht in gewisse Höhen und das ist für mich nicht immer jederzeit abrufbar. Das kommt auch darauf an, wie fühle ich mich? Fühle ich mich wohl oder fühle ich mich beklemmt? Hast du sowas im Studio auch erlebt, dass es Sänger gibt, die, sagen wir mal, einfach allein durch die Studiosituation, durch den Druck, durch vielleicht eine Angst, die sie haben, eine Versagensangst, dass sie da Probleme hatten und das nicht abrufen konnten? Weil ich denke mir das oft, wenn ich so Platten anhöre, oh, da sind so Weltklasse-Gesang Live-Performance von den Leuten, über die wir sprechen, weißt du, Freddie Mercury mal singen hören oder Etta James, haben die immer so gesungen? Konnten die das jederzeit? Oder musst du als Produzent auch irgendwie eben so ein Ambiente schaffen, wo die sich absolut wohlfühlen, wo alles wunderbar ist für die, damit dann der Künstler so richtig aufmachen kann und dann wir eben eine Leistung aufs Band bekommen, die halt Weltklasse ist, also die seine Peak-Performance ist?
Ja, also ich denke mal schon, aber es hält sich echt im Rahmen. Es ist nicht so, also daran merkst du den Amateur. Amateur und den Profi. Der Profi ist wirklich in der Lage, das zu bringen, zu nahezu jeder Zeit. Also gut, morgens nach dem Aufstehen ist schwierig, aber in der normalen Zeit, in der man performen müsste, also auf Bühne und so weiter, dann funktioniert das wirklich echt. Die haben das einfach drauf.
Deswegen sind sie Profis. Also wie so Schauspieler auch. Egal wie dein Tag ist, ob du gerade Bock hast auf die Arbeit oder nicht, aber wenn es losgeht, dann bist du Profi und dann bist du voll in dieser Rolle drin. Und wenn es raus ist, bist du raus. Ja, das ist wahrscheinlich, warum das diese Leute halt so Weltklasse macht. Und ja, Mensch Axel, die Zeit ist schon wieder rum.
So, es geht zack zack.
Wir hätten noch so viele auf der Liste stehen, aber das Schöne ist, das war noch lange nicht alles. Wir hören uns halt beim nächsten Mal, wenn wir über Sängerinnen und Sänger sprechen. Dann kommen vielleicht Leute, die ihr erwartet. Schreibt es ruhig in die Kommentare rein. Wir schauen in die Kommentare rein, wenn ihr Ideen habt oder auch Kritik, auch Anregungen, sagen: Hey, was wollt ihr mit Max Raabe? So, hey, Nena war viel besser. Schreibt's rein, denn das Schöne ist, wir haben viel Zeit, wir haben noch viel vor und diese Liste von großartigen Stimmen, die ist halt unendlich. Deswegen hey, danke sehr am Start, seid unterstützend, ihr auch unseren Kanal und hast du noch was zu sagen?
Nein?
Dann schmeißen wir uns raus. Danke fürs Einschalten, bis nächstes Mal, ciao.
Ciao.
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