Diese Plattencover vergisst man nie – Queen, King Crimson,Ideal & Jefferson Airplane | FRAX Music 19
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Zusammenfassung
In der 19. Folge von FRAX Music tauchen Axel Breitung und Frank Engelmayer tief in die faszinierende Welt der Plattencover ein. Sie nehmen die Hörer mit auf eine Zeitreise zu einigen der ikonischsten Albumcover der Musikgeschichte und beleuchten dabei nicht nur die künstlerische Gestaltung, sondern auch die Geschichten und Anekdoten hinter den Bildern.
Den Anfang macht das legendäre Queen-Album 'News of the World' aus dem Jahr 1977. Das Cover, gestaltet vom amerikanischen Science-Fiction-Künstler Frank Kelly Freas, ist ein Paradebeispiel dafür, wie Kunst und Popkultur verschmelzen können. Freas, der ursprünglich in den 1950er Jahren ein ähnliches Motiv für eine Sci-Fi-Zeitschrift entwarf, wurde von Queen kontaktiert, um das Bild für das Album zu adaptieren. Besonders spannend: Freas kannte Queen zunächst gar nicht und hörte das Album erst nach Fertigstellung des Covers – aus Angst, die Musik könnte ihn beim Malen beeinflussen. Das Ergebnis ist ein Cover, das bis heute durch seine düstere, fast dystopische Atmosphäre und die Darstellung der Bandmitglieder in den Händen eines riesigen Roboters fasziniert. Die Verwendung von Signalfarben wie Rot und die blutigen Details sorgen für einen echten Hingucker und spiegeln das damalige Bedürfnis nach Provokation in der Rockmusik wider.
Weiter geht es mit dem Debütalbum der Berliner Band Ideal aus dem Jahr 1980. Das Cover, gestaltet von Bettina Sewkow, steht sinnbildlich für den Aufbruch der Neuen Deutschen Welle (NDW). Die Platte erschien auf einem kleinen Label, nachdem die großen Plattenfirmen das Projekt abgelehnt hatten – ein Zeichen für die Experimentierfreude und den Mut zur Eigenständigkeit, der die NDW prägte. Das Gekritzel auf dem Cover, so diskutieren Axel und Frank, spiegelt den künstlerischen und gesellschaftlichen Umbruch jener Zeit wider. Auch die Frage, ob es zu diesem Cover ein animiertes Musikvideo gab, wird humorvoll diskutiert – ein Hinweis auf die Anfänge der Musikvideokultur in Deutschland, die erst mit Sendungen wie 'Formel 1' richtig Fahrt aufnahm.
Neben Queen und Ideal werfen die Hosts auch einen Blick auf das verstörende Cover von King Crimson und diskutieren, wie Schock und Provokation als Stilmittel eingesetzt wurden, um Aufmerksamkeit zu erregen. Sie geben zudem Einblicke in die Rolle von Produzenten und Künstlern bei der Covergestaltung und erzählen persönliche Anekdoten aus der eigenen Musiklaufbahn, etwa über die Aufnahme von Axel Breutings NDW-Single 'Der Hammer' im legendären Hansa-Studio Berlin – inklusive Begegnung mit Depeche Mode.
Die Folge bietet einen spannenden Mix aus Musikgeschichte, Popkultur und persönlichen Erinnerungen und macht deutlich, wie sehr Plattencover als visuelle Visitenkarten die Wahrnehmung von Musik geprägt haben.
Playlist zur Folge
Hintergrund & Kontext
Plattencover sind weit mehr als bloße Verpackung – sie sind ein zentrales Element der Musikgeschichte und ein Spiegel gesellschaftlicher Strömungen. In den 1970er und 1980er Jahren wurden Albumcover zu einem wichtigen Ausdrucksmittel für Künstler, Bands und Labels. Sie dienten nicht nur der Vermarktung, sondern transportierten Botschaften, provozierten und schufen Identität. Besonders im Rock und in der aufkommenden Neuen Deutschen Welle wurde das Cover zur Leinwand für künstlerische Experimente und gesellschaftliche Statements.
Der Einfluss von Science-Fiction und Pop-Art auf die Gestaltung von Plattencovern war enorm. Künstler wie Frank Kelly Freas oder H. R. Giger brachten visionäre, oft verstörende Bildwelten in die Musikszene und prägten das kollektive Gedächtnis ganzer Generationen. In einer Zeit, in der Musikvideos noch nicht etabliert waren, war das Plattencover oft der erste visuelle Kontakt mit einer Band oder einem Album. Gerade in der NDW, die sich durch Experimentierfreude und Nonkonformismus auszeichnete, wurden Cover zu einem wichtigen Teil der künstlerischen Selbstinszenierung.
Die Entwicklung der Musikindustrie, der Aufstieg kleiner Labels und die zunehmende Bedeutung von visueller Identität machten das Plattencover zu einem Kultobjekt – nicht nur für Sammler, sondern auch für die Popkultur insgesamt.
Häufige Fragen
Wer hat das berühmte Queen 'News of the World' Plattencover gestaltet?
Das ikonische Cover von 'News of the World' wurde vom amerikanischen Science-Fiction-Künstler Frank Kelly Freas entworfen. Er überarbeitete ein älteres Motiv aus den 1950ern speziell für Queen.
Warum ist das Ideal Debütalbum-Cover so besonders?
Das Cover des Ideal-Debütalbums wurde von Bettina Sewkow gestaltet und spiegelt den experimentellen Geist der frühen Neuen Deutschen Welle wider. Es entstand unabhängig von großen Plattenfirmen und wurde zum Symbol für den Aufbruch der Berliner Musikszene.
Welche Bedeutung hat das King Crimson Albumcover?
Das King Crimson Cover gilt als eines der verstörendsten und prägendsten der Rockgeschichte. Es steht für die künstlerische Freiheit und den Mut zur Provokation, der viele Plattencover der 70er und 80er Jahre auszeichnete.
Wie beeinflusste Science-Fiction Kunst die Gestaltung von Plattencovern?
Science-Fiction Künstler wie Frank Kelly Freas prägten mit ihren visionären Motiven das visuelle Erscheinungsbild vieler Rock- und Pop-Alben. Sie verbanden Musik mit futuristischen und gesellschaftskritischen Themen.
Gab es in den 1980ern schon Musikvideos zu NDW-Plattencovern?
Anfang der 1980er waren Musikvideos in Deutschland noch selten, da es weder MTV noch große Plattformen gab. Erst mit Sendungen wie 'Formel 1' wurden Musikvideos populärer.
Gesprächs-Transkript
Hey, liebe Musikfreunde, schön, dass ihr am Start seid bei einer weiteren Ausgabe von FRAX Music. Heute zum Thema Coverart, Plattencovers, unter anderem mit Queen, mit Ideal und mit Jefferson Airplane und dem verstörenden Cover von King Crimson. Bleibt dran, schaut euch die Sendung komplett an und jetzt geht's los.
So, in dieser Folge sind wir wieder zurück mit einigen interessanten Plattencovern, und mit einem ganz großen Namen machen wir gleich den Anfang, mit Queen.
Oh ja, Queen News of the World von 1977, arguably eins der besten Alben von Queen überhaupt. Aber wir reden ja heute vor allem über die Covers, und das ist natürlich auch richtig großartig. Auch hier ist eben Kunst und Popkultur kommen zusammen. Denn der Typ, der dieses Cover gestaltet hat, das ist ein amerikanischer Science-Fiction-Künstler. Ja, das gibt es wirklich, so nennt er sich, so ist eben sein Genre. Der heißt Frank Kelly Freas und der Typ hat eben Science-Fiction-Kunst gemacht, aber schon bevor diese Platte rausgekommen ist, schon in den 50er und 60er Jahren, so für alle möglichen Sachen. Der hat Filmplakate gemacht oder Covers für Science-Fiction-Stories, nicht nur Bücher, sondern auch so Hefte oder so was. Und tatsächlich für diese Vorlage, da gibt es ein Originalkunstwerk von diesem Freas, was er in den 50er Jahren gemacht hat als ein Titelbild für eine Science-Fiction-Zeitschrift, was es nicht alles gab. Und da hat er dieses Bild hier gemacht und hat es dann extra für die Queen-Platte umgemalt, weil offensichtlich hier sind ja die Queen-Bandmitglieder drauf, die hier von diesen komischen ja, Roboterwesen irgendwie in der Hand gehalten werden. Das ist auch dieses Thema, so was typisch auch in Science-Fiction ist: Was ist, wenn die KI, wenn der Roboter so selbstständig auf einmal sein Leben entwickelt, seinen eigenen Willen hat und nicht mehr kontrollierbar ist und so? Das ist ein ganz großes Thema in Science-Fiction, und das ist eben hier gemacht. Im Original waren das eben andere Leute in den 50ern, und da hat der Künstler, der hat das extra umgemalt für Queen. Queen, wie auch immer, sind die da drauf aufmerksam geworden, haben den kontaktiert, amerikanische Künstler, haben gesagt: Hey, kannst du das für uns machen? Und der: Ja, klar, okay, ich mal das extra noch mal neu und dann ein Remake. Witzigerweise, der Künstler dieser Freas, der Queen anrufen will, Queen wer? Der kannte die gar nicht. Der hat von denen noch nie irgendwas gehört. Und tatsächlich hat er gesagt, er hat sich von Queen nichts angehört, weil er hatte die Sorge gehabt, dass er dann anfängt, Queen zu hassen. Er ist so klassische Musik, war so sein Ding, und da irgendwelche komischen Rocker aus England. Er wollte es gar nicht anhören, weil er dann so viel Hate hatte, dass er dann die Kunst nicht richtig macht. Das heißt, er hat zuerst das Plattencover fertig gemacht, hat danach 28 Mal die Platte angehört. Queen, was machen die eigentlich? Und am Ende fand er es auch ganz gut.
Eigentlich ein Wunder. Mich überrascht das, denn eigentlich Queen steht ja nicht unbedingt für so eine Art von Musik. Also weil es ist ja doch irgendwie sehr mechanisch, sehr distanziert von der künstlerischen Seite her. Mich überraschte das ein bisschen, dass das ein Queen-Cover ist, weil auch da, wir hatten es ja schon, dass du dann nicht den Standard hast, der was weiß ich und Freddie Mercury in einer bestimmten Stellung oder so was. Das wäre schon gut gewesen. Aber klar, die sagen sich irgendwann, auch mal, wir müssen einfach auch mal einen anderen Look haben, wir müssen einfach auch mal ganz andere Wege gehen. Und dann ist ihm das vielleicht doch deshalb in den Sinn gekommen. Oder gibt es vielleicht sogar einen anderen Grund?
Das, boah, kann ich dir jetzt gar nicht sagen.
Ja, ja, also wir sollten zumindest noch eins erwähnen, nämlich das Blut an den Fingern.
Wie, wieso das Blut? Ja, das sieht ziemlich übel aus. Ich meine, hier ist eine große Wunde an der Brust und hier ist das Blut. Das heißt, er hat bisschen gepoked. Auch das war im Originalbild schon drauf. Ja, also ist eigentlich schon ziemlich schockierend. Aber wir hatten ja schon einige schockierende Plattencover hier besprochen, und das war auch Teil des Business, weißt du, irgendein Hingucker. Irgendwie schocken ist es Rockmusik am Ende.
Und man sieht ja noch hier, das Rot ist ja nicht nur an den Bestellen, wir haben es ja hier oben auch noch mal, ne?
Ja, ja, sagst du, so Signalfarben, so Warnungen.
Ja, und wenn wir schon bei Rot sind, dann ist unser nächstes Cover natürlich ideal geeignet.
Was für eine Brücke, Axel!
Also ja, Ideal, da sind wir jetzt im Jahr 1980 und 1980 war das halt eben so, dass wir die Band Ideal, die ist auch schon, soweit ich weiß, das ist ihr Erstdingsalbum.
Das ist fürs Debütalbum, ja. Berlin ist da drauf, Blaue Augen, also überhaupt so ein Knaller hier von Ideal.
Genau, Blaue Augen war ja eigentlich ihr wichtigster Titel erstmal, um das Ganze anzuschieben, und deshalb also hier Ideal. Vielleicht müssen wir noch mal erwähnen, dass das hier nicht bei einer großen Plattenfirma rausgekommen ist, sondern in einem sehr kleinen Laden, der das dann sozusagen rausgebracht hat. Die Industrie hat damals gedacht, was ist das? Das klingt ja nicht so, wie wir es gerne hätten. Oder sagen wir mal, wie sie es gewohnt waren, so in die Richtung zu denken. Sondern die waren sehr experimentierfreudig eigentlich schon, muss man sagen. Viel gab es da nicht in der Richtung. Gerade auch die Frauen, die dann auch mit textlichen Inhalten kamen, die Neuen, das war schon was Neues. Und ich meine, ich gehe auch davon aus, dass nicht ganz umsonst auch hier, dass sich sozusagen hier in dem Gekritzel widerspiegelt. Da hat man sich doch was bei gedacht.
Ja, das Gekritzel übrigens ist von Bettina Sewkow, damit der Name auch mal erwähnt wird. Grüße! Die hat dieses Cover gestaltet. Jan, du hast völlig recht. Aber 1980, da war NDW noch nicht das große Ding. Und wie du erzählt hast, die Plattenindustrie, die hat dem gar nicht zugetraut. Die haben es gehört und gesagt, hey komm, was ist das für Mucke? Irgendwelche Spinner aus Berlin? Nee, das machen wir nicht. Und die haben alle Labels abgelehnt. Und es war dann tatsächlich dann das Label von dem Musiker Klaus Schulze. Kennt ihr Klaus Schulze noch? Berliner Musiker, Krautrocker aus den 70ern. Der war irgendwann mal Mitglied bei Tangerine Dream und da hat er auch solo ganz viel gemacht. Klaus Schulze, so Elektro-Wizard, weißt du, auch so voll so ein Nerd. Um sich rum nur Technik und Elektrosounds. Und der hatte halt auch so ein kleines, wirklich kleines, fast schon obskures Plattencover. Und der war der Einzige, der die verlegt hat, weil der halt auch Berliner ist und er hat diese Connection gesehen. Das Album ist aber dann richtig erfolgreich gewesen. Möglicherweise eins von den Alben, die überhaupt dieses NDW-Ding mal voll angeschoben haben. So ein genreprägendes Album. Und war wirklich ein Geniestreich. Zu dem Cover, ich wollte dich noch fragen, so in meiner Erinnerung, oder da täusche ich mich, da habe ich das nur in meinem Kopf drin, aber 1980, da ging es doch auch schon langsam los mit Videos. Und gab es nicht von diesem Cover auch ein Video, also in diesem Style dann auch als Video, dann bewegte, animierte Bilder? Oder habe ich das nur in meinem Kopf so? Ich bin mir nicht sicher.
Könnte sein, dass es nachträglich geworden ist, also weil ich kann mir nicht vorstellen, also rein technisch gesehen ist das damals nicht so einfach gewesen. Es gab da so eine, gut, dass du es erwähnst, Stop-Animation wäre eine Möglichkeit gewesen. Stop-Animation, wer es nicht weiß, das ist so, dass man einzelne Fotos nimmt und das Ganze als Fotos immer wieder aneinander packt. Bekannteste ist nicht Peter Gabriel, wo man ihn vorne drauf sieht?
Sledgehammer ist das ja, genau. Und das ist aus der ähnlichen Zeit. Das ist so wirklich diese Pionierzeit von Videos, wo das überhaupt erst losging. Das ist auch um 1980 rum, Sledgehammer oder so was. Frühe 80er, auf jeden Fall frühe Videozeit.
Genau, richtig.
Aber tatsächlich, vielleicht will ich es mal— schreibt es in die Kommentare, wenn ihr das wisst. Ich habe das gerade so im Kopf, so als ob ich von Ideal so ein Video gesehen hätte. Aber andererseits spricht eigentlich vieles dagegen, weil wir haben gesagt, dieses Album, das war am Anfang, keinen hat das interessiert. Das war auf einem ganz kleinen Label. Da wird wohl nicht das Geld da gewesen sein, um ein aufwendiges Video zu produzieren.
Und wir müssen uns Folgendes vorstellen: Wo wollten wir das denn abspielen?
1980 gab es MTV noch nicht.
Gab es MTV noch nicht. Also das ist das Problem. Und selbst das deutsche MTV kam ja noch wesentlich später. Wir müssen also immer sehen, dass das eine Schwierigkeit ist. Also gut, Formel 1 war dann die erste, die richtig reingeknallt hat, die erste größere Fernsehshow. Das kam aber auch erst, war das '83, '84, glaube ich, war so rum. Also vorher war es auch noch nicht. Also da war noch nichts, wo man es hätte für produzieren können.
Ja, das stimmt.
Also das heißt, die Plattenindustrie war natürlich massiv daran interessiert, dass halt eben Videos überhaupt dann irgendwo gespielt werden können, sonst kannst du die ja gar nicht unterbringen.
Ja, tatsächlich. Ich befürchte, ich habe da einen kleinen Mandela-Effekt im Kopf. So, also, aber das werden wir aufklären. Aber hey, wo wir gerade dabei sind, so wo du die Plattenindustrie angesprochen hast, hast du denn als Produzent selber auch mal mitgewirkt bei der Gestaltung von Covers oder bei der Auswahl von Covers? War dir das irgendwie wichtig? War da, wo du gearbeitet hast, ist es Teil von deiner Arbeit gewesen, sich mit Covers zu beschäftigen? Hast du nur die Musik im Blick gehabt?
Als Produzent in der Rolle nicht, da habe ich mit Plattencovern nichts zu tun, grundsätzlich nicht. Ja, also die sind ja auch froh, wenn sie einen weniger haben, den sie befragen müssen.
Weißt du, einer weniger, der mitredet.
Ja, ja, so ein bisschen in die Richtung geht's. Es war übrigens nur unwesentlich später, dass ich tatsächlich mal in diese Rolle kam, und zwar weil ich als Interpret unterwegs war. Also meine allererste Single, die also auf einem größeren Label rauskam, das war in der Neuen Deutsche Welle Zeit. Yeah! Man sieht mich da, also wer mich erkennt, gut, vielleicht der ein oder andere. Axel B. habe ich mich genannt, weil Hubert K. und dann Axel B., passt schon. Und der Titel hieß Der Hammer. Mit dem Hammer in der Hand nageln wir durchs ganze Land.
Wow, starke Lyrics! Muss ich gleich notieren, wenn wir irgendwann über Texte sprechen hier, dann werde ich dir das wieder vorsetzen.
Genau. Und ja, das war ein bisschen die Überlegung, um die Leute so ein bisschen aufgrund des Covers in eine etwas andere Richtung zu führen, als man vielleicht sonst bei der Musik und bei dem Text sonst vielleicht sehen könnte. Hat sich dann der eigentliche Produzent, also damals war ich noch kein Produzent, sondern ich war dann derjenige, den man sozusagen als Künstler eingekauft hat. Und es war auch eine einmalige Gelegenheit. Ich muss dazu sagen, Der Hammer ist jetzt nur eins von den Werken. Ich habe ja auch andere Sachen gemacht. Hör doch endlich auf zu quatschen, hieß ein Titel, wo ich dann doch sogar leicht politisch wurde und da sagte man zu, wenn ihr, Schmidt erzählt gerade diesen Kurs und ich denke nur, hör endlich auf zu quatschen. Also das war halt eben auch der Punkt, der mich auch interessiert hat. Dann kam die Neue Deutsche Welle und das war für mich eine gute Gelegenheit, dann auch einfach auch viel mit auszuprobieren. Und da kam das eben bei raus, zum Beispiel Hör doch endlich auf zu quatschen, auch andere Sachen, wo ich mit Zitaten gearbeitet habe. Tolle Zeit, hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht. Du weißt auch, was anders ist. Der weitaus kommerziellste Titel war Der Hammer, weil er auch sehr, sehr eingängig ist und halt man hört das Hämmern übrigens auch auf der Aufnahme. Also wer mal auf YouTube gucken will und was hat der denn um Gottes Willen sich verzapft? Also auf Spotify gibt es das nicht. Es gibt es nur halt eben irgendwo auf YouTube. Dann hört man den Hammer halt eben.
Wäre es so, dass ihr echtes Hammerschlagen im Studio aufgenommen habt oder auf einer Baustelle, dass du so ein Zimmermann mit Mikro hast und das mal ein bisschen aufgenommen?
Genau. Tatsächlich so, das war tatsächlich so. Wir haben es wirklich gemacht, weil es war, damit das auch gleich so eine Authentizität kriegt. Und dann haben wir es also in Beat gepackt. Das habe ich gleich mit ins Studio gebracht, weil das muss man jetzt nicht im Studio machen. Aufgenommen übrigens ist im weltbekannten Hansa-Studio.
Oh, Hansa-Studio Berlin, wo Bowie gearbeitet hat und so.
Und das Schöne war, also ich hatte den Termin, komme da ins Studio rein und denke, die kennst du doch, die da gerade vorbeilaufen. Depeche Mode. Oh ja, Depeche Mode. Und zwar weißt du warum? Weil die Master and Servant, das Album, wurde da aufgenommen. Und der Hammer war, die hatten was ganz Neues gemacht, was soundmäßig wirklich ein ganz großes Experiment war. Die haben ihre, unten da im Foyer, die haben in der großen Halle, also war eine richtig normale Auftrittshalle, wenn du so willst, da haben wir die Musik reingeschickt, über die PA geschickt, sodass das richtig laut war. Und das haben sie mit Mikrofonen dazu aufgenommen, so als würdest du das jetzt im Konzert hören, und dann der Originalaufnahme zugemischt. Dadurch gab es einen ganz eigenen Sound. Und die waren gerade am Rausräumen. Also ihre Crew, und die liefen auch vorbei.
Du bist erstmal Star, weil zu dem Zeitpunkt Master Servant, da waren Depeche Mode schon keine Unbekannten mehr. Absolut. Richtig groß.
Ich war noch Fan von denen, also insofern, das passte mir natürlich. Und dann dachte ich, ausgerechnet, ja, jetzt muss ich jetzt in dem Studio singen, so nach dem Motto. Und dann dachte ich auch so, also mir ist es nicht leicht gefallen.
Aber Hansa Studios, das ist ja wirklich auch so ein legendärer Ort. Und vielleicht, Axel, werden wir auch irgendwann mal eine Sendung machen, wo wir über so legendäre Studios sprechen. Aber ja, Hansa Studios, auf jeden Fall dabei, weil das ist ja ein historischer Bau direkt in Berlin an der Grenze gelegen. Das heißt, du hast zum Fenster geschaut, da war die Mauer. Dort ist auch von David Bowie so dieser berühmte Song Heroes entstanden, wo er genau das singt, so wir küssen an der Mauer und so weiter. Hansa-Studio ist legendäres Studio, weil es auch so groß ist wie eben ein historischer Bau. Das hat dann auch so große, fast schon hallenartige Räume, wo du natürlich ganz anders auch experimentieren kannst. Das hat der Bowie auch schon gemacht, da bei den Hero Sessions dann das Mikrofon mal 5 Meter weg.
Wie klingt es dann und so weiter?
Da bietet halt das Studio auch die Möglichkeit, solche Experimente zu machen.
Das Ding war eigentlich ganz anders aufgenommen worden. Das war oben im Dachstudio. Mehr brauchte ich auch nicht. Es war ganz egal. Es war übrigens handgespielt alles.
Handgehämmert sozusagen.
Handgehämmert ja schon, aber das gespielt. Also wir müssen immer ganz klar sagen, das war August '82, kam die raus. Das heißt, Anfang '82 wurde sie aufgenommen. Da war noch nichts mit Drumcomputern und so weiter, bis auf diese Billignummer, die wir ja alle kannten von TRIO. Das darf man nicht ganz vergessen.
Die allerersten Drum Machines, ja, das Spannendste.
Übrigens, das haben die Japaner genannt früher. Ja, dieses Tick-Tock, Tick-Tock, Tick-Tock, ne, kennt man, was man so kennt, ne, um das Schlagzeug nachahmen sollte. Das nannten die Japaner. Ach so? Ja, weil das war halt aus Japan, diese Geräte, ja. Also die haben sie dort hergestellt. China gab es in dem Sinne noch nicht auf der Ebene, aber dann hat man das so gemacht. Also insofern passt das natürlich ganz gut. Aber wir wollten richtigen Sound haben, also richtigen Bass haben und jemand, der es gespielt hatte. Du warst schon live sozusagen da aufgenommen worden.
Also es ist wirklich faszinierend, Axel. Man entdeckt immer wieder neue Facetten bei dir. Man kann sozusagen behaupten, du bist ein NDW-Artist, ein NDW-Künstler gewesen.
Ja, wenn ich auch nicht zu den Erfolgreichsten gezählt habe.
Egal, aber vielleicht ein Musicians-Musician. Weißt du, andere haben dich gehört und denken, boah, das ist ja heißer Scheiß, sowas machen wir auch.
Genau.
Das ist ja der Hammer, ey. Axel ist NDW-Spezialist.
Sehr schön. Also ja, wir haben auch noch weitere Schmuckstücke gefunden, und zwar ein Plattencover, was eine spezielle Geschichte hat.
Ein kleines Schatzkästchen. Das ist hier Long John Silver, so heißt das Album von der Band, hier überall zu sehen, Jefferson Airplane. Jefferson Airplane, eine von den klassischen Hippie-Bands San Francisco, 60er Jahre, Sommer der Liebe, Grace Slick. Die Sängerin, man nannte sie die Acid Queen und so. Das ist wirklich wahrscheinlich die bekannteste San Francisco Hippie-Counterculture-Band überhaupt, Jefferson Airplane. Sehr erfolgreich auch. Einige Alben gehabt, die richtig große Hits gemacht haben. Spannende Bandgeschichte auch, aber die erzählen wir euch vielleicht an anderer Stelle. Hier geht es um Long John Silver.
Du kannst aber zumindest mal nennen, welche großen Titel Jefferson Airplane gemacht hat.
Ja, am bekanntesten ist natürlich ihr Album Surrealistic Pillow. Da sind dann so Sachen drauf wie White Rabbit, Somebody to Love und so. Das sind wirklich Klassiker. Größer als die Band. Das ist so die typische Hippie-Musik, wenn man so dran denkt, so ein bisschen LSD-geschwängert. Und so war das halt 1967 in San Francisco. Die Sängerin Grace Slick, man nannte sie auch die Acid Queen, und der hat es aber scheinbar auch nicht geschadet, weil die hat noch wirklich jahrzehntelang Karriere gemacht, auch dann irgendwann dann komplett auch im Mainstream wieder angekommen. Aber Jefferson Airplane, das war eine Hippie-Band. Das ist, was man klar sagen muss. Und bei diesem Album von Long John Silver, da gibt es wieder ein Feature. Wenn du so diese Originalplatte gekauft hast in den ersten Auflagen, dann konnte man dort auch etwas basteln. Und ich habe die Platte selber noch nie in der Hand gehabt, deswegen kann ich es nicht ganz erklären. Aber du konntest sozusagen, da waren Elemente, wenn du die aufgebaut hast, dann hast du so ein Humidor erstellen können. Also so eine Attrappe von einem Humidor, also so eine Zigarenschachtel. Und Long John Silver ist ja auch eine Zigarrenmarke. Und wenn du dann diesen Humidor, den konntest du sozusagen aufbauen und der hat dann einen Deckel. Und wenn du den dann aufklappst, wo dann eigentlich die Long John Silver hier schön, die Zigarren halt drin liegen sollen, wenn du den aufgeklappt hast, dann ist halt dann das Bild zum Vorschein gekommen. Und ich weiß nicht, ob ihr es gut sehen könnt, aber das ist halt hier Cannabis, das ist Weed. Das sind halt Hippies aus Kalifornien und frei nach Bon Scott von AC/DC, der hat irgendwann mal gesungen: You're smoking pot, they smoke cigars. Also wir als Künstler, Musiker, wir rauchen Pot, aber die Manager, Manager im Music Business, die rauchen Zigarren. Und ich meine, genau mit dem Thema haben die ja auch gespielt. Wir sind Hippies, haben sie sich gedacht, wir haben dann das Weed drin. Absolutes Kultalbum, so wenn du es aufklappst.
Aber es gibt auch noch offensichtlich dieses noch mal als Special Edition sozusagen. Das ist halt eben ganz normal in einem Cover steckt als farbige Vinylplatte. Die gab es auch, das muss man dazu sagen, die kam auch erst relativ spät, weil weitestgehend kennt man ja schwarz, schwarze Schallplatte, logisch. Aber die farbigen, die habe ich aber auch schon aufgelegt, als Maxi-CDs kamen die ersten. Auf jeden Fall.
Da kann ich auch, Anfang der 80er gab es die schon, aber es ist eine super Frage, Axel. Die müssten wir auch erst mal recherchieren. Jetzt so aus dem Kopf heraus, wann gab es das erste farbige Vinyl? In den 80ern waren die schon angesagt, Anfang der 80er. Aber ich schätze mal, das wird es bestimmt schon in den 70ern gegeben haben. Ich würde mal sagen, irgendwelche Prog-Bands oder so was haben es vielleicht als Erstes gemacht, aber ich weiß es nicht.
Also was groß war, das kann ich sicher sagen, als diese Maxi-Single eingeführt worden ist, da haben sie die massiv gehabt. Ich war ja als DJ unterwegs, hier Boney M und so weiter. Schön brav auf irgendwelchen farbigen Maxis und so, weil das natürlich auch gleich ein großes Feature, dann kommst du ganz anders in die Presse und die Leute auch, was mit der Farbe? Und na gut, aber hat sich natürlich relativ schnell überlebt und du kennst das, dann ist es erst mal wieder vorbei.
Aber es war halt damals, weißt du, Anfang 80er wahrscheinlich auch die goldene Zeit von den DJs, Plattenauflegern der alten Schule. Da gab es ja wirklich die Diskothek, ähnlich wie eine Bibliothek. Da hast du als DJ, wenn du da gearbeitet hast, jeder Club, gute Clubs reden wir, die hatten ihre eigene Plattensammlung und das ist natürlich dann schon als DJ, wenn dann auf einmal so ein In den 80ern war es auch so Neonfarben, so typisch 80er. Ey, weißt du, was du allein haptisch gemacht hast? DJ, wo ist denn diese Platte? Im Schwarzlicht hält sie hoch zur Crowd und zack, auflegt.
Das war schon cool.
Ja, das hat dann den DJs auch gefallen. So buntes Vinyl. Wow. Aber in der Tat, das war dann halt ein paar Jahre mal so ein Hype. Wobei, gibt es heute immer noch. Es gibt auch heute immer noch Neuauflagen von Vinyl für gewisse kunstvolle Alben, auch in der Rockmusik. Und gibt es immer wieder Sondereditionen, auch besonders Vinyl, besonders Muster drauf. Kann man nichts machen.
Aber ich meine, es ist eine hervorragende Promotion-Idee, so etwas zu machen. Und wir haben uns das jetzt auch vorgenommen, nicht nur jetzt hier für diese eine Geschichte zu machen, sondern wir werden immer wieder Sachen vorstellen, die außergewöhnlich sind. Ich kann mich noch gut erinnern, ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was das war jetzt genau. Du hast ein Cover gekriegt, du klapptest das auf und plötzlich stand dann sozusagen durch das Aufklappmoment, entwickelte sich sozusagen eine Art Szenerie.
Wie bei so Kinderbüchern, die wir früher hatten.
Ja, das gab es auch, aber das hat man auch bei der Platte natürlich auch noch mal gemacht. Und du klapptest das auf, und dann hattest du da und da jeweils eine. Das muss man auch dazu sagen. Und dann haben die natürlich ganz gerne so dazwischen den Raum noch mal genutzt, ne?
Ja, das ist, warum wir diese, diese Rubrik auch so gerne lieben, über Plattencovers. Da kann man so viel sprechen, da gibt's so viel Kreativität, so eine besondere Nischenkunstform auch, wo man sich kreativ ausdrücken kann, wo man zum einen noch mal die Promotion von der Platte anschieben kann, den Kunden einfach neugierig machen, aber wo es auch eben noch mal ein weiteres Medium ist, um sich kreativ auszudrücken. Und hey, am Ende ist das, über was wir reden, wir reden über Kunst, wir reden über Menschen, die irgendwas ausdrücken wollen. Und die Platte ist einfach eine schöne Spielwiese, wird millionenfach gepresst, und du kannst als Künstler, selbst wenn du kein Musiker bist, ist das ein attraktives Medium, mit dem man arbeiten kann.
Und das dürfen wir nie vergessen, gut verschenken kannst. Das war ein Riesenargument.
So ist es. Witzig, dass du sagst, weißt du, weil es war tatsächlich erst letztes Wochenende, hat der Freund von meiner Tochter seinen 18. Geburtstag gefeiert, und meine Frau und ich überlegt, na ja, sollte man ihm eigentlich auch was schenken? Und was schenkst du so einem jungen Mann mit 18? Habe ich wirklich, das war erst vor letztes Wochenende, habe ich erst zu meiner Frau gesagt, siehst du, das ist das Problem, bevor Früher hätte ich sofort gewusst, einem 18-Jährigen, dem schenke ich eine gute Platte, so, und der wäre immer ein gutes Geschenk. Aber heute, weißt du, mit der Platte kann der gar nichts anfangen, und selbst eine CD ist für die Kids heute, was ist das, weil wenn die Musik hören wollen, machen die es über Streaming.
Ja klar, natürlich, aber den Geschenkfaktor dürfen wir nicht vergessen. Deshalb war auch ganz klar, wenn es dann auf Weihnachten zuging, also die Musikbranche muss man sich so vorstellen, die haben in den letzten 3 Monaten den gleichen Umsatz gemacht wie den Rest des Jahres. Das heißt also, wirklich das Dreifache von dem Vorherigen. Das lag einfach auch daran, dann kam auch der Herbst, man zog sich ein bisschen mehr ins Haus zurück, das war auch noch ein Grund. Also, und das hat sich nicht geändert. Die großen Acts, die es gibt, die sehen immer zu, dass sie ins Herbstgeschäft kommen, weil dann verkaufen sie immer ein bisschen mehr. Das ist immer die Sache, und deshalb drücken auch die Plattenindustrie immer so, dann dass sie das, wenn, da gucken die Anfang des Jahres schon genau hin zu ihren großen Künstlern, wie weit seid ihr mit eurem nächsten Werk, ja. Also auch das, es hat sich etabliert, Das hat auch zur Folge eben, dass sie halt eben zu Weihnachten, das wurde geschenkt. Unter wie vielen Weihnachtsbäumen hatten wir denn ein solches Präsent? Nicht unerheblich, ne?
Na ja, bei Platten war es so, ich meine, man konnte es natürlich seinen Eltern nicht überlassen, die Auswahl der Platte zu treffen. Das geht natürlich nicht. Das musste man dann schon vorher selber klar machen, weil sonst endet man dann doch wieder mit den Wildecker Herzbuben und so. Na ja, lieber nicht.
Aber meinen Brüdern zum Beispiel habe ich Deep Purple geschenkt.
Also, und das unter Brüdern, unter Freunden und so. Und tatsächlich, jetzt wo ich so drüber nachdenke, weißt du was, nächstes Mal, wenn der Freund von meiner Tochter 18. Geburtstag feiert, was vielleicht nicht mehr so oft sein wird, das nächste Mal schenke ich ihm eine Platte. Und selbst wenn er keinen Plattenspieler hat, vielleicht noch eine Tüte Kartoffelchips mit dazu. Hier, kannst du anhören, es muss mit den Chips irgendwie drüber gehen, passt schon.
Ach so, genau, damit er das drauf hat. Sehr gut. Ja, also wie gesagt, wir kümmern uns aber jetzt weiter auch um die künstlerische Seite. Da haben wir nämlich einen ziemlich, sagen wir mal, extremes Beispiel. King Crimson ist das. Die Mucke habe ich auch reichlich gehört. Also King Crimson gehört da auch zu denen. Es ist schon ein bisschen angsteinflößend, dieses Cover, finde ich irgendwie. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber schon extrem.
Das ist auch so. Und auch in der Größe. So ist das Format. Hey, wenn du damals— du erwartest noch was aus den 60ern. Das ist das Debütalbum von King Crimson von 1969. Und damals war das schockierend. Besser haben noch die Beatles gespielt. Und plötzlich kriegst du dann so was. Hey, was ist das? Und die Plattenfirma war natürlich auch voll dagegen. Ey, das verschreckt doch nur die Leute. Aber King Crimson, das war ja die Band von dem großen Robert Fripp, und die hatten von Anfang an eben auch einen sehr hohen künstlerischen Anspruch. Und die haben gesagt, ist mir total egal, ob das irgendjemand verschreckt, wir machen Kunst. Und King Crimson, kurioserweise hatten die ein Mitglied in der Band, allein das zeigt schon, wie damals Bands auch gedacht haben, die hatten ein vollwertiges Mitglied in der Band, der gar kein Musiker war, der weder ein Instrument gespielt hat, der auch nicht gesungen hat, der auch keine Songs geschrieben hat. Lyrics schon, ne. Das war Peter Sinfield, und dem seine Hauptaufgabe war, ja, ein bisschen Texte schreiben. Und der war ein Spiritueller, der war dafür verantwortlich, dass es immer die richtige spirituelle Vibe gab um die Band. Das ist kein Scheiß, Peter Sinfield. Und der hatte wiederum eben Connections gehabt mit Covers, in welche Richtung gehen wir. Und das Cover wurde dann schlussendlich gestaltet von einem gewissen Barry Godber, und das war ein Freund von diesem Peter Sinfield. Und der war eigentlich gar kein Künstler, der Programmierer. Eigentlich auch interessant, dass es damals schon sowas gab, 1979, Computerprogrammierer. Und der hat dieses Bild gemalt. Und das finde ich eigentlich schon krass. Jemand, der also gar kein Künstler ist, macht dann so ein Werk. Und da ist ja nicht nur das, sondern es ist auch dann die Rückseite von der Platte, die ist so ein bisschen ein freundlicheres Gesicht. Und das ist halt der Schizoid Man. Der bedeutendste Song auf der Platte heißt 21st Century Schizoid Man. Also dieser schizophrene moderne Mensch. Das ist ja, was die darstellen wollten. Was wollten die in der Musik gemacht haben. Und das ist sozusagen der Schizoid Man. Wenn du die Platte umdrehst, dann ist da auch so gemalt, da machst du so ein bisschen freundlicheres Gesicht, so wie so ein Mann im Mond. Das ist dann der Crimson King, so haben sie das genannt. Und dieser Typ, dieser Barry Godber, der offensichtlich brutal talentiert ist, ich meine, das ist das einzige Bild, was der je in seinem Leben gemalt hat, außer vielleicht in der Schule im Kunstunterricht oder so. Aber es ist das einzige Bild. Der hat dieses Bild gemalt und ist dann, glaube ich, wenige Wochen nach der Plattenveröffentlichung auch gestorben. Ich weiß gar nicht warum. So ist das sozusagen absolutes Unikat. Das ist das einzige Kunstwerk von dem Künstler, was es gibt. Und Robert Fripp hat es, glaube ich, heute noch irgendwo zu Hause hängen, das Original.
Ja, das war natürlich auch noch mal der Vorgang, den könnten wir auch noch mal ganz kurz erwähnen. Jetzt hast du ein Gemälde, sonst irgendwas. Ja, wir würden was heute machen. Ja, die hatten früher schon einige Probleme, diese Cover so zu gestalten, weil du hast ein ganz klar festgelegtes Format. Ja, wir haben 30 mal 30 Zentimeter, waren das ja, muss man auch mal sehen.
Ungewöhnlich auch in der Kunst, also als Quadratformat hat man gar nicht so oft.
Genau richtig. Also, aber wenn man sich heute, weiß ich, Spotify anguckt, man sieht die immer noch als Quadrat. Also es hat sich durchgesetzt. Gut, was da drin war, war ja schließlich rund. Ja, also insofern ist der Abstand überall gleich.
Ja, die Quadratur des Kreises oder was? Jetzt geht's richtig in die Mathematik. Nee, aber stimmt halt, die Form gibt halt dann die Kunst auch vor. Das ist das Format.
Wir haben noch eins so gar nicht erwähnt, und zwar, was hat man denn gehabt? Hat man die einfach so reingepackt? Nee, hatte man nämlich nicht, sondern da war noch mal ein extra Sleeve drin. Und was du nämlich dann da ins Cover reingeschoben hast, und das hat ganz schön genervt manchmal, das Gefrickel manchmal. Ja, ja, das wollte nämlich manchmal nicht so richtig rein, und das ist irgendwann eingerissen.
Und man hat ja seine Platten geliebt und so. Ja, ja, das ist in der Tat wahr, du hast recht, man muss das erzählen, weil viele Leute haben keine Platten mehr. Das sind immer nur die äußere Hülle, die ist wirklich so aus Pappe, aber drinnen hast du noch so aus Papier ein, ein wie so ein Kuvert, so ein Umschlag, wo du die Platte reinschiebst, und dann schiebst du das ganze Kuvert dann rein. Weil wenn du die direkte Vinyl mit der der groben Pappe in Verbindung bekommst, dann könnte der Sound ein wenig leiden.
Aber es haben manche Leute ja auch kreativ genutzt. Also das kann man durchaus sagen, weil die haben dann dort auch Texte drauf abgedruckt. Das war also zum Beispiel eine Möglichkeit, die sie hatten. Also es war immer wieder irgendetwas, was man da unterbringen konnte. Oder es war eben auch so, dass noch zusätzlich manchmal so ein zusätzliches Papierstück war, in dem nämlich die Tour angesagt worden ist. Das heißt, jetzt sollte die neue Tour kommen und dann hattest du nämlich deine Werbung drin. Das dürfen wir auch nicht vergessen. Also es war schon eine ganz andere Zeit. Auch ganz anders genutzt werden könnte.
Und auch immer wieder eine Frage, wie aufwendig, wie viel Aufwand hat man dem Cover gegeben. Wenn kein großes Budget war, dann war es halt einfach so eine weiße Papierhülle, die da drin steckt als Sleeve. Aber eben manche haben dann auch die Innenseite komplett großartig designt. Und ja, Coverart einfach ein riesenschönes Thema. Macht mir auch total Spaß, mit dir darüber zu sprechen. Ich liebe auch diese Platten so. Ich habe so viele Platten in meinem Leben schon gesehen, schon als Kind in den Plattenläden und so. Dieses Haptische, so ein Album in der Hand haben, wow, großartig.
Gut, Frank, dann setzen wir uns mal gleich dran und machen gleich mal das nächste.
So machen wir es. Von 1000 Covers suchen wir die besten raus. Die besten Plattencovers aller Zeiten hier für euch bei FRAX Music.
