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FRAX MUSIC#1021. Mai 2026

Diese Plattencover sind legendär – Dire Straits, Red Hot Chili Peppers, Guru Guru | FRAX Music #10

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Zusammenfassung

In der zehnten Folge von FRAX Music tauchen Axel Breitung und Frank Engelmayer tief in die Welt der legendären Plattencover ein. Sie nehmen die Hörer mit auf eine visuelle und musikalische Reise durch die Geschichte ikonischer Albumcover und beleuchten, warum gerade bestimmte Motive und Designs einen so bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Den Auftakt macht das berühmte Cover von Dire Straits' „Brothers in Arms“. Die Hosts schwärmen von der Ästhetik des schwebenden Dobros vor himmelblauem Hintergrund und diskutieren, wie dieses Bild die Atmosphäre des Albums widerspiegelt. Sie erklären, was ein Dobro ist, warum es auf dem Cover zu sehen ist, obwohl es musikalisch nicht im Vordergrund steht, und ziehen Parallelen zu anderen Cover-Designs wie etwa JJ Cale's „Troubadour“. Dabei wird deutlich, wie sehr sich Künstler gegenseitig inspirieren und wie Zitate und Anspielungen in der Coverkunst eine eigene Geschichte erzählen.

Ein weiteres Highlight ist das Cover der deutschen Krautrock-Band Guru Guru. Die Hosts analysieren die wilde Collage mit einem Känguru auf einer Eisscholle und ordnen sie als bewusst dilettantisch ein – ein Stilmittel, das im Krautrock und später auch bei der Neuen Deutschen Welle (NDW) als künstlerischer Ausdruck genutzt wurde. Sie erklären, warum solche scheinbar einfachen Gestaltungen keineswegs ein Zeichen von Unvermögen, sondern vielmehr ein Statement gegen den Mainstream sind.

Im weiteren Verlauf der Folge widmen sich Axel und Frank der Rolle von Labels wie Brain Records, die sich auf Krautrock spezialisiert haben. Sie erzählen von der Bedeutung solcher Independent-Labels für die Entwicklung von Nischenmusik und wie diese Labels sowohl für Künstler als auch für Hörer eine Art Qualitätsmerkmal darstellen. Die Hosts berichten aus eigener Erfahrung, wie es ist, ein eigenes Label zu gründen, und beleuchten die Unterschiede zwischen Major und Indie-Labels.

Abgerundet wird die Folge durch einen Ausblick auf die Bedeutung von Plattencovern für die Musikgeschichte insgesamt. Die Hosts regen an, sich intensiver mit der Geschichte der Musiklabels zu beschäftigen und versprechen, diesem Thema in Zukunft mehr Raum zu geben. Für Musikliebhaber bietet diese Episode einen spannenden Einblick in die visuelle Seite der Musik und zeigt, wie eng Kunst, Kultur und Business miteinander verwoben sind.

Playlist zur Folge

Hintergrund & Kontext

Plattencover sind seit den 1950er Jahren ein zentrales Element der Popkultur. Ursprünglich dienten sie vor allem dem Schutz der Schallplatten, entwickelten sich aber rasch zu eigenständigen Kunstwerken, die oft genauso ikonisch wurden wie die Musik selbst. In den 1970er und 1980er Jahren, als das Album zur wichtigsten Veröffentlichungsform wurde, erreichten Cover-Designs ihren kreativen Höhepunkt. Künstler wie Hipgnosis, Roger Dean oder Storm Thorgerson prägten mit ihren Arbeiten das visuelle Gedächtnis ganzer Generationen.

Gerade im Krautrock, einer deutschen Musikbewegung der späten 1960er und 1970er Jahre, war das Cover oft ein Ausdruck von Experimentierfreude und Nonkonformismus. Labels wie Brain Records oder Ohr Records boten Bands wie Guru Guru, Can oder Neu! eine Plattform, auf der sie sich musikalisch und visuell austoben konnten. Die Covergestaltung war dabei häufig ein bewusster Bruch mit den Hochglanzproduktionen der internationalen Major Labels – ein Statement für künstlerische Freiheit und gegen Kommerzialisierung.

Auch heute noch sind Plattencover ein wichtiger Teil der Musikvermarktung, selbst im digitalen Zeitalter. Sie schaffen Identität, wecken Emotionen und sind für viele Sammler ein entscheidendes Kriterium beim Kauf. Die Diskussion um legendäre Cover zeigt, wie sehr Musik und visuelle Kunst miteinander verschmelzen und wie sehr beide Bereiche voneinander profitieren.

Häufige Fragen

Was ist das Besondere am Plattencover von Dire Straits' 'Brothers in Arms'?

Das Cover zeigt ein schwebendes Dobro vor himmelblauem Hintergrund und symbolisiert die sphärische, losgelöste Stimmung des Albums. Es gilt als eines der bekanntesten und ästhetischsten Cover der Musikgeschichte.

Welche Bedeutung hat das Label Brain Records für den Krautrock?

Brain Records war eines der wichtigsten Labels für Krautrock in Deutschland. Es spezialisierte sich auf experimentelle und progressive Musik und förderte Bands wie Guru Guru, wodurch es maßgeblich zur Entwicklung des Genres beitrug.

Warum wirken manche Krautrock-Plattencover so dilettantisch gestaltet?

Der scheinbare Dilettantismus ist oft ein bewusster künstlerischer Ausdruck. Viele Krautrock-Bands setzten auf Collagen und einfache Gestaltung, um sich von Mainstream-Ästhetik abzugrenzen und ihre Unabhängigkeit zu betonen.

Wie unterscheiden sich Independent-Labels von Major Labels in der Musikszene?

Independent-Labels sind meist kleiner, spezialisierter und näher an ihren Künstlern. Sie fördern oft Nischenmusik und bieten Bands mehr kreative Freiheit, während Major Labels auf Masse und breite Vermarktung setzen.

Welche Rolle spielen Plattencover für den Erfolg eines Albums?

Plattencover sind oft das erste, was Hörer von einem Album wahrnehmen. Ein ikonisches Cover kann die Identität einer Band prägen, Aufmerksamkeit erzeugen und die Musik visuell interpretieren, was den Erfolg maßgeblich beeinflussen kann.

Gesprächs-Transkript

Axel0:00

Hey, schön, dass ihr wieder da seid. Jetzt haben wir wieder Plattencover, die wir euch vorstellen wollen. Zum Beispiel das von Dire Straits, Guru Guru. Und wir haben was von den Peppers dabei und Tool. Und dann noch It's a Beautiful Day.

Frank0:17

Jetzt auf FRAX Music. Jo, liebe Musikfreunde, eine weitere Ausgabe von den Covers, und los geht's mit einem ganz bedeutenden Cover von einer englischen Band, von den Dire Straits, Brothers in Arms. Was für ein wunderschönes Cover, oder? Ja, das Dobro, so nennt man ja dieses Instrument, ist ein Dobro. Das ist sozusagen eine Gitarre, die aber einen metallischen Korpus hat, und es gibt dann so einen eigenen Sound. Ich finde es so schön, dieses Dobro, was da so in diesem Himmelblau auch, das Dobro, was durch den Himmel fliegt, diese losgelöste Musik, der Titelsong auch Brothers in Arms, dieses fast schon Sphärische. Tolles Album, tolles Album und auch tolles Albumcover. Ich finde auch so ein Dobro ist einfach ein Hingucker, oder? Was für ein schönes Instrument.

Axel1:18

Unbedingt, ja. Dieser metallische Sound, den hört man hier und da mal, ohne zu wissen, dass es eigentlich keine normale Gitarre ist, weil die ist aus Holz. Und hier wird mit Metall gespielt. Auch auffällig sind die F-Löcher. Normalerweise hast du ja in der Mitte hier unten drunter deinen Korpus und das macht den speziellen Sound.

Frank1:35

Tolles Instrument, Dobro. Obwohl gar nicht das Dire Straits, das ist jetzt gar nicht ein typisches Dire Straits Instrument. Ich meine, Mark Knopfler offensichtlich spielt alles, was Saiten hat und vielleicht auch irgendwo ein Dobro. Aber ich glaube, das ist hier wirklich eher drauf, nicht als Hinweis, jetzt hast du hier ein Dobro-Album. Ich glaube eher einfach aufgrund der Optik, weil es halt so schön ist. So schön passt irgendwie dann auch. Ich glaube, das hat man wirklich nur deshalb ausgewählt. Also meiner Erinnerung nach, weiß ich nicht, ob auf dem Album viel Dobro zu hören ist. Ich assoziiere das jetzt nicht mehr.

Axel2:06

Würde ich auch nicht unbedingt sagen, weil es meistens auch ein sehr, sehr flacher Sound ist. Also der hat keine Fülle untenrum drum, der ist sehr hell, brillant und so ein bisschen, wirklich ein bisschen metallisch.

Frank2:14

Das ist bestimmt das erfolgreichste Album von Dire Straits. Bekanntester Hit ist hier drauf Money for Nothing. Genau. Da höre ich kein Dobro, wenn ich mich so erinnere.

Axel2:22

Ja, bestimmt nicht. Nein, nein. Ja, also die haben auf jeden Fall damit ein ganz deutliches Zeichen gesetzt. Muss man ihnen schon lassen. Auch jetzt in der Geschichte. Ich schätze schon, das gehört zu den Top 50 aller Alben, die es je gegeben hat.

Frank2:37

Von der Cover-Art erinnert es mich an ein anderes Album. Das fällt mir spontan ein. Wir haben es gar nicht vorbereitet, aber spontan, wo ich es einfach anschaue, erinnert mich das an ein anderes Cover. Könnt ihr dann selber mal noch nachgucken. J.J. Cale, Troubadour. Das ist auch so eine Himmelsoptik. Da sind irgendwie Wolken und da ist auch eine Wolke, die dann eine Gitarre formt.

Axel2:57

Ah ja, kenn ich auch wieder.

Frank2:58

Doch, ich glaube, das ist doch schon so ein bisschen so ein Zitat. Das ist auch das Schöne in der Musikgeschichte. Wir können darüber spekulieren, ob es so ist oder nicht, aber man zitiert dann andere. Vielleicht hat irgendwann mal ein Knopfler so eine J.J. Cale vielleicht, was seine Lieblingsplatte hat, immer gehört, und dann macht er mal da so ein kleines Zitat. Ob es so ist oder nicht, wissen wir nicht, aber das ist das Schöne. Deswegen können wir die ganze Zeit über diese Themen diskutieren, aber das Ergebnis ist immer offen.

Axel3:22

Wir bleiben ein bisschen bei Blau. Generell bleiben wir bei Blau. Das ist gut.

Frank3:28

Gut, hast du ein wildes Cover. Das ist von der Band, ist es ja gar nicht direkt auf den ersten Blick zu erkennen, welche Band ist es denn, ne? Genau, die Band heißt Guru Guru. Hat vielleicht auch noch nicht jeder gehört, das ist eine bedeutende Krautrockband, wieder experimentelle progressive Rockmusik aus Deutschland. Mani Neumeier ist hier der Mann, um den es vor allem geht, der immer bei Guru Guru der Bandleader war. Und Guru Guru heißt die Band, dann dieses Wortspiel irgendwie mit Känguru, finde ich auch so krass.

Axel3:59

Ich meine, wie einfach.

Frank4:02

Und das ist nicht, weil die Dilettanten waren, sondern das ist auch eben so ein künstlerischer Ausdruck, Dilettantismus, wie das hier gemacht ist. Ich meine, heute, wo wir verwöhnt sind so mit Computergrafiken und KI, was ganz anderes. Ich meine, hier sieht so diese Collage, diese Zusammenstellung, das ist wild. Dieses Känguru auf dieser Eisscholle, das sieht fast aus, wie wenn es ein Schüler im Kunstunterricht gemacht hätte als Projekt. Aber das war auch nicht weil die es nicht besser konnten, sondern das ist eben auch dieser Ausdruck: Hey, hier kommt's von unten.

Axel4:31

Genau, richtig.

Frank4:32

Das ist jetzt hier nicht Major Label, sondern es ist Brain Records. Das ist halt so, mit dem die auch gespielt haben. Wir sind halt eine Krautrockband. Das ist jetzt nicht ein Beatles-Cover. Das ist halt Kraut.

Axel4:45

Was halt eben auffällig ist, halt eben auch diese Idee alleine. Du setzt ein Känguru auf eine Eisscholle. Ja, hä? Ja, und du hast vollkommen recht. Damit zeigen sie natürlich auch, dass sie damit enorm spielen. Und dazu kommt noch, wenn man genau hinguckt, guckt, das ist irgendwie ganz beschissen ausgeschnitten irgendwo. Ja, das ist auch nicht— und dann, das war auch noch nicht mal ein gutes Foto.

Frank5:06

Hier ist schon das drin, wir haben ja doch ganz viel auch schon über NDW gesprochen, Axel, und da hatten wir das doch auch schon bei NDW. Ist es auch Teil von diesem Ding, ist dieses Infantile, dieses, die Liebe zum Dilettantismus, und das ist eben auch hier so ein Vorläufer davon, also jetzt einfach ästhetisch. Bei den Krautrockern war das auch schon manchmal so, Und ich finde, dieses Album kann man sich schon wie so ein Vorläufer zu dem, was bei NDW dann werden soll. Man kann das Album ja auch mal als Kunstformat nehmen. Nehmt euch nicht so wichtig.

Axel5:39

Wenn wir jetzt über die Musikproduktion von dem Album nachdenken, dann haben wir schon die Vermutung, wer könnte das produziert haben?

Frank5:47

Ja, also es ist immer, wenn du mich fragst, gebe ich die Antwort Conny Plank und bei der Hälfte liege ich richtig. Aber es ist auch wirklich so, Conny Plank, der hat im Krautrock halt unfassbar viel produziert und das ist eine von diesen klassischen Krautrockbands. Ja, Conny Plank, da machst du nichts falsch, der hat alle Krauter mal produziert. Brain Records übrigens auch legendär.

Axel6:05

Ja, das muss man mal drauf eingehen.

Frank6:06

So ein Label, die eigentlich fast nur Krautrock gemacht haben, oder?

Axel6:09

Richtig, ja. Die haben das also auch wahrgenommen und haben sich darauf eigentlich auch meines Wissens ja sich also auch wirklich spezialisiert, dass sie halt eben nur für die Deutschen auch da sind. Und auch kleiner Laden und hängt auch damit zusammen, du kriegst dann auch relativ schnell eine Antwort, ja, weil die sagen, passt bei uns ins Repertoire, passt nicht. Ich hatte mit späteren auch zu tun, Wir hatten in der Necrolog-Sendung, habe ich Manfred Schütz erwähnt, der diese Boots-Plattenläden damals, die es in den 70er, 80er Jahren gab, aufgebaut hat. Eine ganze Ladenkette war das ja. Der Vorläufer im Bezirk von WOM. WOM kam ja wesentlich später und der hatte ja auch schon damals genau solche Sachen, hätte der auch gesigned, weil es halt eben irgendwie so speziell ist, dass es dann wieder passt. Die haben dann halt eben keine großen Stückzahlen, nicht zwangsläufig, aber ab und zu entwickelt sich da mal irgendwas draus. Ich möchte noch mal bei der Gelegenheit auch jetzt mal, ist jetzt vielleicht nur 20 Jahre her, aber immerhin müsste man das auch mal erwähnen, ist ja Wolfsheim beispielsweise auf Indigo, ja, Indigo, ein relativ großer Plattenvertrieb, aber jetzt so auf der großen Szene nicht bekannt, mit vielen kleinen Dependants, die haben selber ausgeliefert an den Handel auch, und so ist Brain Record auch. Die haben sozusagen, da gibt's eine ganze Geschichte von, durchaus auch mal ein Special wert, ne, das sich dann mal anzugucken, welche Labels dort immer wieder aufgetaucht sind, die halt eben so spezialisiert waren, dass man die halt eben mit einem ganz speziellen Repertoire auch immer wieder angefunden hat. Und deren, sagen wir mal, auch wenn du jetzt, wenn du jetzt, du hast so etwas speziellere Musik, dann hast du, wie, was weiß ich, wir haben Nuclear Blast für die Rocker, ja, also auch so spezielle Labels, da willst du, du willst dann als Band gar nicht unbedingt bei Universal auftreten, auftauchen. Du bist froh, wenn dein Speziallabel, da wolltest du hin, da weißt du genau, du gehörst zu einer kleinen Gruppe, die aber schlagkräftig vertreten ist draußen und nicht, dass du irgendwelchen Nachteil hast und Sachen nicht zu bestellen. Und das ist dir was als Band durchaus was wert. Ja, also wenn du dann so, ich glaube schon, dass Guru Guru mit Brain Records gut aufgestellt war. Die haben nicht gesagt, das ist aber jetzt nur eine Lösung, nur weil wir bei den Universal nicht angekommen sind.

Frank8:26

Und umgekehrt auch, also für die Hörer, für den Kunden ist es auch so. Ich weiß, wenn ich bei Brain Records was hole, weiß ich, was ich bekomme. Wenn das meine Mucke ist, dann gehe ich dahin. Oder um mal ein anderes zu droppen, so in England, wenn ich was von Island Records kaufe, dann weiß ich, was ich bekomme. Das ist eine gewisse Stilrichtung und das ist auch dann für den Kunden ja auch gut. Überhaupt ein spannendes Thema, das sollten wir vielleicht echt mal eine Sendung oder sogar eine ganze Sendereihe machen, wo wir mal über Labels sprechen. Das finde ich auch hochinteressant, auch international, das ist ja ein für Musikliebhaber auch ein toller Stoff, über Labels sprechen und wie die entstanden sind und welche Richtung die dann eingeschlagen sind. Gibt so viele bedeutende, die direkt an Genres auch gebunden sind, wie eben auch Brain.

Axel9:12

Dann wäre es auch mal erwähnenswert, dass auch die Großen versuchen, Unterlabels zu machen. Also du bist nicht bei Universal, du bist bei, wie heißt es noch mal, FRAX Tones oder so ähnlich heißen sie, glaube ich, ne? Die machen dann also alles, was jetzt irgendwie karnevalsmäßig vom Rhein kommt, also aus Köln kommt, und dann weißt du genau, aha, da findest du das und das. Genau. Der geneigte Plattensammler damals, der ist in den Laden rein und hat dann gefragt, und dann wusste der schon, aha, den schicke ich da mal zu Brain Records hin. Wenn der Dialog entstanden ist zwischen dem Plattengeschäftsinhaber und dem Kunden, dann ist das eine gesunde, sagen wir mal, eine gesunde Beziehung. Kannst schon fast sagen, was gibt's denn Neues? Neu ist, der wollte das wissen, und dann hat er das schon gewusst. Okay, geh mal zu dem Label, da bist du gut aufgehoben. Und wie du schon sagst, zu Universal hast du keinen Bezug, ist es doch den Leuten egal.

Frank10:05

So wie, ich meine, die haben keine Ahnung, wenn die 20.000 Künstler unter Vertrag haben, dann wird das beliebig. Deswegen, in der Tat, also die Labels haben auch ein Interesse daran, wahrscheinlich so aus Marketinggründen, eben Marken zu gründen, Submarken. Ja, das machen auch die großen Labels. Und deswegen, das ist dann manchmal ein bisschen unübersichtlich, wenn du jetzt so Einsteiger bist. Es gibt dann unfassbar viele Labels, ja, seit ein paar Jahrzehnten dann auch noch die ganze Indie-Szene. Und dazu Indie kommt von independent, eben unabhängig von diesen großen Labels. Und dann werden dann noch mehr Marken und noch kleiner. Und im Grunde kann das jeder gründen. Ich weiß, hast du nicht auch mal irgendein Label gegründet? 3 Stück, 2 sogar.

Frank10:41

Du musstest dann— was denn, Bishop Records oder was gibt's?

Axel10:43

Nee, das war damals, muss ich überlegen, ist schon so lange her. Die sind halt eben halt eben Borderline hieß eins und andere habe ich nicht mehr im Kopf, aber High Cut. High Cut hat man es genannt. Das fand ich gut. Also High Cut sozusagen hat noch ein gutes Logo, weil High Cut heißt ja Höhenbeschneidung. Und jetzt sozusagen könnte man so einfach, das war schon eine gute Idee, glaube ich. Also das war dann unser Label, aber dann brauchst du einen Vertrieb. Also der Punkt ist ja der, du hast zwar ein Label, du sagst dann, okay, ich brauche einen Vertrieb. Du klopfst dann an bei Warner oder bei Sony und sagst, ist das nicht was? Und dann sagen die, ja, könnten wir machen, ist aber zu klein für uns hier. Wir haben halt eben entsprechend die entsprechende Bandbreite auch, und deshalb haben die natürlich nicht so, sagen sie, ja, das passt ja nicht zu uns oder so. Aber eins wollte ich noch unbedingt erwähnen: Als ich mit Axel B. und der Hammer in die Neue Deutsche Welle mit eingestiegen bin, da haben die, weil sie gemerkt haben, das interessiert, haben die, das war damals die Polygramm, heute Universal, die haben damals unter Polygramm, haben die das so gemacht, dass sie gesagt haben, wir lassen ein Label wieder aufleben.

Frank11:52

Das hieß Phonogramm.

Axel11:54

Und dann haben die das aus der Versenkung geholt, haben gesagt: Pass mal auf, das passt jetzt. Jetzt, wo wir Neue Deutsche Welle machen, da versuchen wir das also damit zu branden. Altes Label, Asbach-Uralt, noch aus den 60ern sogar noch. Das haben die dann sozusagen rausgezogen wieder, haben gesagt, wir füllen das jetzt mit neuem Leben. Das hat auch damit zu tun, weil man muss es sich so aus der damaligen Zeit so vorstellen, die Plattenläden sind ja besucht worden von den Außendienstlern. Die sind ja rumgelaufen und wurden dann gefragt, was das denn Neues ist. Packen die aus und dann kommt wieder: Du, wir haben das Phonogramm-Label wieder reaktiviert, weil wir sehen einen Grund, wir sehen da eine gute Chance, auch mit dieser frechen deutschen Art. Vielleicht haben die NDW vielleicht auch gar nicht gesagt, wissen wir nicht. Haben wir aber ein neues Label wieder aus der Versenkung und da werden wir uns auf das konzentrieren. Und dann macht es auch Klick natürlich logischerweise bei dem Plattenladenbesitzer, der dann sagt: Aha, okay, dann weiß ich ja, was ich wem, wo, wann, was empfehlen kann. Ist eine Kette. War wichtig damals auch, weil eben für Plattensammler, die wussten das dann eben. Und das gilt natürlich auch für Brain Records.

Frank13:03

Ist großartig, ich sehe schon, du bist da voll on fire bei diesem Thema. Da werden wir bestimmt mal was machen über Labels, weil das ist auch so wichtig, ist auch so ein Zugang zu dem Music Business, über die Labels sprechen. Hochinteressantes Thema, werden wir machen. Aber jetzt kommen wir noch mal zurück zu den Covers hier. Schmeiß mal das nächste rein. Was haben wir denn noch am Start? Ah, die Peppers aus California.

Axel13:23

Californication, auch ein ewiger Dauerbrenner, auf Platz 1 gewesen. Ich weiß nicht, die haben vielleicht sogar 100 Wochen Charts, also sprich 2 Jahre lang war das Ding drin. Das ist also auch ein Dauerbrenner gewesen, das weiß ich noch ziemlich genau.

Frank13:37

Finde ich natürlich als Cover, also rein dieser Kontrast irgendwie, das Rot im Swimmingpool mit dem Blau des Pazifischen Ozeans, Was assoziiert das Rot? Feuer? Burning? Es brennt? Und das ist auch irgendwie vielleicht auch schon ein Clou auf dieser Platte, denn da sind ja schon auch Texte drauf, die äußerst kritisch sind. Ich meine, es sind Kalifornier und die lieben bestimmt auch ihr Land und so weiter, aber sie sehen das auch kritisch. Diese Californication, das würde man übersetzen können als Kalifornifizierung oder so was. Und allein das zeigt es ja schon, dass die das kritisch sehen, dass so die American Way of Life, nein, die California Way of Life. Der tatsächlich in den 70ern vielleicht auch für uns Europäer, das war Kalifornien, das ist die große Freiheit, das ist Rock 'n' Roll und Surfen cool. Aber dass daraus ein Lebensstil wurde, der dann jetzt auf die ganze Welt übergreift, die Kalifornifizierung. Und das ist, was die hier kritisch erwähnen. Und da sind Texte drauf, wo du ganz viele Clues siehst. Jetzt, ich zieh nur eins aus dem Kopf. Was singt er dort? Space may be the final frontier. But it's manufactured in a Hollywood basement oder so was. Ich meine, allein der Satz, was das für eine Sprengkraft hat. Also da geht es darum, diese ganze Raumfahrt, ist das nicht in einem Hollywood-Keller entstanden? Stichwort gefakte Mondlandung und so weiter. Alles Themen, die hier reinschmeißen. Und das aber dann eben, das ist ja unglaublich erfolgreich, so diese Themen dann auch in dem Mainstream verbreiten. Und wahrscheinlich gibt es sogar Millionen Amerikaner, die haben diesen Song schon 100 Mal im Radio gehört und denen ist noch nie aufgefallen, was singt der denn eigentlich dort? Das ist auch Auch ein spannendes Thema in der Popmusik. Manchmal klingen Songs so süß und so nett und wenn du dann aber genau darauf achtest, boah, ist das voll die düstere Story. Das ist halt auch so eine Möglichkeit für einen Künstler, kannst du auch manchmal so Dinge reinverpacken, hat man auch schon wahrscheinlich schon immer gemacht. Und ich glaube, dass Kaba da eben schon darauf hinweist, ey, du badest in Feuer, der Tanz auf dem Vulkan oder so was.

Axel15:39

Die Umgebung ist ja auch ganz standardmäßig, eigentlich besteht das ja aus 3 Teilen, das ist der, du hast dann das und dann hast du den Himmel, der so so gewählt ist.

Frank15:50

Das ist das Meer, oder? Das ist der Pazifik. Oder siehst du den Himmel? Okay, shit, vielleicht liege ich falsch. Ich hätte jetzt eher gedacht, das ist so wie in den Hollywood Hills, weißt du? Das ist eben ein bisschen auf den Bergen und du schaust von den Bergen runter und hast im Hintergrund den Ozean. Aber okay, vielleicht liege ich auch falsch.

Axel16:07

Die Perspektive ist schon so, dass der auf Höhe ist.

Frank16:10

Das sind gebrochene Wellen und so, oder? Das ist doch kein Himmel.

Axel16:12

Ja, du hast recht, aber das hätte viel flacher sein müssen. Das ist irgendwie, deshalb macht das ja auch so widersprüchlich, weißt du, was ich meine? Also wenn du den Blickwinkel hättest, dann wenn du stehst an einem Swimmingpool, dann kriegst du ungefähr so ein Bild und dann kann das, dann würde es ja mehr bergauf sein. Das glaube ich kaum.

Frank16:33

Mich erinnert das ganze Bild, das könnte irgendwie so ein reiches Haus sein, irgendwie am Cielo Drive, weißt du, so oberhalb von, in Amerika, in Los Angeles. Es wird dann sehr schnell bergig, da in Hollywood, da geht's in die Berge hoch. Und die reichen Leute haben dann oben in den Bergen halt ihre Grundstücke und ja, Swimmingpool, und dann halt den ungehinderten Blick auf den Pazifik. Ist natürlich schon nice. Wahrscheinlich, wenn man sich so ein bisschen nach links drehen würde, man da hinten an die Skyline von Los Angeles sehen oder so.

Axel17:01

Ja, es sind schon Widersprüche, aber gut, das steht ja auch für die Band. Ich meine, die hat ja immer polarisiert, muss man wirklich sagen. Und auch jetzt, auch von den Typen her, das muss man auch da sehen. Ich meine, insofern passt das schon.

Frank17:14

Musikalisch müssen wir irgendwann mal drüber sprechen, aber Hammerband natürlich, die Peppers.

Axel17:18

Auf jeden Fall. Gut, wir haben auch noch Weiteres, nämlich jetzt kommen wir mal zu den Specials, und zwar dahingehend, dass wir uns auch auf die Suche gemacht haben, gibt es vielleicht auch nicht nur diese flachen LP-Cover, die man so kennt. Nein, manchmal kann man sie aufklappen, da werden wir auch ein paar Beispiele sehen, und manchmal hat man auch was, das Inlay, was Besonderes ist, so zum Beispiel da, wo die Platte sozusagen in dem Sleeve drin ist. Das ist ja auch noch mal mal ein Thema. Und das ist jetzt das Besondere an dieser Platte. Die Band nennt sich Tool, ja, also Werkzeug, wenn man es so übersetzt, und 10,000 Days heißt das Ganze. Und hier kommt es nicht so einfach rüber, aber man muss, also wenn man, das ist ja das, wenn man das sozusagen draußen das so sieht, dass der Plattenkäufer erstmal, und wenn er jetzt hier reingeht, dann hat er hier so eine Art Brille, Wenn er sie drüberschiebt, kriegt er so einen Stereolook. Das ist so das, was man hier versucht mitzuteilen.

Frank18:20

Ist es so was wie diese 3D-Brillen, die es irgendwann mal gab, wo du so ein rotes und ein grünes Plastik drin hast? Ich glaube, es ist so was. Also diese Brille, die ist da sozusagen eingearbeitet. Du kannst es rausfalten und kannst dann aus der Perspektive noch mal drauf gucken und bekommst dann etwas anderes zu sehen. Ja, ich glaube, man nennt es 3D-Brille, aber da gibt es auch andere Effekte noch.

Axel18:42

Und deshalb sind die Punkte auch hier. Und da Damit hängt das zusammen.

Frank18:47

Und der Typ, der dieses Plattencover gemacht hat, den sollten wir vielleicht auch erwähnen, denn wir haben ja unten auch ein paar Kunstwerke von dem. Das ist Alex Grey und der macht halt diese Art von Kunst, also so ein bisschen so New Age, ein bisschen trippy, ein bisschen spirituell auch. Großartige Werke und das finde ich auch so cool, weil das ist, dass dann eine Band wie Tool dann eben auch wieder auf Leute wie Alex Grey dort zurückgreift, die ja letzten Endes dann auch deren Tradition reicht. Der bis zurück in die 60er von der Kunstform Psychedelic Art und so weiter. Und da wird dann auch schon wieder deutlich, auch Tool sehen sich halt in dieser Linie, und das finde ich großartig, weil da gehören sie auch hin. Das ist wie eben eine andere Generation offensichtlich, aber die wissen auch, was eben vorher kam, wo sie herkommen, ne.

Axel19:31

Toll, ja, psychodelisch, da ist das so optimal geeignet für, ne. Also vielleicht kann man es nicht so sehen, wir können, wir sehen ja hier auf der einen Seite, denkt man jetzt, ist ein jemand von vorne, aber wenn wir genau hingucken, sehen wir ja auch hier, dass das dann noch mal sozusagen aus dem Kopf noch zwei Seiten Seiten, zwei seitliche sind. Jetzt, um das zu verstehen, weil es vielleicht ja auf dem, sonst hier auf dem Video nicht vielleicht so deutlich sichtbar, finde ich sehr interessant, dass man auch menschlich, hier sieht man es an den Mündern, deshalb so kann man das einigermaßen erkennen, was da jetzt so überhaupt drauf zu sehen ist, ja.

Frank20:05

Und wenn ihr da draußen vielleicht gerade noch so eine 3D-Brille zur Hand habt, weil ihr irgendwann mal, keine Ahnung, im Kino irgend so einen 3D-Film gesehen habt, dann setzt sie doch jetzt mal auf und schaut mal, Achtet mal drauf, vielleicht seht ihr Dinge, die wir gar nicht sehen, weil wir eben diese Brille nicht aufhaben. Vielleicht geht der Effekt auch über dieses Video hier.

Axel20:21

Auf jeden Fall, das wird mitgeliefert hier, das muss man vielleicht noch erzählen, weil das gehört mit in diese ganze Verpackung mit rein. Das ist der Versuch, auch so ein bisschen dieses aus dem Standardcover rauszukommen, was wo einfach nur zwei Seiten hat. Und deshalb war es für uns erwähnenswert, ohne jetzt unbedingt auf die Musik geachtet zu haben.

Frank20:40

Hier geht's ums Cover, aber die Band ist natürlich auch da.

Axel20:43

Wir haben dann was ganz anderes. Wir sind wieder bei Blau, wir haben mit Blau angefangen und wir wollten, das war die Überlegung, mit einem Wohlklang aus der Sache hier aussteigen, aus dem Video. Und deshalb: It's a Beautiful Day.

Frank20:59

It's a Beautiful Day. Ist das nicht schön? So oft sagen wir, Covers sollen ja so einen Hinweis geben auf die Musik. Ja, was könnte denn hier für Musik sein? Ich meine, die Klamotten, die die anhatte, was für Musik ist dahinter? Kannst du sagen, es ist It's a Beautiful Day, es ist eine der Hippie-Bands schlechthin, das ist San Francisco, das ist 60er Jahre, interessante Band, ist auch eine super Platte. Viele von diesen Hippie-Bands waren eigentlich Hippies, weil es halt Zeitgeist war, und 5 Jahre später waren die keine Hippies mehr, man hat halt was anderes, ja, weil das halt Mode ist. Aber das hier ist eine von diesen echten Hippie-Bands, die wirklich, das für die das auch ein inneres Anliegen war, die wirklich auf so eine, ja, spirituellen Suche waren, auf der, diese Welt zu verbessern, Welt zu verändern, dass sie wirklich daran geglaubt haben. Ja, hochinteressant. Die Band ist auch, das sind, das ist ein Ehepaar. Das hast du auch ganz selten im Music Business, vielleicht auch erwähnenswert. Ich habe die ganze Zeit überlegen, wie heißen die? LaFlamme, glaube ich, das Ehepaar LaFlamme. Und dass so ein Ehepaar, das auch noch in der Hippie-Band, wo doch alles mit freier Liebe war, wir sprengen alle Grenzen, ist höchst ungewöhnlich. Aber das ist eine der, der, ja, großen Hippie-Bands, tolles Cover. Und das strahlt es eben aus, dieses Positive, dieses: Hey, es ist ein schöner Tag, genieß einfach den Tag. Und da ist auch so, das ist so eine— ich habe tatsächlich die Platte zu Hause, die kannst du dann aufklappen, und dann wird es erst richtig deutlich. Dann siehst du, ist da so ein Bild, so die Silhouette der Band von hinten im Sonnenuntergang. Und allein schon an der Silhouette erkennst du, das sind Hippies, weißt du, so, ey, der eine hat so einen Riesenhut, und das sind Tücher und so, und lange Haare und wallende Kleider. Da geht's ganz viel auch um Liebe. Da steht dann auch innen drin dieser Spruch: For those who love, time is eternity. Das ist halt, da kriege ich richtig Gänsehaut. Absolut großartige Platte, wenn man auf so Musik steht. Einen Anspieltipp gebe ich euch noch hier: Hört mal White Bird an. White Bird, It's a Beautiful Day. Toller Song.

Axel22:58

Das ist wahrscheinlich auch die Wolken. Das sieht man nach Freiheit aus. Also das muss man immer sagen. Das ist für mich also sehr erkennbar, dass es hier doch um Freiheit auch geht. Man weiß gar nicht, wo steht die eigentlich? Ist das jetzt oben auf dem Hügel oder was?

Frank23:13

Irgend so ein Fels, so ein Stein.

Axel23:15

Ja, genau. Aber muss ja schon ganz weit oben sein, das würde man ja unten ein bisschen Landschaft sehen.

Frank23:19

Fast wie der Hermit von Led Zeppelin.

Axel23:22

Ja, also wie gesagt, It's a Beautiful Day, das wäre ja—

Frank23:29

Sollen wir jetzt nach der Platte noch eine andere drauflegen? Weil das wäre eigentlich ein wunderschönes Motto, euch zu verabschieden. It's a Beautiful Day, weißt du, mit diesen schönen Hippie-Vibes. Die Welt ist schön, alles ist voller Liebe und wer richtig liebt, der soll unendlich leben. Das sind doch schöne Schlussworte und ich würde sagen, mit dem schmeißen wir uns raus für heute. Schön, dass du wieder am Start warst, dass ihr uns gefolgt seid bis zum Ende und weiterhin gilt, bleibt uns gewogen, bleibt dran, denn wir haben noch viel mehr zu bieten. FRAX Music!