NDW was even crazier than you think (Part 2) – Trio, Falco: the backstory | FRAX Music 11
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Zusammenfassung
In der elften Folge von FRAX Music tauchen Axel Breitung und Frank Engelmayer tief in die Welt der Neuen Deutschen Welle (NDW) ein – und zeigen, dass sie noch verrückter war, als viele denken. Im Mittelpunkt stehen diesmal zwei Ikonen: Falco und Trio. Die Hosts beleuchten, wie NDW nicht nur ein deutsches, sondern ein gesamteuropäisches Phänomen war, bei dem auch österreichische Künstler wie Falco eine zentrale Rolle spielten. Besonders spannend: Falco, der mit 'Der Kommissar' und später 'Rock Me Amadeus' internationale Erfolge feierte, wurde in den USA sogar zur Chart-Sensation. Seine Musik, geprägt von Anspielungen, Sprachwitz und einer Prise Provokation, war für viele Jugendliche der 80er ein Türöffner zu einer neuen Musikwelt – endlich sang jemand in einer Sprache, die sie verstanden.
Die Hosts diskutieren, wie Falco sich selbst nie als NDW-Künstler sah, sondern sich musikalisch eher an internationalen Größen wie David Bowie orientierte. Sein kosmopolitischer Stil, sein Wiener Schmäh und die Fähigkeit, verschiedene Sprachen und Stile zu mischen, machten ihn einzigartig. Auch seine Haltung – etwa das berühmte Zitat über die US-Flagge – und seine Entscheidung, trotz Angeboten aus Amerika in Wien zu bleiben, zeigen, wie sehr er seiner Heimat verbunden war.
Ein weiteres Highlight der Folge ist die Geschichte von Trio und ihrem Welthit 'Da Da Da'. Die Band aus Ostfriesland schuf mit einfachsten Mitteln einen Song, der weltweit zum Ohrwurm wurde. Die Hosts erzählen, wie der minimalistische Sound aus einer simplen Casio-Drum-Machine entstand und warum gerade diese Reduktion so revolutionär war. Auch Anekdoten über Lizenzprobleme in Brasilien und die Wirkung des Songs im Ausland kommen zur Sprache.
Die Folge bietet zudem einen Blick auf die gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche, die NDW in den 80ern auslöste. Die schrillen, bunten Künstler sorgten für Diskussionen in den Wohnzimmern – ein echter Kulturkampf zwischen den Generationen. Die NDW war mehr als Musik: Sie war Ausdruck eines neuen Lebensgefühls, das bis heute nachhallt.
Abgerundet wird die Episode durch persönliche Erinnerungen, Hintergrundgeschichten zu Songs wie 'Genie' und 'Junge Römer' und die Einordnung von Falcos Werk im internationalen Kontext. FRAX Music #11 ist ein Muss für alle, die wissen wollen, warum NDW so besonders war – und warum sie bis heute fasziniert.
Playlist zur Folge
Hintergrund & Kontext
Die Neue Deutsche Welle (NDW) entstand Ende der 1970er Jahre in Deutschland als Reaktion auf Punk, New Wave und die gesellschaftlichen Veränderungen jener Zeit. Während die Musiklandschaft zuvor von Schlager und internationalem Pop dominiert wurde, suchten junge Musiker nach neuen Ausdrucksformen – oft inspiriert von britischen und amerikanischen Vorbildern, aber mit dem Wunsch, in der eigenen Sprache zu singen.
NDW war mehr als ein Musikstil: Sie spiegelte den Zeitgeist einer Generation wider, die sich nach Individualität, Freiheit und Provokation sehnte. Die Texte waren oft ironisch, gesellschaftskritisch oder spielerisch, die Sounds experimentell und die Bühnenoutfits schrill. Die Bewegung war eng mit der deutschen Teilung, dem Kalten Krieg und einer wachsenden Jugendkultur verbunden, die sich von den Werten der Elterngeneration abgrenzen wollte.
Österreichische Künstler wie Falco und Bands wie Erste Allgemeine Verunsicherung brachten eine eigene Note ein und zeigten, dass NDW ein gesamteuropäisches Phänomen war. Die internationale Resonanz – etwa Falcos Erfolge in den USA – bewies, dass deutschsprachige Popmusik auch global funktionieren kann. Bis heute gilt NDW als eine der kreativsten und einflussreichsten Phasen der deutschsprachigen Musikgeschichte.
Häufige Fragen
Was ist die Neue Deutsche Welle (NDW) und wie entstand sie?
Die Neue Deutsche Welle (NDW) ist eine Musikbewegung aus den späten 1970er und frühen 1980er Jahren, die sich durch deutschsprachige Texte, innovative Sounds und einen Mix aus Punk, New Wave und Pop auszeichnet. Sie entstand aus der Underground-Szene und wurde schnell zum Mainstream-Phänomen.
Welche Rolle spielte Falco in der NDW und warum war er so erfolgreich?
Falco war einer der wenigen österreichischen Künstler, die international mit deutschsprachigen Songs wie 'Der Kommissar' und 'Rock Me Amadeus' erfolgreich wurden. Sein einzigartiger Stil, seine provokanten Texte und sein kosmopolitisches Auftreten machten ihn zu einer Ikone der NDW und darüber hinaus.
Wie entstand der Hit 'Da Da Da' von Trio und warum wurde er weltweit bekannt?
'Da Da Da' entstand spontan mit einer einfachen Casio-Drum-Machine und minimalistischem Text. Der eingängige Sound und die Reduktion auf das Wesentliche machten den Song weltweit populär, sogar in Ländern wie Brasilien, obwohl er auf Deutsch blieb.
Welche anderen bekannten NDW-Künstler und Songs prägten die 80er Jahre?
Neben Falco und Trio prägten Künstler wie Nena, Ideal, Extrabreit, Markus und die Erste Allgemeine Verunsicherung die NDW. Hits wie '99 Luftballons', 'Eisbär' oder 'Ich will Spaß' sind bis heute Kult und stehen für den kreativen Aufbruch der Zeit.
Warum war NDW so umstritten und wie reagierte das Publikum damals?
NDW polarisierte durch schrille Outfits, provokante Texte und neue Sounds. Während viele Jugendliche die Bewegung feierten, empfanden konservative Kreise sie als kulturellen Umbruch und Provokation. Der Generationenkonflikt spiegelte sich oft in den Wohnzimmern wider.
Gesprächs-Transkript
Kudu, der Dritte aus der Sternemitte, bin ich der Dritte von links.
Kudu
Das kenn ich nicht.
Und ich düse, düse, düse, düse im Sauseschritt und bring die Liebe mit von meinem Himmelsritt. Denn die Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, die macht viel Spaß.
Viel mehr Spaß als irgendwas.
Ach das.
Großartig, mit Axel Breitung zusammen gesungen. Oh Mann, wir sind zurück hier. Beim Thema NDW und einen kleinen Hinweis haben wir euch schon gegeben, über was wir heute sprechen wollen, aber damit fangen wir eigentlich gar nicht an. Um was geht's denn jetzt?
Jetzt kommt der Cliffhanger. Wir werden nämlich jetzt ganz mit was anderem anfangen, nämlich mit unserem österreichischen Nachbarn.
Oh yeah! Das ist ja generell so ein Thema. NDW, Neue Deutsche Welle. Hier geht es aber nicht um Deutsch als Nationalität, sondern Deutsch als die Sprache. Würde ich sagen. Man kann darüber diskutieren, aber für mich ist NDW eben auf Deutsch gesungen. Und ich muss sagen, diese ganzen Austropop-Sachen von Anfang der 80er ist für mich auch NDW. Es liegt vielleicht auch daran, dass ich selber in Süddeutschland groß geworden bin, südlich von München, und als Kind, ich habe damals in den 80ern diese NDW mitgenommen und wir haben das so gefeiert. Auch die Musiker aus Österreich, Falco natürlich allen voran, aber da gab es auch noch ein paar andere, Reinhard Fendrich, die Erste Allgemeine Verunsicherung, die hat auch schon Anfang der 80er Sachen gemacht. Und der Austropop war ein ganz großes Ding und ich glaube, und das ist auch ein starkes Element von dem, was wir auch NDW nennen, ohne auf diesen nationalen Songkran Deutschlands Österreichs zurückzukommen. Es ist einfach eine Kunstform und es ist halt neue Musik. Wir haben auch in der ersten Teilshow schon ein bisschen drüber gesprochen, wo das herkommt. New Wave, Punk und Krautrock und so weiter. Also eine neue Musik und vor allem ist sie halt auf Deutsch gesungen und in verschiedenen Mundarten, ob aus Erlangen oder aus Hesse oder eben auch aus Wien.
Genau, mit Falco haben wir auch jemanden, der das nicht nur hier in unserem deutschsprachigen Raum rausgebracht hat, sondern das ging weit über unsere Grenzen hinaus. Das wissen die Wenigsten, also der hat sogar die Billboard-Charts in den USA erklommen, war er mit Der Kommissar. Das war sein Start dort. Wir müssen jetzt eigentlich noch was anfügen, was jetzt nicht unbedingt mit NDW zu tun hat, ist nämlich Rock Me Amadeus, was dann doch in ganz andere Größenordnungen katapultiert hat. Eine Hollywood-Produktion, die es wirklich also ganz weit geschafft hat. Also letztendlich hat er damit dann den Vogel abgeschossen, möchte ich sagen. Aber wir waren bei der Neuen Deutschen Welle und Der Kommissar der mit dieser legendären Zeile: Denn der Schnee, auf dem wir talwärts fahren, kennt heute jedes Kind.
Na ja, großartig. Da sind immer so Anspielungen drin, Dinge, die man nicht ganz offensichtlich ansprechen durfte. Kokain? Nein, nein, nein, keine Drogenmusik. Das ist ja für ein junges Publikum gemacht. Und ich kann euch sagen, ich habe das eben mit 10, 11 Jahren gehört und für mich war das ein völlig harmloser Song. Diese Schnee-Anspielung oder auch die Erotik-Anspielung, all diese Sachen, das habe ich gar nicht verstanden als Kind. Ich habe mich einfach nur gefreut, da singt jemand eine Sprache, die ich verstehe. Weißt du, zu dem Zeitpunkt habe ich irgendwie Beatles mitgesungen, aber rein phonetisch. Ich konnte kein Wort Englisch, nur so phonetisch, wie es halt klingt irgendwie. Plötzlich singt da jemand in unserer Mundart, in unserer Sprache. Und wie großartig war das denn? Wir haben das so geliebt und gefeiert.
Weil es war auch halt eben was Neues. Das muss man wirklich sagen. Auch dieser deutsche Rap, der war in der Form ja gar nicht existent vorher und schon gar nicht kommerziell erfolgreich. Also mag sein, dass den irgendjemand gemacht hat, aber dann weißt du das ja nicht. Und hier kam das eben wirklich sehr authentisch, neu und in diesem frischen Sound mit einem Thema, eben mal nicht nicht Liebe, sondern wir haben jetzt hier ein völlig anderes Thema und das macht doch gleich viel mehr Spaß, fand ich. Also ich habe ganz andere Empfindungen dabei gehabt als dieses typische: Entweder sie ist weggelaufen oder sonst irgendwas. Also das Thema Mann-Frau ist hier ja kein Thema. Also insofern fand ich das schon mal außergewöhnlich gut, dass er das so angepackt hat.
Bei Falco ist es ja auch so, klar, heute packen wir den in die Neue Deutsche Welle, aber der selber hat sich bestimmt damals gar nicht als NDW-Künstler gesehen, sondern der hat ja tatsächlich ganz andere Ambitionen. Hochtalentierter Mann natürlich, natürlich. Man sieht so ein bisschen an der Optik, wie er sich gegeben hat, dem sein großes Vorbild war David Bowie. Das war, an dem er sich musikalisch orientiert hat. Wenn man zum Beispiel so Nummern hört wie Junge Römer oder so was, das klingt eins zu eins wie Bowie-Sound. Er war ein Riesenfan von David Bowie, auch so in der Art, wie er sich kleidet. Hier sozusagen die Bowie-Inkarnation von dem Thin White Duke, so schön gegelt die Haare nach hinten. Er war halt Riesen-Bowie-Fan und das hat sozusagen mit NDW erst mal gar nichts zu tun. Und das hast du eben schon gesagt, dann so Sachen wie Rock Me Amadeus. Das ist nicht mehr NDW, das ist auch international orientiert, und das hat er schon relativ früh gehabt. Und weil du auch erwähnt hast, wie erfolgreich er in Amerika war, das war tatsächlich so, irgendwelche Leute vom amerikanischen Musikbusiness, von Major Labels, die haben ja mal Angebot gemacht, nachdem er in Amerika eben auch Erfolg hatte, haben die gesagt: Hey, du hast das Potenzial, du könntest ein absoluter Weltstar werden. Wir machen dich zu einem Weltstar. Und ich rede hier wirklich von dem Level wie, was hatten wir in den 80ern, Madonna. Oder Michael Jackson oder so was, so in die Richtung, dieses Kaliber haben die Falco ein Angebot gemacht. Was hat er gesagt? Der hat das abgelehnt. Und er war halt auch so ein Patriot oder hat seine Heimat so geliebt. Von Falco stammt ja dann der Spruch: Das Schönste an der US-Flagge sind die rot-weiß-roten Streifen. Felix Austria. Stimmt. Und ich meine, das musst du auch erst mal bringen, wenn dir jemand so ein Angebot macht und du sagst einfach: Ach nee, weißt du was, interessiert mich ja nicht. Wien ist halt doch cooler als New York. In your face.
Wir haben noch einen dritten Hit, den wir mal unbedingt nennen müssen, das ist Jeanny, wo er sich ja auch sehr weit aus dem Fenster gelehnt hat, also zumindest wurde es so interpretiert, und da sagten viele eben auch schon, dem war das zu weit gegangen, aber eigentlich im Prinzip mit dem Geist der NDW ist das völlig verständlich für mich gewesen. Also das ist ja auch eine Frage der Haltung, die haben alle irgendwas versucht zu machen, was eben nicht so normal war, egal ob ich will Spaß, fahre 250 auf Autobahn und kostet Sprit auch „2 Mark 10" oder was da, so die üblichen. Also auch da hast du das natürlich mehr, also man wollte schon provozieren.
Ja, auf jeden Fall. Aber trotzdem, die Nummer „Jeanny" ist natürlich kontrovers. Ich meine, wir alle kennen das und die Kontroversen, aber das ist auch Teil von der Kunst. Und Falco hat das meisterhaft verstanden und ist ja dann leider auch früh gestorben. Ja. Und deswegen erwähnen wir auch noch den Hit „Out of the Blue". Into the Dark heißt der, Out of the Blue, so rum. Out of the Blue, Into the Dark. Und das ist ja dann eine Nummer, ganz spannend, die ist ja dann post mortem erschienen. Falco war schon tot. Tragische Geschichte auch. Hat einen Autounfall, glaube ich, gehabt, irgendwo in der Karibik. Und dann kommt diese Nummer raus, schon perfekt produziert und dann auch genau mit diesem, ja, mit diesem bisschen melancholischen Sound. Out of the Blue, Into the Dark. Ich meine, er ist tot, es passt einfach perfekt. Hat dann noch mal, ist vielleicht noch mal einer der aller kommerziell erfolgreichsten Songs von FRAX Music, oder? Ich weiß es gar nicht.
Nein, das war er nicht, aber auf jeden Fall gehört er, G ist meines Wissens, also war auf jeden Fall eine Nummer 1 hier in Deutschland, auf jeden Fall. Das ist schon ein Hammer-Ding gewesen. Wir vergessen so ein bisschen andere Sachen. Junge Römer zum Beispiel war ja auch ein Versuch eines Restarts. Ja, also, aber ist auch immer so eine Sache. Du hast da deinen Qualitätsstempel oder deinen Stempel für eine bestimmte Musikrichtung, und wenn du da aus- sharest, und das hat er schon gemacht, wobei der Text auch wieder sehr gut ist.
Ja, bei Junge Römer singt er auch Italienisch. Das ist auch dieser Sprachmix, den er hatte, auch dieses Kosmopolitische. Ich meine, der ist Österreicher und Wiener und offensichtlich liebt er seine Heimat, aber er ist auch ein Kosmopolit. Du kannst diese Sachen halt überall gut hören. Ja, und dieses Junge Römer Album, das muss man auch aus dem NDW-Kanon rausnehmen, weil da ist es auch so, dass sich das musikalisch nicht nur der Song, sondern das ganze Album so an Bowie orientiert. Und er selber, Falco, der war ganz enttäuscht, dass dieses Junge Römer Album nicht das Level von Erfolg hatte wie eben Einzelhaft oder dann auch die nachfolgenden Sachen wie Jeanny. Weil Falco selber hat gesagt, also er hat eigentlich am meisten von sich, Kreativität, Songwriting, Komponieren, Lyrics, hat er in dieses Junge Römer gesteckt. Das war für ihn sein Signature Album. Aber für die Leute war es vielleicht eine Spur zu anspruchsvoll.
Also zumindest hat das nichts gebracht. Also wir sehen ihn ja auch, also wie er sich sieht. Also für mich ändert das ja so ein bisschen. Das ist ja eine Bond-Nachstellung. Das ist ja ein Bond-Darsteller.
Geheimdienst, Ihre Majestät.
Ja, so ungefähr. Genau. Und hier erinnert er mich fast an Hugh Grant auf dem Bild hier. Ich fand das, deshalb habe ich auch, er ist schon vielseitig, aber eben mit seinem Wiener Schmäh.
Also ich finde es schon sehr Hier sieht er auch ein bisschen wie Bryan Ferry aus, finde ich. Aber das ist eben Bryan Ferry, David Bowie, weißt du, so ein bisschen cooler, elegant. In einer Zeit, wo Musiker oft noch total wild ausgesehen haben, löchrige Jeans und so, und dann kommen die schon an, hier was ganz anderes. Anzug, edel sein und so, das ist auf einmal angesagt. So gesehen auch komplett gegen den Zeitgeist. Wir haben vorhin schon drüber geredet, damals gab es Punk und so weiter, und dann läuft dann der in FRAX rum mit Fliege. Eine komplett andere Energie, die da gezeigt wird.
Ja, und jetzt gucken wir mal einfach von Wien den großen Sprung nach Großenkneten.
Nach Großenkneten.
Das kannte vorher keine Sau. Und jetzt, man kennt es aber, weil Trio daherkommt. Die war in diesem kleinen Nest in Ostfriesland, da sind die nämlich zu Hause. Weil du hattest schon vorhin erwähnt, dass es halt eben auch verschiedene Ecken von Deutschland mit dabei waren. München, es war Köln da, es war Berlin mit dabei mit Ideal beispielsweise. Und jetzt kommen wir halt eben auch mal nach Niedersachsen und die haben auch mit einem sehr eigenen Stil gearbeitet. Das kam immer gut zur Geltung. Also Ihr Hit „Da Da Da", das ist eine ganz interessante Geschichte, weil der basiert nämlich mit dem Hintergrund auf einem kleinen Casio-Gerät, was im Prinzip so eine Art Drum Machine dargestellt hat.
Wie auf so einer Heimorgel damals, der allereinfachste Beat.
Also wir sprachen immer darüber, wir kannten sowas ja schon seit 1980. Das nannten wir immer die Japaner. Das waren unsere kleinen Japaner, die haben wir genommen, um vielleicht einen Beat irgendwie vorzugeben. Die hätte nie einer bei einer Produktion eingesetzt. Aber das fanden die lustig, haben das eingeschaltet, haben das gehört, dann Da Da Da. Oh, das ist ja geil. Und so geht das los. Also so eine Musik, die machst du nicht am Reißbrett, sondern du hörst da einen Sound und sagst: Boah, lass uns das doch mal machen hier, das ist doch witzig. Ja, es hat doch was. Und so entsteht das. Und so was kann natürlich dann auch selbst in deutscher Sprache um die ganze Welt gehen, denn das haben sie in deutscher Sprache gelassen. Ich weiß, dass sie damals, ging das noch durch die Presse und soweit kann ich mich noch daran erinnern, dass es hieß, in Brasilien eine Riesennummer eins gemacht. Also da gab es dann für die das ganz, ganz beiläufiges Problem, dass die Lizenzen, die ihnen zustehen würden, gar nicht ausgezahlt werden konnten, weil es gar kein Abkommen gab, wie das rüberkam. Die mussten das Geld in Brasilien ausgeben.
Ach super, ja.
Ist doch nicht lustig. Naja, das Trio, die haben ja noch, das ist ja nicht der einzige Hit. Sie haben ja noch ein bisschen mehr zu überbieten.
Ja, auf dem Album, das sind ja hier, das Album, da sind ja fast nur Hits drauf. Das Anna, Lass mich rein, lass mich raus. Auch da, Texten kann jeder hören und sehen, was er will. Da war diese eine Weihnachtsnummer, wie hieß denn das nochmal? Turaluraluralu, ich mach Bubu, was machst du? Wann da Lichter an dem Baum? Also die hatten eigentlich nur Eulen nach Athen, war das nicht auch auf dem Album drauf? Oder war das dann der Renner-Solo später? Super Album. Ich kann mich noch so sehr erinnern, Leute, wie ich das das erste Mal gehört habe. Damals, wie gesagt, ich war noch Kind Anfang der 80er, aber 19:30 Uhr kam einmal die Woche die Hitparade im Fernsehen mit Dieter Thomas Heck. Schnellredner, der kann noch viel schneller reden als wir. Und Dieter Thomas Heck, da sind dann diese ganzen NDW-Stars auf einmal reingekommen. Leute, das war damals ein richtiger Kulturkampf in den Wohnzimmern zu Hause. Weißt du, ich komme aus Bayern, bürgerliche Familie. Meine Eltern, wir haben immer Hitparade geguckt, aber da waren halt immer Schlager. So bin ich aufgewachsen, so haben sie einen sozialisiert damals. Und plötzlich tauchen in der Hitparade durch NDW lauter junge, freakige, bunte, schrille Leute auf, mit gefärbten Haaren. Und er musste die spielen in der Hitparade, weil das eben Hits waren, weil die auf einmal in den Charts waren. Und ich weiß noch, wie wirklich der Kulturkampf im Wohnzimmer getobt hat. So meine Eltern so: Hey, das ist im Sinne des Untergangs des Abendlandes, das ist keine Musik mehr. Und wir als Kids sofort den Ball aufgenommen: Hey, das ist unsere Musik! Und das ging wahrscheinlich in Millionen Wohnzimmern war das so: kindlich. Und ich werde das nie vergessen, wie sie das erste Mal dann eben Trio in der Hitparade aufgetreten sind. Und ich war so direkt hysterisch. Ich fand das so lustig als Kind. Ich war nur ein Kind. Ich habe gefeixt und gelacht. Und erst dann später eigentlich, vielleicht sogar deutlich später als Erwachsener, mit ein bisschen Abstand, erkenne ich: Okay, das war natürlich super witzig, aber das ist eben auch nicht nur Trash. Wir können ja diskutieren, aber für mich ist das auch eine Kunstform. Schon der Titel Da Da Da, das ist Beziehung auf Dadaismus. Das ist diese Minimalisierung. Minimalisierung von Musik, das Runterbrechen auf das Allerwesentlichste und Einfachste. Das ist eine Kunstform. Die Art, wie der Typ Trommel gespielt hat, der hat kein Schlagzeug aufgebaut, sondern den Japaner, wie du eben sagst, laufen lassen. Und dann hat er nur so eine Snaredrum gehabt, auf der der gespielt hat. Das ist Musik runtergebrochen auf das Allereinfachste, auf den Minimalismus. Genauso wie der Text. Und dann erkennst du, okay, das ist dann doch nicht nur Trash. Das ist doch nicht nur eine infantile Kindermusik, sondern das ist halt eine Form von Kunst, ob dir das gefällt oder nicht. Und das hat eben schon was Neues wieder aufgebrochen. Ich feier die ja, muss ich wirklich sagen. Das ist für mich großartig.
Die ZDF-Hitparade hat natürlich auch daran wahnsinnig profitiert. Also die ist natürlich immer gut, wenn etwas kontrovers diskutiert wird und dann geht das durch die Printmedien. Ja, ich kann bei der Gelegenheit vielleicht noch erwähnen, ich hatte die Gelegenheit, mit Stefan Remmler auch zusammenzuarbeiten. Tatsächlich? Ja, es ist kein leichter Job. Er ist ein echter Mensch, kann man dazu sagen, also er hat seine Vorstellungen und die sind nicht immer förderlich für die Musik. Kann ich durchaus so stehen lassen. Ja, also ja, es gab dann doch einige Meinungsverschiedenheiten. Es ging da auch nicht um ihn selbst, sondern um seine Kids. Der hat nämlich 3 Kinder, 3 Jungs, und da ging es darum, die jetzt in den Popmarkt einzuführen. Naja, das hat nun nicht so richtig gut geklappt. Die Sachen sind zwar veröffentlicht worden, aber war nicht erfolgreich. Mich hat es nicht gewundert, so gesehen, weil dann doch irgendwie diese kommerzielle Ader war da nicht so angesagt. Ich habe mich auch ein bisschen gewundert, weil eigentlich steht er dafür. Und was hat er doch gesungen? Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Und solche Nummern hat er rausgebracht und fängt dann an, irgendwie bei seinen Kiddies die wesentlich abgeschwächte Version davon zu kritisieren. Er hat die Sache nicht gefördert. Also insofern hat das leider nicht zu dem geführt. Aber ich wollte nur sagen, das Ganze hat also dann damit auch einen Bezug dann für mich noch mal gehabt. Der Schlagzeuger ist relativ früh gestorben. Ich meine, der Gitarrist ist auch schon nicht mehr da, meines Wissens. Ich glaube, soweit ich weiß. Also Gitarre, Schlagzeug, Sänger, klar, ihr wisst das wahrscheinlich. Und ja, deshalb.
Das bringt dich ja, also das finde ich auch total stark. Du hast Stefan Remmler mal produziert. Das ist eine Schmiede, die auch wieder einen Band zwischen dir und dem von uns beiden so hochgeschätzten Produzenten Conny Plank. Denn der hat auch Stefan Remmler produziert.
Oh, wusste ich nicht.
Ja, der hat nicht dieses Album oder war es sogar dieses? Nee, ich glaube, es war das Nachfolgealbum von Trio. Das ist von Conny Plank. Und der hat dann eben auch so ein paar Solosachen von Stefan Remmler auch noch gemacht, bevor er dann auch relativ früh, Conny Plank, in den Achtzigern gestorben ist. Das heißt, auch da ist eine Verbindung. Der hat sich auch versucht an Stefan Remmler und hat wahrscheinlich auch Schwierigkeiten gehabt. Ganz ehrlich, die Sachen, die da produziert wurden, ich habe die noch nie gehört. Also besonders erfolgreich waren sie, glaube ich, nicht.
Ne, es ist die Schwierigkeit, der Stefan hat da seine Vorstellungen und die kann er aber auch nicht gut. Es ist ja immer, da kann man mal grundsätzlich sagen, es ist eine Riesenschwierigkeit, ja, wenn du als Musikschaffender bist auf der einen Seite und jemand auf der anderen Seite, der jetzt also weder in Noten denken kann und sonst irgendwas. Die Kommunikation ist das Problem, ja, denn worüber reden wir denn jetzt, ja, und dann sagt er, aber es ruft irgendwie nicht, und dann weißt du, was meint er denn jetzt, oder es kommen andere Dinge ganz plötzlich hoch. Es ist ein ganz schwieriges Feld. Das merkt man so gar nicht, wenn man nur am Rande mitkriegt. Am schlimmsten wird es, wenn die Musikindustrie einsteigt und irgendwas versucht, da zu sagen. Ich gebe mal so ein Beispiel, woran man es erkennen kann. Nur mal jetzt so, als wenn man diesen Blickwinkel hat. Ich hatte Ace of Base produziert, Beautiful Morning, war sehr, ist recht bekannt geworden, weil es ein starker Radiotitel wurde. Und ich hatte mir gedacht, ich mache mal was Auffälliges und habe ein Intro-Thema funden, ja, das war mit Dudelsack. Das ging mit dem Dudelsack los und es hat wirklich gesoundet, das war was echt ganz Spezielles mit dem ganzen Ding und hab das begleitet dann auch mit ganz mit ein bisschen Streichern, aber die waren nicht wichtig, entscheidend war dieser Dudelsack, der da dröhnte, ja. Also ich hielt es für eine sehr, sehr gute Idee. Da sagt doch der Typ aus der Plattenfirma, sagt dann zu mir, der kam extra zu mir ins Studio und sagt: Dudelsack, keine Chance. Damit verschrecke ich Zielgruppe. Damit verschrecke ich die Zielgruppe. Und ich dachte, was ist das bitte für ein Argument? Das würde ja heißen, wer denkt, der Dudelsack benutzt, hat gar keine Chance, jemals irgendwas Erfolgreiches zu machen. Was ist das für eine Einstellung? Also ich muss es dann rausnehmen. Ich muss das wirklich aus der Produktion rausnehmen. Wir haben es dann ganz normal mit Streichern gespielt. Fand ich schade. Ich weiß genau, so wie das im Radio gelaufen ist, das wäre viel besser im Verkauf gelaufen. Laufen. Also, so was kann passieren. Das hat aber auch eine Kommunikationsfrage und deshalb war ich immer froh, wenn die Industrie sich nicht so geradeauf gespielt hat und irgendwas Besonderes haben.
Ja, das ist immer das Thema. Mann, Axel, ich weiß ja genau, dass die Leute da draußen jetzt auf was warten, was wir schon angetriggert haben. Aber bevor wir dazu kommen, kommt jetzt erstmal noch ein echter Hammer.
Ganz genau, und zwar Der Typ hier.
Der Hammer!
Der Hammer ist ja genau. Ich habe Sie schon in der letzten Sendung, die man sich unbedingt angesehen haben sollte, angekündigt, dass ich ja nun auch als Interpret unterwegs war. Der Titel: Der Hammer. Das ging so: Mit dem Hammer in der Hand nagele ich durchs ganze Land. Einmal links, einmal rechts, einmal schräg, einmal quer, denn das Nageln fällt nicht schwer.
Ey, die Lyrics sind großartig, das ist auf Trio-Niveau, das ist Dadaismus, das ist Kunst, das ist, was ich sage.
Genau, sehr nett. Und man hörte am Anfang diesen Hammer, wie er nämlich sozusagen irgendwie was—
wie er nagelte.
Genau, wie er nagelte. Also damit jetzt keine falschen Sachen aufkommen, sondern das ist der Zimmermann, tut seine Arbeit, mehr nicht. So, das war der Grundgedanke. Und man würde heute wahrscheinlich sagen, Axel, mach das mal klar für den Ballermann. Ich glaube, das wird nicht. Das könnte laufen. Vielleicht hat der Typ ja auch diese Idee, das noch zu tun. Keine Ahnung, ganz woanders. Okay, also ich wollte nur die Geschichte deshalb erzählen, weil sie so typisch ist für die Musikbranche. Also das hatte mein damaliger Verleger gehört, der hatte gesagt, okay, oh, das ist gut. Der hat das so mitgekriegt, Trio-Lied da, und das war auch, ist so ein bisschen jetzt so mit dem minimalistischen Anfang auch noch so umgesetzt worden. Also Leute, mal anhören, auf YouTube kann man es hören, bei Spotify ist es nicht eingestellt, aber ihr könnt das gerne mal auf YouTube hören, dann hört er, wie ich den Hammer geschwungen habe.
Warum ist das nicht bei Spotify? Hat Spotify gesagt, hey, sorry, der Song, der ist nicht qualifiziert für unsere Playlist?
Das hat damit was zu tun, weil der ist nicht mehr erhältlich bei denen. Also die Plattenfirmen konnten es nicht einstellen, weil sie es nicht mehr haben.
Weil sie es nicht mehr haben, weil es auch nicht mehr verkauft wird.
Weil das schon damals, da fiel der echt durch, der Song. Und jetzt kommt die Geschichte.
Aber der hat das Potenzial für einen Relaunch, Axel.
Ich bin auch der Meinung.
Genau. Making Axel great again.
Sehr gut, dankeschön. Also noch mal darauf zurückzukommen, die Geschichte ging so: Der war begeistert und hat gesagt, okay, ich produziere den mal, also dass der entsprechend rauskommt, und hatte dazu noch den Gigi Anderson, Schlagersänger, ja, hat er als Co-Produzent mit dabei gehabt. So, dann sind die zu einer Plattenfirma und siehe da, jemand hat Interesse gehabt. Und zwar relativ großartig, Phonogram damals noch, ist relativ bekannt gewesen zu dem Zeitpunkt, gehört heute zu Universal, dem Marktführer, und da hat das hat tatsächlich einen Plattenvertrag gegeben. Und denke, ich war damals völlig baff, weil ich hab die ja nochmal viel stärker gefunden. Hör doch endlich auf zu quatschen, hieß zum Beispiel die B-Seite davon auch. Und fand ich viel interessanter als das. Gut, aber wie gesagt, die fanden das alle lustig und die Plattenfirma machte dann ein Angebot und sagte: Pass mal auf, lieber Bernd, wir machen das jetzt so, ich habe hier einen Scheck für dich bereit für 50.000 Mark. Überlegt euch das mal. 82, ja, muss man dazu sagen. Und du kannst das mal kriegen, oder ich gebe dir 3 Prozentpunkte mehr, also erhöhe sozusagen die Lizenzbeteiligung, wenn du das jetzt haben willst. Also ich glaube an die Nummer, die wird der absolute Hammer. Nimmt den Scheck und reißt ihn durch. Kein Witz. 50.000 Mark hat der einfach bei sich kurz durchgerissen. So war die Story. So, und die sind dann herausgegangen und Gigi Andersen sagte: Bist du wahnsinnig? Das kann nicht dein Ernst sein. Du kannst doch nicht. Das war doch unser Geld gewesen, du Idiot. Ja, der hat den zusammengeschissen ohne Ende. So läuft das hinter den Kulissen halt ab. Und dann passiert das, das war sau blöd. Die Idee war dann auch, da waren gute Promotion-Ideen, also was weiß ich, an Zimmermann auch in dem Rahmen. Das Ganze zu starten aus dieser Geschichte raus. Und so war das dann eben, dass die— aber diese Promotion, das hat irgendwie nicht funktioniert. 82 war es immer noch eine gute Zeit, das rauszubringen, aber die Plattenfirma hat relativ schnell aufgegeben. Und das war auch, das war natürlich, dann kommen wieder die Hintergrundgeschichten. Eigentlich konnte ich gar nichts dafür, hätte ja auch klappen können, ja, sagen wir mal so. Aber das muss man so sehen, mit dieser Promotion, die da war, war der Produzent und mein Verleger, also diese Person, war nicht damit einverstanden. Der war stinksauer, dass sie nicht ihren Job gut gemacht haben. Und jetzt komme ich und sage, das stimmt gar nicht, die haben einen guten Job gemacht. Ich weiß das, ich war ja bei denen im Büro. Dass das Bild genommen worden ist, zum Beispiel, damit war ich dabei. Ich wurde gefragt. Ich wurde als Interpret überhaupt nicht übergangen, so wie ihr das dargestellt habt. Nein, ich habe das mit ausgesucht. Und habe das dann auch mein Okay gegeben und habe gesagt, das ist okay, wie es ist. Und deshalb, für mich war das also eigentlich— und dann kam aber, dann war der sauer, ist zu der Vertriebstagung, die angesagt war, wo er eingeladen war, nicht hingegangen. Und das haben die anderen natürlich als Affront gesagt, dann lass, dann ist egal. Und schon war ein Riesenschlag dazwischen und das führte dazu, dass die ganze Geschichte sang- und klanglos den Bach runtergegangen ist. Eigentlich nur im Hintergrund. Gut.
Das ist bitter. Letztendlich steckst du da auch nie drin, was man auch bei NDW gut sieht. Du kannst nicht wirklich vorhersehen, was ein Hit ist, was nicht. Manchmal gibt es vielleicht Sachen, wo du sagst: Okay, das ist ein Hit, das ist eine gute Chance. Aber ich meine, konnte man vorher antizipieren, dass DaDaDa so durchstartet?
Nein.
Kein Mensch kann das antizipieren.
Nein, das weißt du nie.
Es hätte auch eine Riesennummer werden können.
Es hätte wirklich auch klappen können. Aber es macht eigentlich auch nichts. Also ganz ehrlich genommen, wenn du es genau nimmst, war ich der Leidtragende für eine Fehlentscheidung von meinem. Aber das wiederholte sich sowieso schon noch ein paar Mal in meinem Leben. Also lieber Axel, sagte mir mein Schicksal, gewöhn dich schon mal dran, dass die Dinge, die du eigentlich für richtig gut hältst, dann doch nicht irgendwie bei dir landen. Muss ich jetzt noch mal los. Ganz kurz einen Satz dazu noch. Ich hatte t.A.T.u. auf dem Tisch. t.A.T.u., diese beiden Russinnen, die da mit so einem Pseudo-Lesben-Video dann Furore gemacht haben. Gemacht haben. Der hat das auf dem Tisch, man spielt ihm das vor von der Plattenfirma und ich sag: Boah, saustark musikalisch gesehen. Und ich sag: Ich mache ein Riesending draus. Ich gebe mir das. Ich hatte das gemacht, das Ding war fertig. Da sagten die zu mir: Tut mir leid, Axel. UK hat sich eingeschaltet. In London kam der Befehl, weil das ganze Geschäft von Universal läuft über England.
Eine höhere Hierarchiestufe.
Und wenn die sagen, pass mal auf, wir haben jemanden, der das produziert, und der hieß leider noch Trevor Horn.
Oh, einer der ganz Großen natürlich.
Ganz genau, der ganz Große, und der hat das genommen. Und so, ich weiß, dass die Nummer, so wie ich sie gesehen hätte, genauso eine Nummer 1 geworden wäre, weil ich fand sie auch interessanter umgesetzt. Egal, ich sage nur so, das sollte mir das Schicksal sagen, Axel, gewöhn dich jetzt schon mal dran, 82, du hast, eigentlich ist es ein Hit. Und wenn es keiner wird, dann muss es noch nicht mal deine Schuld gewesen sein. Gut, aber bei anderen klappt das besser. Bei anderen klappt das besser. Zum Beispiel von denen, wir schon was gesungen haben eben.
Da isses. Tauchen, Prokopetz und der Name Humpe taucht ja wieder auf. Ja, das ist aber nicht Annette Humpe, die wir von Ideal gehört haben.
Das ist sie nämlich, die Annette.
Sondern das ist die Schwester von Annette Humpe, die hier mitsingt, Inga Humpe. Und das zeigt auch, weil wir es vorher schon mal hatten, sind diese ganzen österreichischen Sachen, kann man die überhaupt zu NDW zählen? Aber das ist einer der allergrößten NDW-Sachen, wo keiner diskutiert, ob NDW oder nicht. Und ja, das ist deutsch-österreichische Freundschaft. Auch da ein kleines Zitat an die deutsch-amerikanische Freundschaft, die vielleicht auch noch mal Erwähnung finden. Aber das ist einer der allergrößten Hits. Und die beiden, das waren eigentlich auch gar nicht so richtig Vollblutmusiker, oder die waren Unangenehmerweise, ich habe auch gedacht, das wäre so.
Bei meiner Recherche jetzt: deutsch-österreichisches Feingefühl.
Ach, tatsächlich? Heißen ja nicht Freundschaft.
Siehste?
Feingefühl.
Ja, das hat mich auch gewundert. Also ich hatte das genauso im Kopf wie du.
Tatsächlich?
Dann stolpere ich, denke ich: Was?
Das ist deutsch-österreichisches Feingefühl? Nein, das ist doch völlig richtig. Passt ja auch irgendwie. Feingefühl ist mit Taktstock in der Hand. Wer braucht denn so was in der Popmusik? Die haben ein Feingefühl, das sind ja Taktstockfeine, klingen ja Florette.
Also die Frage ist jetzt, welche Rolle spielen die? Also tatsächlich ist es so, die beiden Jungs haben das kreiert, also die Grundidee. Natürlich, diese Melodie, da brauchst du schon jemanden, der sich damit auskennt.
Das ist eine Hookline. Diese Melodie ist ein brutalster Ohrwurm. Deswegen haben sie euch ja vorhin vorgetragen. Das kriegst du auch nach Jahrzehnten nicht mehr raus aus der Oma. Hey, das Ding ist immer in mir drin.
Genau. Aber die kommen ja aus einem ganz anderen Bereich.
Das waren eigentlich so Entertainer, oder? Was übrigens sehr witzig war.
Comedians.
Comedians, genau. Was öfter auch in Österreich so ist. Die haben so eine besondere Art von Humor. Es gibt ja sowieso den Wiener Humor, diesen besonderen Schmäh. Aber es gibt eben auch, hatten wir schon erwähnt, die Erste Allgemeine Verunsicherung. Also so Spaß-Pop, aber mit Niveau, also wirklich Humor, Witze. Das ist so eine österreichische Spezialität, scheint mir. Und die haben ja eine Fusion gemacht eben mit den Humpeschwestern. Berlin, hat mir ja schon erzählt über Ideal und diese Avantgarde und so. Es passt einfach perfekt. Aber wirklich, wer auch immer da diese Melodie rausgehauen hat, ich meine, da weißt du, das ist ein Hit. Das passt perfekt. Das ist so ein Ohrwurm-mäßig, das hörst du selbst im Proberaum wahrscheinlich. Ich denke so, Mist, das kriegen wir den ganzen Tag.
Im Prinzip hat das sowieso schon, wir hatten schon erwähnt, Nena. Nena hat ja ein Duett gemacht mit Markus.
„Kleine Taschenlampe“.
Genau richtig. „Wir sitzen hier auf dem Planeten“ und so weiter. Jetzt kommen die mit dem Planeten. Dann gibt es noch „Fred vom Jupiter“. Das auch noch mal, müssen wir auch erwähnen. Also es hat schon ein bisschen, eigentlich ist ein wichtiges Thema der NDW gewesen.
Ja, ich glaube, das ist einfach auch der Zeitgeist so Anfang der 80er. Ich meine, damals sind hier die Space Shuttles gestartet und so weiter. Es ist auch international, da fallen mir eine ganze Reihe Songs ein, die das zum Thema haben, so Science-Fiction, ob das Queen ist, die den Soundtrack zu Flash Gordon gemacht haben, oder von Styx beispielsweise hier Mr. Roboto und Kilroy, was hier ist, das Album. Das war einfach damals auch der Zeitgeist. Immer noch so ein bisschen so ein Echo vielleicht aus den 70ern, aus diesem Weltraumzeitalter. Hey, als wir damals jung waren, wir haben auch gedacht, dass wir in wenigen Jahren fliegen wir zu Mars, Venus oder sonst wohin.
Hat man uns erzählt.
Ja, das hat man uns erzählt. Das war dieser Optimismus, den wir hatten. Da warten wir heute immer noch drauf. Aber musikalisch hat die Generation es damals halt natürlich als Thema verarbeitet. Das war einfach Zeitgeist.
Mensch, es gibt so viele Sachen noch und über die unterhalten wir uns demnächst wieder, denn ja, wir sind am Ende unserer heutigen Sendung und wir arbeiten schon dran, das weiterzuführen.
Und jetzt weißt du, was Kodo ist.
Okay.
FRAX Music!
