Warum Udo Lindenberg bis heute begeistert - 80 Jahre Udo: Songs & Geschichten Teil 2, FRAX Music
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Zusammenfassung
In der 14. Folge von FRAX Music feiern Axel Breitung und Frank Engelmayer den 80. Geburtstag von Udo Lindenberg mit einem zweiten, tiefgehenden Blick auf das Werk und die Vielseitigkeit des Ausnahmekünstlers. Nach einer kurzen Rückschau auf seine Karriere als Jazz-Schlagzeuger, Maler, Schriftsteller und Schauspieler tauchen die beiden Hosts in die musikalischen Meilensteine Lindenbergs ein und beleuchten, warum er bis heute Generationen begeistert.
Im Mittelpunkt stehen die Alben, die Lindenbergs Ruf als Pionier des Deutschrock begründeten. Besonders hervorgehoben wird 'Alles klar auf der Andrea Doria' (1973), das mit seinem Titelsong und der Ballade 'Das Mädchen aus Ostberlin' nicht nur musikalisch, sondern auch textlich Maßstäbe setzte. Die Hosts erzählen, wie Lindenberg mit seinen Songs das Lebensgefühl der 70er und 80er Jahre einfing und dabei gesellschaftliche Themen wie die innerdeutsche Teilung aufgriff. Die Entstehungsgeschichte von 'Alles klar auf der Andrea Doria', inspiriert vom legendären Hamburger Musikclub Onkel Pö, wird ebenso lebendig geschildert wie die Hintergründe zu 'Das Mädchen aus Ostberlin', das auf einer wahren Begebenheit basiert und die Tragik getrennter Liebender in Zeiten der Mauer thematisiert.
Auch das Album 'Odyssee' (1983) erhält besondere Aufmerksamkeit. Für viele Fans ist es ein Schlüsselwerk, das mit Songs wie 'Sonderzug nach Pankow' und 'Mein Onkel Joe' die Vielseitigkeit Lindenbergs zwischen Jazz, Swing und Rock demonstriert. Die Hosts teilen persönliche Erinnerungen an ihre Jugend und wie Lindenbergs Musik sie prägte – etwa die Faszination für Jazz, ausgelöst durch den swingenden Sound von 'Sonderzug nach Pankow'.
Neben den musikalischen Highlights werfen Axel und Frank einen Blick auf Lindenbergs künstlerische Aktivitäten abseits der Musik: Seine Malerei, die Gestaltung von Briefmarken und Buchbänden sowie seine filmischen Ausflüge. Sie diskutieren, wie ernsthaft Lindenberg diese Disziplinen verfolgte und wie sein künstlerischer Anspruch auch in diesen Bereichen sichtbar wurde.
Abschließend gehen die beiden auf die Mechanismen des Musikbusiness ein: Wie werden Singles ausgewählt? Welche Rolle spielt die Plattenfirma? Und warum sind es oft die ruhigeren, nachdenklichen Songs, die von Lindenberg am meisten im Gedächtnis bleiben? Die Folge bietet eine Fülle an Anekdoten, persönlichen Empfehlungen und fundierten Einblicken in das Schaffen eines der wichtigsten deutschen Musiker der letzten Jahrzehnte.
Playlist zur Folge
Hintergrund & Kontext
Udo Lindenberg wurde 1946 in Gronau geboren und gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter des Deutschrock. In den frühen 1970er Jahren wagte er als einer der ersten, Rockmusik mit deutschen Texten zu verbinden – ein damals revolutionärer Schritt, da die meisten deutschen Musiker englisch sangen. Sein Durchbruch gelang ihm mit dem Album 'Alles klar auf der Andrea Doria', das nicht nur musikalisch, sondern auch gesellschaftlich neue Maßstäbe setzte.
Lindenbergs Texte spiegelten stets den Zeitgeist wider: Von der Aufbruchsstimmung der 70er über die politischen Spannungen der deutschen Teilung bis hin zu den gesellschaftlichen Veränderungen der 80er und 90er Jahre. Mit Songs wie 'Sonderzug nach Pankow' griff er politische Themen auf und wurde zur Stimme einer Generation, die sich nach Freiheit und Veränderung sehnte. Sein Engagement für die deutsch-deutsche Verständigung machte ihn auch außerhalb der Musikszene zu einer prägenden Figur.
Neben seiner Musik ist Lindenberg für seine Kunst bekannt. Seine Gemälde und Zeichnungen sind in renommierten Galerien ausgestellt, und seine künstlerische Handschrift findet sich auf Briefmarken, Buchcovern und sogar in Sondereditionen von Lexika. Auch als Autor und Schauspieler hat er sich einen Namen gemacht. Lindenbergs Einfluss reicht weit über die Musik hinaus – er steht für eine Haltung, die Kreativität, Nonkonformismus und gesellschaftliches Engagement verbindet. Bis heute inspiriert er Künstler und Fans gleichermaßen, sich nicht in Schubladen stecken zu lassen und immer wieder neue Wege zu gehen.
Häufige Fragen
Welche Alben von Udo Lindenberg sollte man unbedingt kennen?
Zu den wichtigsten Alben von Udo Lindenberg zählen 'Alles klar auf der Andrea Doria' (1973) und 'Odyssee' (1983). Beide Alben prägten seinen unverwechselbaren Stil und enthalten einige seiner größten Hits.
Was macht Udo Lindenbergs Musikstil so besonders?
Udo Lindenberg kombinierte als einer der ersten deutschen Musiker Rock, Jazz und Pop mit deutschen Texten. Seine markanten Sprachbilder, sein lässiger Gesangsstil und die Einbindung von Big Band-Elementen machen seinen Sound einzigartig.
Welche bekannten Songs stammen von Udo Lindenberg?
Zu seinen bekanntesten Songs gehören 'Sonderzug nach Pankow', 'Alles klar auf der Andrea Doria', 'Das Mädchen aus Ostberlin', 'Cello' und 'Horizont'. Viele dieser Lieder sind heute Klassiker der deutschen Musikgeschichte.
War Udo Lindenberg nur Musiker oder auch in anderen Bereichen aktiv?
Neben seiner Musikkarriere ist Udo Lindenberg auch als Maler, Schriftsteller und Schauspieler bekannt. Er gestaltete Briefmarken, Buchcover und war an mehreren Filmen beteiligt, darunter 'Panische Zeiten'.
Wie hat Udo Lindenberg die deutsche Musiklandschaft beeinflusst?
Udo Lindenberg gilt als Wegbereiter des Deutschrock. Er machte deutsche Texte im Rock populär und inspirierte zahlreiche Künstler, sich musikalisch und gesellschaftlich zu engagieren.
Gesprächs-Transkript
Hallo liebe Musikfreunde, willkommen bei FRAX Music. Hier der zweite Teil von unserer Extravaganza, die wir zum 80. Geburtstag von Udo Lindenberg aufgenommen haben. Ich bin Frank Engelmayer und bei mir ist Axel Breitung.
Hallochen allerseits.
Schön, dass ihr wieder dabei seid. Wir hatten ja im ersten Teil zu Udo Lindenbergs 80. Geburtstag ja schon ein bisschen über seine Vita gesprochen, über seinen Werdegang. Wollen jetzt mal so mehr auf das Werk auch von ihm schauen. Und ich meine, der Typ, da sind wir uns einig, ist einer der bedeutendsten Musiker, die wir überhaupt im Lande haben. Er hat Deutschrock, dieses Genre, eigentlich erfunden und ist ein unglaublich talentierter Typ. Ist als Jazz-Schlagzeuger eigentlich ins Music Business eingestiegen, war in seiner Karriere aber auch Maler, Schriftsteller, der Bücher geschrieben und auch Filme gemacht, auch Schauspieler und so weiter. Wirklich ein wahrer Tausendsassa, oder Udo Lindenberg?
Ja, also wie gesagt, als Maler habe ich ihn tatsächlich zumindest in der Europa Passage, das ist dann relativ vorne in Hamburg ein wichtiger Ort, an dem das stattgefunden hat. Da hat er ja dann sozusagen jahrelang seine Ausstellung gehabt, wo man sich die Lindenberg-Bilder angucken konnte. Natürlich habe ich mir das nicht entgehen lassen, weil ich so, so dann da war und habe mir das natürlich mal reingezogen. Er hat auch wirklich diesen Stil, sagen wir mal, auch diesen da auch wirklich auch wiedererkennbaren Stil. Ab und zu sieht man das mal bei ihm auf Cover. Manchmal hat er auch so, ja, sagen wir mal, relativ einfache Zeichnungen auch dabei, die man auf dem Cover hier und da mal sieht. Sehen kann. Ja, also er hat auch auf dem Sektor eben auch seine Kunst weitergegeben.
Und die ist wahrscheinlich schon ernst zu nehmen. Ich meine, ich bin jetzt echt nicht so gut in Kunst, aber immerhin, weil es gibt ja öfter auch mal Musiker, die vielleicht dann aus ihrem großen Ego heraus: Hey, ich kann auch malen und so weiter. Aber bei Lindenberg, die Malerei muss man ernst nehmen. Der hat ja immerhin auch zwei Briefmarken designed, offizielle Briefmarken der Deutschen Post, auch mit seinen Bildern. Und glaube ich auch mal, ich glaube, es war Knauers Universallexikon oder so, weißt du, irgendein Lexikonband mit 30 Bänden. Und da hat er jedes einzelne, da gab es eine extra Edition, eine Künstlerausgabe, und da hat er jeden einzelnen Band individuell gestaltet, also mit Bildern, die er gemalt hat. Und wenn du dann alles zusammenfügst, diese, keine Ahnung, 20, 30 Bände, entsteht auch so ein Gesamtbild. War wohl schon ernst zu nehmen, sonst hätte man ihn da bestimmt nicht vor sich hin dilettieren lassen.
Ja, zumindest das zeigt ja auch noch mal, dass er halt eben schon auch wirklich auch eine Art Künstler, einfach durch und durch Künstler ist. Also wie gesagt, du hast ja schon mit dem Schlagzeugspielen das erwähnt, dass er auch ein guter Schlagzeuger war. Es ist nicht irgendwie so, sonst hätte man ihn nicht an diesen wichtigen Stellen auch mal schon auf der Bühne gesehen. Also insofern hat er auch da schon seine Spuren hinterlassen.
Filme hat er auch gemacht. Ich habe die überhaupt nicht auf dem Schirm, obwohl das eigentlich so— ich bin ein Kind der 80er, so als mein Teenie-Zeit. Ich habe das nicht auf dem Film, aber 1984 und 1980 gab es Panische Zeiten, so ein komplett Lindenberg-Film, wo er Regie gemacht hat, Drehbuch, Hauptrolle, alles. Und dann 1984 noch mal so eine, wahrscheinlich so eine Trash-Komödie. Da gab es einige in den 80ern, die nannte sich Super. Aber ich habe die überhaupt nicht mehr auf dem Schirm. Hast du diese Filme mal gesehen? Kannst du dich noch erinnern?
Nee, ich kenne ihn nicht als Schauspieler.
Ja, kommen wir lieber zur Musik. Da kennen wir uns auf jeden Fall ein bisschen besser aus als bei den Filmen. Wie sieht's denn aus? Was sind denn so, lass uns doch mal so ein paar von den Highlights von ihm erwähnen, weil das ist auch so, der war unglaublich produktiv, er hat unglaublich viel gemacht. Ich habe es nicht mehr im Kopf, so 34 oder 36 Studioalben. Das ist Wahnsinn. Das ist brutal viel. Welche von diesen Alben sind eigentlich dann gut? Weil ich sage dir ganz ehrlich, ich habe Also als Eigentum habe ich, glaube ich, 5 Originalalben von Udo Lindenberg und dann noch 2 so Best-of-Sachen. Und ich muss sagen, mir gefällt auch nicht alles von ihm. Das heißt, du musst wirklich schon wissen, was sind die coolen Alben. Und schmeiß du doch mal da so ein paar raus, wo du sagst, das muss man von Lindenberg kennen.
Ja, wie gesagt, ich war ja mit 2 Titeln als Produzent und Co-Autor mit dabei auf dem Album Zeitmaschine. Hab da auch mal natürlich logischerweise mal reingehört, wovon auch die ganzen anderen Titel waren. Also es hatte mich nicht allzu sehr gewundert, dass der König von Scheißegalien die erste Single wurde aus dem Album. Also das ist ja, man muss es so sehen, das ist ja das, was wir Musiker natürlich, das Wichtigste überhaupt ist für uns, nicht dass man irgendwo auf dem Album ist, sondern dass man die Single hat, die sozusagen da draußen eigentlich jeder kennen sollte. Und da hilft es natürlich, wenn man dann sozusagen das geschafft hat. Das ist ja auch letztendlich Wenn ich eine Ehrung, ja, dann in Hickin den kommerziellsten Titel, muss nicht der beste sein, aber meistens sind es aber auch die Highlights auf dem Album, die dann zur Single gemacht werden. Das übrigens, kleine Anekdote am Rande, entscheidet in wenigsten Fällen der Künstler selber, sondern die Plattenfirma. In all den Verträgen steht drin, dass man die Sachen abgibt und da auch hinterstehen muss, logischerweise, ja. Was manche auch nicht immer tun, das muss man dazu sagen. Manche Sachen geben dann, die nehmen sich das später übel. Ja, hätte ich ja bloß nicht gemacht, so ein Kram. Bin ich bewusst bei meinen Leisten geblieben. Aber im Grunde genommen ist das so ein ganz wichtiger Punkt, dass die Plattenfirma die raussucht. Das wird sie natürlich niemals gegen den Willen des Künstlers tun, schon gar nicht, wenn das halt eben ein entsprechend hochgehypter Künstler ist. Also das machen die nicht. Aber das Recht zum Beispiel, die rechtliche Situation ist immer eindeutig, dass die Plattenfirma sich da etwas raussuchen kann. Und insofern ist natürlich das schön, wenn das so geklappt hätte mit dem König von Scheißegalien. Aber wie gesagt, das ist halt eben, und wir kennen eigentlich, und das ist immer der Punkt, wir kennen meistens nur die erste Auskopplung, manchmal die zweite noch aus dem Album. Das ist typisch eigentlich, das ist nichts Ungewöhnliches. Man überlege sich, du, jetzt ich sag mal, wenn, angenommen, er hat 35 Alben gemacht, wobei man natürlich, das ist nicht alles mit ganz neuen Titeln, da sind viele Sachen, die man auch mit bei wieder so in neuesten, neueren Fassungen hat, aber dahinter stecken mit Sicherheit 400 bis 500 veröffentlichte Songs. Ja, das ist ja Normalerweise heißt das, dass er mindestens 700 geschrieben hat. Man bringt nicht immer automatisch alles raus, sondern man hat die Sachen, packt man dann weg und sagt, pass mal auf, die anderen Sachen sind einfach besser. Das Bessere ist der Feind des Guten. Das gilt im Studio besonders. Deshalb hat man dann auch auf den Alben eben auch die Sachen ausgewählt, die halt dann doch über dem Durchschnitt sind. Genau deshalb wollte ich das noch mal mit einbringen, dass das also auch für die Titel von ihm gilt.
Fair enough. Du gibst als Anspieltipps also auch die Sachen, wo du mitproduziert hast. Da ist ein Qualitätsnachweis. Ich möchte mal noch ein Album reinschmeißen, was man echt kennen sollte von Udo Lindenberg. Das ist eigentlich sein Durchbruchalbum 1973, sein zweites Album. Das erste hat sich echt ganz mies verkauft, aber das zweite Album 1973, Alles klar auf der Andrea Doria. Das ist wirklich fast schon so ein Signature-Lindenberg-Sound gewesen. Da sind ganz viele Dinge, die wir dann seine ganze Karriere hören. Da schon seine Sprache, so diese coolen Ausdrucksweise, Sprachbilder. Da ist auch schon ein bisschen so das Rockmusik, aber auch schon so, da ist noch keine Big Band drin, aber es geht auch schon ein bisschen so diese Jazz-Einflüsse, die er auch immer hatte. Diese Platte ist wirklich eine der empfehlenswerten. Da sind auch zwei meiner fünf Lieblingssongs von Udo Lindenberg auch auf der Platte drauf. Der Titelsong Alles klar auf der Andrea Doria, wo er auch einfach zeigt, wie großartiges Songwriting ist. Er beschreibt dort die Szenerie im Onkel Pö. Das Onkel Pö war eine Kiezkneipe in Hamburg, wo er und auch viele andere von dieser Hamburger Musikszene, die umfangreich war, da war der Jean-Jacques Kravetz da, der hier auch mitgespielt hat, Inga Rumpf und so weiter, und die ganzen Leute. Die sind halt gerne im Onkel Pö gewesen und er beschreibt diese Szenerie, diese ganzen Charaktere, die es da gibt, vom Türsteher über die Barfrau und all diese Leute. Und der Song ist tatsächlich im Onkel Pö entstanden. Der war in der Kneipe und hat auf einmal die Inspiration und schreibst es dir sofort auf. Zack. Und der Song war es auch tatsächlich, der Lindenberg, der war dann so erfolgreich, der wurde im Radio gespielt und so weiter. Und das hat ihn dann wirklich so hoch katapultiert. Und auf dem Album ist auch noch ein zweiter Song drauf, der finde ich zu den größten gehört von Lindenberg, nämlich „Das Mädchen aus Ostberlin". Diese wunderschöne Ballade in der deutschen Teilung. Und es gab ja dann die Möglichkeit, glaube ich ab den 70ern mit dem Vertrag, du konntest als Westdeutscher mal nach Ostberlin fahren, aber du hast nur so ein Tagesvisum bekommen. Und der Song beruht wohl auch auf einer echten Romanze, die Lindenberg auch hatte. In Ostberlin, so lernst du jemanden kennen, eine Frau, aber dann abends um 12 Uhr musst du über den Checkpoint wieder zurück nach Westberlin, weil dein Visum abgelaufen ist. Und halt dieses uralte Romeo und Julia Thema, die Trennung, die Mauer, eine Liebe, die verhindert wird. Was für ein großartiger Stoff, weißt du? Das ist wie Weltliteratur. Und er macht daraus dann diesen Song „Das Mädchen aus Ostberlin". Und ja, Hammer-Song, auch auf dem Album drauf.
Ja, also was bei ihm so sehr auffällig ist, eigentlich sind es ja normalerweise die Gassenhauer, die so durchgehen, also die halt eben sehr schnell sind. Aber bei Lindenberg, die bekanntesten Titel eigentlich von ihm sind, also jetzt gut, Sonderzug, ja, da genau, das ist einer von der Sorte. Aber die vielen anderen Sachen, wenn du dran denkst an Cello oder Horizont beispielsweise, auch alles eher gemäßigte Songs, die er da hat. Art, also nicht unbedingt der Gassenhauer, der Brüller. Also insofern hat er sich damit eigentlich mehr den Namen gemacht, möchte ich sagen.
Wo du Sonderzug nach Pankow erwähnst, das ist das zweite Album, was ich empfehlen möchte. Es ist tatsächlich mein Lieblingsalbum und es ist witzig, vielleicht weil wir auch eine ähnliche Generation sind, Axel, ist es auch eins von deinen Lieblingsalben. Odyssey von 1983. Für mich ein absolutes Meisterwerk. Okay, ich bin da vielleicht beeinflusst aus meiner eigenen Teeniezeit. Bei uns ist 83, da war ich 13.. Und ich hatte diese Platte oder zumindest habe ich es auf Kassette gehabt, aber komplett das Album. Und ich habe das bestimmt in meinen Teenie-Jahren, damals in den 80ern, habe ich das bestimmt Hunderte von Malen gehört. Das ist keine Übertreibung. Ich kann heute noch fast jeden Song auswendig singen, weil es eben auch auf Deutsch war. Da gab es nicht so viel in der Zeit, was du gehört hast. Ja, NDW war schon am Start, aber das Album, so habe ich Udo Lindenberg kennengelernt. Odyssey, Hammeralbum, oder?
Ja, auf jeden Fall. Ja klar. Und gut, das lief auch halt eben Also bei uns, wenn eine Party oder was war damals, wir kannten das wirklich alles. Das war das Album, was sie am ehesten so rausgehauen haben. Es musste recht gehen. Deshalb erinnere ich mich auch noch ganz gut dran.
Sonderzug nach Pankow, das ist ja eigentlich so eine Jazz-Adaption. Es geht da eigentlich um den Glenn-Miller-Track, oder Glenn Miller hat den auf jeden Fall bekannt gemacht. Chattanooga Choo Choo. Und tatsächlich, das ist ja was, was Lindenberg immer gerne gemacht hat, auch so diese Orchester einsetzen, das Panikorchester, Big Band irgendwie. Und auf dem Album, das hat mich damals wirklich beeinflusst. Es ist tatsächlich so, aufgrund von diesem Album habe ich damals als 13-Jähriger meine erste Jazzplatte gekauft. Da sind gar nicht so viele nachher noch gekommen. Aber damals habe ich mir ein Glenn Miller Album gekauft, weil mich das so beeindruckt hat, dieser Swing. Und da ist auch noch ein zweiter Song drauf, den ich empfehlen würde als Anspieltipp, um mal so einen Unbekannten zu nehmen aus seinem Werk. Auf dem Album auch der letzte Song „Mein Onkel Joe". Das ist auch so cool. Das ist so Big Band Swing Jazz und dann eher mit so einem grotesken Text und da ist coole Musik und es knallt irgendwie rein. Absolut zu empfehlen. Der ist auch auf diesem Album drauf. Also diese Jazz-Sachen, ich liebe sie von ihm.
Also ja, also ich bin ja dann doch irgendwie, was mein ich, wenn man jetzt so, angenommen man geht also mal auf Spotify und guckt sich da mal so an, ja, was wird denn da relativ hoch gerankt? Sieht, dann ist man ganz schön überrascht, dass da ganz oben sein neuester Titel eigentlich von denen Sachen, nämlich Komet. Das ist so für alle, die jetzt die halt eben auch seine ganze Geschichte vielleicht auch gar nicht so mitgekriegt haben. Die kannten ihn natürlich, aber letztendlich ist Komet der Titel, der dann doch irgendwie, also der mehr Plays auf Spotify hat als alles, was er hat, als zusammen. Der hat wirklich über 300 Millionen Streams. Das ist wirklich was Besonderes. Und gut, ja, und das bringt uns eigentlich jetzt auch dazu, was er sowieso immer gemacht hat. Er hat immer mit Duettpartnern oder halt eben Konstellationen gehabt, die irgendwie außergewöhnlich waren. Also um einen zweiten Namen mal zu nennen, den Clueso. Ja, das war ja auch ein Überraschungsthema, dass die beiden einen Titel gemacht haben. Auch der lief wirklich wahnsinnig gut. Also auch den kennt man heute auch noch. Auch wieder eine Sache, die er als Duett gemacht hat. Also er hat immer seinen Namen. Es ist aber auch eine gewisse Strategie. Ich glaube nicht, dass er es aus strategischen Gründen gemacht hat, aber ansonsten hat man das häufig in der Branche, dass viele sagen, okay, oder die gerade über Duette sich auch lange im Gedächtnis erhalten bei den Leuten, weil dann immer wieder was Neues ist, wenn jemand neu dazukommt, sodass dann wiederum Denn dadurch, dass dann jemand der anderen angesagt ist, kann man seine, sagen wir mal, sich immer wieder mal ins Gespräch bringen. Ich glaube, in dem Falle glaube ich, da ist Udo steht da generell drüber. Ich glaube nicht, dass der jetzt sagt, nur damit er jetzt irgendwie Aufmerksamkeit kriegt, dass er dann anfängt, irgendwie sich einen Duett-Partner zu suchen, nur aus dem Grund. Oder nicht? Bestimmt noch einen anderen Grund gehabt.
Ja, tatsächlich. Das hier ist auch die erfolgreichste Platte in seiner ganzen Karriere. Das finde ich auch so interessant, weil wenn ich ein Messer jetzt, wo Lindenberg seinen 80. hatte, ich frage noch Leute so, Lindenberg, was ist dein Lieblingssong, so erst ein bisschen reinfühlen, und manche sagen so, ah, Lindenberg, das war gar nicht meine Zeit. Die beiden einzigen Nummer-1-Alben in Deutschland, das sind die letzten beiden Alben gewesen. Das ist tatsächlich das von 2016, Stärker als die Zeit, und 2008 Stark wie 2. Das sind 2 Nummer-1-Alben in Deutschland. Das ist unsere Zeit. Da reden wir nicht von den 70ern und 80ern. Das sind die erfolgreichsten Alben. Und faszinierend auch, was du sagst, eben wie er mit anderen Leuten zusammengearbeitet hat. Das ist ja auch etwas, was eigentlich seine ganze Karriere auch geprägt hat. Der war ja wahrscheinlich von allen Musikern so mit einer von denen, die mit am meisten Zusammenarbeit mit anderen Leuten hatten. Das ging ja wirklich durch die Generationen hinweg. Er war zum Beispiel der Entdecker von der Sängerin Ulla Meinecke, war da auch wie so der weiße Ritter, hat auch diese Karriere angeschoben. Der hat in den 80ern doch zusammengearbeitet mit Nena und angeblich hatten die ja sogar eine längere Beziehung miteinander oder so was. Weißt du davon? Weil das war in den 80ern, musste das ganz geheim gehalten werden. Aus Vermarktungsgründen. Es darf nicht sein, dass Nena mit Udo zusammen abhängt. Das hätte zu viele Teenies, die sich Hoffnung auf Nena gemacht haben, zerstört. Du warst damals schon am Start. Wusstest du von solchen Geheimnissen her?
Ja, das war das, was man sich erzählt. Wobei, da weiß man nie so ganz genau. Also, aber wenn wir schon gerade mal bei solchen Geschichten sind, da gibt es eigentlich eine, man spricht in Hamburg, eine relativ spezielle Geschichte. Da geht es um das Da geht es um einen Musikverlag. Also ein Musikverleger hat ja die Aufgabe, sich darum zu kümmern, was aus den Werken wird. Deshalb passt es auch gut gerade heute zu unserem Thema, weil wir ja gerade als Schwerpunkt haben die Titel. Und genau das ist natürlich das, was so ein Musikverleger jetzt halt in erster Linie bearbeitet. Der sorgt dafür, dass das auch einen Bekanntheitsgrad bekommt und ist also sozusagen immer mit dabei. Und dann war aber eine Geschichte da, Dann lief ein Vertrag aus und dann sagte, dann war Uwe Lindenberg, hat sich dann überlegt, mal gucken, ob ich mit dem weitermachen möchte oder ob ich vielleicht jetzt mal wechsle. Mit dem hat er schon jahrelang gearbeitet und dann dachte er, okay, und dann hat er sich Folgendes überlegt. Da war er nicht mehr ganz nüchtern, als er das zum Besten gegeben hat. Aber es ging darum, er sagt, pass mal auf, Ich will wissen, ob du gut da bist. Und dazu habe ich eine kleine Organisationsaufgabe, die ich für dich, die Idee, die du hast. Pass mal auf, wenn es dir gelingt, einen Panzer von der Bundeswehr auf den Parkplatz zu kriegen, der dann bereitsteht, auf dem Parkplatz vom Atlantik Hotel, ja, dann steht er in Lisabon. Da dachte er, was soll ich machen? Ich soll einen Panzer besorgen? Wo soll ich einen Panzer herkriegen? Hat er sich natürlich gefragt und hat darauf gehofft, weiß der nächsten Tag bestimmt nicht mehr. Das Denkmal, das war eine echte Lehre auch für ihn. Der hat sich ganz genau daran erinnert. Also du denkst an die Aufgabe, wenn unser Vertrag weiterlaufen soll, der überlegt, dann hat er angerufen. Was meinst du, was da los gewesen sein muss? Dem ist das wirklich gelungen. Der hat einen Panzer besorgt, wirklich, der hat auf dem Parkplatz sein, hat liefern lassen. Überleg jetzt den Wahnsinn. Und dann, na ja gut, ich meine, dabei ging es ja nicht darum, dass er jetzt Panzer fahren wollte. Udo, das war nicht der Sinn und Zweck der Sache, sondern er wollte eigentlich wissen, wenn man ihm eine solche organisatorische Aufgabe gibt, ob er sie dann wohl meistern kann. Also Er hat das wirklich echt in die Tat umgesetzt, der Verleger, und damit seinen Vertrag um einige weitere Jahre verlängert.
Oh Mann, was für eine wilde Geschichte. Ja, unfassbar. Ja, Udo Lindenberg, ich wollte mal zurückkommen auf ein paar richtig gute Songs von ihm und noch einmal zu dem Album Odyssee, denn der Titelsong Odyssee, Der ist auch absoluter Hammer und der spiegelt halt so sehr diesen Zeitgeist wider, den es da 1983 gab. Dieser Zeitgeist Kalter Krieg, Atomwaffen, die Sorge, dass das immer zu Ende gehen könnte, Anti-Atomkraft-Bewegung. Es war auch tatsächlich, weil das heutzutage auch viele junge Leute haben, so dieses Generation X, wir sind die letzte Generation. Das war auch schon der Zeitgeist 1983. Und auf dem Song Odyssey, Ey, das sind der Text, die Lyrics, das ist so unglaublich stark, wenn man sich das anhört. Der beschreibt genau das, weißt du? Es ist so eine Allegorie, die Odyssee. Wir Menschen sind auf Odyssee. Und nur mal so eine Textzeile so als Beispiel, was er da so singt: Auf kugelsicheren Kommando brücken kranke alte Männer an eisernen Krücken, sitzen am Spieltisch gierig und fett, spielen American Poker. Und Russisch Roulette. Wir sind auf Odyssee, keiner weiß, wohin die Reise geht. Wir sind auf Odyssee, weil der Wahnsinn am Steuer steht. Ey, shit, da kriege ich jetzt noch Gänsehaut, weil das ist einfach auch so zeitlos und so super in Lyrics verpackt. Allein dafür müsste man eigentlich Preise bekommen. Großartiges Werk.
Ja, er erzählt ja gerne Geschichten. Das hat er auch immer gut verstanden. Nicht unbedingt um Selbstreflexion, sondern die Geschichten mit dem Osten, das hast du ja auch. Und du siehst ja, und das zeigt auch wieder einmal mehr, Menschen haben immer Interesse an Geschichten. Und wenn man die gut verpackt und gut erzählt wie er, ja, dann ist das was wert. Wir haben einen Song noch gar nicht genannt, und zwar Ein Herz kann man nicht reparieren. Den müsste man eigentlich auch noch mal drüber nachdenken, weil das dürfte einer seiner bekanntesten sein.
FRAX Music. Schmeiß ihn rein, den Rest. Von wann ist der? Der ist aus welcher Ära?
Das weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr, muss ich zugeben. Also wie gesagt, Ein Herz kann man nicht reparieren. Der Song müsste eigentlich noch ein 90er sein. Bin mir nicht so ganz sicher, aber ich gehe davon aus, dass es aus den 90er Jahren ist. Aber wie gesagt, auch das ist ja wieder mal so eine Ja, so eine Geschichte, die eigentlich im Grunde genommen wieder so ein Bonmot ist, dass man das, wenn jemand Liebeskummer hat, dann ein Herz kann man nicht reparieren, hat dann der ein oder andere sicherlich auch schon mal genannt.
Ja, du hast es angesprochen, er hat halt auch diese Fähigkeit, diese Balladen zu schreiben, so Herz irgendwie auch zu beschreiben. Das ist großartig. Ja, lass mich bei einem Ding noch mal zurückkommen auf Odyssee, weil wir sprechen auch gerne über Covers. Axel, ist dir auf dem Cover von Odyssee spontan direkt was aufgefallen? Er hat keinen Hut auf.
Genau, stimmt.
Ja, aber das ist auch eine komische Geschichte, weil das ist von 1983 und Udo Lindenberg-Hut-Story, da gibt es ja einen Hintergrund dazu. Und ich weiß nicht, ob das wirklich nur eine Urban Legend ist, also so eine Art Mythos, oder ob das wirklich so stimmt. Aber es heißt ja, dass 1981, also 2 Jahre vorher, dass da Udo Lindenberg angefangen hat, eben immer den Hut aufzuhaben. Er hat auch schon in den 70ern mal Hut aufgehabt, aber ab 1981 wohl immer, zumindest in der Öffentlichkeit. Und die Story geht ja, dass ihn dort 1981 eine Stalkerin mit einem Messer am Kopf verletzt hätte und er dort so eine fiese Narbe hätte und dann die halt nicht zeigen möchte und deswegen immer den Hut aufhatte. Das ist die Story, die dahinter steht. Aber vielleicht ist es auch nur ein Mythos. Ich weiß es nicht. Und er hat halt einfach lichtes Haar und Hut ist halt cooler. Ich selber habe auch tatsächlich fast immer eine Kopfbedeckung auf, einfach weil ich mich auch damit wohlfühle. Das ist eigentlich schon immer so.
Soll ich jetzt Udo zu mir sagen?
Ich habe heute extra einen Hut aufgesetzt. Ja, wenn wir es ja nur zu Udo machen. Heute kein Käppi, heute muss ein Hut auf.
Ja, also wie gesagt, wir haben das, aber er hat halt eben immer verschoben. Ich habe ihn übrigens mal gesehen live, jetzt muss ich überlegen, das muss in den 90ern gewesen sein. Ja, war in den 90ern, nämlich ich bin da nach Hamburg gezogen und da war er in der Alster-Sporthalle. Ja, und ich war ein bisschen überrascht darüber, dass er mit seinem Umgang mit Alkohol dann doch irgendwie, ja, dass er den so doch zur Schau gestellt hatte da auf der Bühne, fand ich ein bisschen, dachte ich auch so, pff. Also ja gut, er hat immer, das kann ich jetzt nicht sagen, er hat immer so Zeiten gehabt. Man nennt die ja eigentlich ein bisschen herablassend Quartalsläufer. Aber zu denen muss man ihn eigentlich, hat immer so Phasen gehabt, da habe ich halt mit ihm auch gearbeitet, da war überhaupt nichts mit Alkohol. Also Bier schon, aber dann war das alkoholfrei. Also er hat dann nichts mit Alkohol getrunken. Ich glaube auch nicht, dass er sich da irgendwie zugezogen hat. Also er hat jetzt so gesagt, ey, ich muss jetzt aufhören. Das war einfach so eine Zeit und dann hat er wieder angefangen und gesagt, okay, jetzt ist wieder Partytime und hat wieder zugelangt.
Ja, ich glaube, Alkohol, da gab es schon mehrere Phasen in seinem Leben, wo das auch dann tatsächlich ein Problem war. So genau weiß ich es nicht. Ich meine, er ist selber am Leben, er kann es ja selber erzählen. Aber ich glaube auch, irgendwann ist doch auch mal so sein Panikorchester auseinandergebrochen. Das hat vor allem auch den Grund gehabt, weil die Leute keinen Bock mehr hatten, weil es unzuverlässig wurde, weil Konzerte ausgefallen sind und so weiter wegen Alkoholthemen. Und ich meine, es überrascht ja nicht, wir wissen es, dass es bei vielen Künstlern halt echt eine Challenge auch ist, dort, wenn du so viel Erfolg hast, das auch alles schön zu grounden. Aber an seiner Produktivität hat es ihm offensichtlich keinen Abstrich getan, denn so viele Alben, wie der auch gemacht hat, weit über 30, fast 40 Alben. Und dann dazu so viele Zusammenarbeiten. Mit welchen Leuten der alles da war. Ich meine, der hat mit Peter Maffay zusammengearbeitet mehrmals, der natürlich auch einer von diesen großen Namen aus der Zeit ist. Der hat aber auch mit allen, mit mehreren Generationen von Hip-Hopern zusammengearbeitet. Wir hatten ja schon den Apache, aber der hat auch mit Yandile mal was gemacht. Der hat in den 90ern mit verschiedensten Leuten gearbeitet. Die Zusammenarbeit mit Klaus Doldinger, der— ey, Udo Lindenberg spielte Schlagzeug in der verdammten Tatort-Musik, die heute immer noch jeden Sonntag im deutschen Fernsehen läuft. Da kannst du Udo hören. So, der hat mit so vielen Leuten zusammengearbeitet, auch international. Eric Burdon waren die doch teilweise auch zusammen auf Tournee, und dann hat er auf dem Album mitgespielt. Also das ist schon wirklich erstaunlich. Und dazu auch diese verschiedenen Genres, oder jetzt mal rein musikalisch, weil was du in den 90ern gemacht hast, das konnte man auch gut mit Lindenberg verbinden, oder? Weil der ist so genreoffen, der geht in so viele Richtungen, der macht Rockmusik, der macht Swing, der macht diese Balladen einfach nur am Piano gespielt. Sag du das, Axel, als Produzent. Ich würde meinen, weil der so offen ist in so allen möglichen Genres, kannst du auch mit dem in alle Richtungen gehen und mit dem arbeiten.
Ja, unbedingt. Ich glaube auch schon, dass er diese, und das zeigt auch, dass er diese Herausforderung sich auch aussucht. Der will gerne was anderes machen hier und da, um mal zu gucken, wie passt das zusammen mit seinem Textstil. Man muss immer wieder sehen, er geht ja vom Text aus. Also als ja bei mir mit dem Könnt mich von Scheiß egal entstand, da stand der Text so gut wie fest. Aber die Melodie war noch nicht gesetzt. Die kam dann eigentlich erst, die hat man dann teilweise zusammen erarbeitet. Aber der Text stand schon. Also das heißt mit anderen Worten, er sucht sich dann sozusagen, der stimmt das auch glaube ich immer wieder mit sich ab und hat aber immer noch die, hat das auch immer wieder gern gemacht, dass er natürlich immer hier und da auch Genres gesucht hat, wo er noch nicht vorher war. Und das ist schon, ja, das macht einen Menschen schon erfolgreich, obwohl er eigentlich, das hat er nicht unbedingt gemacht, um jetzt, das hat er für sich gemacht. Also so, das sagt er, ich stehe drauf, ich möchte jetzt gern ein bisschen was so machen. Wie gesagt, das nächste Album nach dem Zeitmaschine war ein Rockalbum, wo er gesagt hat, hier müssen die Gitarren ja, ja, das habe ich jetzt was anderes gemacht hier. Da war auf dem, der Zeitmaschine hat da nicht viel Rockmusik drauf gehabt, sondern dann hat er gesagt, jetzt komme ich, jetzt kommt hier wieder ein Rockalbum.
So. Ein Album möchte ich noch zumindest erwähnen, weil es glaube ich auch für viele von unseren Zuschauern, wenn du sie fragst, was war dein wichtigstes Lindenberg-Album, das ist die Amiga-Ausgabe. Amiga war ja der Musikverlag, das Label in der DDR. Und die hatten auch eine Lindenberg-Platte und die hatten wahrscheinlich brutal viele Leute hinterher. Das, was die meisten, wo die Udo Lindenberg kennen, wenn ich meine Frau frage, was ist dein Lieblingssong von Udo Lindenberg? Da kommt sofort Wozu sind Kriege da? Das ist der Opener, der erste Song auf dieser Amiga-Platte. Und die ist auch empfehlenswert. Es ist sozusagen eine Zusammenstellung von mehreren von seinen frühen, aus den 70ern, frühen Hits. Und die sollte auch Erwähnung finden, weil er eben auch, hatten wir im ersten Teil schon drüber gesprochen, auch so diese gesamtdeutsche Perspektive hatte, weil er auch zu DDR-Zeiten schon in Ostdeutschland unglaublich viele Fans auch hatte. Und die Amiga-Platte, Shoutout auch dafür. Noch ohne Hut, der junge Hut.
Ja, genau. Ja, und vielleicht auch noch mal hier an dieser Stelle noch mal unbedingt zu erwähnen, FRAX Music. Das sind wir beide, die wir uns wie hier auch in diesem Beitrag werden wir uns auch weiter, haben wir auch viele andere Themen, die wir geben. Also wir haben auch ganze Serien, also über die NDW, die muss man sich unbedingt mal ansehen, weil die 7 Teile haben sich, die lohnen sich auf jeden Fall. Wir haben die außergewöhnlichen Stimmen, wir befassen uns mit den Alben, die Cover vor allen Dingen, und damit natürlich nicht nur mit den Covern selber, sondern wir gucken auch ein bisschen dahinter, nämlich welche? Was haben sie ausgelöst? Was hat die so genommen? Und das ist ja eine Art Promotion. Das hilft ja auch dann sozusagen, den ganzen Act bekannter zu machen. Sowas gehört auch mit dazu.
So ist es. Deswegen unterstützen Sie den Kanal, abonnieren, liken, hypen, teilen miteinander. Und ich schätze, damit kommen wir zum Ende. Das war unser zweiter Teil von unserer Hommage an Udo Lindenberg, der im Mai diesen Jahres 80 Jahre alt geworden ist. Wir grüßen FRAX Music. Ja. Einer der allergrößten deutschen Musiker, da gibt es überhaupt keinen Zweifel. Und danke euch fürs Einschalten, dass ihr so lange am Start geblieben seid. Und bis nächstes Mal. Es war noch lange nicht alles, was ihr von uns hört. Ciao.
