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FRAX MUSICSpezial11. Juli 2026

Bonnie Tyler ist tot – Abschied von einer der größten Stimmen der 80er | FRAX Music Special

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Zusammenfassung

In dieser bewegenden Spezialfolge von FRAX Music nehmen Axel Breitung und Frank Engelmayer Abschied von einer der markantesten Stimmen der Popgeschichte: Bonnie Tyler. Die Nachricht von ihrem Tod in Portugal hat Musikfans weltweit erschüttert. Für Axel und Frank, beide mit der Musik der 70er und 80er Jahre aufgewachsen, ist Bonnie Tyler eine Ikone, deren Stimme und Songs Generationen geprägt haben.

Die Folge beginnt mit einem Rückblick auf Bonnie Tylers Karriereanfänge. Ursprünglich mit einer eher folkigen Stimme gestartet, veränderte eine Stimmbandoperation 1976 ihr Leben und ihre Karriere grundlegend. Durch eine unglückliche, aber schicksalhafte Nachwirkung der OP entstand ihre berühmte Reibeisenstimme – ein Markenzeichen, das sie von anderen Sängerinnen abhob und ihr den Weg zu Weltruhm ebnete.

Axel und Frank beleuchten, wie Bonnie Tyler mit Songs wie 'Lost in France' zunächst in Großbritannien Fuß fasste, bevor sie mit 'It's a Heartache' den internationalen Durchbruch schaffte. Besonders spannend ist die Analyse des musikalischen Wandels: Vom britischen Folk und Country hin zu amerikanisch geprägtem Bombast-Rock, der durch die Zusammenarbeit mit dem legendären Produzenten und Songwriter Jim Steinman seinen Höhepunkt fand.

Im Mittelpunkt steht das Album 'Faster Than the Speed of Night' (1983), das als Tylers Opus Magnum gilt. Hier entstand mit 'Total Eclipse of the Heart' ein Song, der bis heute zu den größten Balladen der Popgeschichte zählt. Die Hosts erklären, wie Steinmans dramatischer, fast musicalhafter Stil und Tylers kraftvolle Stimme perfekt harmonierten. Auch 'Holding Out for a Hero', bekannt aus dem 'Footloose'-Soundtrack, wird als weiteres Highlight ihrer Karriere gewürdigt.

Die Folge geht auch auf die Herausforderungen ein, mit denen Bonnie Tyler als walisische Sängerin im internationalen Musikgeschäft konfrontiert war – von Sprachbarrieren bis hin zu Selbstzweifeln. Ihr Mut, eigene Wege zu gehen, zeigt sich etwa darin, dass sie ein Angebot für einen James-Bond-Titelsong ablehnte, weil ihr der Song nicht gefiel.

Abschließend beleuchten Axel und Frank Tylers spätere Karriere, ihre langanhaltende Popularität in Deutschland und die Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen. Trotz abnehmender Chartpräsenz blieb sie durch Live-Auftritte, TV-Shows und Duette präsent. Ihr Vermächtnis: Eine Stimme, die unter die Haut geht, und Songs, die bleiben. Ein würdiger Nachruf auf eine außergewöhnliche Künstlerin.

Playlist zur Folge

Hintergrund & Kontext

Bonnie Tyler wurde 1951 als Gaynor Hopkins in Wales geboren. Ihre musikalische Sozialisation fand in einer Zeit statt, in der weibliche Rock- und Popstimmen noch selten im internationalen Rampenlicht standen. In den 70er Jahren war die britische Musikszene von Glam Rock, Folk und aufkommendem Punk geprägt. Tylers Durchbruch mit 'It's a Heartache' fiel in eine Phase, in der emotionale Balladen und kraftvolle Stimmen besonders gefragt waren – ein Gegenpol zur kühlen, synthetischen Ästhetik des späteren Synthpop.

Die Zusammenarbeit mit Jim Steinman in den 80er Jahren war ein Glücksfall: Steinman brachte das theatralische Element des Broadways in die Rockmusik und schuf mit Bonnie Tyler einen Sound, der zwischen Pathos und Pop oszillierte. Diese Verbindung von Rock, Musical und Pop war stilprägend für die Dekade und beeinflusste viele spätere Künstlerinnen.

In Deutschland fand Bonnie Tyler ein zweites Zuhause. Die Offenheit des deutschen Musikmarkts für internationale Acts und die starke TV-Präsenz halfen ihr, auch nach dem internationalen Hype relevant zu bleiben. Ihre Karriere steht exemplarisch für die Möglichkeiten und Herausforderungen weiblicher Solokünstlerinnen in einer von Männern dominierten Branche – und für die Kraft, aus einem vermeintlichen Makel (der beschädigten Stimme) ein unverwechselbares Markenzeichen zu machen.

Häufige Fragen

Wann und woran ist Bonnie Tyler gestorben?

Bonnie Tyler ist im Jahr 2026 8 juli in Portugal an der Algarve verstorben. Sie war zuvor krank und lag im Krankenhaus, ihr Tod kam jedoch für viele überraschend.

Wie entstand Bonnie Tylers berühmte Reibeisenstimme?

Nach einer Stimmbandoperation 1976 hielt sich Bonnie Tyler nicht an die ärztlichen Vorgaben zur Schonung. Dadurch entstand ihre charakteristische Reibeisenstimme, die sie weltberühmt machte.

Was sind die größten Hits von Bonnie Tyler?

Zu ihren größten Hits zählen 'Total Eclipse of the Heart', 'It's a Heartache' und 'Holding Out for a Hero'. Diese Songs prägten die 80er Jahre und sind bis heute Kult.

Welche Rolle spielte Jim Steinman in Bonnie Tylers Karriere?

Jim Steinman schrieb und produzierte einige von Bonnie Tylers größten Erfolgen, darunter das Album 'Faster Than the Speed of Night'. Seine dramatische, musikalische Handschrift prägte ihren Sound maßgeblich.

Hat Bonnie Tyler auch mit deutschen Produzenten gearbeitet?

Ja, Bonnie Tyler arbeitete in den 90er Jahren mit Dieter Bohlen und war bei Hansa Records in Berlin unter Vertrag. Besonders in Deutschland blieb sie dadurch lange populär.

Gesprächs-Transkript

Frank0:15

Hallo Leute, willkommen bei FRAX Music zu einem Spezial aus traurigem Anlass, denn Bonnie Tyler ist gestorben. Axel, wir als Kinder der 70er und 80er Jahre, für uns ist sie eine der größten Vokalisten ihrer Generation, oder?

Axel0:28

Ja, eine der außergewöhnlichsten Stimmen, die wir Frauen so zu bieten haben. Da war ja, da ist ja einiges, was wir auch heute noch gern hören.

Frank0:37

Ja, es ist eine traurige Nachricht, die uns erreicht hat. Sie ist gestorben in Portugal, wo sie schon seit Jahrzehnten lebte, an der Algarve. Und es war jetzt so, es kam schon mal im Juni oder Mai, hat man schon gehört, dass es kritisch ist. Sie liegt im Krankenhaus. Aber dann hat man, zuletzt habe ich so gehört, es würde irgendwie besser gehen. Aber jetzt kam es ganz überraschend. Sie ist verstorben und wir wollen halt mal ihr die Ehre erweisen, einen Nachruf hier auf sie auszurichten und wollen uns auch mal ein bisschen so ihre Highlights anschauen. Weil es ist zwar traurig, aber auf der anderen Seite ist es ja auch so, wenn solche großen Leute gehen, die so eine Legacy haben, weißt du, der Mensch geht, aber das Werk bleibt da. Und bei Bonnie Tyler wirklich was für eine außergewöhnliche Stimme. Kennst du eigentlich die Story mit der Stimme? Denn das ist, was sie so außergewöhnlich gemacht hat. Das war ja gar nicht ihre natürliche Stimme. 1976 hat sie ja ihre erste Platte aufgenommen mit dem noch ziemlich folkigen Song Lost in France. Und wenn man sich den anhört, da hat sie noch gar nicht diese Reibeisenstimme.

Axel1:51

Ja, es macht fast den Eindruck, als ob Jim Steinman da durchaus seinen Einfluss hat geltend machen lassen, halt sein Einfluss war, dass er gesagt hat, Mann, komm, das muss irgendwie ein bisschen intensiver kommen. Durch die Zusammenarbeit mit Meat Loaf war er da ja einiges gewöhnt, ne? Das darf man nicht vergessen, ne?

Frank2:12

Ja, das war so, sie kam ja aus der Provinz, ja, aus Wales, und hatte am Anfang sowieso Probleme gehabt, weil sie so einen walisischen Akzent gesprochen hat. Und alle Leute im Showbusiness haben gesagt, hey, das geht nicht. Sie hat sich am Anfang, wo sie live aufgetreten ist außerhalb von Wales, hat sie sich kaum getraut, irgendwie zwischen den Songs was zu sagen, weil sie gedacht hat, sie wird dann ausgelacht. Hat brutal an sich arbeiten müssen, an ihrem Akzent. Aber was dann passiert ist nach der ersten Platte, und hier sehen wir sie noch mal, weißt du, wie jung sie da war und so diese Ja, dieses Provinzielle, was sie da noch hatte, da war sie noch nicht der Superstar. Aber was passiert ist, nachdem sie die erste Platte aufgenommen hat, da haben sich Knötchen auf ihren Stimmbändern gebildet. Ey, das ist wirklich absolut bedrohlich für offensichtlich für jeden Sänger. Und das musste auch operiert werden. Und man hat ihre Stimmbänder operiert. Und danach hat sie sich wohl nicht an die Vorgaben gehalten, mal eine Weile die Klappe zu halten. Nach so einer Stimmbandoperation musst du eine gewisse Zeit halt, darfst du gar nichts sagen. Und sie hat aber viel zu früh wieder angefangen zu sprechen und ihre Stimmbänder zu nutzen. Und das hat dafür gesorgt, dass die dann nachhaltig geschädigt wurden. Und das hat diese Reibeisenstimme erst hervorgebracht. Und das ist so krass, weil es war so ganz knapp und ihre Karriere als Sängerin wäre komplett unmöglich gewesen, dass die Stimmbänder so geschädigt sind, dass du die nicht mehr nutzen kannst. Aber hier war das Unglück, ist dann zum Glück geworden, weil sie hatte dann diese einzigartige Stimme und sie hatte mit dieser Stimme dann auch ihr Leben lang dann leben können, hatte viele Alben gemacht und auch bis in die 2020er Jahre hinein war auch immer wieder live unterwegs. Aber am Anfang war diese OP an den Stimmbändern crazy.

Axel4:05

Ja, also wie gesagt, so kennen wir sie aber auch eigentlich mehr oder weniger. Wer jetzt also noch mal rückwirkend vielleicht noch mal reinhört in Lost in France, der wird dann auch feststellen, der Unterschied ist massiv. Ja, also ich musste auch wieder mal reinhören und dachte auch so, meine Herren, ist ja doch ganz schön weit weg von dem, was, wie man sie eigentlich heute wahrgenommen, in den letzten Jahren wahrgenommen hat. Eigentlich so ihre Standardstimme.

Frank4:31

Ja, sie hatte ja dann echt so eine unglaublich erfolgreiche Phase dann Ende der 70er. Ich glaube, '77 war es, da kam It's a Heartache raus, einer der ganz, ganz großen Bonnie-Teile. Jetzt super erfolgreich, vor allem auch sehr erfolgreich in den USA. Interessant, interessant auch so der Style-Switch. Also am Anfang Lost in France ist es wirklich noch so, okay, die kommt aus Wales, ist ein bisschen folky, ein bisschen so englisch Country. Aber das hier, It's a Heartache, das ist schon direkt für den amerikanischen Markt geschrieben, oder? Das klingt wie eine Country-Nummer.

Axel5:03

Auf jeden Fall, ja. Also wie gesagt, der entscheidende Switch kam ja auch eigentlich dann eigentlich erst danach, der, ich glaube, der auch für ihre Karriere wahnsinnig wichtig war.

Frank5:15

Du spielst darauf an, danach hat sie dann mit dem Produzenten und Songwriter, vor allem jemand, der die Songs für sie geschrieben hat, mit Jim Steinman zusammengearbeitet. Und das war auch der Typ, der Meat Loaf groß gemacht hat. Jemand, der eigentlich so vom Broadway kam, von Musicals und diese Art von Songwriting, Komponieren möchte ich schon fast sagen, aus dem Broadway halt ins Rockbusiness gebracht hat und dann eben diese ja, diese Meatloaf-Musik gemacht hat, die dann auch tatsächlich, du hörst es, wenn es dann mit Bonnie Tyler vergleichst, das passt irgendwie, es kommt aus einem Stall, ja. Und das hat dann wirklich diese Welterfolge hervorgebracht.

Axel5:55

Ja, man darf nicht vergessen, also auch da glaube ich, kann man es mal, mal wirklich sehr gut erkennen, dass das z.B. Jim Steinman ist, so kommt vom Piano her. Aber wenn du normalerweise im Rockbusiness bist, dann kommt, dann, dann schreibst du mit der, von der Gitarre aus. Und das ist eigentlich sehr gutes Beispiel, mal zu hören, was das ausmacht, wenn du von von einem ganz anderen, sagen wir mal, vom anderen Instrument allein kommst, ja, das macht sich selbst an solchen Sachen gut bemerkbar.

Frank6:23

Ja, auf jeden Fall. Das ist auch beim Meat Loaf, und Meat Loaf und Bonnie Tyler haben auch dann öfter was zusammen auch gemacht, da hörst du es auch so, das ist keine Bandmusik, das ist ein professioneller Broadway-Musical-Komponist, der dann so dieses Cyniastische, fast schon manchmal das Bombastische dort mit der Rockmusik kombiniert. Passt auch super, war extrem erfolgreich. Und zusammen haben sie ja dann dieses Album gemacht, Faster Than the Speed of Night, 1983 rausgekommen. Und das ist wahrscheinlich von all ihren Alben, die sie gemacht hat, ist das das Opus Magnum, also ihr wichtigstes Werk. Allein schon der Titelsong, so eine Steinman-Nummer, die über 7 Minuten geht, total theatralisch auch. Aber da ist dann natürlich auch vielleicht ihr größter Song, der Song ihres Lebens drauf. Total Eclipse of the Heart, eine Nummer, die so über diese, über weibliche Liebe und Leidenschaft geht. Sowohl der Schmerz als auch so die Liebe. Und das Ding ist mir an gewissen Stellen fast schon unheimlich. So diese Klimax, diese brutalen Höhepunkte, wie sie diese Gefühle immer noch weitertreibt. Das ist mir fast schon so, so intensiv habe ich irgendwie scheinbar noch nie geliebt und dann auch noch noch nie gelitten, wie diese Frau das da in diesen Song reinpackt. Also absolutes Meisterwerk. Da kriege ich richtig Gänsehaut, wenn ich da nur dran denke.

Axel7:53

Ja, ist auf jeden Fall, ja, das hat das auch so von der Dramaturgie. Das ist nämlich genau das, was du sagst. Und da kommt so ein bisschen auch der Hintergrund dieses Musicalhaften her, weil das wird ja da immer ganz massiv eingesetzt, auch dass dann halt eben das auch vom Kleinen und dann wieder eine leise Passage und dann baut sich das so richtig auf. Und dieser Bombastrock, kann man ja sagen, ja, den er da auch eigentlich schon fast ein bisschen kreiert hatte. Das war eigentlich nicht unbedingt, also es wurde sein Markenzeichen, weil es nicht so ein Standard war von Jim Steinman. Und da ist natürlich gerade Bonnie Tyler auch mit ihrer Reibeisenstimme natürlich genau die Richtige. Das war eine super Zusammenarbeit, musste meiner Meinung nach gut aufgehen.

Frank8:38

Und einen Megahit haben sie ja dann noch mal nachgelegt, 1985 dann diese unglaublich große große 80er-Rocknummer Holding Out for a Hero aus dem Soundtrack von Footloose, wo echt Wahnsinnsnummern drauf sind. Jeder Song war da irgendwie ein Hit. Aber Holding Out for a Hero, das hat auch so dieses Steinman-Ding, das ist fast schon wagnerhaft mit diesen Chören. Und auch in dem Video, was auch viele Schlagzeilen gemacht hat, wie sie da so im Grand Canyon, haben sie es zum Teil aufgenommen, wie sie da so auf dem Felsen steht und dieses Holding Out for a Hero. Sie wartet auf den Helden, auf den weißen Ritter, der kommt, der sie befreit von den Bedrohungen. Da kamen dann so Banditos und so weiter. Ey, das ist wie so Kino auf 5 Minuten irgendwie komprimiert. Sowohl das Video als auch der Song einfach. Das ist diese Steinman-Musik. Und Bonnie Tyler einfach unfassbar perfekt den umgesetzt. Einer der größten Songs ihrer Karriere.

Axel9:38

Ja, das kann man doch zusammenfassend sagen. Also auch dieses Album. Man sagte immer so, dass dann kommen diese großen, die werden wir bestimmt jetzt auch wieder hören, dass er 100 Millionen Platten verkauft. Es sieht schon ein bisschen anders aus, also wenn man dann das ganze Gesicht genauer anguckt. Letztendlich aber, das erfolgreichste Album mit etwa 14 Millionen Verkauften, das ist schon sehr, sehr viel gewesen zu der damaligen Zeit. Also insgesamt muss man sagen, dieser Jim-Steinman-Erfolg ist schon jetzt vom Album her gesehen deutlich mehr spürbar, denn die anderen waren auch gut dabei, also mit 6 Millionen, aber man merkt schon, der Unterschied ist schon extrem gewesen, dass das eben doch der Erfolg, dass diese Zusammenarbeit offensichtlich auch genau die war, die dann zu ihrer Stimme und eigentlich auch was Außergewöhnliches war. Was Meat Loaf auf der männlichen Seite gemacht hat, das war dann ihr Job, das eben halt eben auch mit der mit der Intensität auch immer. Ich glaube, das ist auch einer der Gründe, warum die so gut zusammengearbeitet haben, weil die Intensität, die er so in den Kompositionen hat, die hat sie einfach hervorragend rübergebracht. Und ich glaube, das ist so ein Erfolgsrezept, wo, und vor allen Dingen auch erkennbar, welche Rolle Produktion, also der Produzent, der das Ganze also sozusagen auch kreiert und dann noch als Songautor noch mit dabei ist. Ja, das ist sicherlich auch nicht ganz so von vernachlässigen, das macht sich da noch mal richtig bemerkbar.

Frank11:16

Ja, so ist es. Und es ist halt für so Vokalisten wie Bonnie Tyler, und da gibt es ja viele von den großartigsten, Aretha Franklin, die hat auch nicht ihre Songs geschrieben. Solche Vokalisten, wenn die jetzt nicht in einer Band drin waren wie Freddie Mercury oder so, dann sind die natürlich auch abhängig davon, dass sie gute Songs bekommen, dass ihnen Songs auf den Leib geschrieben werden, so wie es eben diese Zusammenarbeit mit Steinman war. Sie hatte dann in ihrer absoluten Prime-Phase 1983, hatte sie sogar ein Angebot, den James-Bond-Song Never Say Never Again einzusingen, was eigentlich wie so ein Ritterschlag ist, weil es der Titelsong von James Bond, James Bond in den 80ern, das war auch so groß. Aber das hat sie abgelehnt, weil sie gesagt hat, der Song gefällt ihr nicht. Und tatsächlich ist, ich weiß nicht, ob du den im Kopf hast, den hat dann Lani Hall aufgenommen. Eingesungen. Es ist auch von all diesen Bond-Songs, fällt ja fast schon ein bisschen ab. Also ich kann gut Bonnie Tyler verstehen. Trotzdem im Nachhinein, weißt du, so auf der Bond-Liste stehen hätte ihre Karriere wahrscheinlich auch noch mal so eine Kirsche gegeben.

Axel12:23

Na gut, vor allen Dingen, sie hätte es ja mit ihrer Stimme noch ein bisschen deutlich besser rausgerissen, also außergewöhnlicher gemacht. Also muss man dazu sagen. Auf der anderen Seite finde ich mutig und das wird ja auch, das spricht echt für sie, dass sie da auch da durchaus auch einen gewissen eigene Vorstellung hat, wo sie sich positionieren will und was sie da eigentlich an Songmaterial erwartet, ne.

Frank12:46

Ja, und nach dieser Zeit in den, in den 80er Jahren mit dem Jim Steinman, danach ist ihre Karriere auch langsam aber stetig auch bergab gegangen. Nicht steil bergab, weil sie hätte ihr ganzes Leben lang natürlich auch dann von diesem Ruhm leben können. Wenn die live aufgetreten ist, war das immer was Besonderes, auch in großen Galas, und hat viele Duette dann, dann auch gemacht. Und sie hat dann auch unter anderem in Deutschland auch gearbeitet, Axel, oder? Ich meine, da war doch mal irgendwas mit Dieter Bohlen auch.

Axel13:14

Genau. Also sie hat es ja aufgrund ihrer Erfolge geschafft, gerade in Deutschland hier massiv doch Fuß zu fassen. Und das hat dazu geführt, dass dann tatsächlich ein internationaler Deal über Deutschland gelaufen ist. Das heißt also, sie ist bei der damaligen Hansa Records in Berlin angedockt. Und natürlich, dann war es halt eben so, dass der Dieter Bohlen, war ja da zu dem Zeitpunkt für die Erfolge da weitestgehend für das Label auch zuständig, und der hat sich natürlich auch gefreut, da doch so einen Namen zu bekommen. Und ja, dann kam es zu dieser Zusammenarbeit. So was hat immer einen Vorteil. Deshalb muss man auch immer sehen, sagen wir mal so, in ihrer besten Zeit war sie halt eben auch international gut dabei. Und dann lässt das, wie du schon sagtest, völlig richtig sagst, dass das ein bisschen nachgelassen. Aber dann kommt so was wie bei uns hier in Deutschland. Dann ist das Fernsehen eingestiegen, hat gesagt, ja, die kam bisher immer gut an, wir nehmen die öfter in die Sendungen rein und bei der Gelegenheit dann noch mit einem deutschen Produzenten und das Signing bei einer deutschen Plattenfirma. Das ganze Paket hat sich dann auch wirklich verselbstständigt, möchte ich schon fast sagen. Und dann hat sie hier weitere Erfolge gehabt. Die sie übrigens international eigentlich gar nicht mehr hatte. Also Bitter Blue war da zum Beispiel der Titel, den sie hier in Deutschland wirklich auch wieder in die Charts gebracht hat. Und daraufhin hat sie, sagen wir mal, sozusagen eine nationale, für uns wahrnehmbare Verlängerung ihrer Karriere bekommen.

Frank14:52

Ja, sie ist auch schon in den 80ern, wenn ich mich recht erinnere, auch in der Sowjetunion schon aufgetreten und so weiter. Also sie hat wirklich auch so diese nicht nur den englisch-amerikanischen Markt im Blick gehabt, sondern eben auch in vielen Ländern. Du hast es erzählt, in Europa, in Deutschland. Da hat sie auch sehr starke Connections gehabt. Und insgesamt ging aber doch ihre Karriere so langsam runter. Ich meine, sie hat immer wieder noch mal so kleine Ups auch gehabt. Zum Beispiel The Best, eine Nummer, die wahrscheinlich alle von Tina Turner kennen. Das war die erste Version und die kam von Bonnie Tyler. Auch echt empfehlenswert. Ein empfehlenswerter Song von ihr. Ja, noch weitere Songs oder Alben, wo du sagst, das ist richtig gut. Sie hat doch auch mal noch mehr gemacht in Deutschland.

Axel15:43

War da nicht was in Deutschland gemacht? Genau richtig, das ist völlig richtig. Sie hatte nämlich ein Duett mit Matthias Reim gemacht. Das war auch, auch, auch das. Aber es ist alles natürlich dann, wenn sie dann so in so einem klar, im begrenzten Markt dann eben auch wieder bekannter wird. Dann gab es natürlich auch ein Follow-up sozusagen, den sie damit, mit, mit der Vergiss— der Titel hieß Vergiss nicht oder so, Vergiss mich nicht oder so ähnlich war das. Und der Titel, den, den haben sie auf jeden Fall hier in Deutschland natürlich sehr gut promoten können. Matthias Reim bekannt, sie bekannt. Also es hat noch mal einen richtigen Schub gemacht. Überraschenderweise war da noch jemand dabei, nämlich den Axel Rudi Pell. Ja, der mit der als, als genau genau richtig, als Gitarrist und als Guitar Hero sozusagen mit dabei war. Und die haben ja auch noch mal nachgelegt, sozusagen einen weiteren Song mit rausgebracht. Und natürlich, da steigt das Fernsehen immer sehr gerne drauf ein. Und das hat natürlich noch, dadurch hat sie halt eben, wie gesagt, speziell in Deutschland eine große Verlängerung bekommen für ihre Karriere.

Frank16:48

Ja, faszinierend. Ja, unglaublich, oder? Mit wem die im Laufe ihres Lebens alles zusammengearbeitet hat, mit wie vielen Musikern, Was für eine Karriere, weißt du? Sie kommt dort aus Wales. Das ist jetzt nicht wirklich so der heißeste Rock'n'Roll-Shit, aber startet so ganz schüchtern, geht den Weg von Wales erst mal nach London, von London dann USA, und dann wirklich, sie ist ja ein Weltstar geworden. Und wer weiß, also ich glaube, es hätte vielleicht sogar noch mehr werden können in den 80ern, damals, als sie ja in ihrer Prime war. Da war sie auf demselben Level wie Tina Turner oder Madonna oder so was, weißt du? Aber ich denke, sie wird bestimmt auf ihre Karriere zurückgeblickt haben und sich sagen: Was für ein Weg. Sie ist ja irgendwo schon so die Erbin von dem, was vielleicht Janis Joplin gemacht hat. Sie ist die Janis Joplin ihrer Generation. Sie ist irgendwie das weibliche Pendant zu Rod Stewart. Diese einzigartige Stimme, die man nie vergessen wird. Und ja, ich finde es dann eh so witzig, wie ich es vorhin erzählt habe. Als ganz junge Sängerin, da stand ihre Karriere Spitze auf Knopf. Und das, was zuerst wie eine brutale Bedrohung ausgesehen hat, hat dann ihre Einzigartigkeit ausgemacht. Ach so, ein großartiges Leben, Bonnie Tyler.

Axel18:02

Ja, und auch wenn man jetzt mal ein bisschen auf die Auszeichnungen guckt, das wäre vielleicht auch noch mal so ein bisschen zu zeigen, wie gut sie dann doch dargestellt stand hat. Also auch da, ich konnte rauskriegen, also dass sie 6-mal Silber bekommen hat, 32 goldene Awards und 37 Platin Awards, was dann doch schon also auch wirklich beachtlich ist. Ja, und immerhin, die hat auch 3 Grammy-Nominierungen bekommen, das darf man nicht vergessen. Und eigentlich etwas, was mich etwas überrascht hat, muss ich sagen, und zwar ein MBE. Kennen wir hier nicht, das ist ein britischer Verdienstorden. Das muss man sich mal reinziehen. Also fand das überraschend, dass da sowas auch gibt. Dazu kommen 2 American Music Award Nominierungen, und natürlich aus Deutschland den Echo Award, der ja zu dem Zeitpunkt noch eine der Auszeichnungen ist, die man überhaupt haben konnte. Also auch da sieht man, sie hat auch das dann doch auch über die Jahrzehnte, doch ist sie schon da gewesen. Das war also auch nicht nur einfach nur ein Aufblitzen, wenn es auch so, wenn es auch so, sagen wir mal, einen klaren Peak gibt, das muss man so dazu sagen, aber letztendlich hat sie ihre Karriere dann doch eine ganze Weile lang gut nach vorne bringen können.

Frank19:24

Ja, ja, Bonnie Tyler, am 8. Juli 2026 ist sie gestorben, ist 75 Jahre alt geworden, und in Faro, Portugal, wo sie schon seit den 80ern ihre Wahlheimat hat, ja, dort ist sie von uns gegangen. Axel, wenn wir nicht noch mehr haben, würde ich sagen, das war unser Nachruf auf Bonnie Tyler.

Axel19:44

Ja, ich denke mal.

Frank19:46

Ja, lass uns, lass uns alle ihre Musik mal spielen, weil das ist, was uns auch verbindet. So, lass uns Musik von Bonnie Tyler spielen. Ich habe auch schon die letzten Tage mir immer wieder, was auch zur Einstimmung auf diese Sendung hier, Sachen von ihr angehört. Allein dieses Album eben, Faster Than the Speed of Night, einfach das ganze Album ist cool. Bonnie Tyler, Rest in Peace.

Axel20:11

Ja, wir müssen vielleicht auch wirklich noch mal als Spieltipps noch mal Total Eclipse of the Heart als der größte Hit. Zweitens Platz 2, wenn man so will, ist It's a Heartache. Holding Out for a Hero ist die 3. Und ja, man kann sich dann durchaus noch mal etwas mal auch für Lost in France interessieren, wo ihre Stimme noch mal ganz anders war. Also insofern, also als Spieltipps, das wäre schön, wenn man da noch mal einen Rückblick mit ihr bekommt.

Frank20:39

Damit danke ich euch allen, dass ihr dabei gewesen seid. Teilt dieses Video, lasst uns Ehre erweisen an Bonnie Tyler. Und schreibt eure Kommentare rein. Und dann, also wie eine Art Kondolenzbuch. Und in diesem Sinne, vielen Dank fürs Einschalten. FRAX sagt over and out.