MUSIK PODCAST · DE
FRAX MUSIC#0812. Mai 2026

Musik-Legenden gestorben 2025 Teil 4 - Roberta Flack, Sly Stone, Marianne Faithfull |FRAX Music #8

Musiklegenden gestorben 2025Roberta Flack BiografieSly Stone TodMarianne Faithfull NachrufMusikgeschichte PodcastSoulmusik 70erRockmusik HannoverCoverversionen Soul

Verfügbar auf

Zusammenfassung

In der achten Folge von FRAX Music nehmen Axel Breitung und Frank Engelmayer ihre Hörer mit auf eine bewegende Reise durch die Musikgeschichte und erinnern an die großen Persönlichkeiten, die das Jahr 2025 verloren hat. Im Mittelpunkt stehen dabei Roberta Flack, Sly Stone und Marianne Faithfull – allesamt Künstler, die mit ihrer Musik Generationen geprägt haben.

Frank beginnt mit Roberta Flack, deren unverwechselbare Soulstimme in den 1970er Jahren für Furore sorgte. Ihr Song 'Killing Me Softly' ist bis heute ein Klassiker, der nicht nur in ihrer Version, sondern auch durch das Cover der Fugees Weltruhm erlangte. Flack war vierfache Grammy-Gewinnerin und verkaufte schätzungsweise zwischen 7 und 20 Millionen Tonträger – eine beeindruckende Zahl für die damalige Zeit. Besonders hervorgehoben wird auch ihre Zusammenarbeit mit Donny Hathaway, mit dem sie als Duo große Erfolge feierte.

Axel lenkt den Blick auf Bobby Whitlock, einen weniger bekannten, aber einflussreichen Musiker, der als Sessionmusiker bei Stax Records begann und später mit Eric Clapton und George Harrison zusammenarbeitete. Whitlock war Teil der legendären 'Layla'-Sessions und spielte eine zentrale Rolle bei Derek and the Dominos. Seine Karriere wurde jedoch durch persönliche Krisen im Umfeld von Clapton überschattet.

Ein Ausflug nach Hannover führt zu Manfred Schütz, dem Gründer des Plattenvertriebs SPV. Schütz war maßgeblich daran beteiligt, Rock- und Metalbands wie Roadrunner und Nuclear Blast in Deutschland zu etablieren. Seine Arbeit hinter den Kulissen prägte die deutsche Musiklandschaft nachhaltig.

Die Folge würdigt außerdem weitere Musiker wie Dave Ball (bekannt durch 'Tainted Love'), Rick Derringer (Gitarrist und Produzent), Jessie Colin Young (Frontmann der Youngbloods) und John Lodge von den Moody Blues. Besonders Sly Stone wird als Innovator des Funk hervorgehoben, der mit Sly and the Family Stone musikalische und gesellschaftliche Grenzen sprengte. Seine Verbindung von schwarzer Subkultur und Hippie-Bewegung, etwa durch den legendären Woodstock-Auftritt, bleibt unvergessen.

Abgerundet wird die Folge durch einen Ausblick auf kommende Themen: Die beiden Hosts wollen sich künftig verstärkt mit Coverversionen beschäftigen, die oft unbekannte Ursprünge haben und die Musikgeschichte auf faszinierende Weise miteinander verknüpfen. Die Episode ist eine Hommage an die Vielschichtigkeit der Musik und die Menschen, die sie geschaffen haben.

Playlist zur Folge

Hintergrund & Kontext

Die Musiklandschaft der 1970er und 1980er Jahre war geprägt von tiefgreifenden gesellschaftlichen und technologischen Umbrüchen. Soul und Funk entwickelten sich in den USA als Ausdruck afroamerikanischer Identität und gesellschaftlicher Emanzipation. Künstler wie Roberta Flack und Sly Stone nutzten ihre Musik, um soziale Themen anzusprechen und Brücken zwischen verschiedenen Kulturen zu schlagen. Sly and the Family Stone etwa verbanden Funk mit Rock und Psychedelic, was nicht nur musikalisch innovativ war, sondern auch gesellschaftlich – sie traten mit einer gemischten Bandbesetzung auf und setzten sich für Gleichberechtigung ein.

In Europa, insbesondere in Großbritannien und Deutschland, beeinflussten diese Entwicklungen die lokale Musikszene. Die britische Northern Soul-Bewegung entdeckte amerikanische Soul-Platten neu und inspirierte zahlreiche Coverversionen, die später internationale Hits wurden. In Deutschland entstanden in den 1980ern wichtige Vertriebsstrukturen wie SPV, die es unabhängigen Rock- und Metalbands ermöglichten, ein breiteres Publikum zu erreichen. Hannover wurde zu einem Zentrum für Rockmusik, nicht zuletzt durch Persönlichkeiten wie Manfred Schütz.

Die anhaltende Faszination für Coverversionen und die Wiederentdeckung vergessener Songs zeigen, wie sehr Musik ein lebendiges Archiv kollektiver Erinnerungen ist. Die Geschichten hinter den Songs und Künstlern sind oft ebenso spannend wie die Musik selbst – ein Thema, das FRAX Music in kommenden Episoden weiter vertiefen möchte.

Häufige Fragen

Welche berühmten Musiker sind 2025 gestorben?

Im Jahr 2025 sind unter anderem Roberta Flack, Sly Stone, Marianne Faithfull, Bobby Whitlock, Dave Ball, Rick Derringer und John Lodge verstorben. Diese Folge von FRAX Music widmet sich ihren musikalischen Vermächtnissen und Lebensgeschichten.

Was sind die größten Hits von Roberta Flack?

Roberta Flack ist vor allem für Songs wie 'Killing Me Softly with His Song' und ihre Duette mit Donny Hathaway bekannt. Ihr gefühlvoller Soul prägte die 1970er Jahre und wurde vielfach ausgezeichnet.

Wie hat Sly Stone die Funkmusik beeinflusst?

Sly Stone und seine Band Sly and the Family Stone haben den Funk maßgeblich geprägt, indem sie Elemente aus Soul, Rock und Psychedelic mit gesellschaftskritischen Texten verbanden. Ihr Einfluss reicht bis in die heutige Pop- und Hip-Hop-Musik.

Wer war Manfred Schütz und warum ist er für die deutsche Rockmusik wichtig?

Manfred Schütz war Gründer des Plattenvertriebs SPV und förderte mit Labels wie Roadrunner und Nuclear Blast zahlreiche Rock- und Metalbands. Er war eine Schlüsselfigur für die Musikszene in Hannover und ganz Deutschland.

Welche berühmten Coverversionen gibt es von Soul- und Rocksongs?

Viele Soul- und Rocksongs wurden in den 70er und 80er Jahren von britischen Bands neu interpretiert, etwa 'Tainted Love' (im Original von Gloria Jones, bekannt durch Soft Cell) oder 'Killing Me Softly' (bekannt durch Roberta Flack und später die Fugees).

Gesprächs-Transkript

Frank0:15

Hallo, ich bin Frank.

Axel0:17

Und ich bin Axel.

Frank0:18

Und wir sind FRAX Music.

Axel0:22

Ja, und damit sind wir auch schon beim vierten Teil des Nekrologs. Das heißt, wir kümmern uns jetzt um die Musiker, die uns leider verlassen haben. Und zwar mache ich da mal den Anfang heute. Ja, und Roberta Flack, glaube ich, können wir als Nächstes sagen, weil sie ist eine Soulstimme, die wirklich sehr markant ist und sich in den 70er Jahren wirklich in die Herzen vieler gesungen hat damals. Es war außergewöhnlich, wirklich außergewöhnlich. Was man jetzt von ihr heute noch kennt, ist Killing Me Softly. Die meisten kennen es in der Version, die später kam, also in den 2000ern. Das war von den Fugees. Das kennen sie alle. War weißer Nummer 1 in Deutschland. Das war sensationell. Also daher kennen die meisten sie. Aber sie hat ja schon in den 70er Jahren sehr viele große Erfolge gehabt und war auch, das wissen auch die wenigsten, vierfache Grammy-Gewinnerin. Das ist schon was ganz Besonderes. Sie wurde immerhin doch 88 Jahre alt und ja, hatte also, man schätzt, und das ganz Interessante ist, dass man, wenn man versucht, das zu recherchieren, stellt man fest, wie viele Alben hat sie denn jetzt verkauft? Das sagt man so 7, 8 Millionen Alben, was für diese damalige Zeit schon sehr, sehr viel war. Wir kennen nur die ganz großen Zahlen, 100 Millionen, sonst irgendwas. Aber das sind alles Zahlen, die später kamen. Die damaligen Verkäufe waren deutlich geringer und deshalb ist es was Besonderes gewesen, wenn auch jemand eine goldene Schallplatte aus Deutschland bekam. Die gab es damals für 1 Million verkaufte und da brauchte man Jahre für, um dahin zu kommen. Also für so eine goldene Schallplatte. Das hat sich natürlich dann, sagen wir mal, durchaus geändert im Laufe der Jahre. Und da hat man doch interessanterweise, sieht man, dass man trotzdem die Schätzungen dafür gehen über 20 Millionen. Also es ist eine große Differenz, aber es kann sein, das erklären sie auch darin, dass man natürlich auch nicht nur die Alben zählt, sondern auch Singles dazu zählt, dass man nicht alle Länder wusste. Ja, also dann weiß man manchmal nicht, wie viel war es denn jetzt in Frankreich, kommen ja auch dazu. Also auch selbst in Europa weiß man es dann doch nicht so genau. Das ist immer eine etwas aufwendigere Geschichte, dass man nur mehr mit diesen Zahlen auch anfangen kann, die man hört. Klingt alles immer so groß, aber muss nicht unbedingt so groß sein.

Frank2:38

Sie hatte auch nicht nur Solo-Erfolg gehabt, sondern sie war in den 70ern auch eng liiert mit Donny Hathaway. Und das ist auch einer meiner absoluten Lieblingsmusiker, wenn es so in den Bereich Soul geht in den 70ern. Und die haben zu zweit als Duett auch brutale Erfolge gehabt. Und weiß nicht, ob diese Zeiten überhaupt einfliegen. Wenn ihr mal was hören wollt: Donny Hathaway und Roberta Flack gemeinsam mit You've Got a Friend. Boah, das ist wirklich ein deeper wird Soul nicht mehr. Ja, Roberta Flack schickt uns weiter. Jetzt schmeiße ich einen Musiker rein, das ist einer meiner Lieblingsmusiker. Bobby Whitlock, den kennen wahrscheinlich auch nicht alle vom Namen. Und das, obwohl der Typ so ein Zeitfenster hatte von 1, 2 Jahren, wo der Mann auf dem Weg war zu einem absoluten Superstar. Der ist eigentlich geboren im Süden der USA und der hat angefangen als Session-Musiker bei Stax Records, legendäres Südstaaten-Soul-Label. In Memphis, Tennessee. Dort hat er als Sessionmusiker angefangen und sein großer Mentor, das war Steve Cropper, auch so eine Legende von Stax Records, der später auch bei den Blues Brothers mitgespielt hat, by the way. Und der große Durchbruch, irgendwann hat er dann genug gehabt von Stax Records, der hat sich einem Ehepaar angeschlossen, was auch selten ist in der Musik. Das waren Bonnie und Delaney, und die haben zusammen einen Gitarristen gehabt, namens Eric Clapton. Ja, es ist tatsächlich wahr, der große Eric Clapton, der hatte irgendwann die Schnauze voll von England und von diesem Superstarding, und der ist auf seiner Sinnsuche nach Amerika gegangen und wollte dort halt einfach mal wieder nur Gitarrist in der Band sein. Und so hat er sich Delaney und Bonnie angeschlossen, die haben auch eine Tour gemacht, gibt's ein Live-Album, Bonnie and Delaney on Tour with Friends oder sowas, da ist Eric Clapton dabei. Und nachdem, der war da aber auch nur ein paar Monate, und danach hat er eben Bobby Whitlock mitgenommen. Der war dort in der Band mit Delaney und Bonnie unterwegs. Und so ist Bobby Whitlock dann nach England gekommen. Und der war dann eben für 1, 2 Jahre ganz eng liiert mit Eric Clapton. Und das war in der Zeit, wo dann die berühmten Layla Sessions stattgefunden haben. Das war aber noch in Amerika. Die berühmten Layla Sessions, wo Layla entstanden ist, eine der größten Rocksongs überhaupt. Und die Band damals, die nannte sich Derek and the Dominos. Das klingt so ein bisschen nach Old School Rock 'n' Roll. Aber hey, das ist einfach, weil Eric Clapton nicht mehr als Superstar dort sein wollte. Und da hat die sich so ein bisschen getarnt. Da war Bobby Whitlock der Mann. Und Clapton hat später gesagt über Bobby Whitlock: Without doubt the most energetic sideman I've ever seen. Das war also einer seiner Lieblingsmusiker. Problem war dann auch für Bobby Whitlock, er hat sich halt Clapton so verschrieben. Und Clapton selber, der hat dann seine große Lebenskrise gehabt. Der hat da eine unerfüllte Liebe gehabt zu Pattie Boyd. Das war die Frau von seinem besten Freund, von George Harrison. Und ey, das hat den Clapton wahnsinnig gemacht. Eine verbotene Liebe, die nicht aufgehen kann. Und das hat kreativerweise zu Songs wie Layla geführt. Aber es hat ihn halt auch in so eine tiefe Lebenskrise, Drogensucht und totalen Absturz gebracht. Und Bobby Whitlock hat das alles aus der ersten Reihe gesehen, denn der war in diesem Inner Circle. Weil Bobby Whitlock war liiert mit der Schwester von Pattie Boyd. Der hat das halt alles mitbekommen, ne? Und hat so gesehen auch George Harrison gut gekannt. Bobby Whitlock hat mitgespielt auf George Harrisons Meilensteinalbum All Things Must Pass. Auch mega Album, da hat Bobby Whitlock auch Keyboard gespielt. Das heißt, der war da wirklich am Start. Aber Clapton ist dann eben abgestürzt und war dann ein paar Jahre aus dem Business raus. Und das hat auch dann den Karriereknick für Bobby Whitlock gebracht. Auf dem Weg zum Superstar. Und dann irgendwie hat er dann in den 70ern dann gar nicht mehr so viel gemacht. Aber diese Zeit Ende 60er, Anfang 70er, Bobby Whitlock ganz groß. 10. August ist er gestorben, 77 Jahre alt. Check out Derek and the Dominos.

Axel6:35

Ja, und ich komme jetzt zurück nach Deutschland und genau genommen nach Hannover. Wir hatten ja schon jemanden aus Hannover, Klaus Hess von Jane, der schon da das Zeitliche gesegnet hatte. Und jetzt muss ich natürlich bei der Gelegenheit noch einen aus dem Hintergrund erwähnen. Es geht um Manfred Schütz. Manfred Schütz, den Namen kennt man nicht, aber er spiegelt wieder einen ganz wichtigen Plattenvertrieb, gerade speziell für die Rockmusiker. Also er hat Labels drunter gehabt wie Roadrunner, Noise Records und Nuclear Blast. Das sind für Rockfans natürlich Top-Namen. Und er hat also alle möglichen, und das ist ja von ihm gegründeten Plattenfirma SPV. Tatsächlich? Ja, Schütz Plattenvertrieb heißt das, SPV. Das war in Hannover ansässig. Und hat dort halt eben seinen Vertrieb aufgebaut. Also wirklich eine große Leistung. Die hat aber, wer es noch ein bisschen weiter zurückverfolgen möchte, der wird sich vielleicht noch an die Plattenläden Boots erinnern. Das gab es jetzt also nicht World of Music, WOM, aber es gab davor schon einen größeren Kreis von Läden und die hießen Boots. Das war sein vorheriges Geschäftsmodell, leider in die Hose gegangen damals. Aber er hat sich wieder berappelt, wie das halt eben so Leute wie er so gut können, und hat es geschafft, dann wieder ein Bein an die Erde zu kriegen, eben für Rockmusiker. Deshalb der Nachruf auch, weil er hat wirklich viel geleistet. Ich habe ihn auch in den 80ern schon kennengelernt und Ende der 90er hat es dann mal geklappt, dass wir mal zusammen gemeinsam etwas auf die Beine gestellt haben. Nämlich ich hatte damals eine Coverversion gemacht von „Wish You Were Here" von der Nummer 1 von „Nicht, was du ahnst", sondern von Rednex damals. Und so kam es auch zu dem Kontakt zu Rednex. Ich hatte davon eine Danceversion gemacht und die ist dann rausgekommen bei SPV und der fand das gut. Und wir haben es echt noch geschafft auf die Warteliste von den Single-Charts. So ganz knapp, so 100 Platz, 101, so reichte leider nicht ganz, bis 100 ging es nur, aber war echt gut. Also insofern hat mich das schon etwas mit ihm verbunden, unabhängig davon, dass wir noch so 3, 4 andere Veröffentlichungen hatten, so eher im Alternative-Bereich. Also ja, es klingt ja manchmal so, als ob ich nur Schlager gemacht habe. Nein, nein, nein, ich komme ja eigentlich aus dem Dance und eigentlich aus mehr oder weniger internationalen Sachen. Ja, und dafür war Manfred Schütz ein guter Anlaufpunkt.

Frank9:21

Die Zeit schreitet voran, deswegen gehe ich mal ein paar Namen schneller durch. Aber ich möchte erinnern an Dave Cousins, Bandleader von den Strawbs, englische Band der 60er, 70er, an Mick Ralphs, englischer Gitarrist, bekannt geworden bei Mott the Hoople, All the Young Dudes, und Gründungsmitglied dann von Bad Company, Supergroup. Wen haben wir noch? Sly Stone ist gestorben, bürgerlichen Namen Sylvester Stewart, Sly Stone von Sly and the Family Stone. Und viele sagen, James Brown hat den Funk erfunden, aber Sly and the Family Stone haben den Funk perfektioniert. Der hat auch so ein Crossover gemacht in diese Hippie-Szene und so, so diese schwarze Subkultur und die Hippie-Subkultur zusammengebracht. Ich glaube, der hat sogar im Woodstock gespielt, Sly and the Family Stone. Und Rick Derringer möchte ich auch noch erwähnen, Gitarrist von den McCoys, Hang On Sloopy, richtig. Und der hat aber eben nicht nur in den 60ern mit den McCoys super Sachen gemacht, Gitarrist von denen, der war der Bandleader. Der hat dann später in den 70ern mit Edgar und Johnny Winter zusammengespielt. Das ist auch geiler Scheiß. Frankenstein kann ich euch mal empfehlen von Edgar Winter. Da ist Rick Derringer am Start. Der war dann auch Sessionmusiker für viele andere und der hat auch Musik produziert. Unter anderem hat er Musik produziert für die WWF oder wie heißen die, diese Wrestling-Gruppe in Amerika. Und der hat tatsächlich auch die Einlaufmusik von dem großen Hulk Hogan in den 80ern gemacht. Rick Derringer ist gestorben mit 77 Jahren. Und eins schmeiß ich noch hinterher ganz kurz. Jesse Collin Young, amerikanischer Frontmann von den Youngbloods, und die schmeiß ich allein schon deswegen rein, weil einer meiner absoluten Lieblingssongs ist von den Youngbloods, der passt besonders jetzt in die dunkle Jahreszeit: Darkness, Darkness. Anspielung an den Youngbloods.

Axel11:08

Ich habe noch ein Schwergewicht, ein musikalisches Schwergewicht zu erwähnen. Leider Gottes sehr früh von uns gegangen, mit 66 Jahren, Dave Ball.

Frank11:18

Oh ja, Tainted Love. Mr. Tainted Love.

Axel11:21

Mr. Tainted Love, ganz genau. Das ist der, der mit diesem Überhit, den er geschaffen hat, der die Musikbranche enorm bereichert hat. Man darf nicht vergessen, das ist eigentlich auch ein Song, der so ein Zwischending war, obwohl er jetzt in Diskotheken gespielt worden ist, aber war kein Discosong in dem Sinne, so wie man das kannte, sondern der war schon outstanding, vor allem vom Sound her mit dieser Glocke, die da immer so reingeheimatet hat. Das war schon ein absoluter Brüller, das Ding. Also insofern Insofern hat er ein Stück Musikgeschichte geschrieben.

Frank11:52

Im Original ja von der amerikanischen Soul-Sängerin Gloria Jones, diese Nummer Tainted Love. Das ist wie ganz vieles. Ich habe die als Kind gehört, diese ganzen englischen Bands. Und im Laufe eines Musikfreund-Lebens habe ich dann immer mehr entdeckt, das ist gecovert, das ist gecovert, das ist gecovert. Weil halt in England, die gab es halt in den 70ern schon, diese Soul-Szene als Subkultur, Soulboy mit eigenem Dresscode und eigener Art zu tanzen. Und da kamen viele von diesen englischen Stars her und die haben einfach dann diese alten Soul-Songs genommen und dann in den 80er, 90er Sound einfach aufgenommen. Und ja, Dave Vorbal, absoluter Mastermind allein für diese Nummer.

Axel12:29

Ja, aber da schließt sich doch wieder der Kreis. Wir hatten ja auch schon Killing Me Softly, die auch dann noch 20, 30 Jahre später eigentlich so richtig Furore gemacht hat, eigentlich noch viel, viel besser gelaufen ist als Tainted Love.

Frank12:39

Ich sag dir, diese Soul-Geschichten aus den 60ern, 70ern sind ein endloser Pool und du kannst dich ein Leben lang damit beschäftigen und entdeckst immer noch neue Sachen. Sachen, die einfach damals in den 60ern ganz erfolgreich geworden sind. Die haben so viel Musik auch gemacht in Amerika, da wurde so viel Musik gemacht, da ist so viel gutes Zeug dabei.

Axel12:56

Und das ist natürlich etwas, was wir jetzt schon gleich ankündigen können. Dafür werden wir uns sehr— wird sich FRAX Music besonders beschäftigen. Genau damit. Was war Coverversion von denen, man es noch nicht mal weiß? Das wird ein Thema von uns sein.

Frank13:11

Genau, ich schmeiß mal noch einen anderen rein, den wir unbedingt noch erwähnen müssen. John Lodge. Den kennt vielleicht auch nicht jeder, aber seine Band kennt jeder und jeder kennt diese eine Musik. The Moody Blues, britische Band, und die haben 1967, ich glaube, es war 67 auch, aber Ende der 60er haben die ein maßgebliches Album gemacht: Days of Future Passed. Und das war damals auch schon herausragend. Das ist so eine Fusion aus 60er Beatmusik, englischer Beatmusik und Klassik. Die haben da zusammengearbeitet mit so einem ganzen Orchester und so was. Und der Höhepunkt von diesem Album, das kennt nun wirklich jeder, das ist Nights in White Satin, das und The Moody Blues aus diesem Album, das auch als eines der besten Alben aller Zeiten gilt. Days of Future Passed. Und John Lodge war der Bassist davon. Gleich wegstreiche ich mir einen Mega-Namen, haben wir noch gar nicht genannt. Für mich eine meiner absoluten Lieblingsbands überhaupt waren Supertramp. Wirklich eine Band, die auch heute noch— ich höre die heute immer noch gerne und öfter mal. Die sind für mich immer noch so frisch. Das sind die Lyrics, sind großartig, die Musik ist der Hammer. Supertramp, die hatten so ein Zeitfenster von 5, 6 Jahren, wo die wirklich alles zu Gold gemacht haben. Wahnsinn.

Axel14:22

Und war von denen sogar Logical Song.

Frank14:24

Ja, Logical Song.

Axel14:25

Und du weißt, was es denn geworden ist? Wobei Coverversionen waren für viele nicht mehr so ganz als solches bekannt. Ja, das ist Scooter gewesen. Scooter hat sich den auch wieder geschnappt. Ja, ja, gut. Und hat damit Top Ten gehabt hier. Logical Song. Ja, ja. Das ist richtig gut gelaufen.

Frank14:42

Ey, wirklich, diese Supertramp-Alben ab Mitte der 70er, je, das ist der Hammer. Crime of the Century ist ein Wahnsinn-Album. Jeder Track ist gut. Und Rick Davies, er und Roger Hodgson, das sind die beiden Gesichter von Supertramp. Die haben auch beide gesungen. Rick Davies, auch extrem guter Komponist, das war der Keyboarder, der so diesen typischen Supertramp-Sound, den man auch auf Logical Song hat, so eine Wurlitzer-E-Piano, das war genauso. Das ist Rick Davies am Start und er war die tiefe Stimme. Und Roger Hodgson ist so diese hohe Stimme, die haben sich super ergänzt. Die hatten ein paar Jahre wirklich, gehören mit zu den Größten. Rick Davies am 6.9. mit 81 verstorben. Wir haben noch Namen drauf, die wir noch unbedingt erwähnen müssen. Nämlich, ja, das ist es schon, der letzte Name, den ich überhaupt noch habe. Wahrscheinlich schon andere, wirklich tatsächlich. So, na, nicht ganz. 2 Namen habe ich noch. Den einen arbeite ich mal schnell ab, weil den kennt fast niemand, aber die Story ist irgendwie cool. Donna Jean Godchaux. Das ist eine Frau, die ist aufgewachsen in Alabama, in den Südstaaten. Und die hat schon, jeder von euch hat die schon mal gehört, weil die hat, das war, ihre Spezialität war Backgroundsängerin und die hat gesungen für Elvis Presley, Suspicious Minds. Das ist diese Frauenstimme da im Hintergrund, das ist sie. Die hat mitgesungen bei Percy Sledge, When a Man Loves a Woman. Hey, wir reden jetzt wirklich von Welthits. Und dann später war sie auch als Sessionmusikerin, Sessionsängerin in Muscle Shoals am Start. Und hey, Muscle Shoals in Alabama, das Fame Studio, das war so ein Epizentrum Ende der 60er Jahre für gute Musik. Da ist mit die beste Musik der Welt entstanden. Muscle Shoals in den Fame Studios. Und die war einfach Sessionsängerin. Und dann ist ja aber bekannt geworden, sie hat dann einen Musiker geheiratet und den Namen angenommen, nämlich Keith Godchaux! Und die beiden, Keith und Donna, die waren dann eigentlich fast die kompletten 70er Jahre Bandmitglied bei The Grateful Dead, einer der legendären Hippie-Bands aus San Francisco. Deswegen Shoutout für Donna Jean. Und ja, kommen wir zum allerletzten Namen. Und das ist last but not least, muss man ja unbedingt sagen, denn das ist eine Frau, die ich auch wirklich bewundere. Es ist Marianne Faithfull. Marianne Faithfull, englische Musikerin, die ist ins Music Business gekommen, einfach weil sie in den 60ern als Muse der Rolling Stones, sie war jung, bildschöne Frau, wie ein Model oder hat auch als Model gearbeitet. Und so ist sie ins Music Business gekommen. So wurde sie aber auch behandelt. Ja, du bist ein schönes Blondchen. Keiner hat sie wirklich als Künstlerin ernst genommen. Und sie hat aber dann, sie ist dann sehr schnell die Freundin von Mick Jagger geworden. Und war aber ganz eng an der Band dran. Die war jahrelang so seine Hauptmuse und hat dann aber tatsächlich sich als Künstlerin auch einen guten Ruf etabliert und die hat schon zu Rolling Stones Zeiten einen Song geschrieben, der dann auf dem Sticky Fingers Album ist. Und der Song heißt Sister Morphine. Und ey, boah, das ist wirklich eine richtig düstere Drogenballade und es zeigt halt auch die Abgründe, in der die Frau war. Die ist innerhalb von kürzester Zeit so tief eingestiegen in dieses Sex, Drugs, Rock 'n' Roll. Die hat schwerste gesundheitliche Probleme bekommen. Die ist dann richtig abgesackt in den 70ern. Also sie hat das Leben dann auch von ganz unten gesehen. Von diesem Stardom ist sie runtergekommen. Die war dann zeitweise in den 70ern, als der Rolling Stone Train schon weitergefahren ist, da war sie dann zum Teil obdachlos, hat in London irgendwie geguckt, wie sie einigermaßen mit den Connections, Freunde, die sie noch hat, überleben kann. Immer schwerste multiple Drogensucht, gesundheitliche Probleme. Sie hat dann, ihre Stimme hat dann auch eine komplette Oktav verloren. Und dann hat sie aber dann Ende der 70er, nachdem sie wirklich durch die Hölle gegangen ist, hat sie ein Comeback-Album gemacht, wo ich sagen würde, das ist eines der besten Comeback-Alben überhaupt. Und das Album heißt Broken English. Marianne Faithfull, Broken English, 1979 oder 80 rausgekommen. Und ich Da war ich so geschockt, wie ich das das erste Mal gehört habe. Was ist mit der Stimme von der Frau passiert? Die hat vorher in den 60ern, weißt du, so eine engelhafte, mädchenhafte Stimme gehabt. Und boah, die hat mindestens eine Oktav oder anderthalb verloren. Also eine raue, tiefe Frauenstimme. Und boah, aber das zeigt halt, du konntest ihr authentisch zuhören. Die hat über den Schmerz gesungen und darüber, wie man mit dem Schmerz zurechtkommt. Was vielleicht auch in ihrer Familie liegt, weil einer ihrer Vorfahren war kein geringerer als der Mann, nach dem der Masochismus benannt ist. Ein Schriftsteller namens Masoch, das war, glaube ich, ihr Uronkel, Großvater oder so was. Das Älteste in der Familie drin. Auf jeden Fall, Marianne Faithfull, die ist ihr ganzes Leben so eine Kämpferin, das war wie eine Löwin. Die hat immer gegen diesen Schmerz gekämpft, die hat für Anerkennung gekämpft. Und Broken English ist einfach ein wahnsinnig gutes Album, was auch damals sehr, sehr erfolgreich war und ihr noch mal richtig, richtig großen Chartererfolg auch kommerziell gegeben hat, von dem sie dann wahrscheinlich den Rest ihres Lebens gezehrt hat. Aber eine Frau, von der man sich wirklich von ihrer Vita auch echt eine Scheibe abschneiden kann, weil das halt echt so eine Kämpferin ist. Marianne Faithfull, angefangen als kleines Mädchen, aber was aus der dann geworden ist, was die für einen Weg hinter sich hat, ganz groß. Rock Me Amish, was ist deine Meinung?

Axel19:52

Ja, das ist super. Ich erinnere mich sogar noch dran. Also das war auch, also da habe ich sie erst richtig wahrgenommen, also ehrlich gesagt. Deshalb hast du schon recht. Und weißt du, auch die Erfolge waren ja auch entsprechend. Sie war in Charts auch mit drin und man kannte sie dann eigentlich. Überleg mal, du sagtest gerade, die war vorher mit den Stones. Das ist ja schon ein paar Jährchen vorher gewesen. Also da wechselt ja das Publikum durchaus auch mal.

Frank20:17

Ja, liebe Freunde, und damit würde ich sagen, schließen wir den Nekrolog. Es hat uns 4 Sendungen gebraucht, weil wirklich viele große Musiker gegangen sind. Falls wir mal den einen oder anderen vergessen, diese Liste ist natürlich nie komplett, weil wir können ja nicht über alle Menschen sprechen. Es ist auch eine sehr subjektive Liste, an die wir rangegangen sind. Falls wir irgendwelche bedeutenden Leute vergessen haben, schreibt es in die Kommentare rein. Er schaut uns auf die Finger. Ansonsten, wir haben es auch nicht mit viel Trauer gemacht, weil die meisten sind sehr alt geworden und wir müssen auch nicht trauern, denn Musik ist auch etwas, was uns immer begleitet. Und es gab schon in den schwierigsten Zeiten, da gab es ja schon dieses Bild: Das Leben ist wie eine Ringelreihe. Das ist wie so ein Tanz und man tanzt halt ein paar Jahre und irgendwann scheidet man auch mal aus. Aber uns wünsche ich allen und euch wünsche ich allen, dass wir jetzt noch mal ein Jahr, eine Runde machen wir noch mit und dann die übernächste Runde werden wir dann sehen. Aber euch allen wünsche ich alles Gute. Habt ein gutes Jahr. Wir haben noch viel vor und ich hoffe, dass wir euch bei dem einen oder anderen musikalischen Thema auch begleiten können. Und ja, meine letzten Worte würde ich dann sagen: If music serves love and happiness, then play on!

Axel21:25

Axel? Ja, ich kann da nur anschließen. Ich will vielleicht noch mal doch noch ein bisschen was darüber sagen, was von uns so zu erwarten ist. Ich glaube, es wäre eine gute Gelegenheit dabei. Also wir werden uns um alles rund um die Musik kümmern, das heißt um die Künstler, um die Musik. Und deshalb ist es wichtig, mal zu hören, was meinen wir damit? Also es geht auch mal um Stars und ihre Allüren, so was packen wir auch an. Wir gucken auch mal etwas genauer auf die Bühnenshows, sehen zu, welche außergewöhnlichen Stimmen, was gibt es für Texte, die also aus der Rolle gefallen sind. Wir haben also jede Menge Material, wo es halt eben nicht nur um die einzelnen Namen geht, die wir jetzt genannt haben, sondern ja, die ganze Breite wollen wir bearbeiten.

Frank22:12

Ja, weil wir halt beide schon ein Leben lang Musikliebhaber sind und da so ein großes Herz haben voller Geschichten. Bei dir auch viele Erinnerungen, Leute, die dein Weg begleitet haben, die du kennengelernt hast. Und das ist FRAX Music, und wir haben noch viel vor und werden euch noch viel erzählen. Deswegen hoffen wir, dass es euch gefallen hat. Gebt uns ein Lob, macht mal Daumen hoch, und in diesem Sinne vielen Dank fürs Einschalten und ein herzliches FRAX Music! FRAX Music!