Musik-Legenden gestorben 2025 Teil 3 - Jack White, Ace Frehley (Kiss), D‘Angelo | FRAXMusic #7
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Zusammenfassung
In der siebten Folge von FRAX Music nehmen Axel Breitung und Frank Engelmayer ihre Hörer mit auf eine bewegende Reise durch die Musikgeschichte und gedenken den Musiklegenden, die 2025 von uns gegangen sind. Im Mittelpunkt steht Brian Wilson, das kreative Genie hinter den Beach Boys, dessen Tod am 11. Juni 2025 die Musikwelt erschütterte. Die Hosts beleuchten Wilsons Einfluss auf die Popmusik, insbesondere durch das legendäre Album 'Pet Sounds', das mit seinen innovativen Produktionstechniken und emotionalen Songs wie 'God Only Knows' und 'Sloop John B' Musikgeschichte schrieb. Wilsons künstlerischer Wettstreit mit den Beatles, der ihn zu Höchstleistungen anspornte, wird ebenso thematisiert wie die Schattenseiten seines Ruhms, die ihn in eine tiefe Depression stürzten. Dennoch bleibt sein Vermächtnis unvergessen, und die Beach Boys werden als Wegbereiter des modernen Pop gewürdigt.
Ein weiteres zentrales Thema der Folge ist das bewegte Leben von Jack White, einem der erfolgreichsten deutschen Musikproduzenten. Die Moderatoren erzählen von Whites ungewöhnlicher Karriere, die als Fußballer begann und ihn später zu einem der wichtigsten Köpfe im deutschen Schlager machte. White produzierte Hits für Größen wie Tony Marshall, Roberto Blanco, Roland Kaiser und Jürgen Marcus, aber auch internationale Erfolge wie Laura Branigans 'Self Control' und David Hasselhoffs 'Looking for Freedom' gehen auf sein Konto. Mit über 1000 produzierten Songs und mehr als 400 Gold- und Platin-Auszeichnungen zählt White zu den ganz Großen seines Fachs. Persönliche Anekdoten aus der Zusammenarbeit mit White geben einen seltenen Einblick in die Arbeitsweise und das Gespür dieses Ausnahmetalents.
Die Folge beleuchtet nicht nur die musikalischen Leistungen der Verstorbenen, sondern auch deren menschliche Seiten, ihre Höhen und Tiefen sowie die oft wenig bekannten Geschichten hinter den Kulissen. Die Hosts diskutieren, wie sich die Musiklandschaft in den letzten Jahrzehnten verändert hat und welche Spuren Künstler wie Brian Wilson und Jack White hinterlassen haben. Dabei wird deutlich, dass musikalischer Erfolg nicht nur von Talent, sondern auch von Innovation, Durchhaltevermögen und dem richtigen Gespür für den Zeitgeist abhängt.
Abgerundet wird die Episode durch spannende Hintergrundgeschichten, seltene Einblicke in die Produktion legendärer Songs und einen Ausblick darauf, wie das Erbe dieser Musikikonen auch zukünftige Generationen inspirieren wird. Für Musikliebhaber und alle, die sich für die Geschichten hinter den großen Namen interessieren, ist diese Folge ein absolutes Muss.
Playlist zur Folge
Hintergrund & Kontext
Die 1960er Jahre waren eine Zeit des musikalischen Umbruchs. Die Beach Boys, angeführt von Brian Wilson, prägten mit ihrem sonnigen Kalifornien-Sound zunächst die Surfmusik, bevor sie mit 'Pet Sounds' neue Maßstäbe in Sachen Songwriting und Studiotechnik setzten. Das Album entstand in einer Ära, in der Bands wie die Beatles und die Rolling Stones die Popkultur revolutionierten. Der kreative Wettstreit zwischen den Beach Boys und den Beatles gilt als Motor für einige der innovativsten Alben der Musikgeschichte. Brian Wilsons Perfektionismus und Experimentierfreude führten zu Klanglandschaften, die bis heute Musiker weltweit beeinflussen.
Parallel dazu entwickelte sich in Deutschland der Schlager zu einer der populärsten Musikrichtungen. Produzenten wie Jack White trugen maßgeblich dazu bei, dass der deutsche Schlager auch international Beachtung fand. In den 1970er und 1980er Jahren war die Musikindustrie von großen Plattenfirmen, TV-Shows und einer wachsenden internationalen Vernetzung geprägt. Jack White nutzte diese Strukturen, um Künstler wie Tony Marshall und Roberto Blanco zu Stars zu machen und internationale Hits wie 'Self Control' zu produzieren. Seine Fähigkeit, Trends zu erkennen und musikalisch umzusetzen, machte ihn zu einem der erfolgreichsten Produzenten Europas.
Die Geschichten von Brian Wilson und Jack White stehen exemplarisch für die Entwicklung der Pop- und Schlagermusik im 20. Jahrhundert. Ihr Einfluss reicht weit über ihre eigenen Werke hinaus und prägt die Musiklandschaft bis heute.
Häufige Fragen
Welche berühmten Musiker sind 2025 gestorben?
2025 sind unter anderem Brian Wilson (Beach Boys), Jack White (deutscher Produzent) und weitere Musikikonen verstorben. In dieser Folge von FRAX Music werden ihre Karrieren und ihr Einfluss auf die Musikgeschichte beleuchtet.
Was macht das Album 'Pet Sounds' von den Beach Boys so besonders?
'Pet Sounds' gilt als Meilenstein der Popmusik, weil Brian Wilson innovative Produktionstechniken und komplexe Arrangements einsetzte. Das Album beeinflusste zahlreiche Musiker und wird oft als eines der besten Alben aller Zeiten genannt.
Wer war Jack White und welche Hits hat er produziert?
Jack White war ein erfolgreicher deutscher Musikproduzent, der Hits für Künstler wie Tony Marshall, Roberto Blanco, Roland Kaiser und international für Laura Branigan ('Self Control') sowie David Hasselhoff ('Looking for Freedom') produzierte.
Wie war die Beziehung zwischen den Beach Boys und den Beatles?
Die Beach Boys und die Beatles inspirierten sich gegenseitig. Besonders Brian Wilson ließ sich von den Beatles-Alben wie 'Rubber Soul' und 'Revolver' zu neuen musikalischen Höhenflügen anspornen, was zu 'Pet Sounds' führte.
Welche Rolle spielte Jack White im deutschen Schlager?
Jack White prägte den deutschen Schlager maßgeblich als Produzent und Komponist. Er arbeitete mit vielen bekannten Künstlern zusammen und erhielt über 400 Gold- und Platin-Auszeichnungen für seine Produktionen.
Gesprächs-Transkript
Hallo, ich bin Frank und ich bin Axel und wir sind FRAX Music. Willkommen zum dritten Teil von unserem Necrolog 2025, wo wir auf die Musiker zurückblicken und auf ihr Werk, die in diesem Jahr von uns gegangen sind. Und hey, wenn ich so auf meine Liste schaue, Leute, wir haben noch ein paar absolute Superstars am Start, und mit einem Superstar fange ich jetzt gleich an, nämlich Brian Wilson ist gestorben. Brian Who, werden manche sagen. Brian Wilson von den Wilson-Brüdern, der war das musikalische Mastermind von den Beach Boys. Die Beach Boys in den 60ern, vor allem extrem erfolgreiche Band, die haben eigentlich schon angefangen, bevor dann so dieser ganze Rock'n'Music-Hype in den 60ern entstanden ist. Die war schon Anfang der 60er am Start, schon vor der British Invasion, und haben halt, wie der Name schon sagt, von der Grundteils Surf-Musik gemacht, Kalifornien, daten, schöne Autos fahren. Und dann hat sich aber die Musik in den 60ern immer mehr gewandelt. Und da gab es in England eine Band aus Liverpool, die Beatles, und die haben Musik gemacht, die dann schon so anspruchsvoll war. Und das hat den Brian Wilson total gekickt. Der hat die Beatles gehört und insbesondere das Album Rubber Soul von den Beatles von 1965. Das hat den Brian Wilson so getriggert, in seinen Ehrgeiz gepackt. Dass er auch das Gefühl hatte, hey, ich kann jetzt nicht mehr nur noch so diese gute Laune Beach Boys Musik machen, ich muss mal noch einen Schritt weitergehen, künstlerisch anspruchsvoller werden. Und Brian Wilson hat dann tatsächlich so diesen Anspruch gehabt, ich möchte das beste Album der Musikgeschichte machen. Okay, es ist 1966 gewesen, er wusste damals nur nicht, was noch alles kommen sollte, aber mit dem Anspruch ist er in die Aufnahmen und in die Sessions von Pet Sounds gegangen. Am Ende ist es 1966 von den Beach Boys rausgekommen. Und Pet Sounds, du könntest fast sagen, es ist ein Brian-Wilson-Soloalbum. Der hat die komplette Musik komponiert, der hat entschieden, wer was macht. Die anderen haben vielleicht höchstens noch die Harmonies, die Vocals halt eingesungen, aber ansonsten war das Brian Wilson, der dieses Album gemacht hat. Und Pet Sounds, das gilt so in der Musikgeschichte als einer der Meilensteine, wo es um neue Produktionstechniken geht, wirklich technische Technologie, was man im Studio alles einsetzt. Vorher war es ziemlich einfach, aber die Beatles haben diese Messlatte immer höher gesetzt und Brian Wilson wollte dort mitmachen. Und am Ende ist dann Pet Sounds, gilt als absolutes Opus Magnum von Brian Wilson. Und das ist unglaublich, wenn du dort mal guckst, wie viele Leute da mitgewirkt haben, wie viele Session-Musiker. Da gab es Leute, deren einzige Aufgabe auf der Platte war, kurz mal die Teetasse mit dem Löffel anzuspielen. Hey, es ist auf die Aufnahme gekommen und du findest dich wieder, du hast mitgewirkt. Unfassbar. Man hat wirklich alle Ressourcen mobilisiert, die so ein Studio damals in den 60ern gegeben hat. Und das Werk, was dann rausgekommen ist, Pet Sounds, wurde auch schon derzeit als absolutes Meisterwerk angenommen. Darauf finden sich so großartige Songs wie Sloop John B oder auch das fast schon unsterbliche God Only Knows, wo so ein paar Harmonies drin sind, die sind fast schon so überirdisch. Und naja, das Album hat dann wirklich seinen Ansprüchen gerecht geworden. Aber wie ging die Geschichte weiter? Noch im selben Jahr, ein paar Monate nach Pet Sounds, kamen dann die Beatles mit Revolver, haben ihr nächstes Album aufgelegt. Und das hat, glaube ich, den Brian Wilson so getroffen, da hat er sich nicht mehr erholt davon. Er hat dann gemerkt, er kann diesen Wettstreit, und er war da förmlich besessen davon, mit den Beatles irgendwie mitzuhalten. Und die Beatles haben auch tatsächlich diesen Ball aufgenommen. Die haben schon mitbekommen, okay, Brian Wilson, Beach Boys, der möchte unser Rubber Soul Album toppen. Da haben die Beatles nachgelegt mit Revolver und für Brian Wilson, der ist dann erst mal in so eine jahrelange Depression gefallen und hat sich dann in den 70ern schon wieder gefangen. Aber dann war offensichtlich die große Zeit der Beach Boys dann vorbei. Aber hey, er ist der Mann, der Pet Sounds gemacht hat. Er ist das Mastermind der Beach Boys. Wir erinnern an Brian Wilson, der am 11. Juni gestorben ist, im Alter von 82 Jahren.
Ja, ich habe auch noch einen Hochkaräter, der dieses Jahr von uns gegangen ist. Jack White. Der Name ist von den White Stripes. Nicht ganz. Nein, nein, Jack White ist noch— das ist ja ein ehemaliger Fußballer. Die wissen, die wenigsten wissen das. Also das ist ein ehemaliger Fußballer, war natürlich gespielt.
Fortuna Köln war sogar Bundesliga damals.
Ja, ja, ja, ganz genau, stimmt. Der war dabei. Wobei, ist dann ja nach Berlin gegangen und war dann großer Hertha-Fan. Dafür ist auch bekannt geworden später. Aber nein, es geht nicht nur um seinen Bekanntheitsgrad auf dem Sektor, sondern der hatte dann als Musikschaffender war er dann schon ganz weit vorne. Also wenn man so seine Liste von den Namen allein hört, Toni Marschall, also alles, was du von Toni Marschall kennst, von den alten Sachen, Heute hauen wir auf die Pauke und was man alles so kennt, ja, das sind alles schon Sachen von ihm, also die hat er schon produziert. Ja, wen kann man noch nennen? Also Roberto Blanco natürlich, der sollte man auch nicht ganz vergessen. Roland Kaiser war mit dabei und Jürgen Markus an Neue Liebe spielt ein neues Leben, auch wieder mal Jack White, also die großen Namen im Schlager und das weiß nicht, ob das schon viele Leute überhaupt auf dem Schirm haben. Er hat aber auch international zugeschlagen, und zwar Laura Brannigan. Self Control hat er produziert. Echt?
Das ist von ihm? Ja, das war ein Megahit aus meiner Jugend. Das war ein Hit, das war rauf und runter.
Absolut genau. Und das ist von ihm und das war ein weltweiter Hit. Ja, also das, er hatte, es war schon eine Coverversion. Da gibt es noch eine von aus Italien.
Echt, ein Italiener? Ja, wie hieß der noch mal?
FRAX Music. Raph war das damals, ja. Das muss 82, glaube ich, gewesen sein. Genau richtig. Das war Leonard Branigan. Und er hat auch gemacht David Hasselhoff mit I've Been Looking for Freedom. Auch von ihm wieder. Also er hat immer ein Riesengespür gehabt für den richtigen Hit zum richtigen Zeitpunkt. Also das war schon, da ist er wirklich herausragend gewesen, muss man sagen. Er hat über 1000 Songs produziert oder komponiert, je nachdem, wie man es sieht. Und Daraus haben sich immerhin 400 Gold- und Platinplatten ergeben. Also er ist schon einer der Top-Leute, die wir auf dem Musiksektor hatten, wirklich als Produzenten. Wenn man schon mal da reinguckt, wir haben Frank Farian natürlich noch, der ist noch mal ein kleines Stück oben drüber, aber ansonsten gehört er schon zu den ganz Großen, muss man wirklich sagen, die wir hatten. Ja, und er wurde dann auch geehrt für über 100 Millionen verkaufte Das muss man aus Deutschland heraus erst mal machen. Und die 100 Millionen, das ist schon nicht ganz ohne. International hört man das ja öfter, aber für die Deutschen ist es echt ein absoluter Hammer. Und insgesamt sind seine Werke auf über einer Milliarde Tonträgern drauf. Das ist echt, das ist schon, da ist dann nur noch Frank Farian als Konkurrenz dann da. Ansonsten hat das keiner geschafft. Ich habe auch mit ihm zusammengearbeitet, das muss ich bei der Gelegenheit mal erzählen. Und zwar war eine ganz interessante Geschichte. Das war 2006, glaube ich, wenn ich mich recht erinnere. Nee, 2001 war es. Und zwar weiß ich das nur deshalb ganz genau wegen der Geschichte mit den Türmen in New York. Darüber haben wir nämlich gesprochen. Also es war so, Telly Savalas war schon gestorben und—
Sag mal, Telly Savalas, der Schauspieler, der Kojak war, ist es der?
Ganz genau. Und das war der Grund der Zusammenarbeit. Also so kam seine Frau mit der Tochter zu Jack White. Die wollten einen guten Produzenten haben, und zwar irgendwie wollten sie so einen europäischen Sound haben. Die wussten ja auch, dass David Hasselhoff sehr erfolgreich war ein paar Jahre vorher. Und so haben die gesagt: Okay, dann ist unser Mann, den kontaktieren wir. Und der hat gesagt: Okay, ich habe da jemanden, der kann das produzieren, der schreibt für euch und der produziert das auch. Und so kam es, dass sie, also sie, also die Frau Sabalas plus die Tochter, bei mir im Studio waren. Was? Ja, ja, die waren. Und wir haben noch über die 2001-Katastrophe gesprochen. Also das war durchaus ein Thema bei uns. Aber bei uns geht es ja nicht FRAX Music. Ich habe dann zwei Titel produziert, sodass man dann eine komplette Single machen konnte. Und ja, das war der Anfang eines Albums, was zu dem Song offensichtlich nicht mehr gekommen ist. Also ich habe das nicht mehr gehört, aber der Titel, einer von den beiden wurde dann Single und der ging auch ganz gut, wie ich jetzt gerade erst feststellen konnte. Also das war schon eins meiner Highlights. Ich habe gern mit ihm gearbeitet, muss ich sagen. Ich hatte ihn besucht in seinem Büro, auch so wie es auch hier hinter uns aussieht, nur etwas länger. Na ja, ich muss schon sagen, na ja, klar, muss man gut vorziehen vor Jack White. Aber wie gesagt, sein Name ist auch entsprechend groß, hat jetzt schwierige Zeit hinter sich gehabt, wohl offensichtlich jetzt gerade auch. Und das hat dann irgendwie letztendlich zum Tode geführt. Genau, weil genau das weiß man auch da wieder nicht. Das ist überraschend, wie oft die Todesursachen nicht wirklich bekannt sind. Auch in dem Fall ist das nicht eindeutig geklärt.
Es ging ja viel um den Boulevard, weil er eben auch in Berlin dort seine Villa hatte und so weiter. Offensichtlich in Deutschland auch so ein Boulevardthema ist. Und ich glaube, es war so, in seiner Wohnung erst mit Schusswunde gefunden worden. Alles deutet auf Suizid hin, aber ganz sicher kannst du dir bei so was nicht sein. Genau. Aber hier noch mal zu der Tochter von Telly Savalas. Ich hoffe, die hat nicht dieselbe Frisur wie der Papa gehabt.
Nicht ganz so.
Nein, nein, denn der, falls ihr es nicht wisst, der ist eine Legende, eine Ikone aus den 70ern. Das war einer der ersten, der mit Vollglatze einfach nur rumgerannt ist. Ja, hey, ich habe übrigens auch noch eine Jack-White-Story. Du hast vorhin einen Haufen Namen genannt, das sind alles so diese Schlager-Leute. Das war nie so richtig mein Beat. Aber das Krasse ist, diese Leute, die konnten auch, also Leute wie Jack White, die konnten auch ganz anderes Zeug produzieren. Nicht nur seinen Arena-Rock habe ich schon früher gehört, weil durch die Connection Fußball, da gab es auch für FC Bayern, hat er dann auch so eine Stadionhymne gemacht, die glaube ich heute noch gespielt wird. Aber ich habe von Jack White auch eine Platte gehabt, die habe ich als Kind schon gehört. Ich komme aus einem bürgerlichen Haushalt, wo Rock 'n' Roll nicht wirklich angesagt war. Ich musste mir das alles selber irgendwie erarbeiten. Aber ich weiß nicht, wie es gekommen ist. Bei den wenigen Platten, die meine Eltern zu Hause hatten, da hat sich eine Single befunden von einer Gruppe namens Methusalem. Und auf dieser Single waren zwei Tracks drauf: Robotism und Alien. Ich weiß nicht, wie diese Platte in meinen elterlichen Haushalt gekommen ist. Irgendwer hat die denen geschenkt, die können die nicht gekauft haben. Aber jedenfalls als Kind bei Donauwörther so viel Zugang hattest. Ich habe diese Platte schon mit 9 oder so, habe ich die schon gehört, rauf und runter. Aber es waren nur 2 Songs drauf. Ich habe damals noch so einen, oder meine Eltern, noch so einen alten Plattenspieler mit 4 verschiedenen Geschwindigkeiten. Ich habe die in allen Geschwindigkeiten gehört. Ich habe mit den Fingern die rückwärts gedreht, diese Scheibe. Und das ist so ein unfassbar grooviges Rock-Disco-Elektro-Teil von Ende der 70er-Jahre. Jahre. Hey, klick das mal an, Robotism, und auch die B-Seite Alien mit dem großen Session-Musiker Tommy Schiedl, geiles Gitarrenriff, und das ist richtig cool. Und das konnten die auch machen, hat einfach so einen anderen Namen gemacht, und man ist einfach mal wie so ein Testballon. Hey, ich hau mal so ein Ding raus, vielleicht hast du Glück und das Ding geht viral, wie wir heute sagen würden. Riesenhit ist es nicht gegangen, aber ich mir es heute anhöre, shit, 1980 rum, ist es wirklich Elektrosound, unglaublich. Also auch das Methusalem, zieht euch das mal rein.
Wie gesagt, auch international, ich meine, wir haben jetzt nur die beiden Namen genannt, David Hasselhoff und vor allen Dingen auch Self Control als Titel, Laura Brannigan, und das war schon eine Meisterleistung, auch Songwriting-mäßig stand da einiges bei ihm auf der Liste. Das muss man wirklich sagen. Jetzt kann man durchaus sagen, haben wir da also einen ganz wesentlichen Produzenten verloren dieses Jahr.
Ja gut, aber er hat auch ein hohes Alter erreicht, wie eigentlich fast alle Leute, über die wir sprechen. Dieses Klischee Rock'n'Roller, Musiker, das ist alles ungesunder Lifestyle, bestätigt sich hier nicht. Wenn ich auf meine Liste schaue, viele von denen sind richtig alt geworden.
Er ist 85 geworden, genau, kann man durchaus sagen. Immerhin, ja, durchaus. Also wie gesagt, meine Begegnung mit ihm ist ja nun auch schon wieder 24 Jahre her, wenn man es genau nimmt. Also insofern aus der Zeit heraus war er noch relativ jung. Relativ aktiv. Also soweit ich auch weiß, er hat noch Jahre später noch einiges gemacht. Also immerhin, ja. Aber es gab auch einige Ehrensendungen für ihn. Ich glaube, zum 80. habe ich irgendwas gesehen, wo man ihn auch noch mal groß geehrt hat. Und er war schon ein sehr emotionaler Mensch. Also dem kamen dann schon bei der Ehrung die Tränen. Man merkte schon eigentlich auch, also es gibt doch andere, mit denen ich gearbeitet habe. Ich muss sagen, also ich würde ihn auf jeden Fall zu den Netten und den zählen, die halt eben auch so eine gute Ausstrahlung hatten, positive, war insofern sehr schön.
Und überhaupt, ich meine, ein Typ, der in zwei verschiedenen Berufen einen hohen Grad von Professionalität erreicht, das sehe ich selten. Ich meine, einer, der Profifußballer ist, dort auf höchstem Niveau spielt und dann aber auch als Produzent wahrscheinlich noch viel, viel besser war, das ist schon übel, dass du so zwei solche Talente hast, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Er konnte beides. Krasser Dude, Jack White. Nicht zu verwechseln natürlich mit Jack White von den White Stripes. Möge er noch lange leben, ja, weißt du, wollen jetzt nicht, dass wir irgendwas jinxen, so. Ja, schmeiß ich auch noch hier Namen rein. Ich habe noch mehrere auf meiner Liste stehen. Ich möchte auf jeden Fall erwähnen Roy Ayers. Das ist ein Name, der sagt auch nicht jedem was. Das ist ein amerikanischer, eigentlich kommt er aus dem Jazz, dem sein Instrument, wo er virtuose war, das Vibraphon. Vibraphon ist das mit dem Metallding, wo du zwei Klöppel hast. Es gibt ja auch zwei aus Holz und es gibt Metallvibraphon, aber der Virtuose, der hat denn in den 60ern schon bei den Jazzgrößen halt so mitgespielt, das Virtuose an diesem Instrument, Roy Ayers. Aber der hat halt dann auch diese ganze Entwicklung der schwarzen Musik hin zum Funk mitgemacht und in den 70ern hat er dann so dermaßen groovige Teile gemacht, ey, das ist unglaublich. Von Roy Ayers, wenn ihr das mal so in in die Streamingseite eures Vertrauens mal eintippt, da kommen groovige Nummern, das ist unglaublich. Und der hat eben auch so eine Karriere gehabt, es geht über Jahrzehnte hinweg. Roy Ayers wollte ich erwähnen. Und dann noch ein Sänger aus New York City, David Johansen. Sagt vielleicht vom Namen her auch nicht jeder, aber der war der Frontman von den New York Dolls. Und die New York Dolls, Das ist eine Band, die hatten Anfang, Mitte der 70er hatten ihre größte Zeit und die sind im Nachhinein, wenn du es anschaust, super einflussreich gewesen. Die kamen so aus dem Umfeld von so einem legendären Club, des CBGB, und die waren so am Vorabend, bevor Punk und New Wave gekommen ist. Es gab schon die New York Dolls. Eigentlich war das damals, hätte man wahrscheinlich noch Glamrock gesagt, also mit Schminke und verrückte Kostüme und wilde Show und so weiter. Aber der Sound von denen ist halt schon so ein simpler Rock'n'Roll. Proto-Punk. Und diese New York Dolls, die waren dann sozusagen die Vorläuferband von diesen großen Bands, die da aus New York aus dem CBGB kommen sollten, dann danach zum Beispiel die Ramones oder so was. Die Ramones, bevor die die Ramones waren, haben die New York Dolls gehört. Und deswegen Shoutout für David Johansen, der deswegen seinen Platz im Pantheon hat. Am 28. Februar ist er gestorben, im Alter von 75 Jahren.
Ja, und auch ein wirklich offensichtlich auch sehr virtuoser Gitarrist ist leider auch von uns gegangen, und zwar der Gitarrist von KISS, nämlich Ace Frehley. Also der 74 Jahre geworden, immerhin, ja. Also für so, das sollte man gar nicht meinen, weil du schon sagtest, die haben ja alle Rock'n'Roll gehabt, die haben ja richtig Gas gegeben, ne. Die haben unabhängig, für wie viel Hotelzimmer sie zerstört haben. Sie haben wahrscheinlich auch so das ein oder andere an Fans geschockiert, wollen wir mal sagen. Also letztendlich, aber es ist halt eben, er ist auch auf von uns gegangen und halt sein Pseudonym, glaube ich, kann man sagen, war Star Child. Star Child, ja.
Die hatten alle so ihre eigene Persona, so diese Masken und auf der Bühne und er war Star Child, weil das ist der Typ, der so um die Augen zwei große Sterne hatte, Star Child.
Genau. Ich habe eine Beziehung zu KISS, nicht zuletzt deshalb, ich habe in den 70er Jahren angefangen aufzulegen als DJ und da war KISS gerade mit I Was Made For Loving You Riesenhammer auf der Tanzfläche. Der hat nur einmal gespielt und dann ging es immer los. Also das war schon damals, also müsste so um 1979/80 gewesen sein, da war das ein Riesenhit, das Ding. Also insofern, ja. Ja, haben wir da jemanden verloren, der doch Musikgeschichte geschrieben hat. Hast du ihn auch mal aufgelegt später?
Ja, selbstverständlich. Ich habe in vielen Rockclubs auch aufgelegt und dann musste natürlich KISS am Start sein. Wobei ich ehrlich sagen muss, ich war jetzt nie der allergrößte KISS-Fan. Mein Favorite Song war tatsächlich der von dir erwähnte I Was Made For Loving You, aber das ist ja gar kein typischer KISS-Song. Das ist ja so ein Crossover in Disco rein, ziemlich cool, aber eigentlich hatten ja KISS einen harten Gitarrensound, so eine harte Rockband und Detroit Rock City wäre vielleicht auch ein Track, den man nennen könnte. Und ja, selbstverständlich, als DJ musst du KISS am Start haben. Aber wie gesagt, es war nie eine meiner Lieblingsrockbands und der Sound hat mich halt nie so richtig abgeholt. Aber hey, das heißt doch nicht, dass ich nicht erkenne, was die für einen Stellenwert haben und was die geleistet haben. KISS waren wirklich Ende der 70er die größte Band der Welt.
Ja, auf jeden Fall. Ja.
Fahren wir fort. Ich schmeiße mal jetzt einen Namen rein, der uns mal in ganz andere Gefilde führt. Denn wir haben nicht nur Deutschland und nicht nur England und USA und Niederlande hatten wir auch schon in der letzten Sendung präsentiert. Hier kommt einer der größten Musiker aus Afrika, der letztes Jahr gestorben ist. Amadou Bakayoko von dem Duo Amadou Mariam. Die beiden kommen aus Mali und ohne Witz, Mali, ein kleines Land, also von der Bevölkerung ist es immer groß, Afrika. Aber das ist mir schon öfter aufgefallen. Das ist so ein Zentrum von Weltmusik. Tatsächlich sagen viele so, dass der Blues, der amerikanische Blues, mit dieser Art Gitarre zu spielen, ihren Ursprung in Mali hat. Und da gibt es Musiker wie Ali Farka Touré, die haben mit Ray Cooder zusammengearbeitet. Das ist wirklich so eine ganz lange Musiktradition, die es da in Mali gibt, und da kommen Spitzenmusiker her, immer wieder. Youssou N'Dour zum Beispiel auch, er ist auch Mali. Kommen alle aus diesem Ali. Und Amadou und Mariam, die waren beide blind. Die sind blind schon geboren oder waren als Kind schon blind und haben in sich dann drin diese Musik entdeckt und haben dann dieses Bardentrubadour-Leben gelebt. Und die sind in Afrika, das sind Riesenstars, die haben auch Millionen verkaufter Platten. Aber auch international, vor allem in der französischsprachigen Welt sind die sehr groß geworden, weil die halt Französisch singen. Das beste Album von denen ist Dimanche Bamako oder auch dann Welcome to Mali. Und wenn ihr euch diese Alben mal anhört, das ist wirklich eine großartige Musik. Das ist so ein Mix aus afrikanischer Musik, aus Soul, aus Rock, ein bisschen Psychedelic würde ich da auch manchmal mir noch raushören. Ein ganz besonderer Mix. Amadou und Mariam. Ich höre auch viel Weltmusik und das sind in Weltmusik eine meiner Lieblingsinterpreten. Lieblingsmusiker. Und ja, Amadou Bakayoko ist gestorben im April mit 70 Jahren.
Ja, ja, ich könnte jetzt noch erwähnen, dass auch Blondie ein wesentliches Gruppenmitglied verloren hat.
Zurück ins CBGB nach New York.
Ja, gut, ganz genau. Denn daher stammt offensichtlich auch die Gruppe Blondie, die mit Debbie Harry als Frontfrau, ja, ganz bekannt geworden ist. Ihr Durchbruch hieß damals, kennt jeder, Heart of Glass, das war also ihr Titel, mit dem sie zumindest in Europa waren. Soweit ich gehört habe, gibt es ja noch einen Titel, der noch durchaus in den Staaten oder ansonsten auch noch sehr gut gelaufen ist, One Way or Another, ja, das gehört ja wohl zu den ganz großen Hits.
Oder auch später Rapture, einer der wirklich für mich mega Songs. Blondie, die haben schon ein paar Hits gehabt, aber tatsächlich kam er auch aus diesem CBGB, was wir vorhin schon gemeint haben. Und die sind eben dementsprechend eigentlich eine amerikanische Punk- und New Wave-Band gewesen. Und dann gab es diesen einen Produzenten, den Mike Chapman, und der hat zu ihnen gesagt: Hey, wenn ihr mit mir zusammenarbeitet, ich mache einen Nummer-eins-Hit für euch. Ich mache aus euch eine Nummer eins, aber ihr müsst mir einen Schritt entgegengehen. Ich kann mit Punkrock keinen Nummer-eins-Hit machen, aber vertraut mir, ich mache Nummer eins. Und das war dann Heart of Glass.
Ja, Chapman, Mike Chapman, Riesennummer. Der hat, Chinn und Chapman, das ist so diese großen Namen, die die Musikbranche hat zu der Zeit. Die haben einen Hit nach dem anderen. Also die haben Sweet zum Beispiel gemacht, das komplett alles von denen. Dann was haben sie, Stumblin' In hier, Suzi Quatro, alles Chinn Chapman. Also hat auch die dazu, damals war nicht nur Suzi Quatro, das war ein Duett, vielleicht erinnern sich noch einige noch dran. Also auch das alles gehört also zu Chinn Chapman, die Größten ihrer Zeit.
Das waren zwei Brüder oder was?
Chinn und Chapman? Nein, das waren die, ich weiß nicht mehr, Chinn hieß der eine und Mike Chapman, den anderen Vornamen weiß ich nicht mehr. Chinn Chapman sagte man immer so als Kurzfassung, als das Autorenteam schlechthin. Und die haben sich dann wohl offensichtlich, er ist dann mehr in die Produzentenrichtung gegangen, der Mike Chapman, und hatte dann unter anderem Blondie halt eben mitproduziert, wohlgemerkt. Die Songs, die man von Blondie kennt, die sind ausnahmsweise nicht von ihm. Aber das ist ja immer so. Leute, die gut komponieren können, die haben natürlich auch Ahnung von, können natürlich Hits hören und wissen, okay, und das ist halt meistens so, die setzen dann auf irgendwen und dann gibt es meistens, kommt die irgendwie von der Plattenfirma jemand auf die zu und sagt dann, Mann, ich habe ja eine richtig gute Gruppe oder was auch immer war oder einen guten Einzelinterpreten. Also wenn du ihn machst, wird das auch ein Hit. Und deshalb war er auch so sicher, weil er hat gehört, die haben diesen Song, der um die Welt gehen kann. Das hat er gehört und hat gesagt: Okay, das kriege ich hin. Ich weiß, wie ich ihn heute produzieren muss. Normalerweise ist der auch gitarrenlastig gewesen. Wer Sweet kennt noch aus den früheren Tagen, Ballroom Blitz und so weiter. Wir haben da mit Rock zu tun und das sind noch Rockmusiker, die beiden gewesen. Aber sie haben auch erkannt, also in die 80er Jahre rein, wir müssen jetzt mal einen anderen Sound machen. Machen. Und haben sie auch brillant gemacht damals. Also auch eine ganz große Nummer, ne?
Parallel Lines heißt das Album, was so erfolgreich war von Blondie. Und wer ist denn jetzt von Blondie eigentlich noch mal gestorben? Hatten wir schon erwähnt hier?
Ja, der Drummer ist auf jeden Fall, und ist das auch leider auch nur 70 geworden.
Klemberg. Jo, ich gehe mal in meiner Liste weiter und da findet ihr noch so illustre Namen wie Mark Vollmann, das ist wieder jemand, der uns zurück in die 60er schickt. Mark Vollmann, der Name sagt auch nicht jedem was, aber hey, jeder von euch kennt einen Song von seiner Band, das waren die Turtles, Happy Together, eine der großen 60er-Jahre-Hymnen. Und dieser Mark Vollmann, der war Sänger von denen, und der war so ein guter Sänger. Der hat, nachdem es mit den Turtles vorbei war und in den 70ern, hat er dann mit jemand anders so ein Duo gegründet, die nannten sich Flo und Eddie. Und das waren Sessionsänger, die waren als Gesangsduo, konntest du die buchen, damit die auf deiner Platte halt singen, deine Platte veredeln. Und die haben in den 70er Jahren bei unglaublich vielen mitgesungen. Flo und Eddie, das waren so Go-To-Guys, wenn du gute Background-Vocalisten hattest. Und der hat dann noch eine ganz lange Karriere gemacht. Deswegen Shoutout an Mark Vollmann, der mit 78 Jahren gestorben ist. Und einen schmeiße ich direkt noch hinterher, etwas jüngerer, auch nur 51 Jahre alt geworden, D'Angelo. Und D'Angelo ist Black Music aus Amerika, jetzt aus den letzten 20 Jahren. Und da ist ja die Black Music hauptsächlich definiert durch Hip-Hop. Aber D'Angelo ist einer der wenigen Künstler, der jetzt nicht ein Hip-Hop Artist war, sondern der steht in dieser langen Tradition schwarzer Musiker, die außergewöhnliche musikalische haben und außergewöhnliche Stimme. Ist ein Wahnsinnssänger, der hat so eine Falsettstimme und musikalisch und auch vom Gesang her erinnert mich vieles von ihm so an Prince. Prince, der auch so eine hohe Falsettstimme hatte. Auch groovige Musik, die aber nicht so einfach groovig ist. Okay, Bassline und schön Drums, da sind echt Gitarrenparts drin, das ist alles so künstlerisch, wirklich hoch anspruchsvoll. Und deswegen hat er vielleicht auch, oder ich weiß ja nicht genau die Gründe, er hat in seiner ganzen Karriere auch am Ende dann nur 3 oder 4 Alben aufgenommen. Genommen. Aber die gelten in USA bei Freunden von Black Music als absolute Meisterwerke, alle, jedes einzelne von diesen Alben. Und deswegen erinnern wir auch noch an D'Angelo, der nur 51 Jahre alt geworden ist und am 14.10. von uns ging. So, das war unser dritter Teil von dem Necrolog 2025. Und eigentlich haben wir gedacht, wir kommen mit 3 Teilen durch, aber hey, ganz ehrlich, hier sind ein paar Namen auf der Liste und auch noch wirklich Superstars, die wir noch überhaupt nicht erwähnt haben. Deswegen wird's noch einen vierten Teil geben. Bleibt also dran hier auf diesem Kanal, denn es gibt noch viel mehr von uns, von FRAX Music.
