MUSIK PODCAST · DE
FRAX MUSIC#1311. Juni 2026

Diese Plattencover sind Kult – Led Zeppelin, Falco, Kraftwerk, H. R. Giger, ELP FRAX Music 13

PlattencoverLed Zeppelin CoverFalco EinzelhaftKraftwerk AutobahnH. R. GigerEmerson Lake & PalmerMusikgeschichteAlbum Cover Art

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Zusammenfassung

In der dreizehnten Folge von FRAX Music widmen sich Axel Breitung und Frank Engelmayer einem Thema, das Musikliebhaber seit Jahrzehnten fasziniert: ikonische Plattencover und ihre Geschichten. Die beiden Gastgeber nehmen die Hörer mit auf eine Zeitreise durch die visuelle Welt der Musikgeschichte und beleuchten, wie Cover Art nicht nur Musik, sondern auch Popkultur geprägt hat.

Den Anfang macht das legendäre vierte Album von Led Zeppelin, oft einfach „Led Zeppelin IV“ oder „Four Symbols“ genannt. Das Cover ist ein Paradebeispiel für Mystik und Understatement: Kein Bandname, kein Titel, nur ein geheimnisvolles Bild und vier rätselhafte Symbole. Die Hosts erklären, wie diese Symbolik eng mit der esoterischen Aura der Band und insbesondere mit Gitarrist Jimmy Page verbunden ist, der ein Faible für Okkultismus und das Tarot hatte. Auch die Verbindung zu Alister Crowley und das berühmte Bild des „Hermit“ aus dem Rider-Tarot-Deck werden thematisiert. Für viele Fans ist dieses Album nicht nur musikalisch, sondern auch visuell ein Meilenstein der Rockgeschichte.

Weiter geht es mit Falco und seinem Debütalbum „Einzelhaft“. Die Hosts erinnern sich an die Aufbruchsstimmung der Neuen Deutschen Welle und daran, wie revolutionär es war, Rap-Elemente mit deutschsprachigem Pop zu verbinden. Falco wird als Pionier des weißen Rap gefeiert, der mit Songs wie „Der Kommissar“ und „Maschine brennt“ neue Maßstäbe setzte. Die Bedeutung des Covers und die Wirkung von Musik in der eigenen Sprache, besonders für Jugendliche in Süddeutschland und Österreich, werden lebendig geschildert.

Auch Kraftwerk und ihr Album „Autobahn“ finden ihren Platz in der Folge. Die Hosts diskutieren, wie das Cover den minimalistischen und futuristischen Stil der Band widerspiegelt und Kraftwerks Image als Pioniere der elektronischen Musik untermauert. Die visuelle Ästhetik wird als Teil des Gesamtkonzepts verstanden, das Technik, Fortschritt und deutsche Ingenieurskunst zelebriert.

Schließlich werfen Axel und Frank einen Blick auf Emerson, Lake & Palmer und das von H. R. Giger gestaltete Cover zu „Brain Salad Surgery“. Sie erklären, wie Gigers biomechanischer Stil das Album zu einem Kunstobjekt machte und warum Plattencover in den 70er und 80er Jahren ein zentrales Ausdrucksmittel für Musiker waren. Die Hosts betonen, dass Cover Art weit mehr als nur Verpackung ist – sie ist Inspiration, Identität und ein Stück Musikgeschichte zum Anfassen.

Die Folge macht deutlich: Plattencover sind weit mehr als nur Hüllen für Schallplatten. Sie sind Kunstwerke, die Generationen geprägt haben und bis heute Sammler und Musikfans begeistern.

Playlist zur Folge

Hintergrund & Kontext

Plattencover entwickelten sich in den 1960er und 1970er Jahren zu einem wichtigen Bestandteil der Popkultur. Während frühe Schallplatten meist schlichte Hüllen trugen, begannen Bands und Künstler zunehmend, das Cover als künstlerische Leinwand zu nutzen. In einer Zeit ohne Musikvideos und Social Media war das Plattencover oft der erste visuelle Kontakt mit einer Band – es transportierte Image, Botschaft und Zeitgeist.

Legendäre Designer wie Storm Thorgerson (Hipgnosis), Roger Dean oder Künstler wie H. R. Giger prägten das visuelle Erscheinungsbild ganzer Musikrichtungen. Besonders im Progressive Rock, aber auch im Pop und der elektronischen Musik, wurde das Cover zur Projektionsfläche für Fantasie, Mystik oder gesellschaftliche Kommentare. Die Größe des Vinylformats ermöglichte detailreiche Kunstwerke, die Sammlerwert erlangten und in vielen Wohnzimmern als Poster hingen.

Mit dem Aufkommen der CD in den 1980ern schrumpfte die Fläche für Cover Art, doch die Faszination blieb. Heute erleben Vinyl und damit auch das klassische Plattencover ein Revival – als Ausdruck von Wertschätzung für Musik und als Symbol für eine Zeit, in der Musik und Kunst untrennbar verbunden waren.

Häufige Fragen

Was macht das Plattencover von Led Zeppelin IV so besonders?

Das Cover von Led Zeppelin IV ist einzigartig, weil weder Bandname noch Albumtitel darauf zu finden sind. Stattdessen zieren mystische Symbole und ein geheimnisvolles Bild das Cover, was zur esoterischen und mythischen Aura der Band beiträgt.

Wer hat das berühmte Cover von Emerson, Lake & Palmer – Brain Salad Surgery gestaltet?

Das Cover von 'Brain Salad Surgery' wurde vom Schweizer Künstler H. R. Giger entworfen, der später auch durch seine Arbeit an den Alien-Filmen weltberühmt wurde. Sein biomechanischer Stil prägte das Album visuell.

Warum gilt Falco als Pionier des weißen Rap?

Falco war einer der ersten weißen Künstler, der Rap-Elemente in seine Musik integrierte. Mit Songs wie 'Der Kommissar' verband er Rap mit deutschsprachigem Pop und prägte damit die Musiklandschaft der 1980er Jahre nachhaltig.

Welche Bedeutung hatte das Plattencover für die Popkultur der 70er und 80er Jahre?

Plattencover waren in den 70er und 80er Jahren ein zentrales Ausdrucksmittel für Künstler. Sie transportierten Identität, Kunst und Zeitgeist und wurden oft zu kulturellen Ikonen, die weit über die Musik hinaus wirkten.

Wie beeinflusste Kraftwerk mit dem Cover von 'Autobahn' das Image der Band?

Das Cover von 'Autobahn' unterstrich Kraftwerks minimalistischen und futuristischen Stil. Es spiegelte den technischen Fortschritt und die deutsche Ingenieurskunst wider, was das Image der Band als Pioniere der elektronischen Musik festigte.

Gesprächs-Transkript

Frank0:00

Hey, FRAX Music ist für euch wieder am Start und heute haben wir eine weitere Ausgabe von Covers. Cover Art auf Alben und heute mit 4 großartigen Alben, unter anderem Led Zeppelin IV, Falco Einzelhaft, Emerson, Lake & Palmer mit Brain Salad Surgery und Kraftwerk mit Autobahn. Und jetzt geht's los!

Axel0:39

Seid willkommen bei FRAX Music. Wir haben heute wieder einmal Cover, also die Cover Art, das Plattencover, wie man früher immer fein gesagt hat. Genau, das ist unser Thema wieder, und wir haben da eine ganz hervorragende Auswahl getroffen für heute, und wir starten mal. Mit Led Zeppelin, und zwar mit Led Zeppelin mit der Vier, also sprich ein sagenumwobenes Album.

Frank1:06

Oh ja, da hast du gleich ja eins meiner Lieblingsalben reingeschmissen, ganz großes, eine Platte, die ich schon seit Jahrzehnten zu Hause habe, auch original Vinyl natürlich. Und das ist Led Zeppelin. Das Erste, was auffällt, oder Axel, hier steht gar nicht drauf, wer es ist. Das finde ich auch cool, weil gibt's durchaus öfter Platten, wo Aber Led Zeppelin war eine der ersten. Vielleicht das allererste, das Beatles-White-Album. Da steht auch, glaube ich, kannst du es auch nur fühlen oder steht das da sogar drauf? Bin ich jetzt gar nicht mal sicher. Das auf jeden Fall war damals etwas, was die Plattenfirma eigentlich gar nicht gut findet. Hey, da steht kein Name, da steht ja nichts drauf, das kaufen doch die Leute nicht. Aber Led Zeppelin, englische Band, das war ja auch eine Band, die ein bisschen auch in ihren Texten auch so ein mystisches Klischee hatte. So ein Hauch von Schleier auch um, Geheimnisvolles auch um die Band. Und das ist, was dieses Cover halt voll ausdrückt. Da steht eben nichts drauf, aber es ist so ein ausdrucksvolles Bild. Und man muss dazu sagen, dieses Album war auch, wenn du es im Original kaufst, war wirklich zum Aufklappen. Das heißt, das ist, was du siehst, und du klappst es dann auf und hast du noch ein anderes Bild. Und du hast auch schon weitergeklickt, und was dann innen zu sehen ist, und das ist das Einzige, was aufgedruckt ist, Das ist dann das hier, diese 4 Symbole. Und tatsächlich ist es für Fans von Led Zeppelin so, dass man dieses Album auch einfach nur Four Symbols nennt. Viele nennen es, wenn du es jetzt suchst, dann ist es Led Zeppelin IV, weil es das 4. Album ist der Band von 1971. Aber für viele Fans ist es auch einfach nur Four Symbols. Und das ist, was sie halt auch drauf gehabt haben. Und ja, das featuriert halt Led Zeppelin in diesem mystischen England, ein bisschen heidnisch, das alte Avalon und so weiter. All das spielt hier irgendwie mit rein, sowohl in den Bildern als auch in diesen Symbolen. Drinnen, wenn du es aufklappst, hast du diese Platte mal gehabt? Hast du es so in Erinnerung?

Axel3:00

Nee, ich kenne sie vom Inhalt sehr gut, aber ich habe es nicht mehr in Erinnerung, was da drin war.

Frank3:05

Wenn du es drinnen aufklappst, dann hast du da auch noch so ein Bild, was du dann hochkant hast, also im Doppelformat. Und das ist so ein Berg und oben ist dann so ein Es nennt sich The Hermit, der Einsiedler. Das ist auch übrigens so ein Bezug auf das Tarot, auf das Tarot-Set von, wie hieß das nochmal, warte, ich habe es mir mal aufgeschrieben hier, von, ach ja, das Rider-Waite-Tarot. Das ist so ein klassisches englisches Tarot und dort gibt es eben auch die Figur der Eremit, der Einsiedler. Und das ist auch, was Led Zeppelin dort direkt Bezug nehmen. Und das ist halt typisch für diese Band auch. Da seht ihr schon, es geht auch um viel Esoterik auch und solche Themen. Das ist, was die Band Teil auch mit der Musik immer verbunden hat. Und das sind auch diese 4 Symbole. Könnt ihr die zuordnen? Wahrscheinlich nicht. Aber das hier ist das Bekannteste. Das ist das von Jimmy Page, dem Gitarristen. Der war dort natürlich so die treibende Kraft. Jimmy Page ist ja auch Zeit seines Lebens großer Aleister-Crowley-Fan gewesen. Der hat zum Teil dieses Bollerskine-Haus, Loch Ness in Schottland, wo Aleister Crowley früher gelebt hat, das hat dem Jimmy Page gehört. Ey, da könnte ich euch ganz, ganz viele Storys erzählen über diese Led Zeppelin-Aleister-Crowley-Geschichte. Aber deswegen, von Jimmy Page kam das und das ist sein Logo. Das hat Jimmy Page auch tatsächlich selbst entwickelt. Eins von den anderen beiden, ich weiß aber nicht mehr welches, war für Jonesy, das war so der Bassist der Band. Bonzo Bonham, der Schlagzeuger, der konnte mit dem ganzen Kram gar nichts anfangen. Ey, für den war das Schlagzeug Frauen und Sportswagen. Das war dem sein Vita. Der hat mit diesem ganzen Eso-Kram nichts anfangen können. Er hat gesagt, mir ist es egal, such mir irgendeins aus. Und das ist aber auch noch interessant, das vierte, das ist dann von Robert Plant, von dem Sänger. Und das hat auch wieder so einen esoterischen Touch, denn ich kann es auch nicht genau herleiten, wieso, aber dieses Symbol, das hat irgendeine Connection zu dem Untergang, nennt man den Kontinent Mu. Ja. Und da hat dann sozusagen Robert Plant gesagt, das ist so seine Soul-Connection, wo er dann so die Inspiration draus zieht. Ja, was soll ich sagen? Legendäres Album. Musikalisch wahrscheinlich auch. Es gilt als das beste Album von Led Zeppelin. Da sind dann eben so die Sachen drauf wie Stairway to Heaven, was wahrscheinlich ihr Signature Song ist. Und ja, da gibt es keine schlechten Songs drauf. Es ist eines der größten Alben der Rockmusik. Und ja, das hat halt dieses Thema Esoterik, Mystik in der Musik drin.

Axel5:30

Ja, also ich möchte grundsätzlich mal anfügen, wir können uns eigentlich heute, wer heute jetzt sozusagen der Musik sich zuschaltet, kann ganz schwer einordnen, welchen Stellenwert so ein Cover überhaupt hat. Das war Cover Art, sagte man. Also das ging häufig auch um das Künstlerische oder eben halt auch nur um die Band selber, das zu featuren. Hier ist so ein typischer, für mich auch ein sehr künstlerischer Beitrag dazu, weil das ist schon bedeutungsvoll, auch das Ganze als Bild zu formulieren und auch da diese schwere Bürde zu tragen. Also für mich ist das so, das hat schon Symbolhaftigkeit. Also aus der Perspektive heraus, und das ist ja kein Einzelfall, wir reden ja jetzt ja von vielen Covern, die aus der Zeit waren, die wirklich massiv ja halt auch künstlerische Aspekte haben. Es kamen auch plötzlich Namen auf, ja, von denen wir auch noch welche uns vorgenommen haben, wie Hellenwein oder Giger. Da haben wir Künstler, die sich darauf spezialisiert haben, diese Alben zu machen. Also auch an der Stelle muss man wirklich sagen, das hat also einen bestimmten Wert. Und die Bands hatten diese Ausdrucksform noch genutzt, ja. Also ich will es mal so sagen, bei der CD ist das äußerst gering ausgefallen. Die hatte dann den Vorteil, dass man da ganze Booklets hatte und Vielfältigkeit hatte. Die war beim Album schwierig. Ändert sich. Manche konnten Flyer rausziehen, wo noch irgendwas draufstand. Häufig auch: Wir gehen auf Tour oder sonst irgendwas.

Frank6:53

Oder auch irgendwelche Songtexte oder so was. Hat man auch gerne mal reingemacht ins Inner Sleeve, also in die Innerröhre.

Axel6:59

Und es gab ja auch sogar Aufstehbilder. Also wenn du es aufgeklappt hattest, dann ist so eine ganze Stadt aufgestanden oder so was. Das gab's ja auch. Also die waren schon sehr kreativ mit diesen Plattencovern und sie hatten schon ein großes Format. Und nur DJ wollte man nicht sein, weil wenn du den ganzen Kram schleppen musstest. Ich weiß noch, die haben ganz schön geflucht.

Frank7:18

Das stimmt. Aber es hat gleichzeitig, und das kann ich als langjähriger DJ auch sagen, man zieht dann Inspiration draus. Ich habe auch irgendwann als DJ, habe ich dann mein Set auch irgendwann mal digitalisiert und auch nur mit Rechner aufgelegt. So viel einfacher. Aber ich habe es dann wieder sein lassen. Ich bin dann wieder zurück. Nicht zu Vinyl, sondern zu CDs. Da kann ich dann doch ein paar hundert tragen. Aber ganz ehrlich, das gibt mir ein anderes haptisches Gefühl und es gibt mir auch eine Inspiration. Wenn ich irgendwann in einer langen Nacht nicht mehr weiter weil ich so ein bisschen rumsehe, so ein Cover, und dann, ey, ja, das kickt mich einfach.

Axel7:47

Ist richtig.

Frank7:48

Und tatsächlich auch bei dem hier noch so eine Story. Ich hatte in jungen Jahren, also hatte ich jahrelang in meiner Küche so ein riesengroßes, in Überdimensionen, so ein Poster hängen von diesem Album. Und das Poster war eben genau dieses Bild von dem Hermit, also von dem Einsiedler, der oben auf dem Berg steht mit seiner Laterne. Und dann war aber da noch so der Text. Die letzte Strophe von Stairway to Heaven: And as we wind on down the road, our shadows taller than our souls, etc., etc. Das ist immer noch eingebrannt in mir. Und das hatte ich jahrelang in meiner Küche hängen. Das war extrem cool und inspirierend. Leute, die es nicht kannten, die waren aber auch dann gleich angehookt. Was ist denn das hier so? Leute, das ist Led Zeppelin. Ich kannte Leute, die Led Zeppelin nicht kannten. Aber ich meine, ich rede hier von den 80ern und 90ern und da war das für die meisten Leute unbekannt. Genau, ich habe es schon immer geliebt.

Axel8:39

Die haben sich mit was anderem befasst, nämlich zum Beispiel mit der Neuen Deutschen Welle und einem ganz wichtigen Künstler, nämlich Falco.

Frank8:50

Neue Deutsche Welle, wir schmeißen gleich einen Österreicher rein. Oh, geht das gut?

Axel8:54

Das schaffen wir.

Frank8:55

Deutsch als Sprache.

Axel8:56

Genau. Der Kommissar hat ja den ersten großen Erfolg mitgehabt, der übrigens auch nicht nur in Deutschland lief, der lief doch in vielen anderen Ländern auch noch.

Frank9:04

Aber ja, großartiges Album. Das erste Album von Falco. Ich habe diese Platte genauso. Ich habe die damals in den 80ern schon gehabt und auf jeder Schülerparty habe ich diesen Kram aufgelegt. Falco, einfach Wahnsinn. Das hat so reingehauen. Ich kann mich wirklich tatsächlich buchstäblich noch erinnern, das ist Anfang 80er rausgekommen, da war ich noch ein Kind, noch nicht mal ein Jugendlicher. Aber ich kann mich da so erinnern, wie wir das das erste Mal gehört haben. Ich komme aus Bayern und dann hat man eh so als Bayer, wenn er in Österreich ist, das ist dann fast wie einer von uns, das ist nicht weit weg. Das war so unglaublich, sozusagen Popmusik zu hören in österreichischer Mundart. Das war unfassbar. Also wir haben das so abgefeiert. Ich glaube, in Süddeutschland ist so was wie Falco. Und da gibt es auch eine ganze Reihe weiterer Österreicher, die in den 80ern ganz, ganz erfolgreich waren. Das lief in Bayern auf allen Partys, weil das war so cool, Musik zu hören in unserer Sprache, in unserer Zunge.

Axel9:53

Wir müssen da natürlich dazu sagen, für Falco war das der Beginn seiner Karriere, die natürlich nicht nur den Kommissar hatte, sondern einen viel größeren Hit für ihn, zumindest weltweit, war Rock Me Amadeus. Das war gut, das war jetzt nicht mehr auf dem Album, sonst hätte es ja da drauf gestanden, ne? Also, sondern das kam natürlich Jahre später, aber ist doch ganz wichtig zu erwähnen. Also für ihn war das doch ein ganz großer, ganz großer Erfolg.

Frank10:19

Auf jeden Fall, der hat auch künstlerisch wirklich was Neues gebracht.

Frank10:22

Das ist immer so, immer wenn es um Falco geht, schmeiße ich dieselbe Trivial-Pursuit-Frage raus. Und die Antwort ist diesmal einfach, weil wir reden ja über Falco. Wer war der erste weiße Sänger, der gerappt hat? Antwort: Falco natürlich. Ja, selbstverständlich. Hey, danke, ihr habt 100 Punkte. Und ich meine, allein das, heute ist es banal, aber damals, das war ein Riesenschritt. Der war als Erster, der hat das antizipiert, der hat das gehört, was so ganz neu war. Der Begriff Hip-Hop gab es noch gar nicht. Damals war das Rap-Musik, was so aus den schwarzen Stadtteilen in New York kam. Und Falco Auch so ähnlich wie sein Riesenvorbild David Bowie hatte Falco halt so ein Gespür für neue Trends und dann diese Trends zusammenwickeln, zusammenfügen. Das ist, was ihn erfolgreich gemacht hat. Und so war er tatsächlich der Erste, der Erste Weiße, tatsächlich, das hat damals noch keiner gemacht, der mit Rap arbeitet. Und dann in diesem unglaublich coolen Sprachmix: Englisch, Deutsch, Wienerisch. Alle drei Sprachen irgendwie in einem Satz drin. Hauptsache, es reimt sich und es rappt und es groovt. Eine unsterbliche Melange hat er dort gefangen.

Axel11:27

Wir müssen noch weiterdenken. Was kam sonst noch? Genie. Aber heftig.

Frank11:33

Das war dann schon so das Ende seiner Karriere.

Axel11:35

Moment, Out of the Dark kam er noch am Schluss. Ja, das war posthum. Ja, aber immerhin Genie. Und das war auch nicht so ohne. Das war meines Wissens auch bei einigen Kanälen auf Index sogar gewesen.

Frank11:45

Ja, das ist äußerst problematisch. Also das ist ja, er singt diesen Genie-Song, das ist ja wie Er singt aus der Sicht des Täters. Oh, das ist natürlich schon doch was Problematisches.

Axel11:55

Und Einzelhaft hat er dafür gekriegt.

Frank11:58

Hier sind auch schon so krasse Songs drauf. Auf der Flucht, wenn ich mich recht erinnere, ist auf dem Debütalbum, wo es auch so, ja, doch so politische Geschichten auch geht. Dann ist da drauf Nie mehr Schule. Als Schul-Rebell bin ich da auch immer am Start. Ja, was haben wir noch hier? Maschine brennt, auch einer meiner Favorite Tracks auf dem Album. 2, 3, 4, der erste Klasse sitzt bereits und everybody is on a comfort seat. Ich liebe es. Das sind Lyrics. Das ist für mich Poesie. Das ist Kunst. Falco, absolut. Ja, ja, Popmusik, aber der hatte echt Flair, der hatte Kunst, der war ein Typ, der hatte Aura, sagt man heute.

Axel12:34

Ja, also ich würde jedenfalls sagen, wir gucken wieder nach international und in die Zeit zurück, in der Plattencover noch richtig, richtig wertvoll und wichtig waren. Und deshalb gab es auch einen Schweizer, der jetzt zu Wort kommen muss. Es geht hier um Emerson, Lake & Palmer.

Frank12:53

Ja, Emerson, Lake & Palmer, ein Prog-Trio aus England. Aber wir sprechen heute vor allem über die Covers. Und das ist natürlich, du hast es ja vorhin schon so schön gesagt, Covers sind auch Art. Wir reden über Kunst. Das hat am Anfang harmlos angefangen. Weißt du, in den 50ern gab es auch schon Schallplatten, da stand im Grunde genommen halt nur drauf, was ist das. Vielleicht kam dann irgendwann mal ein Foto dazu von dem Künstler, das war's schon. Aber dann, und das hat eigentlich angefangen in den 60ern, wie so vieles mit den Beatles, dass die Covers immer aufwendiger wurden, dass man entdeckt hat, das Cover ist ein Medium für einen Künstler. Hey, wir haben hier ein Plattencover, was eine Million Mal oder öfter verkauft wird. Lass uns diesen Space nutzen. Und so ist es dann auch gewesen, dass dann immer mehr wirkliche Künstler Bock hatten, Albumcovers zu machen. Und das ist einer der renommiertesten Künstler, die es dort gab. Das ist der Schweizer, das ist Hans Ruedi Giger. Und das war ein, oder der ist glaube ich immer noch am Start, das weiß ich gar nicht genau, aber Hans Ruedi Giger, der hat so eine Kunst gemacht, die so ein bisschen immer an Science-Fiction erinnert. Biomechanik. Also du hast Biologie, Körper wieder verbunden mit irgendwelchen Maschinen. So ein bisschen wie bei Star Trek Borg oder so was.

Axel14:03

Jetzt überleg mal, das ist Transhumanismus pur. Was will man dazu sagen? Damals schon.

Frank14:08

Das ist, was er sich künstlerisch auseinandersetzt. Also so eine Verbindung auch von menschlicher Anatomie und Maschinen und so was. Ist es jetzt Robot? Oder ist es echt Mr. Roboto? Und das war so sein Ding. Tatsächlich, dieser Typ, der das Bild gemacht hat, der hat auch ein Design gemacht für einen weltbekannten Film, und zwar von Ridley Scott, Alien. Der allererste Alien, was war das? 1979 oder 80. Und es war dieser Giger, derselbe Typ, der das Cover gemacht hat, der das Alien designed hat. Das heißt, der war da wirklich international gefragt, wenn es darum geht, um diese Themen. Da war der der Künstler Nummer 1. Ja, und das Faszinierende ist, so hast du die Platte gesehen. Ihr könnt es wahrscheinlich schon erahnen, das zieht sich irgendwie so eine Linie hier bis komplett runter. Das ist, weil er diese ganze Platte als ein Triptychon konzipiert hat. Das ist ein Begriff aus der Kunstgeschichte, habe ich gelernt. Triptychon. Du konntest das Ganze aufklappen und wenn du dann die linke Seite aufgeklappt hast und die rechte, dann ist das hier, ist das Bild, was wirklich dahinter ist. Und du siehst auch hier diese runde Ausschnitt. Das ist genau der Ausschnitt aus dem Gesicht drauf. Du klappst es auf und dann hast du diese. Ja, auch hier. Das ist eine Frau, aber irgendwo hat es auch was Robothaftiges, irgendwas Maschinelles auch, oder?

Axel15:29

Ich habe das extra so angelegt, dass wir hier sozusagen eine Linie durchziehen können, damit wir das sehen können, dass also hier zu sagen diese Augen, damit wir das besser verstehen können, so wie wie das gewesen ist, das sind deshalb sozusagen oft von der Höhe her.

Frank15:41

Dazu muss man auch sagen, der Giger, der hat also dort Originalkunstwerke gemacht, mehrere in dieser Reihe. Das war eine Auftragsarbeit für dieses Album. Der hat das ganz bewusst für dieses Album gemacht. Und auch dann schon das Format von der Platte hat er als Vorgabe gehabt. Er hat dann allerdings ja auch Elemente eingebaut, die dann der Plattenfirma zu heiß waren. Man sieht da hier, hier kann man es nicht ganz erkennen, hier gibt es noch so dieses längliche, diesen länglichen Schimmer dort, der auch hier vorne ist, der war im Original von Giger, was es wahrscheinlich immer noch in irgendeinem Freak-Museum zum Anschauen gibt. Da ist das eigentlich ein Penis. Aber da hat dann die Plattenfirma gesagt: Hey, was macht dieser Penis hier auf unserem Bild? Das können wir nicht machen. Wir wollen das ja irgendwie verkaufen und das gefällt mir eigentlich gar nicht. Das ist Pornografie oder so was. Und dann haben sie den Giger gebeten: Hey, kannst du bitte nicht den Penis da rausmachen? Der natürlich entrüstet: Hey, ich bin Künstler. Was wollt ihr? Ich werde mein Bild nicht verändern. Weigere ich mich. Und dann musste dann extra die Plattenfirma dann einen anderen Künstler angeheuert, der dann irgendwie so mit diversen Mitteln versucht hat, das Ganze so ein bisschen umzuwandeln, sodass wir jetzt immer noch dieses längliche Element haben, aber dass es nicht mehr ganz so deutlich wird. Und jetzt ist es familienfreundlicher.

Axel16:51

Kann man so sagen. Aber es zeigt natürlich auch, in welcher Zeit das damals war. Das darf man nicht ganz vergessen. Also die eine Seite war da schon sehr aufgeklärt und hatte dann doch irgendwie aufgrund der Blumenkinder-Abteilung und so, die ja nicht so lang zurücklag, dann durchaus auch einen anderes Verhältnis zur Sexualität. Das haben natürlich die in der Plattenfirma gesagt, also Leute, das Ding kommt auf den Index und wir müssen dann das Cover wieder ändern. Sie haben sich wahrscheinlich zu früh diese Sorgen gemacht. Wenn man ja heute mal sieht, hätten sie sagen können, any promotion is good promotion. Ja, das heißt, unter der Überschrift sieht das alles ganz anders aus. Daher hätten sie gut getan, das so zu machen, weil hätten sie einen Grund gehabt, es zurücknehmen zu müssen, um es durch das andere zu ersetzen, was natürlich ein enormer Promotion-Plus gewesen wäre.

Frank17:35

Ja, aber vielleicht hatten sie Sorge, gerade mit Blick auf den amerikanischen Markt. Amerika ist immer noch ein bisschen prüder in solchen Sachen. Und da hatten sie vielleicht Sorge, dass dann dieses Album nicht in den Läden landet. Ich weiß nicht, aber das ist doch ganz oft so, oder? Der Konflikt zwischen den Businessmen aus der Plattenindustrie und dem Künstler. Der Künstler sagt: Hey, ich mache das so, da gehe ich keinen Kompromiss ein. Und die anderen, die wollen das Ding halt verkaufen, auf den Markt bringen, sagen: Ey, können wir nicht den Penis da wegmachen? Ist doch kein großes Ding, oder? Wird deswegen das Bild gestrichen? Naja. Egal. Wir haben noch gar nicht gesagt, wie das Album heißt. Emerson, Lake & Palmer, das ist Brain Salad Surgery. Und ich finde, der Titel passt auch ziemlich gut dazu. Und by the way, der Titel Brain Salad Surgery, das kommt aus einem Song von Dr. John. Aber das nur am Rande, so ein kleiner Fun Fact.

Axel18:18

Ja, wobei man vielleicht noch dazu sagen muss, können wir dieses Brain Salad und Surgery hier vielleicht irgendwo wiederfinden? Wie siehst du das?

Frank18:27

Boah, das ist jetzt eine gute Frage. Na gut, also ich sehe es schon, dass also Surgery heißt das so was wie eine OP, ist eine Operation oder so was. Und das ist ja schon ihr Thema, so dieser transhumanistische Eingriff in den Menschen, den menschlichen Organismus.

Axel18:39

Damit, dass du das aufklappst, ist das schon klar, dass man jetzt hier in Hick ins Gehirn guckt. Mich wundert, dass sie das nicht hier als Gehirn gezeigt haben. Aber gut, okay, ich will nur sagen, aber da fehlt das Gehirn, ist ja klar, weil sonst—

Frank18:53

Klar, wir öffnen den Schädel und gucken da mal rein.

Axel18:55

Gucken da mal rein. Ich würde so sagen, so ein bisschen Aber wo der Salat ist, wir suchen ihn noch. Also vielleicht die. Gut, das wäre deshalb so meine Überlegung. Ja, wir bleiben ein bisschen bei transhumanistischem Augenblick noch mal. Also guck mal, wenn wir an Kraftwerk denken und Autobahn.

Frank19:18

Also bei Autobahn denke ich nun überhaupt nicht an Transhumanismus, aber tatsächlich bei anderer Musik von Kraftwerk. Da würde ich dann eher an das Album denken: Die Menschmaschine. Obwohl das auch schon höher kommt. Aber das hier ist Autobahn. Und ist das nicht ein wunderschönes Cover einfach mal? Ich meine, das ist so ein tolles Bild. Wir als Deutsche, wir sollten da resonieren, denn offensichtlich, das ist made in Germany. Kraftwerk, Band aus dem Rheinland, aus Düsseldorf. Und das ist so nicht das erste Kraftwerk-Album. Es gab schon welche davor, ein oder zwei. Aber das ist das erste klassische Kraftwerk-Album. Das ist das erste Album, wo dann eben was voll elektronisch aufgenommen wurde. Hey, wir brauchen keinen Schlagzeuger mehr. Klaus Dinger, der vorher Schlagzeuger bei Kraftwerk war, du kannst gehen. Wir brauchen auch keine E-Gitarre mehr. Brauchen wir auch nicht mehr. Michael Rother, du kannst auch gehen. Hey, die beiden haben dann übrigens neu gegründet, aber das ist eine andere Story. Das ist das erste voll elektronische Album und deswegen ist es so kultig. Was sagt eigentlich dieses Cover aus? Weißt du, das Album ist von 1974 und jetzt, man muss sich einfach mal in diese Zeit versetzen. 1974, diese Typen von Kraftwerk, die kamen eh jetzt nicht aus den ärmsten Verhältnissen, aber die hatten auch dann durchaus schon den ein oder anderen Erfolg. Die haben schon bisschen Geld verdient und dann bist du ein junger Kerl, kaufst du dir mal ein gutes Auto, mal einen schönen BMW oder so ein Mercedes so aus den 60ern, 70ern und dann fährst du über diese neu gebauten Autobahnen. 1974, überall in Deutschland standen diese neuen Rieseninfrastrukturprojekte. Weg der Autobahn und dann heizen sie durch.

Axel20:51

Ja, guck mal, und dann was haben sie denn gesungen? Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn. Ja, das war der Text und deshalb fand ich es sehr, sehr konsequent. Und wir sehen auch, dass es so ist, dass das auf der Autobahn gefahren wird. Ich finde, das haben sie verdammt gut gemacht.

Frank21:06

Ja, absolut. Und die Autobahn damals, kein Stau, nicht so viel Verkehr, alles war neu. Und tatsächlich, das ist die Idee von Kraftwerk, wirklich als Künstler, die orientieren sich an ihrer Welt. Und weißt du, wenn du damals dann schon ein bisschen Kohle hattest, dann hast du mal ein gutes Auto gehabt und dann bist du da so mit deinen Kumpels einfach zum Spaß, weil es cool war, mit 250 über die Autobahn gefahren. Und was ist denn, wenn du dann mal so den Kopf aus dem Fenster hältst? Weißt du, wie die kleinen Kinder so, das waren die halt. Kopf aus dem Fenster. Wenn dann der Gegenwind kommt, wenn du genau das Album kennst, es gibt Passagen, wo dann genau dieser Sound elektronisch ist, wenn du den Kopf aus dem Fenster hältst. Und dann auch, was haben sie da noch gesungen? Die Fahrbahn ist ein graues Band, weiße Streifen, grüner Rand. Das war schon der Tunnelblick. Wenn du mit 250 km/h und dann, ich muss es leider zusagen, es waren die wilden 70er, unter Einfluss von gewissen psychoaktiven Substanzen bist, dann wird die Welt zu einem Tunnelblick. Und die Fahrbahn ist ein graues Band, weiße Streifen, grüner Rand. Das ist großartig. Und das zeigt halt diesen ganzen Optimismus, der damals war, diesen Optimismus in den Fortschritt. Damals gab es diese Sorgen nicht. Wir würden es heute ganz anders sehen, aber damals war die Autobahn, es war was Großartiges. Das war etwas, wo du frei sein konntest. Hier, ich heize jetzt einfach mal hier durch. Alles ist neu, alles ist futuristisch auch und mechanisch. Und das war überhaupt eben diese ganze Idee, die dann auch in der Musik steckt. Diese technische, reine technische Musik. Hier noch Hochspannung, Stromleitung und so weiter.

Axel22:32

Was ihnen auch gelungen ist, weil wir müssen dazu sagen, sie hätten ja auch ein ganz normales Foto nehmen können. Und ich finde das gut, dass sie genau das nicht machen, sondern du siehst das da reingebaut, noch nicht mal besonders gut. Das finde ich auch, das hat Stil. Also ich glaube, das ist damals selbst zu der damaligen Zeit hätte besser gemacht werden können. Ich finde das aber gut. Das macht es surreal. Sonst, wenn die wirklich so die Bodenhaftung hätten, was die beiden Autos irgendwie nicht haben, finde ich jedenfalls, da schwebt doch das Auto.

Frank22:58

Das schwebt irgendwie.

Axel22:59

Ja, ist aber alles auch gut. Ist okay, weil das darf es auch. Weil dadurch hat dadurch haben die so eine, das haben die absichtlich gemacht, sagen wir mal so.

Frank23:08

Oh ja, auf jeden Fall. Eins wollte ich dazu noch sagen. Es gibt noch ein anderes Bild, was mit dieser Platte oft in Verbindung gebracht wird, was entweder auf der Rückseite ist oder es gab auch ein paar Editionen, wo das gar nicht das Cover war, sondern einfach auf dem Cover nur drauf ist, riesengroß, dieses internationale Schild für Autobahnen. Dieses blaue Schild, wir haben bei uns in Deutschland, es ist immer blau, blau mit diesen weißen Spuren drin, dieses Autobahnschild ohne Wort, einfach nur das so ganz großes Symbol. Das ist, was sie da auch verwendet haben. Autobahnkraftwerk. Und damit haben sie ja letztens angefangen, so eine ganze Reihe von Klassiker-Alben zu machen, die auch alle dann interessante Coverarts haben und die alle eben mit Fortschritt, Technologie auch spielen.

Axel23:53

Es gibt sogar ein ganz— aber trotzdem, sie sind dem Geld nicht so weit entfernt. Die wollen auch schon mal was verdienen. Es gibt da nämlich diese kleine Story aus der Welt der Industrie, nämlich gab eine Weltausstellung in Hannover. Ich weiß nicht mehr, wann sie war, 2000 und paar zerquetschte.

Axel24:10

Genau, richtig. Und dafür haben die die Titelmusik gespielt und zum Ärgernis unserer ganzen Kollegen haben sie dafür etwas Geld kassiert, nämlich 400.000 € für ein Stück Musik. Also da muss ich sagen, also denen war das aber wirklich sehr viel wert, dass das die Kraftwerk gemacht haben. Also ich, also ganz, da erlaube ich mir dann doch mal ein bisschen Kritik, weil es ist also ein bisschen arg viel, finde ich, was die da entweder gefordert haben oder was da gezahlt worden ist im Verhältnis zu dem, was geliefert worden ist. Denn da gibt es auch andere Leute, die es genauso verdient hätten, die das für deutlich weniger gemacht hätten. Und ich meine ganz ehrlich, es muss immer irgendwie die Kirche im Dorf bleiben. Also man kann die Leute so zusammenfassen.

Frank24:51

Das ist ja bei Kraftwerk, weißt du, weil die haben es irgendwie geschafft, und das ist ja auch ein cooler Move so als Musiker, die haben es geschafft, so eine Karriere zu haben, die so außerhalb ist, außerhalb des Zeitgeistes, die damals ihrer Zeit voll voraus waren und die dann konsequent auf diese Karte gesetzt haben. Art. Hey, wir sind Künstler und selbst heute, weißt du, die treten gar nicht immer nur in Konzerthallen auf, machen sie auch, aber manchmal machen die auch Gigs dann im New York Metropolitan Art Museum. Und hey, ganz egal Axel, wenn du auf der Karte spielst, da kriegst du einfach schon mal einen Art-Bonus. Das ist ein bisschen teurer. Also es geht gar nicht, dass du dort in so einer Venture spielst für so wenig Geld. Deswegen, die haben sich das immer vergolden lassen und ich gönne es denen voll. Ich meine, hey, weil die haben wirklich was Neues geschaffen. Sie selber haben gesagt, wir sind gar keine Musiker, wir sind Tonarbeiter. Also wir sind Arbeiter, wir konstruieren das wie eine Maschine. Deutscher Maschinenbau. So bauen wir jetzt Musik zusammen. Deswegen Kraftwerk wahrscheinlich von diesen 70er-Grautrockbands wahrscheinlich die international einflussreichste überhaupt.

Axel25:54

Wir haben noch ein Cover, was ich für gut halte und wichtig halte, und das ist aus Amerika.

Axel26:01

Wenn nicht Little Feat.

Frank26:02

Little Feat, eine Band, die jetzt nie so in der allerersten Front war, tatsächlich ganz schön underrated finde. Da könnte man auch mal sowas machen, underrated Bands, da würde ich die auf jeden Fall nennen. Little Feat, amerikanische Band, das ist eigentlich die Band von Lowell George. Das war so der wichtigste Mann bei denen, Frontman, Sänger, Boss, Songwriter. Und der war vorher bei Frank Zappa and the Mothers und ist dann dort rausgeflogen, weil er irgendeinen Drogensong geschrieben hat. Ich meine, selbst das muss man sich mal vorstellen. Aber so war das dann. Aber er hat dann eben seine eigene Band gegründet, die ist Little Feat. Musikalisch auch spannend, Anfang der 70er Jahre. Das ist dann schon, wie es hier heißt, The Last Record Album. Das ist dann schon, glaube ich, mit ihr letztes Album. Das ist so schon Mitte zweite Hälfte 70er und musikalisch haben die sich so ein bisschen orientiert an so Südstaaten-Rock, New Orleans und so weiter. Und die Covers, jedes von ihren Alben, wir reden ja von 5 oder 6, hat wunderschöne Covers und die wurden alle von demselben Typen gemacht. Und der hieß Neon Park. Und der hat eben diesen Style gehabt, so ein bisschen Collagen, aber eben auch so ein Comic-Style. Und jedes von diesen Little Feat Alben ist großartig. Dieses hier hat aber eine direkte Vorlage. Dieses ganze Arrangement dort, das ist eine Hommage an ein Filmposter. Aber ich sag dir ganz ehrlich, ich habe den Film noch nie gehört gehabt. Der Film heißt The Last Picture Show von Anfang der 70er. Und warum auch immer, war für Neon Park oder für die Band, hatte dieser Film irgendeine Bedeutung. Und dann, sehr ähnlich wie dieses Filmplakat aufgebaut ist, so ist auch das arrangiert. Und es sollen irgendwie so historische Gebäude sein, die es auch tatsächlich gibt oder gegeben hat. Das hier und auch das an der Seite in Hollywood. Und der Film heißt eben, ja, wie ich schon gesagt habe, The Last Picture Show. Das spiegelt sich auch hier im Titel. Hier ist dann The Last Record Album. Warum ausgerechnet der Film? Weil von dem Film habe ich noch nie gehört. Ich habe den nie gesehen, kenne den nicht. Aber für Little Feat hat es vielleicht irgendeine Bedeutung gehabt.

Axel27:58

Ja, vor allen Dingen, wir kennen den amerikanischen Markt natürlich nicht. Die gucken ja immer erst mal auf ihren eigenen Markt. Der ist groß genug, um so was zu realisieren. Was mich jetzt interessieren würde, ist, wir können mal ein bisschen reininterpretieren. Letztendlich, was macht der Pudding da? Oder ist das kein Pudding?

Frank28:13

Das ist ein Pudding.

Axel28:14

Ja, was macht der Pudding? Und der hat dann noch mit Sahne obendrauf.

Frank28:16

Und mit dem typischen Hollywood-Schriftzeichen. Und das heißt?

Axel28:19

Ist das eine Puddingfabrik oder was? Was meint man damit?

Frank28:24

Hollywood, das Pudding? Keine Ahnung, was wir da reindeuten können. Also in der Tat, das ist wirklich eine gute Frage. So, das ist halt das bei Cover-Arts und deswegen macht es auch so Spaß. Genau, weil du kannst wirklich, wenn du die Musik früher gehört hast, das ist eine LP, eine Langspielplatte, legst die Platte auf und wie oft hat man dann dieses Cover einfach in der Hand gehalten und wie oft schaut man das dann an und startet es an? Es gibt Cover, die habe ich wirklich viele Stunden in meinem Leben in der Hand gehalten. Was soll das gehen? Und dann versuchst du dann, welche Dinge reinzuprojizieren, so ein Kunstwerk. Das ist großartig. Dieser Typ übrigens, der hat für mehrere ganz große Leute Plattencovers gemacht. Der war auch ein Comicwriter, aber der war ein gefragter Covermann. Für David Bowie hat er was gemacht, für Frank Zappa, für einige Leute. Beach Boys hat er, glaube ich, auch gemacht. Und das finde ich auch cool, dass es so Typen gibt im Music Business, dem in dieser Nische Coverart ihre ideale Kunstform gefunden haben und dann so super erfolgreich wurden. Das finde ich total interessant. Und er hier, der Neon Park, ist eben genauso eine anerkannte Coverkünstler.

Axel29:25

Aber das ist noch lange nicht genug. Wir werden noch viel, viel mehr Coverarts angucken, und zwar ziemlich genau. Und das wird auch eine der nächsten Folgen natürlich sein. Also ihr könnt euch echt freuen, wenn wir— und wir werden wieder weiter natürlich machen. Wir haben noch jede Menge wirklich interessanter Cover, mindestens so interessant wie das.

Frank29:43

Müssen wir wirklich schon Schluss machen? Ja, aber es war noch lange nicht alles. Wir kommen zurück. Danke, dass ihr eingeschaltet habt. Bis nächstes Mal. Ciao.