MUSIK PODCAST · DE
FRAX MUSIC#0230. April 2026

Diese Plattencover haben Musikgeschichte geschrieben – Stones + Supertramp | FRAX Music Podcast #2

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Zusammenfassung

In der zweiten Folge des FRAX Music Podcasts nehmen Axel Breitung und Frank Engelmayer die Hörer mit auf eine faszinierende Reise durch die Welt der legendären Plattencover. Im Mittelpunkt stehen die Rolling Stones mit ihrem Album 'Sticky Fingers' und Supertramp mit 'Breakfast in America'. Die Hosts diskutieren, warum gerade diese Cover Musikgeschichte geschrieben haben und wie sie bis heute die Popkultur prägen.

Der Podcast startet mit einer Hommage an die Rolling Stones, deren Wandel von einer Londoner Bluesband zur globalen Rock-Ikone beleuchtet wird. Besonders hervorgehoben wird das Sticky Fingers Album von 1971, das nicht nur musikalisch, sondern auch visuell neue Maßstäbe setzte. Das Cover, gestaltet von Andy Warhol und Craig Braun, sorgte mit seinem echten Reißverschluss für Aufsehen – und für Ärger bei Plattenhändlern, da der Reißverschluss oft die danebenstehenden Platten beschädigte. Die Hosts erzählen Anekdoten über die Entstehung des Covers, die Zusammenarbeit mit Warhol und die Bedeutung des ikonischen Zungen-Logos der Stones, das bis heute als Symbol für Rock’n’Roll gilt.

Weiter geht es mit Supertramp und ihrem 1979 erschienenen Album 'Breakfast in America'. Das Cover zeigt eine originelle Nachbildung der New Yorker Skyline aus Frühstücksutensilien – ein kreativer Geniestreich, der die Themen des Albums visuell widerspiegelt. Die Hosts analysieren die Details des Covers und erklären, wie es die amerikanische Popkultur und das Musikbusiness der späten 70er Jahre kommentiert. Auch der Einfluss von Design und Marketing auf den Erfolg von Alben wird thematisiert.

Neben den großen Namen werfen Axel und Frank auch einen Blick auf weniger bekannte Bands und deren Coverkunst, etwa die deutsche Formation Ken oder die griechische Band Aphrodite’s Child. Immer wieder wird deutlich, wie eng Musik, Kunst und Zeitgeist miteinander verwoben sind und wie Plattencover als visuelle Statements die Wahrnehmung von Musik beeinflussen.

Die Folge bietet spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichten legendärer Albumcover, verbindet persönliche Erinnerungen der Hosts mit fundiertem Wissen und lädt dazu ein, Musikgeschichte aus einer neuen Perspektive zu entdecken. Wer sich für Musik, Design und Popkultur interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten.

Playlist zur Folge

Hintergrund & Kontext

Plattencover sind weit mehr als bloße Verpackungen für Musik – sie sind eigenständige Kunstwerke und Spiegel ihrer Zeit. In den 1960er und 1970er Jahren, als Vinyl-Schallplatten das dominierende Medium waren, entwickelten sich Albumcover zu wichtigen Ausdrucksformen der Popkultur. Künstler wie Andy Warhol brachten die Ästhetik der Pop-Art in die Musikszene und schufen ikonische Bilder, die bis heute nachwirken.

Das Rolling Stones Album 'Sticky Fingers' markiert einen Wendepunkt: Mit dem echten Reißverschluss auf dem Cover wurde erstmals ein interaktives, fast skulpturales Element in die Plattengestaltung integriert. Diese Innovation war nicht nur ein Marketing-Gag, sondern Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins der Musiker, die sich als Gesamtkunstwerk inszenierten. Das berühmte Zungen-Logo der Stones wurde zum Symbol für Rebellion und Nonkonformismus.

Auch das Cover von Supertramps 'Breakfast in America' steht exemplarisch für die Verbindung von Musik und gesellschaftlichem Zeitgeist. Die ironische Darstellung der amerikanischen Skyline aus Alltagsgegenständen spiegelt den kritischen Blick europäischer Musiker auf den amerikanischen Traum und das Showbusiness wider. In einer Ära, in der Musik und visuelle Kunst immer stärker verschmolzen, wurden Plattencover zu kulturellen Ikonen, die Generationen von Fans und Designern inspirierten.

Häufige Fragen

Wer hat das Rolling Stones Sticky Fingers Cover entworfen?

Das legendäre Sticky Fingers Cover der Rolling Stones wurde von Andy Warhol gestaltet, gemeinsam mit Craig Braun. Besonders bekannt ist das Cover durch den echten Reißverschluss, der auf der Original-LP angebracht war.

Warum ist das Supertramp Breakfast in America Cover so berühmt?

Das Cover von Breakfast in America zeigt eine humorvolle Nachbildung der New Yorker Skyline aus Frühstücksutensilien. Es gilt als ikonisch, weil es die Themen des Albums visuell aufgreift und kreative Popkultur mit Musik verbindet.

Wie viel ist das originale Sticky Fingers Albumcover heute wert?

Originale Ausgaben des Sticky Fingers Albums mit funktionierendem Reißverschluss können heute mehrere tausend Euro wert sein, abhängig vom Zustand und der Auflage. Sammler zahlen besonders für die Erstauflagen hohe Preise.

Was ist das Rolling Stones Zungen-Logo und wer hat es entworfen?

Das berühmte Rolling Stones Logo mit der herausgestreckten Zunge, auch 'Tongue and Lips', wurde von John Pasche entworfen, aber Craig Braun war an der Umsetzung beteiligt. Es ist eines der bekanntesten Bandlogos der Welt.

Welche Rolle spielte Andy Warhol in der Musikszene der 60er und 70er Jahre?

Andy Warhol war nicht nur ein einflussreicher Pop-Art-Künstler, sondern auch eng mit der Musikszene verbunden. Er arbeitete mit Bands wie Velvet Underground und den Rolling Stones und prägte die visuelle Identität der Popkultur maßgeblich.

Gesprächs-Transkript

Axel0:00

Hey, schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Wir befassen uns wie immer mit schönen Covern oder vielleicht auch manchmal nicht ganz so schönen Covern und machen den Anfang mit den Rolling Stones und Supertramp und der deutschen Formation Can, der griechischen Hippieband Aphrodite's Child und den Gorillaz.

Frank0:20

Bleibt dran auf FRAX Music.

Axel0:38

Hier sind wir wieder, Frank und ich, mit den neuesten bzw. ältesten Covern, je nachdem, wie man sie sieht. So, und da fangen wir gleich mal an. Da gibt's die Rolling Stones, die sind natürlich gleich mal ganz weit vorne bei uns.

Frank0:54

Sticky Fingers von den Rolling Stones, Album von 1971, und Leute, ich meine, das ist wahrscheinlich, und Rolling Stones Fans können endlos diskutieren, aber das gehört zu den besten Alben, die die Rolling Stones je gemacht haben. Mein persönliches Lieblingsalbum von den Stones, und da gibt's mehr richtig gute. So ein bisschen, um das einzuordnen, die sind ja gestartet hier als Blueser-Band in London rund um den Marquee Club, und die haben sich dann einfach entwickelt, oder sie haben mitentwickelt, das, was wir Rockmusik nennen. Und zu dem Zeitpunkt, so Ende 60er, Anfang 70er, da sind die Rolling Stones dann schon längst rausgewachsen aus dieser British Invasion, dass es einfach nur eine englische Teenieband war, sondern es ist dann wirklich so eine All-American-Band auch geworden. Und sie haben dann ausgeprägte Tourneen in Amerika gemacht und dann zum Teil eben künstlerisch sich diese amerikanische Musik auch angeeignet. Das Great American Songbook, da gibt es so unglaublich viele Traditionen aus Südstaaten und weiter. Zum Teil haben sie in Amerika aufgenommen, unter anderem in den legendären Studios von Muscle Shoals in Alabama. Und dort wurde zum Beispiel Wild Horses eingespielt, was auf der Platte drauf ist. Und noch eins bei Summertime Rain, was mir so auf der Seele liegt. Das ist das Album, für 2 oder 3 Alben war der Gitarrist Mick Taylor bei den Rolling Stones. Und Mick Taylor, ey, da bin ich absolut Fan von. Der hat nie so eine Riesenkarriere gehabt, weil der eben, ja, der war nicht bei einer festen Band in den 70ern über 10 Jahre. Aber bei den Rolling Stones war er dabei. Nur so als Anspieltipp von dieser großartigen Platte, um zu hören, was Mick Taylor alles am Start hat. Can't You Hear Me Knocking? Spielt doch das mal an und achtet mal auf die Gitarre. Mick Taylor, einfach einer meiner absoluten Favorites. Aber hey, heute sprechen wir über Covers, ja, und dieses Cover, auf den ersten Blick denkst du dann, na ja, ein bisschen, bisschen anzüglich, bisschen baulig, aber da steckt so viel Kunst dahinter, denn dieses Cover wurde designt von keinem Geringeren als Andy Warhol, dem großen Pop-Art-Künstler aus den USA, aus New York, ja.

Axel2:51

Und die haben sich damit noch was ganz, ganz Neues einfallen lassen, weil die haben gesagt, okay, als Marketing-Gag nehmen wir jetzt genau dieses Cover, wie wir es jetzt hier sehen, und machen Folgendes. Das ist nicht ein aufgedruckter Reißverschluss, der ist auf der Platte drauf.

Frank3:10

Ein echter.

Axel3:10

Ein echter, den kannst du richtig runterziehen, wieder hoch. Und was schätzt du, was könnte denn dahinter gewesen sein?

Frank3:17

Ich muss es nicht schätzen, weil ich kenne die Platte. Dahinter ist ein schöner weißer Feinripp.

Axel3:22

Ach so, ja genau, das wäre nämlich, was da auch dahinter ist. Also insofern hat es schon guten Grund gehabt, diese Special Edition zu haben. Das hat die Plattenläden selber echt auf 180 gebracht. Das Problem war, das ist natürlich alles scharfkantig, was man hier sieht, und das kratzte dann sozusagen an dem Nächsten. Und die haben dauernd irgendwelche Leute, die kamen zurück, kaputt an der Stelle. Kein Wunder, weil wenn die so hintereinander stehen und jetzt die wird mal rausgezogen oder was auch immer, oder der davor, meine ich jetzt, dann kratzte der schön auf der Rückseite dann schön lang. Also das war nicht so gut, die Idee. Der Handel mochte das gar nicht. Das haben die aber dann auch mitgekriegt, die Plattenfirmen, und haben dann gesagt, okay, wir müssen das so hinmachen, dass das nicht passiert. Und haben so ein bisschen Plastik drüber geklebt, damit das eben nicht passieren konnte. Naja, insofern hat das auch seine eigene Geschichte.

Frank4:12

Können wir den ein Timpfen runtertinken?

Axel4:14

Also auf meinem Monitor wird das schwierig, muss ich sagen. Ist nicht so einfach.

Frank4:22

Weit Andy Warhol warm. Es ist ja nicht nur Andy Warhol, sondern zusammen, einen weiteren Namen muss man dort nennen, nämlich Craig Brown. Craig Brown, der war auch eng bei den Rolling Stones, und die haben zusammen diese Coverart gemacht. Dieser Craig Brown übrigens auch mitverantwortlich, auch nicht als einziger, da gab es mehrere Designer. Hey, es war eine Riesenband, die hatten viele gute Leute. Aber Craig Brown, der hat auch, glaube ich, die ursprüngliche Idee gehabt für das ganz berühmte Logo von den Rolling Stones, dieser offene Mund mit der rausgestreckten Zunge, das Tongue-in-Lips-Logo, was dann über Jahrzehnte das Rolling Stones Logo war. Und ich weiß, heute ist es vielleicht nicht mehr so breit, aber Axel, wir Old School cool erwähnen und uns früher auf einer Jeansjacke das als Patch drauf gehabt haben. Dieses: Ich streck dir die Zunge raus, aber so frech, das ist so Rock'n'Roll, wir pfeifen auf euch.

Axel5:07

Auf jeder Klotür hast du das Ding gefunden, ganz klar. Das gehörte mit dazu.

Frank5:10

Genau, und das sind halt Leute, die dann sozusagen solche Covers machen. Und Andy Warhol, nur zur Erinnerung, Andy Warhol, da gibt es ganz viele Überschneidungen auch zur Musikkultur. Velvet Underground natürlich in erster Linie zu nennen, was so die Hausband war von Andy Warhol. Und auch von denen könnten wir vielleicht irgendwann mal so eine Platte hier reinschneiden von Andy Warhol. Hier mit dem, mit der Banane drauf. Aber Warhol, der hatte eben viele Connections in die, ins, zur Popkultur. Und der hatte in New York die sogenannte Factory. Das war ja halt, wo Andy Warhol residiert hat. Und das war sozusagen ein, ein Zentrum von Popkultur. Dort wurde Kunst gemacht, da war Musik, da war Theater, Masken, alles was so Bohemian oder progressive Kunst war in den 60ern, ist rund um Andy Warhols Factory abgelaufen. Ist übrigens auch, wo David Bowie kurz mal praktiziert hat oder mal reingeschaut hat und dann die Idee bekommen hat für das, was dann Glamrock werden würde. Also auf der Bühne vielleicht mit Kostümen, vielleicht sich mal schminken. Das hat er vorher keiner gemacht. Das kam alles aus dieser Factory, wo es eben auch darum geht um Theater, neue Ansätze, Streettheater, provozieren, alles was halt Kunst irgendwie bietet. Das Ganze natürlich in der Andy Warhols Factory, wir sind in den 60ern, eingebettet in sehr viel Drogen, in sehr viel wunderbare, wunderschöne Models, die dort auch waren. Frauen. Andy Warhol als großer Künstler hält ständig ein bisschen Musen um sich rum, und zwar sowohl Frauen wie übrigens auch Nico Päffgen, die dann mit Baby Lana gesungen hat, aber eben auch männliche Models. Auch das ist bei Andy Warhol in der Factory dieses Spiel mit den Geschlechtern. Das haben die damals mit als Erste gemacht, und es gibt bis heute noch Riesenspekulationen, welcher Knackarsch ist denn eigentlich dort in dieser Jeans drin? Und die Fotografien, die hat Andy Warhol eben in der Factory gemacht. Und es war eins von diesen Warhol Models und der hatte auch männliche Models, die hat dann so ganz komische Namen auch gegeben. Das ist schon auch ein bisschen tricky sticky. Aber da wird heute noch diskutiert unter Warhol-Fans und Stones-Fans, wer von den Models dort wirklich hier abgebildet ist. Wie es in diesen Zeiten damals war. Keiner kann sich wirklich erinnern, wie es damals gelaufen ist, aber wow, der hat die Bilder gemacht. Das ist also sozusagen auch Pop-Art, Pop-Kunst auf höchstem Niveau. Ich meine, wow, der war damals so ein Superstar, everybody's darling. Und ja, großartig, dass er aber eben auch immer diesen Crossover hingemacht hat zur Popkultur. Und der hat dann tatsächlich noch andere Plattencovers auch gemacht.

Axel7:43

Ja gut, was mir hier so gut gefällt, ist dieser Kartoffeldruck hier, den man hier zu sehen hat. Also das war schon auch mal was, zu dem Zeitpunkt, ich weiß nicht, wüsste jetzt keine andere, die dann so einen Finish hatte. Also ich fand die sehr passig dazu, einfach mit Zweifarbdruck. Hat sich die Firma auch bestimmt gefreut, wenn man so will. Also insofern haben wir da mit Sicherheit etwas Außergewöhnliches. Zumindest diese, also ich habe gesehen, die gibt es dann, also so ein paar tausend Euro muss man heute anlegen für die.

Frank8:16

Wenn das Original ist, ja, paar tausend Euro, das klingt mir schon ganz schön hoch. Aber ja, ich habe bis jetzt zweieinhalb tausend Achso, ja, ja. Weil es war ja damals jetzt auch schon eine viel verbreitete Platte. Ich meine, das war das Rolling Stones von damals halt, schließlich.

Axel8:31

Ich meine diese Version mit dem Reißverschluss.

Frank8:33

Aber das war die originale. So als die originale rausgekommen ist, die Platte, war es glaube ich mit dem Reißverschluss.

Axel8:37

Ja, das kann sein. Wie du schon vorhin gesagt hast, letztes Mal, da hattest du gesagt, das ist immer die am Anfang, die haben sie immer eine Sonderversion rausgegeben. Und dann haben sie natürlich wieder zurückgeschaltet. Und gerade bei dem Feedback von den Plattenläden musste man davon ausgehen, dass sie da nicht weitermachen in der Form.

Frank8:54

Ist ja auch klar. Ich weiß es nicht genau. Also tatsächlich müsste man da auf Platten mal recherchieren, aber ein paar tausend Euro klingt mir schon ganz schön viel, weil es war jetzt auch die erste Edition oder die erste Auflage war jetzt nicht so gering. Es sind die fucking Rolling Stones. Ich meine, die haben damals auch schon Millionen verkauft. Das heißt, auch die erste Auflage wird schon ganz ordentlich gewesen sein. Wenn es nicht nur ein paar hundert Stück heute auf der Welt existieren, schätze, da gibt es bestimmt Zehntausende von den Original-Alben noch. Aber ja, begehrte Sammlerstücke, da sind wir uns auf jeden Fall sicher.

Axel9:23

Du musst es immer so sehen, die Frage ist, ob sie damals schon weltweit gleich zeitgleich rausgebracht haben.

Frank9:29

Das ist auch richtig.

Axel9:31

Also insofern, ich gehe davon aus, dass das dann erstmal in Great Britain war, irgendwie in dem Bereich.

Frank9:36

Das glaube ich nicht, weil das ist eben, wie ich auch gemeint habe, das ist auch eine amerikanische Platte. Der Andy Warhol, das ist New York und so weiter und sie haben in Amerika aufgenommen. Und in der Zeit haben sie auch diese großen US-Tourneen gemacht. In der Zeit, wo dieses Album aufgenommen wurde, und das wurde wirklich über eineinhalb Jahre aufgenommen, da waren die auf diesen großen Tourneen. Da war auch dieser Monterey-Zwischenfall, wo die Rolling Stones das Free Concert hier außerhalb von San Francisco in Monterey gespielt haben, was dann so ganz viel Gewalt gab. Da muss man vielleicht auch mal irgendwann diese Story erzählen. Was dann einer von den Sargnägeln auf diese ganze 60er-Hippie-Kultur war. Monterey Pop Festival. Nein, falsch. Jetzt habe ich es auch noch falsch gesagt. Monterey war 1967, Sommer der Liebe. Was ich meine, ist selbstverständlich Altamont.

Axel10:17

Danke, dass ihr mir Tierkontrollierter.

Frank10:20

Ja, habt ihr mir gleich auf die Finger gehauen, hab ich hier angenommen. Altamont Festival, oder es war eigentlich kein Festival, sondern an einem Tag Altamont, das ist, was da so in Gewalt überging, und das war 1969. Da waren die Rolling Stones, das war genau diese Zeit, das ist ein amerikanisches Album, da wurde auch dann, das kommt auch dazu, auch in der Zeit wurde schon ein Dokumentarfilm gedreht über die Rolling Stones, der dann auch für die US-Kinos gedacht war. Also ich glaube schon, dass die auch viel Promotion hatte diese Platte in Amerika. Das war eines der größten Alben aller Zeiten. Beggars Banquet.

Axel10:51

Gucken wir mal zum nächsten Album, was sogar das vorne auf dem Cover hat, was Amerika betrifft. Davon hast du ja gerade gesprochen, nämlich New York. Also zumindest sieht das Ganze danach aus. Aber wenn man genau hinguckt, es geht ja hier um Breakfast in America. Das ist der Titel dieses Supertramp-Albums. Ich habe es geliebt, wirklich super gut. Also das war eigentlich eins meiner Top-Alben, die ich mir reingezogen habe. Aber man sieht hier, das ist alles, das vielleicht für Leute, die es kennen, wissen das natürlich. Aber hier hinten im Hintergrund sind weitestgehend Utensilien, die auf jeden Frühstückstisch gehören. Tassen haben wir dazwischen. Man sieht also hier, das ist alles so nachgebildet hier. Salzstreuer und was weiß ich für Streuer, die wir da alles noch haben. Also die einzige Frage, die ich mir gestellt habe, ist das hier. Was haben sie denn da aufgestapelt? Was könnte das gewesen sein auf dem Tisch?

Frank11:49

Was du halt vielleicht auch in so einem Café hast, dass du irgendwelche Kartons, wo Eier drin waren oder sonst was, so ein paar Kartons, die aufeinandergestapelt sind. Ja, jeder erkennt das sofort. Das ist halt so eine Nachahmung von der Skyline von Manhattan, ganz klar natürlich die Twin Towers, das sticht immer hervor. Aber es gibt auch wirklich so Leute, die können dann so die einzelnen Elemente dann zuordnen zu echten Gebäuden, die es in New York gibt. Das ist halt dieser Financial District von Manhattan. Und auch das ist eben Teil davon. Hier auch cool mit den Tassen, die übereinander gestapelt sind. Also der Financial District, Breakfast in America, the Show Business, das sind auch alles Anspielungen darauf, auf diesen Aspekt von der Musikindustrie. Und ja, Supertramp, eine der besten Bands überhaupt. Die hatten so ein Zeitfenster von Mitte der 70er bis Anfang 80er. Das hier ist von 1979, wo wirklich jedes Album brillant ist. Das war unglaublich. Es war eine Band, die hatte so eine goldene Zeit. Das gehört zu den größten Alben aller Zeiten. Und ja, es gibt aber da noch einen kleinen Gimmick eigentlich, warum wir das auch heute reingenommen haben. Weil das Jahre später, und ihr werdet es gleich sehen, hat das noch mal für Aufsehen gesorgt.

Axel12:55

Genau, das Cover hat nämlich mal jemand einfach so genommen hier, hat das mal gespiegelt und dann haben wir uns mal den größeren Ausschnitt angeguckt und jetzt sehen wir hier die Twin Towers und wenn man genau hinguckt, sieht das was aus? Nein.

Frank13:08

Eleven. Und der Orangensaft ist wie das Feuer oder so was. Das ist so das Orange-Feuer-Leib. Aber das ist schon krass. Und hey, wir werden jetzt ganz sicher nicht irgendwie das Fass aufmachen. Supertramp sind Teil einer globalen Verschwörung. Und das ist hier nicht der Fall. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass 1979 das hier passiert. Und das ist ja ganz einfach Effekt gesetzt. Schaust du nur mal Spiele an, dann siehst du das so. Oh, und das ist ein interessantes Phänomen, was vielleicht die Kunst— und es ist wirklich nur so eine These und wir gehen jetzt mal so ein bisschen out of the box, aber weißt du, Kunst ist im künstlerischen Prozess, kann der Mensch vielleicht auch, ist er vielleicht auch connected zu Ereignissen, die auch in der Zukunft stattfinden. Jemand pickt schon diese Vibes auf. Das gibt es öfter mal, selbst bei ganz banalen Dingen wie die Simpsons und so, da gibt es auch 9/11-Clues. Und auch da glaube ich nicht unbedingt, dass die Macher das jetzt wirklich alle wussten von dem Plan, der dann Jahre später kommt. Mir scheint es, das ist meine These, so in der Kunst, du pickst halt schon gewisse Vibes auf, was irgendwie schon in der Luft liegt als Idee oder als Plan oder so was, und du pickst es einfach auf. Und am Ende ist es ein Mysterium. Wir wissen es nicht, woher das kommt. Ich glaube nicht, dass Supertramp irgendwas davon wusste, was dann 20, 30 Jahre später geplant ist.

Axel14:19

Was aber interessant ist, dass sich das jemand überhaupt gemacht hat. Also wie sind die drauf gekommen, das jetzt mal einmal zu tauschen? Weil das hätten sie auch schon Jahre früher machen können. Also mit anderen Worten, für mich ist das eigentlich die Kreativleistung, die da erbracht worden ist, dass man sagt, okay, jetzt gucken wir doch mal, wie sieht das denn andersrum aus? Also das ist für mich eins der Punkte, die wir hier besonders rausstreichen sollten.

Frank14:42

Das ist aber eine gute Frage. Wie kommt man auf so was? Ich meine, hast du schon auch zu Hause deine Plattenkammer? Was machst du das mit Spiegeln? Aber ich sage euch was, es gibt eine ganze Reihe Leute, die suchen nach Clues, also nach Hinweisen. Das geht ja zurück bis in diese Geschichte rund um Paul McCartney. Hast du davon schon mal gehört? Bestimmt. Diese Paul-is-dead-These. Und die geht ja zurück in die 60er Jahre. Damals schon, die Leute haben diese These schon aufgestellt. Und spätestens seitdem haben Leute immer geguckt, auch nach Clues, zuerst auf den Beatles-Alben, vielleicht werden wir auch noch eins bringen, dann aber auch in Songtexten. Dann hat man angefangen, die Platten auch mal rückwärts abzuspielen. Das konnte man früher noch schön mit dem Finger so. Und das ist ein Riesenthema gewesen, eigentlich dann vor allem durch die ganze 70er durch. Und deswegen gibt es Leute, die suchen ganz bewusst nach Clues und spiegeln eben ganze Sachen rückwärts ein, schauen, ob man mal Buchstaben kombiniert, ob man irgendwas findet, ob nicht irgendwo Secret Messages waren. Und tatsächlich umgekehrt. Die Musiker haben das dann auch mitbekommen und dann haben die manchmal auch tatsächlich so Clues oder Hidden Messages eingebaut. Ich erinnere mich auch an so ein Pink Floyd, ich weiß aber nicht mehr genau, was es war. Aber da gibt es auch was, wenn du es rückwärts hörst, dann gibt es eine Stelle und das ist wirklich kein Gerücht, du kannst es ja hören. Wir hatten früher noch die alten Plattenspieler, da haben wir als Kinder schon immer alles vorwärts, rückwärts gehört und in 45 Umdrehungen und was auch immer. Aber da gibt es eine Stelle bei einem Pink Floyd Album, wo dann wirklich du hörst, wie Gilmour oder Waters dann zu dir spricht. Congratulations, you found the hidden track. Oder the hidden message und sowas. Also man hat damit auch Outback gespielt. Und in dem Fall.

Axel16:16

Ich bringe noch mal einen Bezug zur heutigen Zeit. Hier ist ja Logical Song drauf. Oh yeah. Ein absolutes Supergut. Habe ich als DJ oft aufgelegt. Also insofern hat man dann Beziehung dazu. Aber es kam noch etwas dazu, was dann neu war. Logical Song wurde von Scooter. Ausgerechnet Scooter. Ja, Scooter hat halt den Logical Song noch mal gebracht.

Frank16:38

Scooter hat Supertramp gecovert.

Axel16:39

Ja, und hat damit Platz Nummer 2 in den Charts gehabt. Also das ist richtig hammermäßig. Und ja, aber es ging total ab. Also das war für die einer der größten Hits für die.

Frank16:51

Das muss ich unbedingt recherchieren.

Frank16:53

Solltet ihr auch machen. Diese Dinge mal antippen, über die wir sprechen. Ja, Scooter hat Supertramp gecovert. Hast du da irgendwie die Finger im Spiel gehabt?

Axel17:00

Naja, weil das Studio in Hamburg nicht allzu weit weg war, war ich öfter bei denen. Deshalb verbinde ich mich mit denen schon ein bisschen mehr.

Frank17:10

Ja, und hier, wo wir bei Clueso sind, was halt auch schon krass ist, so die Anspielung auf 9/11. Das Ganze ist ja auch schon aufgenommen, wie wenn du mit dem Flugzeug nach New York fliegst. Bist du schon mal nach New York geflogen? Ja, es ist ja wirklich so, als Europäer, du bist das erste Mal, schaust aus dem Fenster und denkst: krass, wie sieht denn das aus? Als ich das erste Mal gemacht habe, da haben mir erst die Leute gesagt, ey, du schaust doch in die falsche Ecke, auf der falschen Seite vom Flugzeug raus, du musst mal da drüben schauen. Und ich war da schon, wow, New York. Auf der anderen Seite, oh, da sind die Dinger noch mal dreimal größer. Es ist einfach unglaublich als Europäer, wenn du das erste Mal siehst, diese Skyline. Und dann, ja, wenn wir wissen, wie diese 9/11-Geschichte war, Flugzeuge fliegen in Türme rein und so weiter. Ich meine, es ist schon verblüffend, dass da so viel von diesem 9/11 in dieser Platte von 1979 steckt. Die Songs selber, da kann ich keinen Clou entdecken, dass es irgendwas damit zu tun hat. Wie gesagt, ich bin auch sicher, dass Supertramp davon keine Ahnung hatten. Letzten Endes, darüber haben wir auch schon oft gesprochen, wir wissen auch gar nicht, wer genau, also nicht immer, oder in den seltensten Fällen machen ja die Musiker auch das Cover. Die haben ja niemand Eigenes, der auch das Cover macht. Aber selbst da, ich glaube nicht, dass jemand 1979 schon den Clou hatte, was dann 2001 passiert ist.

Axel18:18

Wir drehen die Zeit noch mal ein Stück zurück, bin ich dafür, und wir bleiben auch ein bisschen in Deutschland. Denn da war nämlich die Truppe Can am Start. Ja, und hier ist das etwas sehr Spezielles, Cover finde ich. Aber eine super gute Idee natürlich, jetzt einen Can, also sprich mal eine Dose zu nehmen und wo man es drauf hat. Also macht sich gut.

Frank18:40

Absolutes Kultalbum. Can überhaupt Hammerband. Aus Köln kamen die. Typischer Krautrock. Sehr experimentell, psychedelisch. Da könnte man öfter mal drüber sprechen über Can. Die haben auch komplett andere Ansätze. Wie du überhaupt eine Platte erstellst, Songwriting, Komponieren, wirklich sehr experimentell durch und durch. Hammer. Alle mit gesegnetem, mit hoher musikalischer Virtuosität, so als Topmusiker. Und das ist wirklich eines der allerbesten Cans. Ich kann jetzt nicht sagen, welches die beste ist, weil es gibt wirklich mehrere von diesen klassischen, die alle saugut sind. Aber das hier auch, ey, Can als die Dose, die Büchse, und dann hast du eine Platte mit diesen Okraschoten, die irgendwo, das ist türkisch, ja, irgendwo beim Türken-Shop, der Dienst gab in Köln, haben sie die Dose rausgezogen. Hier, Okraschoten, Egebam Jassi. Gleich zack, das ist unser Albumcover. Und ja, absolute Kultplatte. Can, ich liebe auch dieses Cover. Gerade bei Krautrock, da gibt es viele so ähnliche Covers, die irgendwie so originell sind mit irgendwie Dingen aufgehabt. Wir hatten doch auch schon mal über Kraftwerk, hatten wir doch auch schon mal hier dabei. Autobahn an einer anderen Stelle. Falls ihr es nicht gesehen habt, you will find it. Ich liebe diese Platte halt auch so groß, weißt du, Can, zack, das ist die Okraschoten. Unter Fans ein Klassiker, also die Okraschoten-Platte. Weiß man genau, was Bescheid gemeint ist.

Axel19:58

Ja, wir rutschen gleich einen weiter, gehen wieder ins Ausland rüber. Aphrodite's Child mit 666.

Frank20:08

Absolute Kultplatte aus dem Jahr 1971. Aber auch die ist schon zum Teil, die Aufnahmen gehen in die 60er zurück. Eine griechische Hippieband, was schon in dem Namen Aphrodite kommt, schon so zum Ausdruck, eine griechische Hippieband, was es eh schon interessant macht, mit großartigen Musikern. Vangelis, oder? Ja, Vangelis. Das ist doch der Typ, das ist der Vangelis, der dann später gemacht hat hier diese Columbus-Filme. Wie heißt es? 1492, was dann auch die Einmarschmusik wurde von Henry Maske Boxen. Diese Mucke, und da gab es auch einen Kino-Film irgendwie.

Axel20:43

Halt doch schön. Aber Vangelis gehört auch noch in die 70er rein. Also das ist auch, insofern passt das schon einigermaßen zusammen, denke ich mal.

Frank20:51

Der hat in den 70ern viele Solo-Alben gemacht. Da hat er tatsächlich so Prog wirklich Solo, ohne Gesang, rein Instrumental-Alben gemacht. Und du kannst es richtig verfolgen. Du hörst es schon bei den 70er-Alben. Der Typ, der sollte Filmmusik machen. Das ist so eine Musik, die so Bilder erweckt. Und tatsächlich hat er das dann so Stück für Stück weiterentwickelt, seinen Stil, und ist dann irgendwann sozusagen nach Hollywood gewechselt und hat dann die Ernte eingefahren. Hat dann wirklich riesengroße Platten gemacht. Aber das ist sozusagen das Jugendwerk. Und wir erwähnen das, weil dieser Vangelis eben echt ein musikalischer Mastermind war und seine Musik steckt da drin. Interessant ist, der steht hier gar nicht drauf. Da war auch ein Sänger damals am Start, Demis Roussos. Auf diesem? Der hat da mitgesungen. Und das ist der Demis Roussos, der früher in den 70ern auch so ähnlich wie Ivan Rebroff so Ethnoschlager gemacht hat. So unglaublich kitschige Sachen. Also wirklich schrecklich, ganz ehrlich.

Axel21:49

Ein sehr übergewichtiger Mensch auch.

Frank21:50

So ein Riesenkerl, fast wie so ein Kastrat auch irgendwie. Weißt du, diese ganz hohe Stimme, außergewöhnlich. Diese komische Unfähigkeit, irgendwie gekörpert, auch wieder so ein ganz seltsamer Typ. Und der hat in den 70ern, ach nee, gerade in den 80ern wirklich so viele Schnulzen rausgehauen, die aber super erfolgreich waren. Gerade am deutschen Markt, auch auf Deutsch gesungen. Ähnlich wie Ivan Rebroff, der ewige Russe war, obwohl es gar kein Russe war, hat der eben so dieses Griechische irgendwie dann ein bisschen Akzent und für den deutschen Markt gesungen. Der war in Deutschland riesig groß. Brutalster Kitsch. Aber diese Platte ist alles andere als Kitsch.

Axel22:24

Ja, da geht das schon los mit dem Spruch, der vorne drauf steht.

Frank22:28

Anyone? Who has intelligence may interpret the number of the beast. It is a man's number. The number is 666.

Frank22:42

666. Erste Johannesapokalypse.

Axel22:44

Yes. Ja, also das ist, damit ist eigentlich auch gesagt, in was für eine Richtung es geht.

Frank22:51

Das ist halt wirklich, ich könnte so viel erzählen über diese Platte. Das ist echt eine Kultplatte, die ich schon lange habe. Auch mit hohem künstlerischem Anspruch, auch experimentell. Da sind auch Sachen drauf. Hey, boah, unglaublich. Aber dieses Grundthema von denen war eine Allegorie, also die Vertonung der Johannesapokalypse ist eine Allegorie auf den Untergang der 60er Jahre, auf den Untergang der Hippie-Kultur. Die Apokalypse ist ja so eine Endzeit und für die als griechische Hippies war 1970 eine Endzeit. Die waren ja in Griechenland selber, war zu dem Zeitpunkt Militärdiktatur. Die waren gar nicht in Griechenland. Du konntest in Griechenland zu der Zeit, wenn du als Langhaariger auf die Straße gegangen bist, hast du schon dein Leben riskiert. Das war Militärdiktatur. Die waren im Exil, die waren in Paris, die Platte ist auch in Frankreich entstanden. Und die waren dort aber auch dann, hey, 1968, Pariser Kommune und so, die haben das alles mitgemacht und haben eben gesehen, wie dieser Optimismus der 60er, dieser Hippie-Traum von Love and Peace, wie das einfach dann in Gewalt und Drogenproblemen und diese ganzen üblen Dinge aufgegangen ist. Und das ist, was sie so vertont haben aus ihrer eigenen Sicht, also die Endzeit, der Untergang, dieses Gefühl, wir kommen in die letzte Phase, alles wird jetzt verschwinden. Lebensgefühl, was heute immer noch manche Leute haben. Das hatten die damals auch schon. Und so haben die das gemacht. Und ich meine, wir reden über Covers. Das Ding ist einfach, was für Gefühle löst es in euch aus? Geh mal einfach in dich, wenn du das Cover siehst. Das ist sofort so alarmiert. Das ist wie so ein Notsignal. Dieser Farbcode, rot, weiß, schwarz. Das ist wie, es erinnert so ganz grob, erinnert es auch an die Fahne der Nationalsozialisten. Oder es war auch so im ähnlichen Design oder so was. Von diesen Signalfarben einfach, das alarmiert einen richtig, es bringt richtig so eine Unruhe rein. Das ist, finde ich, auch so genial als Coverart, weil das genau die Energie ist, die diese Platte, diese Musik, dieses Konzeptalbum auch bringen möchte. Und es ist ein absolutes Meisterwerk. Also auch Aphrodites Child, ansonsten ist relativ kitschige Musik fast schon gemacht, sorry, wenn ich da irgendwo auf die Füße steige, aber dieses Album hat uns dermaßen inspiriert, provoziert, schockiert, Und all das zeigt sich hier schon in diesem Cover einfach.

Axel25:00

Genau. Gut, also, aber wir haben noch was anderes Feines, nämlich eine Band, die gar keine ist.

Frank25:06

Cool, mal was Neues. Die Gorillaz.

Axel25:09

Genau, richtig. Das ist eine Band, jeder, der das Cover sieht und sich damit nicht befasst hat, denkt, es sind die 4 Mitglieder gemeint. Aber es ist ein Irrtum. Es sind nicht 4 Mitglieder, sondern es ist nur einer, nämlich einer, der das Ganze gemacht hat. Und der hat einen ganz bestimmten Stil. Übernommen und das war auch in dem Video zu sehen. Das Video dazu ist einfach natürlich auf dieser Basis gemacht und deshalb auch ein herausragendes Video, was dazu gehört, und darauf basiert das. Also man merkte schon, im Laufe der Zeit wurde das Ganze doch ganz heikler. Also man versuchte dann also sozusagen auch ein Plattencover mit zu integrieren, Video, also auch das zu einer Gesamtperformance zu machen. Das steckt da letztendlich auch drin, Und so ist diese Einzelperson auch, soweit ich informiert bin, auch noch alleine aufgetreten, sozusagen war eigentlich nur alleine da. Aber die Gorillaz sind ja 1, 2, 3, 4 Leute offensichtlich und die sind auch in den Videos zu sehen.

Frank26:07

Siehst du, ich glaube, Barney hat das dann live gemacht, weil es ist sozusagen eine virtuelle Band und es funktioniert natürlich super in modernen Zeiten, Internet, weil du es einfach streamst. Aber als Musiker spielst du dann auch live. Und da habe ich mich echt gefragt, wie macht er das überhaupt? Wie überträgt er das Konzept Virtual Band mit diesen 4 Avataren auf die Bühne? Haben die dann so eine Riesenleinwand, wo dann die Avatare so scheinbar spielen? Oder steht er dann wirklich eher mit seinem Gesicht da und Leute erkennen den, hey, das ist der Gorilla?

Axel26:34

Also man könnte sagen, dieses Problem haben ja nicht nur die Gorillaz, sondern sehr viele. Und das sind meistens DJs, die dann ja im Prinzip sowieso etwas drumherum erfinden müssen. Egal ob man DJ Bobo heißt und da eine ganze Show drauf aufbaut, obwohl man ja eigentlich nur eine Person ist.

Frank26:51

Haben wir darüber gesprochen, wo das Schiff aufgebaut habe.

Axel26:54

Genau, richtig, ja genau, richtig, hatten wir ja auch schon mal. Genau, und das heißt also, die ganze Show, also aber das gilt ja nicht nur für ihn, das gibt ja, was weiß ich, könnte noch reichlich andere nennen, gerade in der Eurodance-Zeit, da kam die natürlich richtig auch an, das war schon ein entsprechender Punkt, die halt als DJs da waren und aus dem DJ-Sein heraus alles kreiert haben und die dann sozusagen, Thorsten Fensterer beispielsweise steht hinter Mr. Vain zum Beispiel, das ist auch nicht, da hat sich dann die Leute dazu gesucht, würde ich mal sagen, die dazu passen. Im Extremfall wurden dann Milli Vanillis draus, die noch nicht mal selber gesungen haben. Also mit anderen Worten, so weit kann es gegangen sein. Also insofern die Gorillaz, das ist halt einfach eine, der Musikproduzent ist selber in Aktion getreten.

Frank27:43

Und weil wir hier in der Sendung über Cover sprechen, Die Platte ist von 2005. Das müsste dann eigentlich schon mit eins der, in der ganzen Reihe, die wir hier besprechen, mit eins der jüngsten Sachen sein. Weil es gibt heute nicht mehr so viel Cover-Art. Es gibt so hin und wieder auch Platten und neue Alben von anspruchsvollen Platten werden auch auf Vinyl gepresst. Aber jetzt so diese Cover-Art gibt es gar nicht mehr so viel. Da ragt es dann wirklich heraus, so aus 2000er-Aufhörmitte.

Axel28:08

Also du, das hat doch nicht mehr den Stellenwert. Ich glaube schon, dass schon ein enormer Schwund dabei stattgefunden hat von einer Vinylscheibe. Hatte, auf CD zu gehen. Dadurch verlierst du schon. Du hast nur noch so ein Geschenk, nicht mehr so ein Geschenk. Macht schon Unterschied.

Frank28:25

Macht einen Unterschied. Von so gehst du auf so und heute haben wir nur noch ein Thumbnail. Weißt du? Das ist so klein. Das ist ein Guckbild. Da ist die Coverart nicht mehr ganz so entscheidend.

Axel28:32

Aber es wird uns nicht davon abhalten, weiter über diese alten Cover zu reden.

Frank28:36

Wir lieben es, weil wir Covers lieben, weil wir Musik lieben, weil wir Kunst lieben, weil wir euch lieben. Gibt's noch ganz viel von FRAX Music. Deswegen bleibt dabei, unterstützt unseren Kanal, verbreitet es, erzählt euren Freunden davon. Jeder kennt irgendwie hier den Onkel Vici, weißt du, der hat doch schon immer so viele Platten gehört. Erzähl's ihm, dass wir hier auch sitzen und über Platten sprechen, und vielleicht ist die eine oder andere Lieblingsplatte von ihm auch dabei.

Axel28:57

Ja, also dann bis zum nächsten Mal.