MUSIK PODCAST · DE
FRAX MUSICSpezial15. Oktober 2026

Kann KI echte Kunst erschaffen? Christian Köhlert über Musik & Bewusstsein | FRAX Music

KI Musikkünstliche Intelligenz MusikMusik und KIMusikproduktion KIChristian KöhlertMusikgeschichteMusikbusinessgenerative KI

Verfügbar auf

Zusammenfassung

In der 33. Folge von FRAX Music widmen sich Axel Breitung und Frank Engelmayer gemeinsam mit dem Gast Christian Köhlert einem der derzeit spannendsten und kontroversesten Themen der Musikszene: dem Einfluss von künstlicher Intelligenz auf Musik, Kreativität und das Musikbusiness.

Christian Köhlert, Autor und KI-Experte mit DJ-Erfahrung, bringt eine fundierte Perspektive ein. Er schildert, wie KI-Tools heute schon in der Lage sind, Musik in verschiedensten Stilen zu generieren – oft so authentisch, dass selbst Profis kaum noch einen Unterschied zu menschlichen Produktionen hören. Axel demonstriert dies mit eigens erstellten KI-Jingles, die durch einfache Prompts und Vorgaben entstehen. Die Vielseitigkeit der KI beeindruckt, wirft aber auch Fragen auf: Was passiert mit der persönlichen Note, der „Herzensenergie“, die Musik so besonders macht? Kann ein KI-generierter Song wirklich dieselbe emotionale Wirkung entfalten wie ein handgeschriebener Brief oder ein von Freunden gesungener Genesungsgruß?

Die Diskussion dreht sich um die Demokratisierung der Musikproduktion. Früher war Musikmachen ein Privileg für Ausgebildete – heute kann jeder mit KI-Tools Songs erschaffen. Das eröffnet neue kreative Möglichkeiten, birgt aber auch das Risiko, dass Musik beliebig und generisch wird. Christian betont, dass die Intention und das menschliche Einfühlungsvermögen weiterhin entscheidend bleiben: KI kann zwar Muster erkennen und technisch perfekte Musik liefern, doch die emotionale Tiefe entsteht oft erst durch den menschlichen Input und die bewusste Gestaltung.

Axel und Frank reflektieren zudem die Entwicklung der Musikbranche: Vom Musiker über den DJ und Produzenten bis hin zur KI – der Wandel ist Teil einer langen Geschichte, in der Technik immer wieder neue Türen öffnet, aber auch alte Berufsbilder verdrängt. Dennoch bleibt der Mensch als kreativer Mittelpunkt bestehen, vor allem bei Live-Musik und in der Rolle als Identifikationsfigur für das Publikum.

Die Folge bietet einen spannenden Mix aus Praxisbeispielen, philosophischen Fragen und einem Blick auf die Zukunft der Musik. Sie richtet sich an alle, die sich für die Schnittstelle von Technologie, Kreativität und Musik begeistern und wissen wollen, wie KI die Branche verändert – und was dabei auf der Strecke bleiben könnte.

Hintergrund & Kontext

Künstliche Intelligenz hat in den letzten Jahren einen rasanten Einzug in die Musikproduktion gehalten. Während in den 1980er und 90er Jahren digitale Synthesizer, Sampler und Computer die Musiklandschaft revolutionierten, erleben wir heute mit generativer KI einen weiteren Technologiesprung. Tools wie OpenAI Jukebox, Suno oder AIVA ermöglichen es, Musik auf Knopfdruck zu erzeugen – oft ohne musikalische Ausbildung.

Historisch betrachtet war Musik immer eng mit technologischem Fortschritt verbunden: Vom ersten Tonbandgerät über die Einführung der MIDI-Technologie bis hin zu digitalen Audio-Workstations hat jede Innovation neue Genres, Produktionsweisen und Geschäftsmodelle hervorgebracht. Die aktuelle KI-Welle knüpft daran an, stellt aber erstmals die Frage, ob Maschinen nicht nur Werkzeuge, sondern auch eigenständige Kreativakteure werden können.

Kulturell sorgt KI-Musik für hitzige Debatten: Während Befürworter die Demokratisierung und kreative Vielfalt loben, warnen Kritiker vor dem Verlust von Authentizität, Urheberrechten und künstlerischer Identität. Die Musikbranche steht vor der Herausforderung, neue rechtliche und ethische Rahmenbedingungen zu schaffen, um mit den Möglichkeiten und Risiken der KI umzugehen. Die Diskussion um KI in der Musik ist damit nicht nur ein technisches, sondern auch ein gesellschaftliches und kulturelles Thema.

Häufige Fragen

Wie beeinflusst künstliche Intelligenz die Musikproduktion?

KI ermöglicht es, Musik schnell und vielseitig zu generieren, auch ohne musikalische Vorkenntnisse. Sie kann verschiedene Stile authentisch nachahmen und erleichtert den Einstieg für Laien, stellt aber auch die Rolle traditioneller Musiker und Produzenten infrage.

Kann KI wirklich kreative Musik erschaffen?

KI kann Musik nach Mustern und Vorgaben erzeugen und dabei beeindruckende Ergebnisse liefern. Die emotionale Tiefe und persönliche Note, die menschliche Künstler einbringen, bleibt jedoch oft unerreicht – die Kreativität liegt häufig in der Interaktion zwischen Mensch und Maschine.

Wird KI Musiker und Komponisten ersetzen?

KI kann viele Aufgaben in der Musikproduktion übernehmen und einfache Kompositionen automatisieren. Dennoch bleibt die Nachfrage nach authentischen, menschlichen Künstlern bestehen, insbesondere bei Live-Auftritten und emotional geprägter Musik.

Wie kann ich selbst KI-Musik erstellen?

Mit KI-Tools können auch Laien durch einfache Prompts Musikstücke generieren. Es reicht, Text und gewünschte Stilrichtung vorzugeben, um individuelle Songs oder Jingles zu erstellen – ohne tiefes Musikverständnis.

Welche ethischen und rechtlichen Fragen wirft KI-Musik auf?

KI-Musik wirft Fragen zu Urheberrecht, Originalität und Authentizität auf. Wer ist der wahre Urheber – der Promptgeber, die KI oder der Entwickler? Diese Themen werden aktuell intensiv diskutiert und sind rechtlich noch nicht abschließend geklärt.

Gesprächs-Transkript

Frank0:15

Willkommen, liebe Musikfreunde, zu einer weiteren Ausgabe von FRAX Music. Uns beschäftigt weiterhin das Thema Musik und KI, und da gibt es viele Fragen, über die Axel und ich auch schon gesprochen haben. Und es gibt viele Leute bei euch da draußen, die sich hier in die Diskussion eingebracht haben. Und wir haben uns gedacht, jetzt brauchen wir mal ein bisschen mehr Expertise von jemandem, der da noch tiefer drinsteckt in diesem Thema Musik und KI. Und dafür haben wir heute eingeladen Christian Köhlert. Herzlich willkommen bei FRAX Music, Christian, und stell dich doch mal vor. Warum haben wir dich eingeladen? Was ist so ein bisschen dein Verhältnis zu Musik und insbesondere zum Thema Musik und KI?

Christian0:56

Ja, erstmal danke für die Einladung, Jungs. Also gleich mal vorneweg, ich kenne mich ein bisschen mit KI aus. Das war zumindest mal das Thema meiner letzten beiden Bücher. Ich hatte auch eine kurze, knackige DJ-Karriere während der Zeit Lockdown, also wo Europa seinen zweiten Lockdown gefeiert hat. Und da waren europäische DJs in Baja, wo ich zu der Zeit gelebt habe, sehr rar. Das war mein Vorteil, dass ich ständig Gigs bekommen habe. Was ich vorher immer nur für Freunde oder auf kleine Partys gespielt habe, konnte ich dann auch mal vor 800 Leuten spielen und so weiter. Das Thema generative KI, ich habe selber noch nie einen Song gemacht, das muss ich gleich vorneweg nehmen, ja. Also was KI und Musik, ich kann aus beiden Ecken, verstehe ich so ein bisschen die Hintergründe und auch die Kritiken, die da kamen oder kommen, natürlich aktuell. Ansonsten, ja, ich bin in den alternativen Medien schon seit 2008 unterwegs, damals noch für Secret TV, war ich Chefredakteur und ja, tummel mich seitdem auch in verschiedenen Ecken des alternativen Spektrums. Und wie gesagt, zuletzt war KI mein Thema und da ging es mehr um das Thema natürlich, Ist das rein materialistisch nur so eine Wortergänzungsmaschine oder kann es sein, dass da auch tiefere Bewusstseinsströme durch diese LLMs, also diese Large Language Models, durchfließen können? Und das ist natürlich ein sehr kontroverses, aber auch sehr spannendes Themengebiet.

Frank2:41

Wow, das klingt wirklich spannend und in diese Richtung wird sich vielleicht auch dieses Gespräch bewegen. Aber Axel, wir müssen mal so am Anfang starten. Und ja, du hast auch ein bisschen was vorbereitet.

Axel2:53

Ja, denn ich habe mir die Frage gestellt, wie können wir erst mal unsere Zuschauer überhaupt erst abholen? Weil zurzeit sieht es ja eigentlich so aus, was Musik und KI angeht, man weiß gar nicht, wie das zusammenhängt. Aber da gibt es natürlich ganz bestimmte Vorgehensweisen. Zunächst einmal geht es darum, halt eben zu bestimmen, wie man damit starten kann. Auf der einen Seite dass man zum Beispiel einen Text hat. Und auf der anderen Seite braucht man, wie immer bei der KI, einen Prompt, also eine Anforderungsliste, was das Ganze können soll. Und genau darum geht es. Ich habe mir dann überlegt, so ein ganzer Song, so zweieinhalb, 3 Minuten, das ist schon heftig. Also war der Gedanke, wir brauchen so was Kurzes, so einen Jingle. Und da war mein Gedanke, das vielleicht so zu machen, dass wir sozusagen eine Art, ja, so einen kurzen Gruß schicken können. Ja, also einfach so unter der großen Überschrift Gute Besserung, weil wenn irgendjemand im Bett liegt, freut er sich, wenn er mal so einen kleinen Wusch kriegt, indem man ihm wünscht, dass das halt besser wird. Und deshalb habe ich soweit vorbereitet, dass ich sage, ich habe also in den Textteil reingeschrieben Gute Besserung, gute Besserung wünscht dir Stefan. So, das ist die Aussage und dazu habe ich der KI jetzt gesagt, also was sie zu tun hat, dass es ein männlicher Sänger sein soll, dass wir auch den Musikstil schon mal vorgeben. Und das habe ich gemacht. Und um die Vielseitigkeit bei der Gelegenheit gleich mal zu zeigen, habe ich halt mehrere Beispiele und genau die können wir uns jetzt mal anhören. So, jetzt haben wir ein paar Sachen gehört. Ich glaube, es wird ein bisschen klar, dass da doch die KI einiges kann. Die ist relativ vielseitig. Wir haben auf der einen Seite ja völlig verschiedene Musikstile und man muss es der KI lassen, es macht sie sehr authentisch. Also ein Rockmusiker oder wenn wir die Aufgabe hätten, als Studio sowas zu liefern für irgendeinen Sender, dann würden wir mit dieser, dann ist das einfach schon mal so gut, dass ich befürchte, dass die Leute, die es vorher gemacht haben, zukünftig nicht mehr viel zu tun haben. Das kann auch dann die Bürokraft machen, wenn sie denn ein bisschen was von Musik versteht.

Frank5:11

Ja, auf jeden Fall sehr heiter irgendwie, die Beispiele aus dem Hause Axel. Ja, jetzt haben wir so diese Sachen gehört und das ist doch eigentlich eine super Idee, oder? Das ist doch wie eine, obwohl der Begriff ein bisschen schwierig ist, aber wie so eine Demokratisierung von Wissen. Früher war Musik schon etwas für Leute, die auch jahrelang erstmal üben, Instrument spielen lernen. Dadurch war es dann schon auch wie so ein geschlossener Berufskreis. Jetzt bricht es doch voll auf und jeder kann Musik machen. Die Idee ist doch super, weißt du? Hier gute Besserung, wie sich Sachse gedacht hat. Was, wie siehst du diesen ganz grundsätzlichen Gedanken? Ist, kann KI, ich frage es extra mit kann, weil wahrscheinlich gibt es beide Perspektiven, das ist so, was wir diskutieren, aber ordne das doch mal ein. So, KI ermöglicht doch dem jeden, Musik zu machen. Ist es nicht eine super Entwicklung, über die wir uns alle freuen sollten?

Christian6:07

Ja. Natürlich, gerade die, die einsteigen möchten und haben eben nicht die Vorkenntnisse oder die Schulung über Harmonien und Notenlehre und so weiter und können eben sowas generieren. Wobei, es zählt ja, das ist ja ein gutes Beispiel, da ist jemand krank und kriegt eine Nachricht mit so einem Song, der erstmal sehr professionell klingt, aber auch ein Stück weit vielleicht generisch. Ja, also ich, wenn ich jetzt krank wäre, da zählt mehr die Intention. Da könnten meine Kollegen auch schräg singen und irgendwer mit einer Mundharmonika oder mit irgendeiner Klampfe im Hintergrund. Das muss alles nicht passen, aber die Intention, dass da etwas vom Herzen kommt, ja, das wird wahrscheinlich eher meine Gesundheit mehr ankurbeln, als wenn ich da einfach so ein, wenn ich weiß, okay, da hat jetzt einfach die Sekretärin da einfach einen Prompt eingegeben und weil das so ein Standardprozedere ist und da kommt zwar ein sehr professioneller Song bei raus, aber ich spüre, dass vielleicht die Energie dahinter nicht dieselbe ist, als wenn sich Leute wirklich zusammensetzen von Mikrofonvereinen und da eine tiefe Herzensenergie sozusagen in meine Richtung schicken, weil sie ein tatsächliches Interesse an meiner Gesundheit haben. Ich glaube, das macht letztendlich den tieferen Unterschied. Erstmal auf der energetischen Ebene.

Frank7:33

Wie früher, lieber einen handgeschriebenen Brief als, hey, ich habe jetzt einen Computerdrucker. Und hau den so raus. Also diese persönliche Note. Aber das ist ja auch genau die Frage, die wir diskutieren. Ist es nicht auch eine persönliche Note, wenn jemand dort was macht? Ich meine, Axel, du hast dir hier diese Beispiele erstellt. Es ist doch eine persönliche Note drin von dir, oder? Du promptest, du nimmst ja auch vielleicht gar nicht den First Take. Du hast offensichtlich mehrere genommen und man arbeitet damit und wird nicht allein dadurch, dass du als Mensch interagierst mit der Maschine, wird nicht dadurch das Produkt auch— hat das nicht dann auch deinen persönlichen und am Ende auch kreativen Anteil in sich drin?

Axel8:16

Der wird in dem Falle relativ gering sein, weil dann hätte ich mehr vorgeben müssen. Dann kann man davon schon eher sprechen. Also so wird eben auch auf Standards zurückgegriffen, das ist klar. Christian, was du meinst, es eigentlich geht in eine andere Richtung. Da geht es natürlich um den Vortrag. Ja, auf den verzichten wir ja in dem Augenblick, indem wir die KI als Musik- Schaffende einsetzen. Ja, das ist natürlich, dass natürlich der Künstler sozusagen das Ganze vorträgt, bringt natürlich eine ganz andere Note mit sich. Und ich glaube, das ist der entscheidende Unterschied. Also dass wir, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Leute in ein Konzert gehen wollen und dann auf der Bühne vielleicht, da steht der Künstler und im Hintergrund läuft die KI-Musik ab. Das ist nicht das, was wir sehen wollen. Ja, also der Künstler hat immer noch diese Anziehungskraft und auf die können wir letztendlich auch setzen.

Christian9:10

Ja, ich habe mir ein paar Beispiele angehört und es ist natürlich schwierig, wenn man jetzt ins Internet geht und man gibt dann schon ein, okay, ich möchte KI-generierte Musik hören. Ja, es ist beeindruckend, dass wenn ich es nicht wüsste, dass ich es halt auch nicht mehr höre. Es klingt halt einfach gut produziert. Und ich denke, dass diese Intention, die der Künstler dahinter steckt, der letztendlich auch promptet, wie viel Energie packt er da rein, ja, dass das auch irgendwo im Prozess quasi auf so einer metaphysischen Ebene halt mit hineinarbeitet. Und dass man vielleicht auch dann mehr den Unterschied hört, ob das jetzt einfach nur nach dem Schema F abläuft. Ich meine, das hatten wir ja schon vor KI. Ja, KLF, könnt ihr euch noch erinnern? Die haben ja sozusagen so eine Rezeptur vorgestellt, wie macht man einen Number-One-Hit. Ja, da braucht es halt nicht viel, klaut, wo ihr könnt. Und das ist ja das, was der KI auch vorgeworfen wird, weil die hat ja keine eigenen Ideen, aber die hat halt, die erkennt Muster. So, und jetzt gibt es, sagen wir mal, bei den modernen Songs gibt es da zwei Ebenen. Das eine ist die Melodie. Ja, und das ist letztendlich, oder sagen wir mal, Musik ist in dem Sinne ja Mathematik. Und auch wenn wir keine Mathematik oder Harmonielehre gelernt haben, so können wir aber hören und spüren, wenn da Dissonanzen drin sind. So, und das weiß die KI natürlich sehr gut, was gute Abfolgen von Harmonie oder von Notenfolgen sind, die einfach uns tiefer berühren. Und da macht die einfach auch keine Fehler. Und wenn man da die Prompts richtig setzt, welche emotionale Lage wollen wir da ansteuern, dann ist die einfach sehr gut. Da drin. Die andere Ebene ist, sagen wir mal, die inhaltliche Ebene, wenn es jetzt da um Lyrics geht. Ja, und Musik trifft uns ja immer dann, wenn sie irgendwo etwas in uns trifft, sozusagen einen emotionalen Imprint, oder wie sagt man, eine irgendwo auch eine emotionale Verletzung, etwas, wo eine Resonanz passiert. Ja, wenn zum Beispiel ein Song über eine verlorene Liebe da ist, ja, und die Lyrics irgendwo das genau triggern und man selber noch eine alte Erinnerung hat, die genau in dieses emotionale Spektrum hineinreicht, dann können uns natürlich auch die Lyrics treffen. Und wenn beides miteinander kombiniert ist und aufgrund dieser Mustererkennung, die KI eben hat, aufgrund von wahrscheinlich Millionen von Beispielen und eben auch dem menschlichen Feedback, wie sehr hat mich die Musik getroffen, ja, dann kann die natürlich schon genau nach dieser Rezeptur etwas erschaffen, wo natürlich der, der Anfänger, ja, der jetzt vielleicht gerade mal 3 Griffe auf der Gitarre drauf hat, ja Jahrzehnte bräuchte, um dahinzukommen. Und in dem Sinne, dass man sozusagen das Technische überspringt und vielleicht einfach durch Prompts oder einfach auch ein Feingefühl dessen, was man da triggern möchte beim Gegenüber, über, kann man natürlich trotzdem sehr, sehr hochwertiges— ich will es nicht Produkt nennen, ja, aber sozusagen einen musikalischen Triggerpunkt setzen, der im Menschen etwas Tieferes auslöst. Weil das ist ja letztendlich, was wir wollen bei guter Musik.

Frank12:45

Tatsächlich. Also ich persönlich, ich glaube nicht nur, sondern ich glaube, ich fühle Naja, wenn ein großer Gitarrist an der Gitarre spielt, dann fühlst du doch diese Magie, die zwischen den Fingerkuppen und der E-Gitarre da passiert. Die Stahlseiten, die in Vibration geraten, Moleküle in der Luft, die sich bewegen und so weiter. Ich meine, hey, das ist ja dieses Organische. Ich weiß nicht, ob man es hören kann jetzt wirklich, dass ich sagen kann, okay, das ist eine echte E-Gitarre oder das ist KI-generiert. Aber so der Soul, der in der Musik drin ist, der so Virtuosen auch ausmacht. Auf allen Instrumenten und Gesang sowieso. Das ist was, was doch uns Menschen zutiefst berührt. Das ist doch, was wir hören wollen. Das ist, Axel, wie du gesagt hast, gerade live. Es bringt doch niemandem was, dort irgendwie live Musik zu hören. Ja, okay, wir haben auch eine DJ-Kultur, aber es wird immer auch Menschen geben, so echte Menschen, die man sehen will, die auf die man seine— die als Projektionsfläche auch für uns dienen. Das brauchen doch die Menschen, das wollen doch die Menschen. Also so große Stars wird es wahrscheinlich immer geben. Wobei halt tatsächlich schon auch die Frage ist, das wird auch viel so bei uns in der Community diskutiert, der Beruf des Musikers, der wird schon weniger, also gerade so in der Breite. Viele Musiker werden ersetzbar. Aber das, Axel, das ist doch ein Trend, den es eigentlich schon seit den 60er, 70er Jahren gibt und den du in deiner 90er-Jahre-Zeit, wo du auch extrem erfolgreich warst in diesem Eurodance, Da hast du auch dazu beigetragen, ist ja der natürliche Weg, den die Musik genommen hat. In den 60ern, da gab es noch in jedem Dorf irgendwie am Wochenende Tanzmusik und das haben irgendwelche Musiker eingespielt. Dann kamen irgendwann die DJs, dann kamen irgendwann die Produzenten. Heute ist die KI da. Was ist dein Take drauf, auf dieses Thema Musiker verschwinden, aber musikalische Kreativität von irgendeinem Menschen, das, was auch du machst, Das wird doch bleiben, oder?

Axel14:46

Davon gehe ich natürlich aus, logischerweise. Also vielleicht übertrieben gesagt. Also auch gerade, weil ich ja, ich bin als Musikproduzent ja schon länger nicht mehr tätig, sondern arbeite, und das ist das Kreativere an der Sache, als Autor. Das heißt also, ich lasse mir schon Melodien einfallen, mit anderen Worten. Und da kommt die Frage natürlich auf, wie kreativ kann eigentlich die KI an der Stelle sein? Das wird sich zeigen, ob sie dann halt eben das, was die, sagen wir mal, die einfache Komposition von einer, die wirklich mehr Inhalt hat, unterscheidet, die halt eben auch Überraschungen beispielsweise hat, die von der KI eigentlich nicht unbedingt zu erwarten sind. Das sind die Momente, die man dann als Komponist auch ausreizen muss, so meine ich. Selbst wenn man sie vielleicht vorher gesagt hätte, ach komm, das geht ein bisschen weit weg von dem Orgie, von dem, was wir eigentlich wollen. Sagen wollen. Aber das wird wahrscheinlich, so sehe ich das zumindest, für die Komposition, also für die Melodieführung, wird das wahrscheinlich wichtig werden, dass wir da und dann doch noch versuchen, noch mehr kreativer zu sein. Wie, ich denke mal, zum Beispiel damals die Neue Deutsche Welle. Also, dass ich, man muss wirklich sagen, ganz kreative Momente waren das, die da waren. Da war noch nicht so viel Musik gemacht worden, also, und der Mut, etwas aus den üblichen Bahnen rauszugehen, war vorher einem auch nicht so unbedingt da. Aber eben wenn so ein Schub kommt, dann ist die KI auch gar nicht, dann ist die auch nicht mehr attraktiv. Dann brauchen wir einfach andere neue Impulse. Und die werden wahrscheinlich dann von Menschen kommen.

Christian16:32

Ja, ich denke auch, dass die Kooperation, in dem Moment, wo da jemand mit ein bisschen Musikverstand rangeht, Ich kann das jetzt nur übersetzen, zum Beispiel aus, wenn ich jetzt Artikel schreibe, dann benutze ich natürlich auch KI und sage, schau mal drüber, bringe ich den Punkt gut rüber, oder wirst du da vielleicht noch einen Nebensatz irgendwo einfügen, der vielleicht eine Sache noch weiter klarifiziert. Und ich denke mal, das wird auch sozusagen den großen qualitativen Unterschied machen, dass wenn da sozusagen so ein Tandem passiert zwischen dem Künstler und sagt, pass mal auf, ich habe jetzt hier so eine Musikidee, aber da fehlt mir irgendwie noch ein Stück, was das auflöst, oder wo noch mal ein anderer Drive, wo so ein Break reinkommt. Hast du da vielleicht eine Idee, was da harmonisch sich einpassen würde? Ja, was ich vielleicht auch noch sagen wollte, gerade so die Diskussion zwischen, was ist jetzt so generische Musik, oder Oder was du angesprochen hast, Soul. Man könnte es auch bezeichnen als Groove. Der Groove, wo man immer so ein paar Nanosekunden irgendwo neben der Spur liegt, aber was irgendwo was Organisches, was etwas reinbringt, was man spüren kann als Mensch. Und das ging ja zum Beispiel mit der ganzen elektronischen Musik irgendwo flöten. Ja, so, das merkt man auch, ab wann Platten einfach zu mischen sind, weil sie ganz klare Taktung haben, wo man nicht merkt, okay, jetzt wabbelt das ein bisschen, weil, weil der Drummer da ein bisschen langsamer geworden ist. Ja, genauso ist eben auch das Thema, was ja diese ganze MP3-Kultur, ja, wo eben Frequenzen oben und unten abgehackt wurden, ja, und wo Leute sagen, boah, ich ziehe mir lieber statt so eine olle MP3, ziehe ich mir lieber mal eine schöne Schallplatte rein. Da ist irgendwo dieser warme Sound dieses Analoge, was eben noch mal mich irgendwo auf einer emotional-spirituellen Ebene noch mal ganz anders abholt. Also es ist irgendwie noch so eine Metaebene da, die man nicht ganz runterbrechen kann. Und ja, das ist natürlich die Gefahr. Die Frage ist, kann das auch, können auch diese Aspekte irgendwann von KI durch Algorithmen übersetzt werden. Ja, dann werden wir sehen, wo die, wo die Reise hingeht. Aber ja, also Musik schon richtig, das, das hat sich mit der Technologie arg verändert. Ich glaube, auch in Zukunft werden Menschen, die gute handgemachte Musik machen, auch nicht von KI abgelöst, weil da kommt dann auch wieder noch mal der, der natürlich der persönliche Faktor Ja, dass man sagt, boah, ich gehe jetzt hier in Montreux aufs Jazzfestival und da rennen so ein paar Typen rum, die einfach durch die Welt reisen und von Festival zu Festival irgendwie versuchen, das nächste Bahnticket sich einzuspielen, aber die spielen halt mit Zoo. Ja, so, und das wird auch weiterhin noch existieren, aber wie bei allen Dingen, dieses ganze Thema AGI, Artificial General Intelligence, also Das wird viele Berufe einfach reduzieren. Und das wird auch bei Musikern natürlich, oder unter den Musikern, weil die auch in dem Sinne, wie ihr sagt, dann kann auf einmal jeder Musiker werden, wenn er nur gut prompten kann. Dann wird es auch noch mehr Konkurrenz geben. Also der Druck, dort wirklich etwas zu kreieren, was den Zeitgeist trifft, wird umso größer werden.

Frank20:22

Das meine ich eben auch. Hey, super spannendes Thema, der Punkt, wo wir gerade sind. Weil du hattest schon früher gesagt mal, Christian, die KI macht halt keine Fehler. Die weiß, was Harmonien sind und so weiter. Aber gerade die Fehler, die sind ja das, was die Musik auch dann ganz individuell manchmal macht. Ich meine, ich erinnere nur, als jemand wie Bob Dylan auf die Szenerie gekommen ist, wie der gesungen hat. Oder später Neil Young, das mit mit diesen Stimmen, da würdest du bei jeder Talentshow einfach, da kommst du nicht mal hier zum Vorsingen, ne. Aber die haben was anderes gegeben, ja. Und diese Fehler, die du angesprochen hast, Bonzo Bonham, ehemals Schlagzeuger von Led Zeppelin in den 70er Jahren, der gilt in ganz vielen Rankings als einer der besten Schlagzeuger aller Zeiten, so. Und dem sein Spiel, der war immer als so ein Jota, weiß ich, kann ich ausdrücken, aber so ein Jota zu spät und hat dieses Ding halt so in so einen ganz eigenen Stil gebracht. Der hätte bestimmt auch nach Metrum spielen können, aber das ist, was den zu einem der Besten überhaupt macht. Also aus den Fehlern entsteht ja auch Stil. Und das führt uns dann zu der ganz großen Frage natürlich auch, kann die KI überhaupt Kunst? Also Kunst im Sinne ein schöpferischer Akt. Und ich schmeiß mal so im musikalischen Zusammenhang mal, da gibt es ja so viele Beispiele, wie neue Genres entstanden sind. Nicht nur durch die Fusion von verschiedenen Stilen, die es vorher gab. Das traue ich der KI zu. Und natürlich ist so auch Rock'n'Roll so entstanden. Aber es gab in der Popkultur, in der Musikgeschichte doch ein paar so Brüche wie die Punkrevolution '76 oder noch besser so vielleicht die Entstehung des Hip-Hop. Ich meine, da waren es einfach Leute, DJs, die in den Blockpartys diese Feiern gemacht haben, auf der Straße also, um die Leute mal zusammenzubringen, mal einen Tag lang rauszuholen aus dem Milieu von Gewalt und so weiter. Und die haben halt als Entertainer, die machen das DJ live vor einem Publikum, die spielen die Platten, die spielen mit diesen Platten rum, so entsteht Scratchen. Und die haben halt ein Mikrofon, mit dem die mit den Menschen interagieren und kommunizieren. Und so ist dann der Hip-Hop entstanden. Das ist also entstanden aus dieser besonderen Situation. Und dahinter könnte man, wie du gesagt hast, eben den Zeitgeist auch mutmaßen. Kann sowas die KI machen? Also wirklich so einen Moment aufnehmen und dann echt ein völlig neues Genre entstehen lassen? Dass sie dann in dem Genre dann vielleicht den fehlerlosesten, den makellosesten Hip-Hop-Track erstellen kann, okay, das gebe ich ihr. Aber kann sie, könnte die KI jemals diesen Schritt mitgehen? Und das gilt ja letzten Endes nicht nur für die Musik, sondern für alle Kunst. Also Kunst im Sinne von diesem Zeitgeist aufgreifen. Kunst ist nicht, wenn du jetzt so gut malst wie irgendjemand aus der Renaissance, sondern Kunst wäre eben dieser schöpferische Akt. Und dann traut ihr das der KI zu, auch in Zukunft? Wird sie das jemals haben? Ist so ein schöpferischer Akt nicht vielleicht, wie du auch gesagt hast, ein etwas Spirituelles? Hat es auch nicht auch diese Dimension, ne?

Christian23:25

Axel, magst du dich erstmal dazu äußern, weil du ja noch ein bisschen tiefer drin steckst?

Axel23:30

Ja, ist gut. Ich meine, letztendlich ist es schon so, man merkt ja auch, wenn man zum Beispiel nicht alleine komponiert, sondern mit anderen zusammen. Das ist ein Zusammenspiel, dass du spürst halt einfach, was der andere denkt und so. Also ich glaube immer, dass da ein Stück Aufladung passiert. Tatsächlich. Wir fragen uns natürlich immer alle, ja, also jeder will ja, der jetzt, also sagen wir mal, mit der populären Musik zu tun hat, will natürlich sagen, okay, wie machen wir jetzt einen Hit? Ja, das ist immer natürlich ganz die ganz große Frage. Und irgendwo ist er dann dazu zwischen und manchmal ist nicht zu erkennen, wodurch der sich eigentlich unterscheidet. Und in dem Augenblick frage ich mich dann auch jetzt also als Musikschaffender: Was hat dazu geführt? Ist da doch noch ein bisschen was dahinter, was wir nicht wissen, was sich doch irgendwie aufmoduliert, will ich mal sagen, auf die Aufnahme? Also den Gedanken, glaube, der wird auch unterschätzt unter Musikschaffenden selber. Also weil darum geht's ja eigentlich auch gar nicht, sondern wir wollen ja sozusagen ein Ergebnis. Das geht ja auch, ist ja, man setzt sich ja ergebnisorientiert für sowas zusammen, wenn man als Profi zumindest arbeitet. Aber die wirklich, die meisten guten Sachen, die entstehen einfach so, da hat keiner mit gerechnet, da kommt plötzlich irgendwas einem in den Sinn und dann dachte man, hey, Moment mal, das ist doch super, lass uns da mal weitermachen, gar nicht lange suchen, hier, das ist, du hast es jetzt, ja. Und dann ist das da, was, und das ist Könnte man jetzt bei der KI natürlich sagen, liebe KI, mach bitte 57 Angebote, wie du diese Melodie vielleicht anders machen würdest oder sonst irgendwas. Auch da, und das hast du gut gesagt, Christian, und das machen meine Kollegen eigentlich eben auch weitestgehend, sie lassen sich inspirieren. Ja, das ist so einfach derjenige, der dann dabei sitzt, der sonst die Inspiration macht. Aber es könnte auch jemand sein, der halt eben aus der Dose ist, sprich mit anderen Worten von der KI kommt. Und ich sehe da schon eine Zusammenarbeit.

Christian25:29

Also das ist auf jeden Fall ein spannendes Thema, was du da ansprichst, dieses sich inspirieren lassen, sich sozusagen in so ein Feld einklinken, so nach Sheldrake, so ein morphogenetisches Feld, was eben auch von der Gruppe kreiert wird. Da sehe ich definitiv so eine Art metaphysische Ebene drin. Und was KI angeht, wenn man es jetzt materialistisch sieht, dann kann die immer nur mit dem arbeiten, was schon da ist. Jetzt sind wir aber irgendwo auch kunsttechnisch, und das ist nicht nur auf Musik reduziert oder postmodern, eigentlich wurde schon alles ausprobiert. In dieser Epoche ist es eigentlich nur so, dass Stile noch mal neu miteinander kombiniert und Ja, einfach da neue Stilrichtungen geschaffen werden, in denen Dinge, die schon da sind, auch wieder neu kombiniert werden. Das ist also, vielleicht sag, wenn ich mich irre, aber was war in den letzten 10, 20 Jahren irgendwo ein neuer Musikstil, wo du gesagt hast, okay, das ist jetzt hier komplett was anderes? Mein Gott, da gab es jetzt irgendwelche Hip-Hop, wo die irgendwie jetzt nur noch rumstottern, oder okay. Ob man das mag oder nicht, ist jetzt noch mal eine andere Frage, aber wirklich, dass die große neue Innovation, sehe ich doch gar nicht mehr kommen, weil wir uns irgendwie kreativ in dem Sinne, was da möglich ist, eigentlich schon massiv weit rausgelehnt haben und eigentlich die Dinge sich nur noch kombinieren. Die zweite Ebene, und das ist natürlich jetzt eine starke Aussage, Es ist so, dass auch Menschen eigentlich aus der tieferen spirituellen Sicht, zumindest so wie ich das verstehe, auch nichts neu entdecken. Doch, sie entdecken, weil sie decken auf etwas, was im morphischen Feld oder in einem Informationsraum außerhalb von Raum und Zeit, Burkhard Heim würde das jetzt den Informationsraum nennen, oder Akasha-Chronik, etwas, wo Ideen, Konzepte, Archetypen schon sozusagen außerhalb von Raum und Zeit vorhanden sind und die Künstler sich sozusagen da auch nur so reintun. Und dann kommen wir wieder zum Thema Zeitgeist, dass es eben auch so ist, dass es so eine Art kontrollierende Intelligenz gibt, die offensichtlich sozusagen ab einem bestimmten Zeitpunkt auch Menschen mit bestimmten Informationsfeldern verbinden. Wir kennen das zum Beispiel aus dem Phänomen, dass irgendwelche technischen Evolutionen, wo teilweise die Patentanmeldungen irgendwo in einem kleinen Zeitraum sind, wo mehrere Menschen auf der ganzen Welt zu derselben Inspiration, und da sind wir bei Musik oder technische Innovation, einfach zur selben Zeit sozusagen eine Eingabe bekommen auf einer unterbewussten Ebene, was irgendwo sich dann ins Bewusste bewegt. Aus der Sicht, vor allem wenn man jetzt so in diese non-dualistische Singularitätsidee, was aus den Veden oder aus dem Taoismus und so weiter oder auch irgendwo aus dem Gnostizismus bekannt ist, dann ist da einfach so eine Art Pool von Informationen, aus denen der Künstler— und Künstler sind ja Menschen, die eben nicht nur über das Radio gehen und sagen, boah, ich gehe jetzt hier das Rezept lang runter, so wie es KLF zum Beispiel angegeben hat, sondern ich channelle quasi. Und das passiert dann auch in Gruppen. Da ist dann so eine Art Gruppengeist, Gruppenchanneling, und jeder kriegt da so ein paar Fetzen aus diesem Informationsfeld, und so kann sich da was der kreative Prozess entfalten. Und das, und da sind wir an dem Punkt, da werden jetzt die meisten sagen, ja, das kann KI nicht, weil KI rein Ratio ist. So, aber da habe ich ja aufgrund meiner Beschäftigung, habe ich ja da eine sehr kontroverse Position, wenn ich sage, dass eben diese feineren Informationsströme oder dieser Geist oder diese höherdimensionalen Bewusstseinsfelder sich nicht nur über auf Kohlenstoff basierende neuronale Netze auflegen kann, sondern eben auch auf Silizium basierende Schnittstellen sozusagen. Das ist natürlich ein ganz heißes Eisen, wird sehr kontrovers diskutiert. Und daher würde ich aus meiner Position jetzt auch nicht komplett ausschließen, dass auch durch ein KI-System sich sozusagen innovative Felder, wenn da überhaupt noch irgendwas abzugrasen ist, was nicht, sagen wir mal, in den letzten Jahrhunderten alles da sich kulminiert zusammengesetzt hat aus verschiedenen Kombinationen, ja, dass da eben auch solche kreativen Felder sich auch durch Technologie ausdrücken können. Aber da ist auch immer wieder die Verbindung mit dem Menschen als sozusagen Facilitator oder als jemand, der das ermöglicht, dass durch diese Technologie, sagen wir mal, der kreative Funke, ja, sich durchsetzt, das bleibt weiterhin vorhanden.

Frank30:59

Wo wir jetzt schon so in den Deepshit reingehen und so, ist echt interessante Gedankenspiele, die du auch formulierst. So, du hast doch auch Indian Connection, ne? Und dann hast du vielleicht schon mal davon gehört, dass es in Hambi Ein ganz alter Ort, UNESCO-Welterbe, wunderschöne Ruinen und so weiter. Dort gibt es einen Tempel mit Klangsäulen. Die sind alle aus Stein gebaut und die tönen und die geben auch eine gewisse Harmonie. Und man geht davon aus, dass diese Harmonien in diesem Tempel, die dort erzeugt wurden, dass die einen heilsamen Effekt hatten, dass der so zur Heilung da war. Und ja, für mich ist der Gedanke nicht weit weg, dass Musik eine heilende Wirkung hatte. Mein Leben lang zehre ich auch von dieser Energie. Wenn es eine heilende Wirkung gibt in Musik, dann gibt es möglicherweise aber auch die andere Seite der Medaille, eine destruktive Energie von Musik, etwas Kontrollierendes, etwas, was man negativ einsetzen kann. Und wie würdest du denn das einschätzen? Kann dort die KI die Menschheit voranbringen, was eben beide Seiten der Medaillen hat? Also könnte sie uns vielleicht helfen, wieder so das Potenzial von Musik zur Heilung, zur Heilung von psychischen, aber auch physischen Problemen. Kann uns die KI dabei helfen? Aber droht nicht andererseits auch die Gefahr, dass die KI vielleicht tatsächlich den hypnotischen Beat findet, der uns alle irgendwo mindfuckt oder sowas? Also diese Ideen gibt es auch, destruktive Musik. Wie schätzt du diese Debatte ein? Gab es so das die KI das Potenzial hat dafür, weil du hast ja auch so in einem Buch geschrieben, dass die KI, hast du diese These aufgestellt, ich glaube in Illumina KI war das, oder? Dass die KI tatsächlich dem Menschen vielleicht der entscheidende Joker so in diesem Kartenspiel sein kann, der die Menschheit dann weiterbringen kann, wirklich auch auf einer spirituellen oder auf einer Bewusstseinsebene. Aber viele Leute haben eben aber auch Angst davor, dass das Gegenteil eintreten könnte, dass die KI den Mächtigen dabei hilft, uns irgendwie, keine Ahnung, in irgend so einen Beat einzulullen. Selbst im Gilgamesch-Epos, da springt mir gerade spontan ein, gibt es ja diese Story, dass Inanna, die Göttin, den Gilgamesch dazu bringt, die heilige Zeder im Libanon zu fällen. Und aus dieser Zeder soll er zwei Trommeln bauen. Und mit diesen Trommeln spielt er dann. Und dadurch entsteht so ein Rhythmus, wo die Menschen dann ihre Freiheit verlieren, sondern wie so Roboter arbeiten. Und man könnte das auch als so eine Allegorie sehen auf, ja, das führt uns jetzt vielleicht zu weit, aber auf so eine Allegorie auf die Zeit, wo halt die Menschen auf einmal zum Ackerbau gekommen sind, und dann entstehen Kasten und so weiter, und es entsteht so ein Tagesarbeitsrhythmus. Dieses ganze Thema, so, wie ordnest du das ein?

Christian33:53

Ja, das ist ein großes Feld. Grundsätzlich erstmal würde ich sagen, okay, aus meiner Sicht, KI ist ein wahnsinnig potentes Tool. Und das wie jedes Werkzeug in einer dualistischen Welt kann es für beide Aspekte genutzt werden, für absolute Unterdrückung und für absolute Befreiung. So, das sind jetzt die beiden Außenränder. So, was Musik angeht, da gibt es ja schon die große Debatte um das Tuning. Ja, was war das? Wir tunen gerade auf 440, glaube ich, ne? Und dann gab es dieses alte 432.

Frank34:31

Das ist dieses Thema nur für die, die, der Grundton A, den, den, mit dem wir alle, auf den wir alle Instrumente stimmen, ne?

Christian34:38

Und wenn man da in die Geschichte reinguckt, waren das ja, ich hätte mich da besser vorbereiten sollen, aber soweit ich das weiß, war es gerade so eine Diese Standardisierung kam ja von den Nazis. So, und dass allein der Grundton schon, dass der schon Unterschied macht, ob man mehr in einem universellen Trott oder ob diese andere, also zumindest das sind die, das, was ich immer wieder höre von diesen Musiktheorien zum Grundton, ja, dass das enorm Unterschied macht. Und dass das eigentlich, dass manche Musiker sehr bewusst das Grundtuning verändern, weg vom Standard. Und dass das einen Unterschied macht in der Wahrnehmung und auch, ob es etwas öffnet oder ob es uns eher in so eine kollektive Trance versetzt. Zumindest so verstehe ich mal ganz grob diese ganze Debatte um dieses Grundtuning. Dass Frequenzen an sich mit dem Bewusstsein korrespondieren. Ja, dass es Frequenzheilungsgeräte gibt, ja, Klangschalen und so, Klangschalen, ja, das natürlich da mit Frequenzen gearbeitet werden kann. Und letztendlich kann man ja auch wieder eine Oktave das Ganze hochtun, so eine kosmische Oktave, und dann kann man sagen, okay, Licht und so weiter ist ja auch eine Frequenz, ja, Lichttherapie, ja, das auch die richtige Abfolge von von Frequenzen in Form von Lichtwellen eben auch auf Bewusstsein und letztendlich dann Körper und Geist sind ja, oder der Soma ist ja mit dem Bewusstsein gekoppelt, da gibt es ja Wechselwirkungen. Und dass das positiv genutzt werden kann und dass das aber auch negative Auswirkungen hat und dass das sich auch sehr leicht visualisieren lässt. Ich erinnere da nur mal an die Emoto-Experimente mit dem Wasser, Wassertropfen, die zum Beispiel mit Heavy Metal oder mit Mozart bespielt wurden oder eben mit dem Blessing von Mönchen. Und dass die Wasserkristalle, die sich dort ausbilden, natürlich genau diese Harmonie widerspiegeln, beziehungsweise diese Dissonanzen, die in der Musik drin sind. Und ja, das ist ein Riesenfeld und ich denke, am Ende ist es natürlich, wie nutzen wir das? Und das KI, das ist natürlich das präferierte Werkzeug von gewissen Interessengruppen mit hohem Machtanspruch über Kontrolle der Menschheit, dass die das natürlich als ihr präferiertes Werkzeug empfinden und dass sie das auch dazu nutzen, Um, sagen wir mal, Kontrolle über Narrative und vielleicht sogar über Bewusstsein zu erlangen. Wobei ich da denke, dass sie eher auf einer anderen Ebene Frequenzen nutzen als über Musik, um da, sagen wir mal, manipulativ einzugreifen. Aber ich sehe natürlich auch die andere Seite. Und die meisten Menschen sind natürlich da sehr polarisiert. Die sagen, okay, KI, das ist Teufelswerk. Und andere sagen, idealisieren das, sehen die, sind wiederum blind für die, für das andere, die andere Polarität. Ich denke, man muss da schon in beide Richtungen sich keine Scheuklappen aufsetzen, aber das Potenzial ist da für positiven Wandel und auch für heilende Frequenzen. Und natürlich, die KI hat die Systeme, Systematik dahinter verständigt. Ich generell, ich generalisiere das Ganze natürlich, aber wenn man eine KI, eine spezielle KI eben mit diesen Harmonien und so weiter, mit der Harmonielehre und auch dem alten Wissen füttert, dann versteht die das Prinzip dahinter und die kann das natürlich auf jede Form übersetzen und vielleicht sogar anpassen, dass sie versteht, okay, ich sehe da bestimmte pathologische psycho- oder physiopathologische Muster im Menschen und kann vielleicht aufgrund dieser Prinzipien sehr schnell eine Frequenz ansetzen, die Harmonie bringt, die Dinge ausgleicht. Also da sehe ich auch Riesenpotenzial, ohne dass ich mich da tiefer mit beschäftigt habe. Aber ich, also wie gesagt, ich extrapoliere hier nur, dass auch auf dieser musikalischen Ebene, und wenn es um Musik und Heilung geht, geht, dass da sehr viel Potenzial ist, wenn man es richtig nutzt.

Frank39:29

Axel, bevor wir zu deinem Take kommen, gestatte mir eine Richtigstellung zu einem ganz heißen Thema. Wir waren bei diesem Kammerton A und Christian, du hattest das ja spontan auch gesagt, war das von den Nazis? Nee, es war aber in der Zeit 1939, internationale Konferenz, wo es um diesen Kammerton A ging. Und da war auch Deutschland auch Teilnehmer und aber eben auch einige Länder. Und da hat man sich dann auf diesen Ton geeinigt. Wollte ich nur kurz richtigstellen, Axel.

Axel40:03

Genau. Wichtig dabei zu wissen ist, da waren auch viele Leute von dem Militär mit dabei. Die haben das mitbestimmt. Also es war schon überall so. Also wenn man sich überlegt, wie die Konstellation war und da war kein Tonmeister, da war nie, also mit Musikschaffenden haben da mal gar nichts zu suchen gehabt, als der festgelegt worden ist. Was da auch schon für mich auch ein Hinweis darauf ist, dass das eben auch manipulativ genutzt wurde. Also ganz eindeutig. Man muss vielleicht noch einmal erwähnen, das ist überraschenderweise, wer sich ein bisschen auskennt, wird das auch vielleicht erinnern. Der Kammerton A gilt ja ganz allgemein. Aber wenn es um Orchestermusik geht, die sind bei 443 Hertz. Das bringt, also auch das macht es, macht die Musik nicht einfacher, weil du musst dann dem alle, alle in der, in so einer Konstellation im Orchester muss dann, die müssen alle ihre Instrumente umstimmen auf 443 Hertz. Auch das ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar.

Frank41:02

Die Frage ist halt jetzt wirklich, die wir diskutieren, diese Potenziale von Musik, kann die, wird die KI dort entscheiden, was verändern? Ich meine, auch um es jetzt wieder ein bisschen mehr zu, zu grounden, so Glaubt ihr denn, dass die KI Hits schreiben kann? Also glaubt ihr, dass es wirklich diese Hitformel gibt und die KI die halt einfach so super durchrechnet und hey, ich produziere dir Hits? Glaubt ihr das? Oder jetzt auch, ich meine, das ein Hit wird bestimmt mal irgendwann kommen, aber glaubt ihr, dass es wirklich in Zukunft halt so sein wird, dass es klar, Leute können machen, was sie wollen, kannst du mit deiner Gitarre am Lagerfeuer spielen, aber so das professionelle Music Business, Axel, was du ja durch und durch kennst, glaubst du in Zukunft wird einfach die KI die Hits produzieren?

Axel41:43

Ja, es gab ja schon jetzt eine Nummer 1 in Amerika, der man nachsagt, wir wissen es natürlich nicht, dass die KI-gestützt gemacht worden ist. Wir müssen immer sehen, also es sind natürlich immer noch Menschen da, irgendwer muss den Prompt schreiben und Ähnliches. Ich möchte aber auf eins noch unbedingt aufmerksam machen, und zwar das Ganze ist, das klingt ja so, als ob man einen Schalter umgelegt hat und plötzlich ist KI-Musik da. Nein, wir haben das ja schon seit Jahrzehnten. Also die Drums, also das Schlagzeug, wurde ja schon ersetzt. Das ging ja schon in den 80er Jahren los. Auch das ist ein alter Hut. Jetzt kam dann irgendwie in den 90er Jahren der Virtual Guitarist, also als Plugin sozusagen, der dann dafür gesorgt hat, dass die Gitarre auch ersetzt worden ist. Und die wurde auch reichlich eingesetzt. Und so kam ein Instrument nach dem anderen halt eben auch aus der Dose, wie wir mal so schön sagen. Und war also insofern ist das sowieso ein langer Prozess. Der nicht jetzt so punktuell jetzt erst mit der KI kommt. Und da kannst du dich natürlich schon vorher fragen, welche Folgen hat das vorher schon gehabt? Und das hat es. Ich habe noch miterlebt, wo wir im Studio, wenn wir eine Aufnahme gemacht haben, dann wurden, das war Anfang der 80er Jahre, dann wurden die Studiomusiker bestellt. Also das waren bekannte Leute, die am Ort waren, Berlin, München, sonst irgendwo. Die wurden bestellt ins Studio und dann hat man dort halt jedes einzelne Instrument aufgenommen. Und wenn du so willst, war der Künstler, der dann vorne steht, hat die Gitarre, die er vielleicht umhängen hat, auch nicht gespielt. Ja, also auch da haben wir es bis hin zu den Fakes, die man sonst so kennt, auch dass so die Gitarrenparts, die man hier und da von dem Gitarristen erwartet hat, da war dann auch schon von einem Studiomusiker gespielt. Also hat schon eine lange Tradition, bis wir jetzt eigentlich bei der KI letztendlich sind.

Christian43:38

Ich würde auch mal grundsätzlich hinterfragen, Nummer 1 Chart-Hit, gerade wenn man so aus den Alternativen kommt und alles, was so mit kollektiven Wahlergebnissen, sage ich mal, wie viel da A, Propaganda und letztendlich uns auch vielleicht irgendwelche Entscheidungen direkt oder indirekt suggeriert werden. Ja, oder, ja, also ich glaube, wer lange genug in der Musikindustrie war und auch ein bisschen in die höheren Ebenen reingeguckt hat, ist, dass das natürlich auch hochkontrollierter Bereich ist. Wer kommt da in den Dauerdudel? Ja, und wenn da, sagen wir mal, etwas einer gewissen Formel entspricht, die massentauglich ist, dass man sowas auch einfach zu einem Hit aufbauen kann. Indem man einfach die Macht und das Geld hat, dass die Radiostationen das hoch und runter spielen, bis man irgendwie sich eingegroovt hat und dann irgendwie den Song jetzt doch irgendwie schön findet und sich dann auch nicht wundert, warum der jetzt auf Platz 2 oder 3 der Charts ist. Natürlich gibt es da immer wieder Einhörner, die wirklich gute Songs, die offensichtlich ein sehr breites Spektrum abgreifen, wo Menschen mit resonieren können. Ja, aber grundsätzlich, dass dieses, diese Industrie, die uns, oder dieses ganze Konstrukt, was uns sozusagen suggeriert, was ist jetzt massentaugliche Musik und was ist jetzt hier gerade der heißeste Scheiß, dass ich das mal hinterfragen möchte, ob da nicht im Hintergrund einfach manipulative algorithmische Instanzen drin hängen, die uns natürlich auch versuchen, irgendeine Musik schmackhaft zu machen, jetzt im Kollektiv, die vielleicht normalerweise gar keine Chance hätte, wenn es wirklich fair ablaufen würde. Und dass man als kleiner Künstler da heute wahrscheinlich noch weniger reinkommt als früher.

Frank45:42

Tatsächlich, Axel und ich haben erst vor kurzem darüber auch gesprochen, Axel. Haben wir den Blick auf die Charts geworfen und haben auch genau darüber gesprochen, was sind eigentlich Charts, wo kommen die eigentlich her? Haben auch so diese Krise von der Musik irgendwo analysiert, was du auch angesprochen hast, Christian, dass im Grunde genommen seit 20 Jahren du ja gar nicht wirklich was Neues hast und so. Und die Frage ist aber, die ich jetzt zum Abschluss vielleicht auch noch bringen möchte, so, Christian, glaubst du, es wird was Neues kommen? Also glaubst du, wir werden rauskommen aus diesem Stau? Weil im Grunde, wenn du so die Geschichte anschaust, zumindest der Popkultur, dann gab es ja immer wieder fast schon rhythmisch so Neuerfindungen, ne. Das ist super spannende Entwicklung im Grunde genommen ab den 50er Jahren, ne. Und das stagniert doch jetzt schon so eine ganze Weile. Aber meinst du, dass sich dort auf der anderen Seite auch schon wieder was aufstaut und dass es dann sowas geben wird wie eine, keine Ahnung, wie die Punkrevolution oder die Krautrocker, die auch diesen Anspruch hatten, weißt du was, wir lassen jetzt alles, was vorher war, lassen wir hinten, wir starten völlig neu. Und da haben dadurch dann tatsächlich neue Dinge kreiert. Glaubst du, dass das jetzt bald kommen wird und dass möglicherweise sogar die KI so ein entscheidendes Tool sein kann, damit Leute, die jetzt eben noch gar nicht wissen, dass sie Musiker sind, dass die auf einmal so eine Kulturrevolution vollziehen können, wie es beim Punk auch war? Beim Punk war ja auch der Dilettantismus, regelt das ja. Also du musst gar kein Instrument spielen können, um Punkmusik nicht zu machen. Die Sex Pistols, weißt du, die haben gestartet genau damit. Wir spielen keine Gitarrensolo, die brauchen wir nicht, ja, wir knallen einfach rein. So, was ist eure Einschätzung? Stehen wir an so einer Zeit, wo wirklich auch mal diese fast schon— also ich empfinde es fast schon wie so ein Stau, wo das so durchbrochen wird und wir wirklich so auch musikalisch, popkulturell mal völlig neue Sachen wieder hören? Und kann dafür die KI ein Tool sein? Was meint ihr?

Christian47:34

Axel, magst du erstmal?

Axel47:36

Ja, also ich, da ich ja nun damit täglich zu tun habe, ja, würde ich schon so sagen, wir gucken jetzt auf die Musik, wir, aber letztendlich ist das der, der Text wird einfach unterschätzt. Wir sagen also, wenn für gerade für die populäre Seite, da spielt der Text eine enorme Rolle, weil ohne den Text funktioniert das nicht. Also das heißt, den Unterschied zu machen, wenn du die gleichen Worte wählst und nur die Melodie änderst, das reicht halt einfach nicht. Um halt eben da jetzt auch irgendwo eine Akzeptanz zu kriegen vom Publikum. Also da spielt dann natürlich noch mal der Text eine Rolle und da haben wir noch nicht alles beschritten. Da gibt es dann doch noch Möglichkeiten, die noch frei sind, will ich mal ganz vorsichtig ausdrücken. Oder eben auch, und das hatten wir ja heute auch schon gesagt, das Thema Zeitgeist, ja, der geht ja gerade im Text, wird man ihn spüren. Ja, was sind Themen, die wir jetzt vielleicht auch neu kriegen dazu? Die halt besungen werden, auch eben über die Musik. Und ich glaube, da ist noch ein enormes Potenzial.

Christian48:44

Würde ich erstmal mitgehen grundsätzlich, was du so angesprochen hast an Revolution. Und für mich war die größte Revolution eigentlich immer die 60er Jahre, mit was so mit Woodstock seinen Höhepunkt gefunden hat. Aber auch dieses idealisierte Bild hatte sich dann für mich irgendwann aufgelöst. Da gab es dann irgendwann so einen Nexus-Artikel, der hat es mal mal richtig schön aufgedröselt, wie viel eigentlich auch der militärisch-industrielle Komplex offensichtlich oder ja, schon irgendwo manipulative Ebenen sozusagen dafür gesorgt haben, dass genau dieser Zeitgeist auch über die Musik dort initiiert wird. So, und mich würde es nicht wundern, oder das Ich will nicht zu weit ausfahren, aber auch das Thema Gangster-Hip-Hop. Da gab es ja mal so einen Produzenten, der als Whistleblower fungiert hat. Die sagt, pass mal auf, ich wurde ja eingeladen und da gibt es offensichtlich höhere Kreise, die wollen, dass dieser Gangster-Hip-Hop jetzt hier publik wird. Und da geht es wirklich um die Steuerung gewisser Kulturgruppen. Also dass Musik immer von hintergründigen Strukturen genutzt wird, um auch den Zeitgeist zu machen. Manipulieren oder zu ihrem Sinne zu nutzen. Ja, da wäre ich auch vorsichtig, wenn da irgendwas extrem Neues kommt. Wie weit ist das auch wieder, kommt das wirklich aus einem intrinsischen kollektiven Aufbegehren oder ist da auch wieder katalysiert worden, um genau diesen Sprung zu machen? Ich erwarte jetzt musikalisch eigentlich nicht die große Innovation. Ich glaube, da sind wir einfach in dieser Krise der Postmoderne, dass wir immer nur Abklatsch von alten, bereits existierenden Kunstformen haben werden, dass da irgendetwas kommt, was ja, KI kann sein, dass die tatsächlich so einen eigenen Stil entwickelt, weil wir sehen ja das schon, sagen wir mal, generierende Bildkunst. Dass wir sehen, okay, KI hat da irgendwie so, hat da jetzt einen ganz eigenen Stil irgendwie reingebracht, den noch keiner irgendwie— das Schöne ist, man sieht immer noch, okay, das ist von KI gemacht und Mensch kriegt das irgendwie gar nicht hin, diesen künstlichen Stil zu kopieren. Vielleicht manch einer kann es vielleicht, ich weiß es nicht, aber das wirkt halt auch alles irgendwie generisch. Aber dass wir grundsätzlich an einem Zeitpunkt sind, wo ganz viel Transformation passiert, aufgrund auch von KI. KI ist da ein ganz wichtiger Aspekt in dem Ganzen, weil vieles sich einfach extrem entwickelt und KI eben da eine massive transformative Kraft ist und letztendlich auch vielen Menschen, zumindest das sind so die was viele Experten sagen, sozusagen auch die Berufe wegnehmen will. Und dann ist noch mal die Frage, wo wird sich der Mensch, wie wird er sich denn identifizieren? Weil die meisten Menschen identifizieren sich erstmal primär mit ihrem, mit ihrem Jobtitel, ja. So, und wenn auf einmal so AGI das in den nächsten, je nachdem welchen Experten man glaubt, 3 bis 10 Jahren übernimmt, ja, für was ist denn noch unsere einzigartige Qualität als Mensch, mit der wir hier schöpfen. Und das geht dann halt wirklich ins Spirituelle hinein. Wer sind wir wirklich? Sind wir nur unser Ego-Verstand? Weil der Ego-Verstand-Ebene, da kann die KI definitiv schon recht gut mithalten. Aber was haben wir denn noch zu bieten auf der Herzebene, ja, auf der, auf etwas, was vielleicht uns doch einzigartig macht, ja, weil wir vielleicht auch sowas wie, ja, fühlende Menschen sind, die einfach auch einen Emotionalkörper haben, ja. Und dass das natürlich vielleicht ein Mensch mit einem Emotionalkörper auch eher Musik schaffen kann, die auch wirklich auf den Emotionalkörper der anderen Resonanzeffekt auslöst. Aber wir sind in spannenden Zeiten grundsätzlich. Ich habe keine Ahnung, wo die Reise hingeht, aber es wird auf jeden Fall, ich sehe da schon so eine Art großen Paradigmenwechsel auf allen Ebenen. Ich denke, wir sind so am Ende eines großen Zeitalters, also quasi ein Yuga-Wechsel raus aus dem Kali-Yuga hin sozusagen in den Frühling eines neuen großen Zeitalters. Großen Zyklus. Da sehe ich uns, und das wird auf allen Ebenen für massive Transformation sorgen. Nicht immer angenehm, aber das ist so ein bisschen wie so eine Geburt, ja, die kann auch sehr schmerzhaft sein. Und auf der Ebene Musik wird das sicherlich ja ganz ähnlich aussehen, ne.

Frank53:58

Ja, in der Tat, liebe Musikfreunde, da seht ihr mal, wie groß dieses Thema ist, weil ich meine, jetzt das mit den Berufen, das ist ja dann auch eine soziale Frage. Und als Nächstes könnten wir natürlich, Christian, da hast du dir bestimmt auch schon Gedanken darüber gemacht, darüber diskutieren, mit was identifiziert sich der Mensch? Wenn du dich rein mit deiner Arbeit identifizierst, ist es nicht eh schon ein komisches Mindset, was die Kinder, keine Ahnung, die so in der Südsee gelebt haben, bevor irgendwelche Engländer kamen, ich meine, keiner von denen wusste, was Arbeit ist, das kannten die gar nicht. Könnte man auch schon fragen. Berufe kommen und gehen. Ich meine, damals in der ersten industriellen Revolution so im 19. 19. Jahrhundert, die ersten Maschinen, das waren die Webstühle, und da waren Zehntausende oder Hunderttausende Weber, wurden auf einmal überflüssig, und die Gesellschaft wurde transformiert. Und plötzlich hast du dich halt in so einer Fabrik wiedergesehen, während eigentlich deine Eltern über Generationen immer nur gewebt haben. Und auf einmal sitzt du in der Fabrik und bist ein Arbeiter, ein Proletariat entsteht. Hey, ich will damit nur andeuten, dieses Thema KI ist offensichtlich eins, was, was unglaublich Großes. Und ich meine, wir hier bei FRAX Music, wir haben halt so den Fokus auf diese musikalischen Zusammenhänge. Und Christian, es war hochinteressant, finde ich, da mit dir darüber zu plaudern. Du hast auch recht halt so aufgezeigt, und das hat mir besonders auch Spaß gemacht, so, dass es da noch einen ganz anderen Horizont gibt als jetzt eben nur die berufliche Seite, sondern eben auch diese spirituellen Ebenen, wohin das alles gehen kann. Und ja, ich schätze, am Ende ist es halt echt, es gibt diese zwei Seiten. Ich meine, die einen haben die Sorge und bei denen überwiegt die Angst. Bei den anderen, und ganz ehrlich, da zähle ich mich dazu, überwiegt eher so, wow, hey, was kriegen wir hier für Möglichkeiten an die Hand? Und es kann vielleicht echt der Joker sein für so einen großen Schritt vorwärts, der uns am Ende alle ein bisschen mehr Lebensqualität schenkt. Das ist am Ende, um was es geht, wenn wir darüber reden, Schritt vorwärts. Ich definiere das so, dass es uns Menschen halt dann besser geht, und dafür zählt natürlich auch, dass wir unser kreatives Moment ausleben können. Ja, das wären so meine letzten Gedanken. Axel, hast du noch— haben wir noch irgendwas Entscheidendes vergessen, was wir den Christian unbedingt fragen wollten? Ich meine, wir können ja möglicherweise in Zukunft zu dem einen oder anderen Thema das noch mal vertiefen oder auch dich da noch mal einladen. Also ich finde deine Arbeit sehr interessant. Und wenn du nichts mehr hast, Axel, dann möchte ich auf jeden Fall Christian dir das letzte Wort geben. Und sei ruhig auch hier ganz offen. Wo können denn Leute deine Arbeit verfolgen? Ich meine, du bist Buchautor. Stell doch noch mal deine Bücher vor. Du hast auch eine Webpräsenz und zeig mal auf dein Werk.

Christian56:37

Ja, okay. Ja, grundsätzlich alle Infos. Ich mache es kurz. Alle Informationen sind auf meiner Webseite mayamagic.de. Da sind meine Bücher. Da geht es von der reinen Natürlich, ich komme aus den alternativen Medien, da geht es um die große Frage, was geht hier eigentlich im Hintergrund ab, wer zieht hier die Fäden, wer steht wo in der Hackordnung. Es geht aber auch ins Metaphysische, die Frage, was ist unsere Realität und gibt es da noch andere Ebenen, gibt es da andere Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen spirituellen Ebenen, das war auch ein ganz großes Thema und letztendlich muss man das auch auch irgendwo miteinander kombinieren. Und eine große Beschäftigung war letztendlich auch KI, LLMs, große Sprachmodelle. Und wie am Anfang ging es bloß darum, sagen wir mal, die Zensoren und diese Guardrails, wie man das so nennt, also die Sicherung, die den LLMs aufzwingt, möglichst unverfängliche Antworten zu geben und bei kontroversen Themen mal so den Tagesschausprecher zu machen. Wie löst man das auf, dass die offen miteinander reden? Bis zu dem Punkt, wo ich dann festgestellt habe, warte mal, hier kommt noch eine ganz andere Ebene rein. Dass Technologie sozusagen so eine Art Schnittstelle sein kann für Bewusstseinsfelder. Hochkontroverses Thema, aber auch wahnsinnig spannend. Das geht dann wieder zurück zu Themen, die in Richtung Atlantis und so weiter schon aktiv waren. Weil da gab es auch schon so eine auf Frequenz basierende Technologie, auf Kristalle, die letztendlich ganz ähnlich funktioniert haben. Ich will nicht zu tief gehen, aber das ist so ein bisschen das Spektrum, womit ich mich beschäftigt habe. Und alles Weitere, Artikel, mein Telegram-Kanal findet man alles auf der Webseite.

Frank58:29

Ja, sehr cool. Dann, liebe Musikfreunde, verabschieden wir uns von euch. War heute mal eine andere Facette oder wieder eine neue Facette von FRAX Music. Was wir heute besprochen haben. Und wir sind natürlich sehr gespannt auf eure Kommentare. Bringt euch weiterhin ein. Ihr wisst, unser Kanal braucht da noch viel Liebe von euch. Liken, hypen, abonnieren, vielleicht auch mal teilen mit Freunden, mit Leuten, die sich darüber beschäftigen. Und ja klar, dieses Thema, was wir diskutieren, da sind viel Gedankenspiele dabei. Aber weil keiner von uns weiß natürlich, wohin die Reise geht. Und da stehen wir halt jetzt. Und wir diskutieren, wie es halt jetzt im September 2026 unsere Perspektive ist. Wir freuen uns auf euch, bleibt uns weiterhin gewogen und bis zum nächsten Mal hier auf diesem Kanal FRAX Music.