Beck’s Bolero (1966): Der erste Hardrock-Song? | Jeff Beck & Jimmy Page
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Zusammenfassung
In der 34. Folge von FRAX Music taucht Frank solo in die Musikgeschichte ein und nimmt die Hörer mit auf eine Reise ins Jahr 1966 – ein Schlüsselmoment für die Entstehung der Rockmusik. Im Mittelpunkt steht ein scheinbar unscheinbares Instrumentalstück: Beck’s Bolero. Obwohl es ursprünglich nur als B-Seite einer Single erschien, entwickelte sich dieses Werk zu einem der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg vom Beat und Rock’n’Roll zum Hardrock.
Frank erzählt, wie der junge Jeff Beck, damals Gitarrist bei den Yardbirds, für eine Solosession ins Studio eingeladen wurde. Ohne festen Plan, aber mit viel kreativer Freiheit, versammelte Beck ein All-Star-Team um sich: Jimmy Page, der später mit Led Zeppelin Musikgeschichte schreiben sollte, John Paul Jones am Bass, Keith Moon von The Who am Schlagzeug und Nicky Hopkins am Piano. Die Session war ein Jam, bei dem jeder Musiker seine Virtuosität einbrachte – und das hört man dem Song an.
Das Stück beginnt mit einer Bolero-inspirierten Sequenz, die auf den französischen Komponisten Maurice Ravel anspielt. Schon hier wird deutlich, wie klassische Elemente in die Rockmusik einfließen. Nach dem ruhigen Einstieg folgt ein legendäres Schlagzeug-Break von Keith Moon, das die Energie des Songs explodieren lässt. Jimmy Page übernimmt mit einem der ersten echten Hardrock-Riffs der Musikgeschichte und gibt dem Song seinen unverwechselbaren Charakter. Die Aufnahme war roh, spontan und technisch nicht perfekt – aber genau das macht ihren Reiz aus.
Frank ordnet Beck’s Bolero als eine der ersten Aufnahmen ein, die den Sound und die Attitüde des Hardrock vorwegnahmen. Die Zusammenarbeit dieser Musiker war wegweisend: Sie ebnete den Weg für spätere Supergroups und zeigte, wie viel Innovation entsteht, wenn Talente ohne Zwänge zusammenarbeiten. Interessant ist auch der Streit um die Urheberschaft: Während Beck zunächst als alleiniger Komponist galt, wurde später Jimmy Page als Hauptautor anerkannt.
Beck’s Bolero wurde erst mit Verzögerung veröffentlicht und zunächst kaum beachtet. Doch mit der Zeit erkannten Musiker und Fans die Bedeutung dieses Tracks. Jeff Beck selbst nutzte das Stück oft als Opener seiner Konzerte – ein Beweis für den Kultstatus, den es im Nachhinein erlangte. Die Folge zeigt eindrucksvoll, wie ein scheinbar beiläufig entstandenes Instrumental die Rockmusik für immer veränderte.
Hintergrund & Kontext
Die Mitte der 1960er Jahre war eine Zeit des Umbruchs in der Pop- und Rockmusik. Während der Beat-Boom langsam abebbte, suchten Musiker nach neuen Ausdrucksformen und musikalischen Strukturen. Bands wie die Beatles und die Rolling Stones experimentierten mit neuen Sounds, während in London eine lebendige Szene von Sessionmusikern entstand, die sich gegenseitig inspirierten und herausforderten.
Jeff Beck, Jimmy Page, John Paul Jones und Keith Moon gehörten zu den gefragtesten Musikern ihrer Zeit. Viele von ihnen arbeiteten als Studiomusiker und waren an zahllosen Aufnahmen beteiligt, bevor sie mit Bands wie Led Zeppelin oder The Who weltberühmt wurden. Die Offenheit für Experimente und die Bereitschaft, Genregrenzen zu überschreiten, prägten diese Ära. Klassische Musik, Blues, Folk und Jazz flossen in den entstehenden Rock ein und sorgten für einen kreativen Schub, der die Musiklandschaft nachhaltig veränderte.
Beck’s Bolero entstand in einer Phase, in der das Konzept der „Supergroup“ noch neu war. Die Idee, dass Musiker aus verschiedenen Bands für ein gemeinsames Projekt zusammenkommen, wurde später zum Markenzeichen der Rockszene. Auch die Rolle des Produzenten und die Frage nach Urheberrechten gewannen an Bedeutung, da immer mehr Musiker eigene Ideen einbrachten und für ihre Beiträge Anerkennung forderten. Die Session zu Beck’s Bolero ist ein frühes Beispiel für diese Entwicklungen und zeigt, wie Innovation, Spontaneität und Teamwork die Musikgeschichte prägen können.
Häufige Fragen
Was ist das Besondere an Beck’s Bolero?
Beck’s Bolero gilt als einer der ersten Hardrock-Tracks der Musikgeschichte. Das Instrumental vereint ein All-Star-Lineup und markiert einen Wendepunkt, an dem Rockmusik sich von Beat und Rock’n’Roll emanzipierte. Besonders ist die Mischung aus klassischer Bolero-Struktur, Virtuosität und experimentellem Sound.
Wer spielte bei Beck’s Bolero mit?
Neben Jeff Beck wirkten Jimmy Page, John Paul Jones, Keith Moon und Nicky Hopkins an Beck’s Bolero mit. Diese Musiker wurden später zu Legenden in Bands wie Led Zeppelin und The Who.
Warum ist Beck’s Bolero ein Meilenstein der Rockmusik?
Das Stück brachte erstmals Musiker zusammen, die später den Sound von Hardrock und sogar Heavy Metal prägten. Die Session war ein kreatives Experiment ohne feste Vorgaben und beeinflusste zahlreiche spätere Bands und Gitarristen.
Wann wurde Beck’s Bolero aufgenommen und veröffentlicht?
Beck’s Bolero wurde im Frühjahr 1966 in London aufgenommen, aber erst 1967 als B-Seite der Single Hi Ho Silver Lining veröffentlicht. Die Bedeutung des Songs wurde erst später erkannt.
Wer hat Beck’s Bolero komponiert?
Die Komposition wird offiziell Jeff Beck und Jimmy Page zugeschrieben. Es gab Streit um die Urheberschaft, da Jimmy Page wesentliche Teile wie das Bolero-Thema und die Riffs beisteuerte.
Gesprächs-Transkript
Hey Leute, willkommen zu FRAX Music. Heute bin ich hier solo am Start und ich habe ein bisschen Musikgeschichte für euch vorbereitet. Wir sind ja im Jahr 2026 und vor 60 Jahren, 1966, war ein entscheidendes Jahr in der Entstehung von Rockmusik. Rockmusik, als wo das Genre überhaupt definiert wurde. Und da sind wirklich erstaunliche Dinge passiert. Also mehrere Dinge passiert in einem Zeitfenster an unterschiedlichen Orten in England, in USA. Und da gibt es eine ganze Reihe interessanter Geschichten. Und heute habe ich für euch eine Story am Start. Da geht es nur um ein einziges Lied, nur ein Song. Eigentlich noch nicht mal ein Song, weil es ist ein Instrumental. Aber im Nachhinein gesehen ist das einer der bedeutendsten Songs so auf diese Entwicklung hin zur Rockmusik. Mit einem All-Star-Aufgebot eingespielt und damals nur so eine B-Seite auf einer Single. Aber hey, einer der ganz großen Meilensteine. Und um diesen Song wird es heute gehen hier bei dieser Ausgabe von FRAX Music. Ja, hau ich es gleich raus. Der Song, von dem ich sprechen möchte, der heißt Beck's Bolero. Beck's Bolero. Und da ist schon der, im Namen geht schon, schon eine Anspielung drin, wer da am Start ist, nämlich der Gitarrist Jeff Beck. Das ist so ein Song, der in England entstanden ist, in London. Und Jeff Beck war damals Gitarrist bei den Yardbirds, so eine Band, die auch super wichtig ist, die noch so aus der Beatzeit kommt, aber wo da schon so Premium-Gitarristen am Start waren. Eric Clapton hat mal bei den Yardbirds gespielt, Jimmy Page hat bei den Yardbirds gespielt und eben auch Jeff Beck. Und Jeff Beck von dem man vielleicht sagen kann, dass er von diesen großen englischen Gitarristen schon immer eigentlich der experimentierfreudigste auch war irgendwo. Der hat in den 70ern, hat er dann diese ganzen Fusion-Sachen gemacht und so. Der hatte die Idee, oder es wurde ihm sogar vom Management nahegebracht, hey, mach doch mal ein bisschen Soloaufnahmen, während er noch bei den Yardbirds war. Vielleicht auch, um die Yardbirds ein bisschen zu pushen. Mach doch mal was Solo, was, weil du auch so viele Ideen hast. Und da hat man ihm dann ein, 2 Tage Studio Studienzeit eingeräumt. Und Jeff Beck hat halt ein paar Musiker eingeladen, Leute, die ihm am Herzen liegen, und die haben dann gemeinsam einfach mal frei aufgespielt. Da war jetzt kein so ein richtiger Plan, dass man da schon vorher einen Song komponiert hat, den man einspielt, sondern es war im Grunde genommen ein Jam, wie wir das nennen, so in der Musik. Und ja, das ist das Krasse, bring halt einfach super viel Talent zusammen, gib denen mal Freiheit, aber auch keinen klarer Produzent am Start, der bestimmt hat, das und das, so muss das Ding klingen. Nee, es war einfach im Grunde Freiheit. Und Jeff Beck hat da so ein All-Star-Team zusammengebracht. Er hat seinen Gitarrenbuddy Jimmy Page rangeholt. Jimmy Page, der eben auch bei den Yardbirds war und später dann Led Zeppelin gründen sollte. Und Jimmy Page, der war nicht nur bei den Yardbirds, sondern der war schon jahrelang etablierter Sessionmusiker in England. Der hat schon als Teenager mehr Geld verdient als sein Vater, und weil der einfach so brillant war an der Gitarre. Aber der war doch ganz brav so, und Sessionmusiker. Ein weiterer Sessionmusiker war am Start, John Paul Jones. Der kam, weil eigentlich war geplant John Entwistle von The Who, aber der ist einfach nicht aufgetaucht. Das war ja nicht so ein großes professionelles Ding, so man ruft halt an, er ist morgen Zeit, komm mal rum und so, ja. Entwistle ist nicht gekommen, aber John Paul Jones war in the house. Er Bassist, Multiinstrumentalist, aber damals als Bassist auch schon jahrelang Sessionmusiker. Er und Jimmy Page, die kannten sich schon. Und die Kenner unter euch werden schon wissen, hey, John Paul Jones, das ist der, der dann mit Jimmy Page zusammen Led Zeppelin gründen sollte. Dann hatten sie einen unglaublich guten Schlagzeuger, vielleicht einen der besten, den du damals haben konntest in England, nämlich Keith Moon. Keith Moon, Schlagzeuger von The Who. Und der musste anonym ins Studio kommen. An dem Tag. Weißt du, er hat so Sonnenbrille und sich so eine große russische Mütze aufgesetzt, damit ihn da nicht gleich jeder erkennt. Denn so Pete Townshend von The Who und überhaupt das ganze Management, die ganze Band von The Who, die hatten Sorge, dass Keith Moon vielleicht abtrünnig werden könnte. Er war eh schon ein bisschen unzufrieden mit der Entwicklung von The Who und die haben da richtig eifersüchtig drauf geachtet, dass der da nicht mit den anderen Dudes wie eben Beck und Page, dass er mit denen zu sehr abhängt. Deswegen musste der anonym kommen, Keith Moon. Ja, einen haben wir noch nicht erwähnt. Das ist ein Name, der vielleicht am unbekanntesten ist von denen. Nicky Hopkins. Nicky Hopkins hat Piano gespielt für dieses Teil. Und das ist auch einer der most underrated Musicians, weil der war nie Mitglied in einer von diesen großen Bands. Der war Sessionmusiker. Aber hey, der hat bei all den großen englischen Bands irgendwo mal mitgespielt. Den Kinks, den Stones, den Beatles und vielen, vielen mehr. Der Typ war in den 60ern und 70ern der Go-to-Guy in England. Wenn du, wenn du ein gutes Keyboard, Piano brauchst. Naja, und dieses All-Star-Aufgebot, hey, die kamen dann zusammen ins Studio und hatten einfach mal ein bisschen Zeit und Freiheit. Und dann haben sie eben diese Nummer Beck's Bolero rausgehauen. Und Bolero, das ist auch interessant, das ist ja so eine Referenz von dem Klassikkomponisten Maurice Ravel. Oder weiß gar nicht, ob das wirklich Klassik ist, weil es ist ja schon modern. Aber der so diesen Bolero, das ist eigentlich ein Orchesterstück, ja. Und das haben die so aufgegriffen. Und wer genau welchen Anteil hat, hey, da wurde jahrelang drüber gestritten. Aber offensichtlich dieses Bolero-Ding, Jimmy Page hat das einfach so vor sich hin gejammt, ja. Und daraus ist dann dieses, dieses Stück entstanden. Und es, das finde ich auch interessant, weil eben die Klassik tatsächlich auch eine von den Zutaten ist, die die Rockmusik gebraucht haben, ja. Nicht nur der Blues, nicht nur der Rock'n'Roll, nicht nur der Folk, sondern auch Klassik. Klassik war so ein kleines Element. Aber ja, das hat da dafür geholfen, da ein bisschen rauszukommen aus diesem reinen klaren Songwriting-Schema, was der Rock'n'Roll noch vorgegeben hat. Oder auch die Beatmusik, also so vereinfacht: Strophe, Strophe, Solo, Strophe. Kurze Songs. Hey, Rockmusik ist auch definiert eben, dass es länger wird, dass man sich mehr Freiheit nimmt, ja, dass man auch diese Virtuosität vor allem der Gitarristen, aber eigentlich von auf jedem Instrument, Schlagzeug auch, ne, wirklich jedes Instrument. Aber da sind halt diese, diese Guitar Heroes entstanden, ne. Das war vorher in der Beatmusik noch gar nicht so nötig, aber, oder im Rock'n'Roll oder im Folk. Aber jetzt mit der Rockmusik, da ging es um diese Virtuosität. Und hier hast du eben 5 Virtuosen, die zusammenkommen und die frei sind, und ey, das ist, was rauskommt da. Das Stück ist gar nicht so lang, wenn man das hört, ja. Und wir können ja mal reinhören dann gleich in den ersten Teil. Das Stück ist gar nicht so lang, das hat im Grunde genommen aber schon 3 Teile. Und eingangs ist halt der Bolero, der dort gespielt wird, von Jeff Beck ist es, glaube ich. Ich bin mir auch nicht bei jedem einzelnen Gitarrenpart sicher, aber wenn wir da mal so ein bisschen reinhören, dann kriegen wir dieses Bolero-Feeling irgendwie. Ein bisschen so ein paar Takte hier. Naja, Beck's Bolero. Und das alleine würde aber nicht den ganzen Song tragen, so eine Sequenz. Und dann kommt es irgendwann so zu einem Break. Und obwohl der Song nur 2:54 lang ist, hat er echt mehrere Teile. Und dieses Break, das kommt dann von Keith Moon mit seinem Drumset. Völlig wild, wie er da so ausrastet. Du hörst ihn da auch so schreien. So, hey! Das ist eine Craziness. Und wie er da Schlagzeug spielt, das antizipiert dann schon ganz stark so den Hardrocker, der dann in den 70ern sich etablieren sollte. Das ganze Ding an der Stelle, kann man auch sagen, ist auch gar nicht so eine super hoch produzierte Aufnahme. Ich sage jetzt, an 1, 2 Tagen ist das Ding entstanden und die Jungs waren eigentlich mehr oder weniger selber dafür verantwortlich. Als dieses Schlagzeug-Break kommt, da hat Keith Moon wohl eins von den Mikrofonen, die das Schlagzeug aufnehmen, hat er so zerschlagen. Bam, so voller Outburst. Und das hörst du auch in der Aufnahme, dass dann auf einmal das Schlagzeug nicht mehr richtig perfekt produziert klingt. Aber egal, hat man einfach so genommen. Und ja, dann nach diesem Break, dann übernimmt halt Jimmy Page hier den Track mit einem Riff. Das ist so sehr schon das, was zukünftig Led Zeppelin werden sollte. Und vielleicht können wir uns in dieses Teil auch mal reinhören. Hier, das ist wirklich, wenn du es als Led Zeppelin-Kenner, du weißt genau, dass das ist Jimmy Page. Das ist fast sein Signature-Sound, den er hier schon 1966 so rauslegte. Und das ist eins der ersten, würde ich mal sagen, Hardrock-Riffs, die es überhaupt in der Geschichte gibt. Da hören wir kurz rein hier. Yeah, that's Jimmy Page, my friends. Und ich meine, jetzt muss man das Ganze mal so zeitlich einordnen. 1966, da hat noch keiner so gespielt. Ich weiß, Rockmusik, das ist ganz schwierig zu sagen, wann hat es genau angefangen. Natürlich muss man nennen, als Bob Dylan 1965 auf dem Newport Folk Festival elektrisch wurde, da sagen viele, das ist der Beginn von Rockmusik. Und das ist eine Story, die ich euch auch noch erzählen werde, und die ist definitiv wichtig. Aber das hier, wie hier gespielt wird, wie hier vor allem der Jimmy Page spielt, das ist wirklich, ja, der erste Hardrock-Track. Manche würden sogar sagen, du hörst schon Anklänge an das, was man künftig dann Heavy Metal nennen würde. Ich weiß nicht, ob ich so weit gehe, aber ey, das ist Musik, die ist ihrer Zeit weit voraus. Und tatsächlich war es auch so, damals hat man das gar nicht so erkannt. Welche Bedeutung dieser Track eigentlich hatte. Die Plattenfirma, die hat halt mit diesen Aufnahmen erstmal gar nicht viel anfangen können. Das ist 1966 aufgenommen, ja, das in London, in den— die Studios wollte ich euch auch noch nennen— in den IBC Studios im Frühling 1966. Und es ist dann erst 10 Monate später überhaupt veröffentlicht worden, dann schon 1967. Deswegen, wenn ihr in den Kommentaren schreibt, ey, es ist doch Saison von '67, ja, veröffentlicht, '67, und das nimmt man normalerweise als Zahl. Aber hier geht es auch darum, wann die das aufgenommen haben, und das war schon ein Jahr vorher. Und als es veröffentlicht wurde, dann war es auch nur die B-Seite von der Jeff Beck Single Hi Ho Silver. Ein cooler Song, tatsächlich einer der bekanntesten frühen Solosachen von Jeff Beck, aber Beck's Bolero ist nur auf der B-Seite. Und dann hat es noch mal eine Weile gedauert, dann, ich glaube, dass noch mal ein Jahr oder so, da kam dann irgendwann Becks erstes Soloalbum raus, und dort ist der Song auch drauf gewesen. Und ab da hat er dann langsam mehr Aufmerksamkeit bekommen. Jeff Beck hat im Nachhinein das immer erkannt, dass einer seiner besten Songs, die er in seinem Leben geschrieben hat— hey, und Jeff Beck hat doch große Zeiten gehabt in den 70ern, Hammeralben. Aber auf seinen— wenn Jeff Beck live gespielt hat, ich glaube auf den meisten Konzerten seines Lebens, war das so das Intro in das Konzert, der Bolero, ja. Und die Leute wissen ja dann, dann kommt immer das Break und dann geht's ab, yeah, Rock Music. Weil diese Nummer damals so stiefmütterlich behandelt wurde und auch die Musiker selber damals es gar nicht gesehen haben, welche Tragweite diese kleine Jam-Session hat, ist auch gar nicht so richtig dokumentiert worden, wer eigentlich was gemacht hat. Das fängt an bei den Fragen, wer hat diesen Song überhaupt komponiert? Und ihr wisst von FRAX Music, weil wir sprechen immer wieder drüber, Die Komponistenrechte, die Autorenrechte, das ist nicht nur eine Frage der Ehre, sondern auch eine Frage vom Geld. Wobei ich ganz ehrlich sage, bei dem Song ist es wahrscheinlich echt eine Frage der Ehre. Wer hat eigentlich diese Musik erfunden? Weil im Nachhinein ist klar, hey shit, das ist mit einer der Meilensteine auf dem, was wir Rockmusik nennen wollen. Und naja, auf der ursprünglichen Singleveröffentlichung, auf dieser B-Seite, da stand halt nur Jeff Beck. Also der hat den Song gemacht. Da stand der, da hieß der Track einfach nur Bolero und in Klammern Jeff Beck. Das heißt, der ist der Autor. Aber da hat Jimmy Page angemeldet, hey Leute, Jeff hat hier gar nicht so viel dazu beigetragen. Ja, er hat die Slide-Gitarren so, das war so sein Beitrag. Was übrigens später dann einen Duane Allman auch inspiriert hat, als er diesen Slide von Jeff Beck gehört hat. Duane Allman, der dann hier Südstaatenrock, Allman Brothers groß gemacht hat. Naja, das hat hauptsächlich gemacht. Aber der Großanteil an diesem ganzen Stück liegt bei Jimmy Page. Jimmy Page hatte diese Bolero-Idee. Jimmy Page hat dann nach dem Break, das haben wir vorhin gehört, diese, diese krassen Riffs eingespielt. Jimmy Page ist wohl der, der den größten Anteil an Autorenrechten da haben sollte. Und die beiden, die sind Buddies, das sind Freunde ein Leben lang. Die kannten sich schon vorher, die kannten sich schon, als sie noch nicht große Rockstars waren, sondern noch so als Sessionmusiker unterwegs waren. Und die haben auch danach noch in den Jahrzehnten immer wieder zusammengespielt. Aber in der Sache, da haben sie sich gestritten, ja. Und also ganz einig sind sie sich da bis heute nicht, ja. Aber es kam dann dazu, bei den allen weiteren Veröffentlichungen von dem Song wurde dann der Song Beck's Bolero genannt, und als Autor stand dann Jimmy Page. Und das trifft wahrscheinlich auch ganz gut. Die gleiche Frage ist da, wenn es darum geht, wer hat denn das Ding produziert? Und da sind es tatsächlich insgesamt 3 Leute, die da irgendwie Credits claimen. Und auch da zeigt sich, damals war es egal, da hat es gar keiner so ernst genommen, weil es eh nur ein bisschen Rumprobieren. Aber im Nachhinein, hey, da möchte jeder dann schon, dass seine Anteile daraus sind, weil mit dem Ding bist du wirklich ins Great Cosmic Songbook reingekommen. Es gab damals 3 Produzenten oder 3 Namen, die infrage kommen. Da ist zum einen Mickey Most. Das war der direkte Produzent von Jeff Beck und der war auch irgendwie vor Ort, aber wahrscheinlich gar nicht die ganze Zeit während dieser Sessions da waren. Aber er war halt der Produzent von Jeff Beck und es war fast wie so ein Automatismus, ja, wir müssen irgendwie jemanden angeben als Produzent. Okay, hier komm, Mickey Most. Dann gibt's aber noch Simon Napier-Bell und der soll auch anwesend gewesen sein und der hat für sich reklamiert, hey, ich war damals an den Reglern, ich habe das Ding produziert. Aber dann gibt's auch wieder Jimmy Page, der auch hier am Start ist und der sagt, nee, nee, nee, also der Simon, ja, der war mal da an dem Tag, aber der ist auch früh gegangen. Und ich, also Jimmy Page, was eigentlich die ganze Zeit, der auch an den Reglern war, Jeff Beck hat hier seine Slides gespielt und Jimmy hat das reingegroovt. Und so ist es auch bis heute nicht ganz klar, wer da wie viel Anteil hat. Aber ja, wahrscheinlich ist es auch hier, dass also, dass Jimmy Page den Löwenanteil hat, also auch an der Produktion. Ich fand das ganze Zeit nur, wie bedeutend eigentlich dieser Song ist. Und da muss man kurz einen Schluck Kaffee nehmen. To get the power, to keep the power going, besser gesagt. Naja, und das ist, wie dieser Song halt entstanden ist. Die Legacy ist halt riesig. Das ist ein Song, der hat am Anfang natürlich kaum, den hat kaum einer gekannt. Und bis heute ist es so, dass den viele nicht kennen. Das liegt ja allein schon daran, dass kein Gesang da ist, weil Also es ist ganz, ganz schwierig jetzt mit rein Instrumentals irgendwo in die Hits, in die Charts zu kommen. Aber übrigens auch mal ein schönes Thema, das könnte ich mal mit Axel besprechen oder so. Spontan fallen mir da gar nicht so viele Sachen ein, Instrumentals, die richtig große Hits wurden. Ein paar gibt es schon, Axel F. zum Beispiel aus den 80ern. Aber hey, das führt uns jetzt woanders hin. Werden wir vielleicht in Zukunft mal machen. Aber kein Gesang haben die ja nicht aus ihrer Sicht nicht gebraucht. Die machen ja nur so halt einen Jam. Aber diese Virtuosität von den Musikern, diese Gitarrensoli und so weiter. Das ist etwas, was ganz viele andere gehört haben. Ich hatte schon erwähnt, Duane Allman in den USA. Wo wir in Amerika sind, auch Joe Walsh von der James Gang, der hat dann wenig später, die haben die dann so einen Track veröffentlicht, der heißt The Bomber. Und es klingt vielleicht nicht danach, aber The Bomber, die haben auch so einen ganz langen Bolero-Ravel-Teil. Das offensichtlich eine Hommage auch an den Beck's Bolero von Deep Purple. Die da noch eine ganz junge Band waren und auch erst so am Entstehen waren. Da weiß man auch, dass Jon Lord, der hat eh so ein Faible gehabt für Klassik, die haben dann auch solche Sachen reingesampelt, versucht so zusammenzubringen. Also der Impact war riesig, den es auf andere Musiker hatte, aber überhaupt auch auf diese Art zu spielen, dieses Freie, dieses Jammen, dieses Wilde, Ungezwungene. Auch Keith Moon an den Drums, das ist etwas. Selbst Nicky Hopkins da am Piano, Alter, der spielt damit so viel Druck, dass es wie Hardrock entstanden ist, wo sich ganz viele Musiker dann, dann auch dem angeschlossen haben. Und es hat aber dann trotzdem noch eigentlich Jahre gedauert, oder es ging so eine schrittweise Entwicklung, aber es hat doch noch ein bisschen gedauert, bis es dann wirklich bei allen angekommen ist. Das zeigt halt, wie weit der Song seiner Zeit voraus war. 1966 haben die das aufgenommen. Mann, zu der Zeit war alles noch schwarz-weiß. Haben eigentlich die Beatles noch Anzüge getragen? Bin mir gar nicht ganz sicher. Die waren auch in so einer Transition, weil natürlich waren dort mehrere große Musiker und Bands am Start, die diese Rockmusik entwickelt haben. Aber es hat dann echt eigentlich noch gedauert, bis dann das wirklich angekommen ist bei den meisten Bands. Danach, nach 1966, da kam ja gerade so in England dann auch noch die Psychedelic Years, wo dann ganz viele Bands ein bisschen so ihre Orientierung gesucht haben. Die Beatmusik war vorbei und das reine Bluescover, na okay, das konnte man auch noch ausdehnen. Wenn Gitarrenvirtuose bist. Aber viele Bands, die hatten so ein bisschen Orientierungsprobleme. Zieht euch mal so frühes Status Quo rein, ne? Das ist so die Psychedelic-Ära, ja. Aber das war nicht von Dauer. Aber der Hardrock, der dann so die 70er bestimmen sollte, der war noch nicht komplett konstituiert. Und in dieser Zeit so, wo eben viele junge Musiker und Bands, die schon brutal diese Virtuosität hatten— Deep Purple zum Beispiel auch, die hatten schon die die, diese ganzen großartigen Leute am Start, Ritchie Blackmore an der Gitarre. Aber genremäßig wussten die noch gar nicht genau, auf welcher Spielwiese können wir das eigentlich am meisten ausleben. Und das ist da erst so entstanden. Und ja, das ist Beck's Bolero, vielleicht einer der allerersten Tracks, die ja die Rockmusik definiert haben. Und ich glaube, jetzt habe ich eigentlich alles so erzählt zu diesem Song, und jetzt hoffe ich, dass ich euch so ein bisschen den Wund— nein, den Mund— nein, das Ohr wässrig gemacht habe. Wie auch immer, also dieses Sprichwort noch mal geht: Ich beiß schon mundwässrig Ohr rein. Aber auf was ich halt sagen will, ist, vielleicht habt ihr jetzt Bock auf den Song. Also ein paar kleine Soundproben haben wir hier schon am Start gehabt, aber jetzt mal in Ruhe, hört euch mal diesen Song an, hört ihn euch ein paar Mal an. Das ist tatsächlich, weil es auch so ein Instrumental ist, so ein Ding, das kannst du auch mal 3, 4, 5 Mal hintereinander anhören. Und boah, das ist wirklich einer der größten Songs aller Zeiten, den viele gerade von den jüngeren Leuten ja gar nicht kennen. Aber hey, die Messages Talent, Freiheit, bring die Leute zusammen, lass die einfach mal machen und dann kann wirklich was Neues entstehen. Und hell, das wird so eine KI niemals bringen, weil das ist eben der Unterschied. Die KI kann Dinge kopieren, aber solches Talent und dann diesen Zeitgeist, dieses Gefühl, diese Dynamik in der Musikentwicklung. Wow, das ist, das kann nur von Menschen kommen. In diesem Sinne danke ich euch, dass ihr hier eingeschaltet habt und bis zum Ende am Start wart. Ich freue mich total auf eure Kommentare. Und klar, da kommen noch mehr so Stories in diese Entstehung von Rockmusik. Sagt, das ist nur eine so eine Perle so. Und würde mich natürlich freuen, wenn ihr da auch Kommentare schreibt, die uns ermutigen, motivieren, mehr zu machen. Ich habe noch eine ganze Reihe Stories auf Lager. Ich selber bin da voll on fire bei diesen Themen. Und ja, freue mich auf eure Kommentare. Und ja, so verabschieden wir uns mit einem: Bleibt uns weiter gewogen, unterstützt unseren Kanal, sendet uns Liebe, so ein paar Daumen hoch und Abos würden uns auf jeden Fall enorm weiterhelfen. Und dann sage ich nur bis zum nächsten Mal. Rock'n'Roll, ciao!
