NDW Teil 5: Skandal im Sperrbezirk! Spider Murphy Gang, Extrabreit & Kult-Hits
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Zusammenfassung
In der 35. Folge von FRAX Music tauchen Axel Breitung und Frank Engelmayer tief in die zweite Generation der Neuen Deutschen Welle (NDW) ein. Im Mittelpunkt stehen diesmal Bands wie die Spider Murphy Gang und Extrabreit, deren Songs und Livequalitäten die deutsche Musikszene der 80er Jahre prägten.
Axel und Frank beginnen mit der Spider Murphy Gang, die vor allem durch ihren Megahit "Skandal im Sperrbezirk" berühmt wurde. Frank betont, wie groß die Band insbesondere in Bayern war und dass sie dort bis heute Kultstatus genießt. Die Hosts diskutieren, dass die Spider Murphy Gang musikalisch eigentlich aus dem Rock'n'Roll kommt und sich erst durch die NDW-Welle einen Platz im Pop-Olymp sichern konnte. Auch der Song "Schickeria" wird als zweiter großer Hit hervorgehoben. Die Band ist bekannt für ihre energiegeladenen Live-Auftritte, die sie bis heute regelmäßig auf die Bühne bringen.
Ein zentrales Thema der Folge ist die Frage, was die NDW eigentlich ausmacht. Axel und Frank sind sich einig, dass es weniger um einen bestimmten Sound als vielmehr um den Zeitgeist und die kulturellen Effekte der frühen 80er Jahre geht. Die NDW war ein Sammelbecken unterschiedlichster Musikrichtungen – von Rock'n'Roll über Punk bis hin zu Ska – und spiegelte die gesellschaftlichen Umbrüche jener Zeit wider. Die Hosts nennen weitere Beispiele wie BAP, Lotto King Karl und Geier Sturzflug, die jeweils eigene regionale oder stilistische Prägungen in die NDW einbrachten.
Extrabreit, eine weitere zentrale Band der Folge, wird für ihre jugendlichen, teils subversiven Texte und ihre starke Bühnenpräsenz gelobt. Songs wie "Hurra, hurra, die Schule brennt" und "Polizisten" werden als Paradebeispiele für die rebellische Attitüde der NDW genannt. Frank erinnert sich, wie er sich als Jugendlicher beim Hören von "Polizisten" fast schon verboten fühlte – ein Beleg für die provokative Kraft der Band. Auch "Flieger, grüß mir die Sonne", ein Cover eines alten Hans-Albers-Songs, wird als NDW-Dauerbrenner hervorgehoben.
Die Folge beleuchtet zudem, wie NDW-Bands sich ihr Publikum durch unermüdliche Live-Auftritte erarbeiteten. Die sogenannte "Ochsentour" war für viele Gruppen der Schlüssel zum Erfolg. Axel und Frank diskutieren außerdem die Geschwindigkeit vieler NDW-Hits und deren Wirkung auf das Publikum. Sie ziehen Vergleiche zu internationalen Acts wie A-ha und betonen, dass schnelle Songs wie "Major Tom" oder "Verdammt, ich lieb dich" eine eigene Zielgruppe ansprachen.
Abschließend wird deutlich, dass die NDW weit mehr war als nur ein musikalischer Trend: Sie war ein kulturelles Phänomen, das regionale Unterschiede, musikalische Vielfalt und gesellschaftlichen Wandel in sich vereinte. Die Folge liefert spannende Einblicke und Anekdoten für alle, die die NDW nicht nur hören, sondern auch verstehen wollen.
Hintergrund & Kontext
Die Neue Deutsche Welle (NDW) entstand Ende der 1970er Jahre als deutsche Antwort auf Punk und New Wave aus Großbritannien und den USA. Ursprünglich war die NDW eine Underground-Bewegung, die sich durch experimentelle Klänge, deutsche Texte und einen rebellischen Geist auszeichnete. Mit dem kommerziellen Durchbruch Anfang der 80er Jahre wurde die NDW zu einem Massenphänomen, das die deutsche Popkultur nachhaltig prägte.
Die zweite Generation der NDW, wie sie in dieser Podcast-Folge im Fokus steht, war geprägt von einer zunehmenden stilistischen Vielfalt. Bands wie die Spider Murphy Gang verbanden traditionelle Rock'n'Roll-Elemente mit modernen Popstrukturen, während Gruppen wie Extrabreit Punk-Attitüde und gesellschaftskritische Texte einbrachten. Auch regionale Unterschiede spielten eine große Rolle: Während einige Bands vor allem im Süden Deutschlands populär waren, dominierten andere im Norden oder Westen.
Die NDW war nicht nur musikalisch, sondern auch kulturell ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland. Themen wie Jugendkultur, Rebellion gegen das Establishment und die Suche nach einer eigenen Identität wurden in den Songs verarbeitet. Die Bewegung ebnete zudem den Weg für eine neue Generation deutschsprachiger Popmusik, die bis heute nachwirkt.
Häufige Fragen
Was sind die bekanntesten Songs der Spider Murphy Gang?
Die bekanntesten Songs der Spider Murphy Gang sind "Skandal im Sperrbezirk" und "Schickeria". Beide Titel prägten die NDW-Zeit und sind bis heute Kult in der deutschen Musiklandschaft.
Welche Rolle spielte Extrabreit in der Neuen Deutschen Welle?
Extrabreit war eine der wichtigsten NDW-Bands der zweiten Generation. Mit Hits wie "Hurra, hurra, die Schule brennt" und "Polizisten" erreichten sie große Popularität, besonders bei Jugendlichen.
Was unterscheidet die zweite Generation der NDW von der ersten?
Die zweite Generation der NDW zeichnete sich durch eine größere stilistische Vielfalt aus. Neben klassischen New-Wave-Elementen wurden auch Rock'n'Roll, Ska und regionale Einflüsse integriert, wie bei der Spider Murphy Gang oder Geier Sturzflug.
Warum war die NDW in verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedlich populär?
NDW-Bands wie die Spider Murphy Gang hatten oft eine starke regionale Fanbasis, etwa in Bayern. Lokale Musiktraditionen und Dialekte beeinflussten den Erfolg einzelner Bands, was zu unterschiedlichen Popularitäten in Nord- und Süddeutschland führte.
Welche Livequalitäten zeichneten NDW-Bands wie Spider Murphy Gang und Extrabreit aus?
Viele NDW-Bands, darunter Spider Murphy Gang und Extrabreit, galten als hervorragende Live-Acts. Sie erspielten sich ihre Fangemeinde durch häufige Auftritte auf Stadtfesten und in Clubs, was ihre Authentizität und Popularität steigerte.
Gesprächs-Transkript
Skandal! Genau das ist das, was wir hier jetzt zu hören bekommen, nämlich wir beide werden uns jetzt massiv über Neue-Deutsche-Welle-Hits der zweiten Generation unterhalten. Zum Beispiel mit der Spider Murphy Gang und natürlich mit Extrabreit.
Und dann werden wir auch noch eine ganze Menge Bands und Songs besprechen, die vielleicht auch nur einen einzigen Hit hatten. Hier jetzt, Skandal! Auf FRAX Music. Hallo Musikfreunde, hier sind wir wieder. FRAX ist wieder da und wir fahren fort mit der großen Story rund um Neue Deutsche Welle, woher ist sie gekommen? Wohin ist sie gegangen? Wer waren so die interessantesten Leute, die mitgespielt haben? Wir haben schon einige davon besprochen und jetzt geht es weiter. Wir kommen zu einem ganz, ganz großen Namen einer Band aus München. Hier ist die Spider Murphy Gang.
Genau, und die Spider Murphy Gang kennt man eigentlich nur von einem Titel: Skandal im Sperrbezirk. Rosi. Skandal um Rosi. Also das war der Hit, der sie ganz nach oben geschossen hat. Eine Band, die gab es definitiv vorher schon und die sind auch live heute noch unterwegs. Ich habe das mal so ein bisschen zusammengetragen hier. Das sind sie heute, also auch ein Beleg dafür, dass es sie noch gibt. Und sie sind on stage und bringen nach wie vor ihre Hits, wie man sie kennt. Also zwar nicht nur Skandal um Rosi, sondern eben auch Schickeria als weiteren Titel. Die beiden Hits sind eigentlich so weitestgehend die, die man von ihnen kennt.
Ich wollte gerade sagen, als du angefangen hast, du kennst, oder man kennt vor allem nur Skandal um Rosi, was natürlich ja Megahit war. Also es ist unglaublich, einer der größten Hits aus diesem ganzen Genre NDW. Da habe ich mir Naja, vielleicht bei dir, das Nordlicht ist nicht mehr angekommen, aber du weißt ja, ich habe damals meine Zeit in den 80ern noch südlich von München verbracht. Ey, Spider Murphy Gang war natürlich so groß und das ist tatsächlich aus meiner Sicht auch, und da bin ich aber vielleicht eben mit Vorurteilen behaftet, eine der besten Platten aus der NDW-Zeit. Wirklich Alben. Wir haben ja da letztes Mal auch schon drüber gesprochen. Manche Alben haben dann echt mehr Füllmaterial, um halt die großen Hits irgendwie zu stärken. Steht dann drauf hier und der große Hit ist übrigens auch drauf. Weil hier steht's dann auch da, klar, man bewirbt das, aber das ist eine gute Platte. Da sind auch andere Songs noch drauf, die gut sind. Und ja, Spider Murphy, ich kann dir sagen, in Bayern war die gigantisch und sind es wahrscheinlich heute immer noch. Da gilt auch, wenn die noch mal spielen wollen, die werden in Bayern immer mit offenen Armen empfangen, auch auf Stadtfesten. Das kannst du auch im Bierzelt spielen, wenn du willst. Und auf dem Oktoberfest wurden deren Songs gespielt. Die sind in Bayern riesig groß. Und interessant ist bei diesem ganzen Thema NDW, was wir jetzt ja schon über einige Sendungen gemacht haben, was bei der Spider Murphy Gang halt auch offensichtlich ist: NDW definiert sich als Genre gar nicht so sehr über die Musik, sondern eher über die Zeit und über die kulturellen Effekte. Weil Spider Murphy Gang, du hast ja schon gesagt, die haben Aforo, sie schon am Start. Das war im Grunde genommen eine Rock'n'Roll-Band. Die haben halt Rock'n'Roll gespielt, also wirklich so 50er Rock'n'Roll, zum Teil ja auch Rock'n'Roll-Songs gecovert und so was. Das war deren Ding. Und natürlich der Riesenhit Rosi, das ist dann schon jetzt ein bisschen außerhalb von Rock'n'Roll, aber der ist eigentlich, wenn du die Band kennst, auch ein relativ ungewöhnlicher Song. Aber selbst der Schickeria, wie das anfängt mit diesem Piano, das ist Rock'n'Roll, das ist ein bisschen Bluesig und sowas. Eigentlich eine Musik, die eben vom Zeitgeist her in den 80ern gar nicht mehr angesagt war, weil man hat eben gebrochen mit dieser 70er Blues-basierten Rockmusik und wollte eigentlich New Wave machen. Aber hey, Die Spider Murphy Gang, das war halt eine Rock'n'Roll-Band. Und man sieht es auch beim Sänger, jetzt fällt mir sein Name gerade nicht ein, der ist auch bekannt gewesen. Hier sieht man es auch ganz gut, eben so eine typische Rock'n'Roller, 50er-Jahre-Tolle. Das ist jetzt auch nicht typische 80er-Mode, was der für eine Frisur hatte.
Richtig. Und man sieht dort, dass wir eben schon auch in den letzten Folgen öfter mal erwähnt haben, die ZDF-Hitparade ist tatsächlich da unten eine separate.
Ah ja, da steht es ganz klein.
Genau, also ZDF-Hitparade, da hat man dieses Foto gemacht. Hier unser Bassist und Sänger ist dann wieder ganz weit vorne gewesen. Ja, und das war natürlich, wie du schon so schön auch gesagt hast, dann hat er durchaus, der Song vielleicht nicht so, muss man dazu sagen, waren ja aber viele in der Neuen Deutschen Welle dabei, die haben dann doch zu Diskussionen geführt. Ist das noch unsere deutsche Musik? Oder das Niveau geht sonst wohin? Ja, man kennt das, das haben die ja später auch noch bei anderen Sachen gesagt. Aber die Spider Murphy Gang hatte damals auch richtig gut abgeräumt bei der ZDF Hitparade. War also, also das muss man immer wieder dazu sagen, sie hatten es recht einfach. Interessant ist das, und das finde ich ganz gut, dass du das mal zur Sprache bringst. Das ist natürlich für einen Nordlicht wie mich, ja, hat das eben schon gesessen. Ja, wusste ich nicht, dass das also durchaus eine lokal, also regional gut bekannte Band war. Das kennen wir ja von anderen auch. Black Furs, dann haben wir noch T-Bab beispielsweise. Die gehören eigentlich dazu, zu der Neuen Deutschen Welle. Die waren zumindest zu dem Zeitpunkt dran.
Auf jeden Fall. Also ich habe die damals so wahrgenommen. Ich habe die ersten Sachen von BAP, habe ich bestimmt gehört im Zuge dieser NDW. Erste Hälfte 80er Jahre. So haben wir das wahrgenommen. Auch hier gilt ja eben, das ist natürlich komplett andere Musik. Also BAP, die haben eine komplett andere Musik gehabt, eine ganz andere Herangehensweise. Ihr wisst ja, der Niedecken, der hat zum Beispiel ganz viele Bob-Dylan-Sachen gecovert. Hey, das ist kulturell oder vom Sound her, von der Musik her, ist das komplette Gegenteil von der NDW, die eben oft auch so Punk-basiert ist und New Wave. Da haben wir ja schon öfter jetzt am Anfang drüber gesprochen, wo es herkommt. Ist eigentlich ein komplettes Gegenteil, aber es war dann in derselben Zeit drin.
Ich weiß noch jemanden, nämlich Lotto King Karl.
Oh ja, Hamburger.
Für den Hamburger ist das ein Muss, der jeder kennt, denn der füllt dort die große Halle, die Arena, die dort ist, mit sagen wir mal 12.000 Leuten kriegt der da rein. Und der, ich finde schon in Hannover kriegt der die Bude nicht mehr voll. Also schon 3.000er Hallen.
Ist tatsächlich witzig. Ich kenne tatsächlich Lotto King Karl eben als Bayer. Das ist bei uns in den 80ern nie angekommen.
Das glaube ich dir.
Diese Platte hat den Weg nicht über die Donau gefunden.
Ja, natürlich nicht.
Ich habe Lotto King Karl, glaube ich, erst wahrgenommen, viel, viel später. Dann glaube ich im Zuge auch mit dem HSV. Der hat doch dann jahrelang auch in Hamburg, genau, da war der Stadionsprecher, war ja ein guter Entertainer. Da habe ich den wahrgenommen als so ein, okay, das ist so ein Hamburger Unikat. Ich wusste lange nicht, dass der in den 80ern schon Musik gemacht hat. Das war mir überhaupt nicht bewusst. Also als NDW-Künstler hat er mich nie erreicht. Aber das finde ich auch interessant, dass es da doch so diese lokale Bindung gab, dass es so unterschiedliche Szenen gab.
Aber das Das sind dann Leute, die on Stage sind, weil für die gilt das, die über die Bühne zum Publikum kommen und die sich das, und das ist bei Lotto King Karl ganz extrem, die haben sich das erspielt. Das heißt, die sind so oft auf der Bühne gewesen, bei Stadtfesten, da wieder, und die haben sich ihr Publikum wirklich erkämpft. Man sagt immer, bei uns in der Musikbranche spricht man von der Ochsentour, weil es halt so anstrengend ist, da seine Leute einzusammeln. Das musst du über Qualität machen, die das Volk überzeugt, die Zuschauer, die müssen gewonnen werden, die sind nicht automatisch da. Und das gilt offensichtlich für die Spider Murphy auch.
Ganz genau. Ich kann mich auch erinnern, auch damals schon in den 80ern gab es schon Live-Material von denen, gab es auch auf Platte, weil es eben so eine Band war. Das war eine Band, die von der Pike auf halt einfach am Wochenende immer gespielt haben und die haben dieses ganze Material auch live spielen können. Und überleg mal, kann man sich denn vorstellen, damals in den 80ern eine Live-Platte von Hubert Kah oder so? Das kann man sich gar nicht vorstellen. Aber das sind eben Bands, die spielen natürlich auch live. Das ist deren Kerngeschäft, das machen die schon immer so. Und wo wir also bei diesen verschiedenen Stilen sind, die man eben halt Rock'n'Roll-Musik— wir hatten irgendwann auch schon mal über Geir Sturzlup gespielt, das ist dann Ska. Das ist die Musikart, das nennt man Ska. Das ist inspiriert von— in England gab es auch so ab Ende 70er, Anfang 80er so eine große Ska-Welle. Bands wie Madness und One Step Beyond und so. Das haben wir natürlich auch alle gehört in den 80ern. Und das ist dann, was Geir Sturzlup gemacht hat, ist ein deutscher Ska-Song. Zack, ist er in NDW drin. Aber vom Style her was komplett anderes, als was die hier gemacht haben.
Das sind diese Hoch-Highspeed, möchte ich schon fast sagen. Also die sind, wenn man jetzt vom normalen Rhythmus ausgeht, der also so bei 120 BPM liegt, liegen die alle bei 160 aufwärts. Das heißt, die sind sehr, sehr schnell. Um andere Songs mal zu nennen, um da jetzt so einen Vergleich zu schaffen, auch zu denen, ist also vom Tempo her, meine ich jetzt, A-ha zum Beispiel mit diesem Take on Me gehört mit dazu. Wir haben immer wieder solche Songs, die in so einer Geschwindigkeit liegen, sind schwer zu tanzen in dem Sinne. Aber die sind trotzdem Blockbuster. Die holen eine andere, sagen wir mal, eine andere Schicht ab oder eine andere Zielgruppe ab. So ist es richtig gesagt. Eine andere Zielgruppe ab, die halt eben auf so was stehen. Und da gehörten die natürlich mit ihrem Song genauso dazu wie Geier Sturzflug. Und es war auch ein Zeichen von der NDW, davon einen hohen Prozentsatz von diesen Speed-up-Geschichten zu haben. Auch Major Tom, ja, völlig losgelöst, da, da, da, da, so viel schneller als normal. Spürt man ja sofort. Also auch da hast du diesen Effekt wieder. Oder Matthias Reim, Verdammt, ich lieb dich auch, so 180 BPM. Es sind richtig schnelle Songs.
Tatsächlich?
Ja, ja. Wenn du sie hintereinander hörst, spürst du das. Aber so einzeln.
Gefühlt sind es jetzt gar nicht so schnelle Songs. Sowas wie Völlig losgelöst klingt jetzt nicht so wie Nur geträumt von Nena oder wie Blaue Augen von Ideal. Gefühlt ist das wie schneller so.
Genau. Ja, als Nächstes haben wir auch hier, wir bleiben bei Livebands im Grunde genommen, nämlich Extrabreit. Hallo. Ja, das ist ja eine heftige Liveband natürlich. Selbst wenn sie das, guck mal, auf das Titelblatt von Bravo geschafft haben. Ja, das ist, finde ich, schon heftig. Ja, aber die haben auch, auch da, die waren nicht nur die Schönen, also die, was weiß ich, die Aufgestylten. Das ist eine ganz normale Band. Auch die hat es aufs Titelblatt geschafft. Also das muss man schon sagen.
Die haben natürlich auch damals Musik gemacht, wo die Zielgruppe wirklich Teenies auch sind. Schon so ein Titel wie Hurra, hurra, die Schule brennt, die kleinen Mädchen aus der Vorstadt tragen heute Ohrringe aus Phosphor. Das ist Teenie-Mucke gewesen. Und deswegen sind sie auch Teenie-Stars gewesen und deswegen auch zu Recht bei der Bravo gelandet. Heißt aber nicht, dass es irgendwie despektierlich gemeint ist. Die haben trotzdem großartige Musik. Ja. Bis hin zu Songs, mein Lieblingssong von denen, und da hatte ich damals schon immer das Gefühl, ich mache irgendwas Subversives, so, ich höre irgendwas Verbotenes, weil ich damals so jung war und noch so konditioniert bin, so ein ordentlicher Junge zu sein. Polizisten von Extrabreit, absolut großartiger Song, auch musikalisch total interessant. Das ist so ein ganz langsamer Song, ganz wenig BPMs, und so einen dominanten Basslauf, ja. Und ich habe das geliebt, schon immer so. Aber das ist dann schon nicht mehr so einfache Texte, das ist wirklich auch so ein Text aus dem vielleicht Aus den Polizisten?
Hast du nur eine parat?
Wenn du bei McDonald's in der Schlange den Kopf nach hinten drehst, kannst du sie sehen. Kannst du sie sehen? Die Polizei. Kennst du es nicht?
Was?
Mann, hier live, Alter. Du kennst Polizisten nicht? Wisst ihr, worum ich spiele? Sorry, Leute, wir müssen hier raus. Geile Unterbrechung. Timeout. Axel und ich müssen erst mal Polizisten hören.
Genau. Aber was ich kenne und was viele andere auch kennen: Sie grüßt mir die Sonne. Flieger grüß mir die Sonne ist natürlich der Hammerhit von denen und deswegen ist auch wichtig, dass man den jetzt hier auch benennt, weil das ist schon, das ist ein Dauerbrenner.
Das ist doch auch so eine alte Hans-Albers-Nummer, da gab es doch schon ewig vor ewigen Zeiten so einen Song Flieger grüß mir die Sonne, ist das so ein alter Text oder? Das würde ich jetzt spontan sagen, ohne es genau zu wissen.
Weißt du, wie schnell der Song ist? Das ist nicht mehr normal.
BPM?
Ja, es ist wieder so ein Upspeed.
Ja, aber ist das mit Hans Albers? Kann das jemand bestätigen? Vielleicht die Regie mal schauen. Ich glaube, Flieger grüß mir die Sonne. Das ist so ein alter, damals gab es nicht mehr Schlager. Wie nennt man das? So Musik aus den 20er, 30er Jahren. Da war das so ein deutscher Chanson. Die Regie zeigt mir gerade an, super, Hans Albers hat gestimmt. Und das ist sozusagen gecovert. Ja, Extrabreit. Wo wir so bei diesem Fliegerthema sind, da fällt mir noch so ein NDW-Klassiker ein, nur mal um so ein paar Sachen zu droppen. Hast du den noch am Start? Ich weiß gar nicht mehr von wem. Der Seemann und die Styrrhodes finden nie zusammen in ihr goldenes Nest. Der Seemann, der mal eben auf den Schiffen fährt, und sie, Styrrhodes, und die fliegen und die kreuzen sich über dem Globus, aber sie kommen da nie zusammen. Echt? Aber auch nicht am Start. Weiß ich jetzt auch spontan gar nicht mehr, wer es war. Seemann und die Styrrhodes, hier bei Fliegersongs. Hast du Autogrammkarten hier gehabt? Das mit denen mal irgendwie zu— Nein, ich habe die, die habe ich einfach nur angeguckt.
Da kann man dadurch was finden. Ja, wir haben noch ein ganzes Bündel noch, wo wir doch mal etwas genauer reingucken. Und zwar, das lohnte sich nicht dafür, jetzt hier grundsätzlich noch mal eigene Seiten zu machen, weil hier, das sind so One-offs im Prinzip. Wir müssen Frl. Menke ausnehmen. Durch Hohe Berge und Tretboot in Seenot hat sie 2 Hits. Immerhin schon mal 2.
Steht da auch wieder drauf. Selbstverständlich mit Hohe Berge. Du kaufst eine Platte von Fräulein Menke, dann muss Hohe Berge drauf sein, weißt du, sonst hat die Platte keinen Wert. Selbstverständlich ist das drauf.
Kleine Story am Rande. Jeder kennt Truck Stop mit dem Studio in Maschen. Oh ja. Kennt ihr das auch alle?
In einem Studio, gleich bei der Autobahn war das.
Genau richtig. Und sie ist die Tochter vom Inhaber. Ach. Und deshalb war der Sprung für sie natürlich relativ schnell, dass sie eine Produktion fertig hatten. Und dann kamen diese Textzeile dazu und so konnten die ihr das War natürlich ein kurzer Weg. Ja gut, der hätte ihre beiden Titel gemacht, dann ist sie Hausfrau wahrscheinlich geworden und dann ist auch gut.
Aber es war so die Aussteuer vom Papa. Hey, komm, okay, dass du aus dem Haus gehst, ich mache mal 2 Songs mit für dich und das war's dann. Tschüss, mein Mädel.
Ich weiß gar nicht, ob die nicht noch ein bisschen jünger war damals zu dem Zeitpunkt. Ich glaube nämlich sogar, dass sie damals auch vielleicht so 20 war. Aber trotzdem, es ist auch ein Tretboot in Seenot. Das merkt man sich auch.
Das ist so eine Kombi, die kommst du, das ist schon irgendwie Aber das ist dann schon wirklich, tue ich mir heute schwer, wenn ich heute so als DJ mal so eine NDW-Party mache. Ja, da musst du das am Start haben. Bei einer 80er-Party wäre es wahrscheinlich schon nicht meine erste Choice. Bei einer 80er-Party, da spiele ich dann vielleicht schon ein paar NDW-Songs rein, aber ich weiß nicht, dann wäre der wahrscheinlich einer, der schon nicht meine erste Wahl wäre, sage ich jetzt mal so. Ein Tretboot in Seenot, das erinnert mich irgendwie an, und vielleicht ist da echt ein Zitat drin, wenn ich das überlege, weil sie ist Fräulein Menke, aber es gab doch in den 70ern Wencke Myhre mit dem knallroten Gummiboot. Ist es nicht irgendwie so was Ähnliches? Vielleicht ist es eine falsche Assoziation, ich weiß es nicht.
Das haben wir die ganze Zeit ja schon gesagt, das unterstreichen wir jetzt hier mit der Auswahl noch mal ganz besonders, dass wir ja eigentlich zwei Kategorien hatten, wie man zur NDW kommt. Also das ist ein typischer Weg, der über die Avantgarde, die dann sozusagen etwas, sagen wir mal, nicht so Kommerzielles macht, von dem man nicht davon ausgehen kann, dass das ein Überhit wird, sondern aus so einer, wie gesagt, Ideal mit 'Blaue Augen' oder was dann eben die Vorreiter sind oder es geht voran, Fehlfarben mit 'Es geht voran', das sind so Sachen, damit haben die nichts mit zu tun, sondern das sind mehr oder weniger Studioprojekte. Die legen es nicht drauf an, on Stage zu sein. Das da haben sie mitgenommen, wenn es um die NDW-Party geht, aber ansonsten machen die meines Wissens auch nichts. Also das ist sozusagen hier der Versuch, da mal mitzuschwimmen. Ist nicht böse gemeint, wenn man eine gute Idee hat und die geht, was soll man dazu sagen? Das hätte auch so mal bei Da Da Da von Trio so sein können. Die haben dann aber gut nachgelegt, das muss man denen lassen. Also aus dem Grunde, deshalb habe ich die halt eben zusammengefasst von der Seite aus, die gesagt haben, okay, sie läuft die Welle, lass es uns auch probieren. Und die waren relativ erfolgreich, muss man dazu sagen. Alle waren von denen in den Charts und deshalb haben sie auch einen Grund, hier zu sein.
Ja, mein Lieblingstrack von denen, die wir sehen und echt als Anspielte, wäre auch der hier. Steinwolke mit 'Katharine, Katharine'. Das ist wirklich Sehr schön, da ist zum Beispiel auch so was wie ein Saxophon-Solo drin. Hey, no shit, das fällt da sofort auf. Okay, da spielt jemand ein echtes Instrument und so. Ich weiß es nicht genau, aber das klingt mir dann doch eher wie eine Band, die vielleicht auch schon ein bisschen zusammenspielen, während viele von den anderen Sachen waren echt mehr so One-Way-Produktionen. Und was ich jetzt tatsächlich spontan gar nicht mehr abrufen kann, ist das hier: Helgoland. Das ist vielleicht wieder so ein Regionalsnack, weil ist es in Hamburg stärker gewesen als in München? Ich weiß es nicht. Den kriege ich gerade nicht aus meinem Kopf.
Er war tatsächlich in den Charts, aber ich habe ihn deshalb rausgesucht, weil ich mit dem gearbeitet habe.
Ach tatsächlich? Mit Nico?
Und zwar direkt nach diesem Erfolg. Also insofern habe ich mit Nico gearbeitet. Nico Rohrer damals, der auch sonst musikalisch eben auch weitere Sachen gemacht hat, aber eben nicht mehr in der Neuen Deutschen Welle. Das war sein einziger, den er damit dabei hatte. Ein One-off, also mit anderen Worten.
Vieles ist dann wirklich auch, wir reden ja hier schon wieder NDW, die so kunstvoll gestartet sind mit diesem künstlerischen Anspruch, dann halt immer kommerzieller wurden. Vieles ist dann schon fast Kindermusik, die ich damals als Kid gefeiert habe. Die Sängerin vom Königssee von Kids. Also ich meine, heute wäre es unglaubwürdig, wenn ich so was höre.
Natürlich, klar.
Aber als Kid habe ich das gefeiert. Das ist wirklich kindliche Musik schon.
Also du hast recht, aber das Kindliche, was ganz oben drauf ist, ist Fred vom Jupiter von Die Doraus & die Marinas.
Genau, das ist ja fast schon vom Cover her.
Fred vom Jupiter, Fred vom Jupiter. Da merkst du sofort, schon allein diese, darum geht es, für Kiddies sollte das sein. Ja, aber das ist auch in Ordnung. Die haben auch irgendwie ihre Lieblinge da mit dabei gehabt. Das könnte sich von dem normalen Schlager, haben die auch nicht besonders toll gefunden.
Ach so ist es, ja.
Also insofern, wenn ihnen schon was auf dem Markt angeboten wird, dann doch eher sowas oder Schnappi heutzutage oder was weiß ich, was da dran war.
Und wir sprechen ja hier öfter auch über Covers. Das ist so ein Fall, weißt du, wenn ich das Cover sehen würde, müsste ich sofort, bräuchte ich ja nachschauen. Nein, das Cover weiß ich weiter. Ich kann nicht die Zielgruppe von dem Cover sein. Das kann nicht sein.
Aber das zum Beispiel ist auch Mitbringsel, habe ich gesehen, für meine Enkelin. Siehste?
Das ist wieder schön für Kinder. Das ist ja ein cooler Song. Ich habe das meinen Kindern auch vorgespielt, diese Sachen, weil es ist auf Deutsch, sie verstehen es und es macht auch allein das schon. Du hörst mal Popmusik und verstehst sie. Wie lustig, kannst mitsingen und so.
Ähnlich ist so ein bisschen, IXI war so die Sache, wenn der Knutschfleck und du bist weg.
Das Thema schon Knutschfleck. Wer zum Teufel hat einen Knutschfleck? Das gibt es doch nur bei Teenagern. Hast du als erwachsener Mann jemals einen Knutschfleck gehabt? Das ist so ein Teenie-Ding, ja, 100%.
Ja, also deshalb, insofern hat es aber auch seine Berechtigung. Und der Titel ist auch heute noch für mich von denen, die wir hier haben, schon der am bekanntesten von den 8 jetzt hier.
Bei Ixi der Knutschfleck, ich weiß noch genau, wie ich das gehört habe, wirklich als Teenie in München in der Rollerdisco. Ich glaube, es war so ein massives München-Party am Westend. Like it, wenn du dich erinnerst. Die Rollerdisco in München, München im Westen der Stadt. Da war ich auch Anfang der 80er. Und hey, wenn du da auch damals warst, dann haben wir uns vielleicht damals gesehen. Vielleicht haben wir sogar gegenseitig über den Haufen gefahren auf der Rollerbahn. Vielleicht haben wir uns gegenseitig sogar einen Knutschfleck verpasst. Wer weiß? War nicht nur einer.
Ja, genau. Also, und das kennen wir auch: Sommersprossen UKW.
Ja, das ist—
Ich bin ja so verschossen in deine Sommersprossen. Auch das hat auch Hitpotenzial. Muss man wirklich sagen, die Zeile alleine ist schon gut gewesen. Also da kann man nicht anders sagen.
Auch das in Wannsee am Badestrand singt er doch immer so ein bisschen Berliner Style. So, er singt doch vom Wannsee und Strand, weißt du, ich als damals eben Bayer, Strand, von was singt er? Ich kenne das Wort gar nicht. Aber großartig, so diese Trash-Lyrics. So Tina, ist das nicht prima? Haben wir hier schlechtes Klima, fahren wir sofort nach Lima. Hey, das sind Lyrics, da hat sich einer den ganzen Tag hingesetzt, hat sich überlegt, wie ich das ausdrücken kann, was ich so in meinem Herzen fühle. Das ist großartig.
Du hast völlig recht. Ja, genau. Also dann, wir haben jetzt hier noch die Paso Doble Herz an Herz. Das wurde dann nur noch mal viel erfolgreicher als damals aufgegriffen von Blümchen zu Eurodance-Zeiten. Das muss gewesen sein '93, '94, also rund etwas mehr als 10 Jahre später wurde das noch mal aufgegriffen in einer entsprechenden Version von Blümchen Herz an Herz. Das war dann ein richtig großer Hit. Der hat dann wirklich ganz andere Erfolge erzielen können als von Paso Doble. Hat ihn natürlich auch gefreut. Ich kenne das, sind auch Hamburger übrigens, also in der Umgebung von Hamburg, die das geschrieben haben. Übrigens auch das, glaub mir das, ein begnadeter Pianist, der hat mal einen Song beim Bobo-Album gespielt. Den habe ich dann beauftragt damit, weil der hat wirklich super gut gespielt. Es ging darum, eine Melodie zu umspielen und das hat er richtig gut gemacht. Und der macht dann so drin, Herz an Herz, ja, aber sozusagen auch ein Hit. Deshalb sieht man die auch jetzt nicht oben auf dem Cover. Die wollten noch nicht auftreten.
Wir haben das so als One-Off gemacht, wie ich das so ein bisschen inkognito, so nicht, dass man uns wiedererkennt.
Ja, ja, so ein bisschen schon.
Ich bin gar nicht in diesem Genre auf dieser Party.
Aber mit dem Anspruch, den er als Pianist hat, wäre das auch nicht gut gewesen. Aber gut, immerhin, es war, die waren dann doch und damit auch unbedingt zu benennen. Also wir haben da doch einige dazwischen, die halt doch auch nachhaltig ihre Sachen da platzieren konnten. Das muss man einfach sehen. Jetzt möchte ich mal so eine Art Zusammenfassung machen. Ich glaube, das ist ein ganz guter Zeitpunkt dazu. Und zwar haben wir da die internationalen Erfolge. Nena, das hatten wir in einer der Sendungen vorher schon gesagt. Also es lohnt sich, hier an der Stelle muss es unbedingt noch mal gesagt werden, sich die anderen 4 Sendungen auch noch mal anzugucken, weil es lohnt sich wirklich, hier alles zu erfahren, was die NDW zu bieten hat, nämlich auch Nena, sie halt eben international sehr erfolgreich war. Dazu ist zu sagen, dass sie in Amerika, bin ich mir nicht mehr ganz sicher, es war auf jeden Fall die deutsche Version, aber ob es eine 1 oder eine 2 war, weiß ich heute nicht mehr.
Ich glaube, da hat man damals schon gestritten, Axel, oder? Weil ich weiß gar nicht mehr, was war da der Streit mit welchem Song, mit Nummer 1, aber ich kann mich erinnern, dass es damals schon war. Wir haben natürlich alle in Deutschland, weil wir alle Nena geliebt haben und immer noch lieben, haben wir damals gehofft, dass sie die Nummer 1 macht. Und ich weiß, das ging so tagelang, weil Lois immer so an der Kippe war. Und ich weiß gar nicht mehr, wer der Konkurrent war. Aber es ist, glaube ich, damals war es offiziell nie die Nummer 1. Aber ich glaube, wir haben damals schon alle Verschwörungstheorien gestrickt, dass die Amis das nur so klein gehalten haben und da vielleicht irgendwelche Bots, ach nee, die gab es damals noch gar nicht, aber dass irgendwie ein paar vielleicht reiche Leute aus dem Music Business noch ein paar tausend Scheiben von einer anderen Platte gekauft haben, damit Nena nur auf Nummer 2 bleibt. Hold her down.
Ja, genau. Aber die Briten haben es dann auf 1 gewählt mit der englischen Fassung. Also es war schon ein enormer Erfolg.
Wenn du einen Monat oder länger in den US-Charts auf Nummer 2 bist, dann ist das auch schon brutal und viel und der ist super erfolgreich und hohe Verkaufszahlen.
Ich weiß nicht, wer es dann aufgegriffen hat. Jetzt vor ein paar Jahren war das. Entweder war das David Guetta oder einer aus der G-League. Die haben das noch mal neu gemacht, das ganze Thema. Ja, die haben dann mit dem Rap versehen, mal soweit ich weiß, und dann dann halt ebenso als Hook die 99 Red Balloons, also auf Englisch gemacht. Das war schon also ein ganz wesentlicher und damit ist damit, wenn man so einen Schulterschlag bekommt in der Zeit danach, dann ist das schon lässt es da das schon sehen, wie groß der Hit eigentlich war.
Wenn du was geschaffen hast, was dann spätere Generationen aufgreifen, das ist dann schon der Legacy, oder?
Ja.
Weiß nicht, was hatten wir hier noch über Trio wirklich auch? International so groß im amerikanischen Markt? Nein, aber in anderen Ländern, anderen Kontinenten, oder?
Wir haben tatsächlich, ja, es war in vielen kleinen Ländern, also kleineren Märkten, wollte ja keinem zu nahe treten, in kleineren Märkten, nämlich Brasilien, das weiß ich ganz definitiv, und Japan, die fanden das auch völlig lustig, dass da einer so komische Laute von sich gab. Ja, weil die gehen ja mehr von den Lauten aus, ne, kann man nicht anders sagen. Also deshalb Trio ist auch sehr, sehr gut gelaufen. Also solche Sachen, ich muss jetzt mal wieder aus der eigenen Erfahrung sprechen, mit DJ Bobo, Chihuahua war auch in den Top 80 oder so was in Japan auch zum Beispiel in den Charts. Ich glaube schon, hat was auch mit der Phonetik zu tun.
Können die Japaner auch mitsingen, meinst du? Vielleicht hat es sogar in Japanisch irgendeine Bedeutung, die wir gar nicht wissen. Da-da-da-da-da, vielleicht ein Schimpfwort oder was Schlüpfriges oder so, haben die alle gekauft hier.
Ja genau, richtig.
Ich glaube, was es auch, also in Japan, warum auch so Bands da durchaus Anklang fanden, weil die Japaner schon in den 70er Jahren durchaus eine Connection hatten zu dieser Krautrockszene. Viele von diesen Bands, die waren in Japan sehr populär, nicht zuletzt, weil jahrelang der Sänger von Can Japaner war, Damo Suzuki. Und allein, dass ein Japaner in einer westlichen Band, hey, damals ist es 70er Jahre, weißt du, da war das noch viel weiter weg. Dass dann ein japanischer Sänger in einer deutschen Band die ganze Zeit Erfolg hat über Jahre und die wirklich prägt und dort eine wichtige Figur ist, hat diese Musik in Japan glaube ich auch populär gemacht. Und dann sind, aber das ist wieder ein anderes Thema, viele von diesen Krautrock-Sachen, und wir haben ja gesagt, sowas wie Trio kommt auch aus dieser Tradition raus, dieser Minimalismus, das ist halt schon für asiatische Ohren, ist das in Tune, weil das ist keine Blues-basierte Musik, das ist keine amerikanische Musik, das ist aber auch keine, dieser ganze Minimalismus ist auch keine europäische Musik in dem Sinn, sondern das ist, wie auch der Anspruch von den Krautrockern war, das ist eine moderne urbane Musik. Und die kannst du dann in Japan, Tokio vielleicht auch hören. Das ist einfach nur Beat und Groove, und das ist jetzt nicht irgendwelcher Folk oder sowas, der eben nicht aus Asien kommt, sondern es ist eben dieses Moderne, Elektronische oder extrem Minimalistische. Und deswegen sind diese Sachen in Japan gut gelaufen. Was ich überhaupt nicht checke, wie ist es nach Brasilien gekommen, das Zeug?
Das ist eine gute Frage, das weiß ich auch nicht, aber es gibt immer wieder so Überraschungen. Das hat auch viel mit Connecten zu tun. Wenn zum Beispiel die Plattenfirmen darüber jetzt über, was weiß ich, Sony oder wo sie immer gewesen sind, Sony in Brasilien, kann da wieder was sein. Die gucken sich schon noch an, was in anderen Ländern gemacht wird. Vielleicht haben die gesagt, also das ist so abgespaced, das haben wir noch nie gehört hier, lass mal probieren. Und dann hat es funktioniert. So geht so was ja natürlich.
Oft ist es auch nur wirklich so kleine Zufälle. Manchmal kann es nur der ein DJ sein, der sowas entscheidend prägt. Wie diese Geschichte von Sixto Rodriguez, die wir euch irgendwann anders erzählen werden. Aber es kann mal sein, weißt du, da war ein brasilianischer DJ in Europa unterwegs und aus irgendwelchen Gründen hat er das gehört, es hat ihm gefallen, er hat sich die Platte gekauft und wenn der Typ das dann in Brasilien auflegt und plötzlich geht es dort viral, wie man heute sagt. Ohne Witz, manchmal sind es diese kleinen Zufälle so, weil warum sollte es auch nur in Brasilien populär sein und nicht in ganz Südamerika, wenn es halt so ein Welthit wäre. Aber nur in einem Land, das ist schon auffällig.
Wir sollten zum Abschluss noch wenigstens ganz kurz erwähnen, wir haben Falco, da hat man gleich mehrere Themen noch, die er hat. Also hier bei uns hat er ja 4 massive Hits gehabt und wir müssen zumindest sagen, sowohl der Kommissar als auch der Rock Me Amadeus, das war natürlich aufgrund des Films natürlich ein massiver Erfolg, den muss man unbedingt natürlich nennen. Also gerade den Peter Schilling, ja, hat auch im internationalen Bereich aufgrund einer englischsprachigen Version auch noch mal ordentlich durchrocken können. Also da, das kennt man auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Und wir müssen auch eins dazu sagen: So viel mit einem, sagen wir mal, kommerziellen Potenzial außerhalb unserer DACH-Region ist nicht üblich. Also normalerweise haben wir da deutlich weniger gehabt, die halt so bekannt wurden wie die.
Eine Blütezeit der deutschen Plattenindustrie, keine Frage. NDW.
Ganz genau.
Das war's für heute, liebe Freunde. Bleibt uns weiterhin gewogen. Von FRAX Music war das noch lange nicht alles. Ihr werdet noch viel von uns hören.
