MUSIK PODCAST · DE
FRAX MUSICSpezial24. September 2026

Suno & GEMA: Eure Kommentare zur KI-Musik | FRAX Spezial

KI MusikGEMASuno AIMusikrechtUrheberrecht MusikPlagiate Musikdeutsche Musikbranche

Verfügbar auf

Zusammenfassung

In der 26. Folge von FRAX Music widmen sich Axel Breitung und Frank Engelmayer einem der aktuell brisantesten Themen der Musikbranche: Künstliche Intelligenz in der Musikproduktion und der juristische Schlagabtausch zwischen GEMA und Suno. Die Episode ist eine direkte Reaktion auf die enorme Resonanz der Hörer zur vorherigen Sendung über KI-Musik und Rechtefragen. Die Hosts greifen zahlreiche Kommentare aus der Community auf und diskutieren offen über die technischen, rechtlichen und kreativen Aspekte von KI-generierter Musik.

Axel gibt zunächst einen praxisnahen Einblick in die Funktionsweise von Musik-KIs wie Suno. Anhand eines selbst erstellten Beispiels – einer musikalischen Grußkarte zum Muttertag – demonstriert er, wie unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen können, abhängig von Prompt, Stil und Zufall. Dabei wird deutlich: Auch wenn die Software beeindruckende Ergebnisse liefert, ist sie noch weit davon entfernt, den kreativen Prozess eines Musikers vollständig zu ersetzen. Die Bedienung ist nicht trivial, und oft sind viele Versuche nötig, um ein zufriedenstellendes Resultat zu erzielen.

Im Zentrum der Diskussion steht das juristische Vorgehen der GEMA gegen Suno. Besonders brisant: Die GEMA nutzte für ihre Argumentation vor Gericht KI-generierte Songs, die dem Original extrem ähnlich sind – etwa „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer. In den Kommentaren wird kontrovers diskutiert, wie diese Plagiate entstanden sind und ob die GEMA dabei mit alten, weniger gefilterten Suno-Versionen gearbeitet hat. Die Hosts beleuchten, dass für manche Songs über 100 Versuche nötig waren, um ein nahezu identisches Ergebnis zu erzielen. Dies wirft Fragen nach der Fairness und Relevanz solcher Beispiele im Gerichtsverfahren auf.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die gesellschaftliche und historische Dimension: Die Diskussion um KI-Musik erinnert an frühere Technologiewechsel in der Musikgeschichte – vom Siegeszug des Schlagers über die Einführung von Keyboards bis hin zum Aufkommen der DJs. Die Hosts und Hörer erkennen Parallelen zwischen damaligen Ängsten und der aktuellen Debatte um KI. Viele Musiker sehen KI inzwischen als Werkzeug, das kreative Prozesse ergänzt, aber nicht ersetzt.

Die Folge lebt von der aktiven Community-Beteiligung und der respektvollen Diskussion über Chancen, Risiken und ethische Fragen rund um KI-Musik. Axel und Frank plädieren für einen offenen, informierten Umgang mit neuen Technologien und betonen, dass die Entwicklung nicht aufzuhalten ist – wohl aber gestaltet werden muss. Die Episode liefert einen fundierten, vielschichtigen Überblick über die aktuelle Lage und regt zum Mitdenken und Mitdiskutieren an.

Hintergrund & Kontext

Die Debatte um KI-generierte Musik ist Teil eines größeren historischen Musters: Immer wieder haben technologische Innovationen die Musiklandschaft radikal verändert. In den 1960er Jahren verdrängte der deutsche Schlager die traditionelle Blasmusik, später revolutionierten Synthesizer und Keyboards die Produktion und führten zu neuen Genres wie Synthie-Pop und elektronischer Musik. Mit dem Aufkommen von MIDI und digitalen Produktionsmitteln wurde Musik zunehmend zugänglicher und demokratischer, was wiederum zu Diskussionen über Authentizität und Wertschöpfung führte.

Die GEMA, gegründet 1933, ist in Deutschland die zentrale Verwertungsgesellschaft für Musikrechte. Sie schützt die Interessen von Komponisten, Textdichtern und Musikverlegern und ist maßgeblich an der Gestaltung des Urheberrechts beteiligt. Mit der Verbreitung von KI-Tools wie Suno steht die GEMA vor einer neuen Herausforderung: Wie können Rechteinhaber geschützt werden, wenn Algorithmen in der Lage sind, bestehende Werke zu imitieren oder zu transformieren?

Die aktuelle Debatte ist auch ein Spiegel gesellschaftlicher Ängste vor Kontrollverlust und Veränderung. Während einige Musiker KI als Bedrohung sehen, nutzen andere sie als kreatives Werkzeug. Die Frage, wie viel menschliche Kreativität in KI-Musik steckt und wie Originalität definiert werden kann, bleibt offen. Die Entwicklung von KI in der Musik ist Teil eines fortlaufenden Prozesses, in dem sich Kunst, Technik und Recht immer wieder neu austarieren müssen.

Häufige Fragen

Wie funktioniert KI-generierte Musik mit Suno?

Suno nutzt Künstliche Intelligenz, um aus Text-Prompts Musikstücke zu erstellen. Nutzer geben Stil, Text und Länge vor, die KI generiert daraufhin verschiedene Versionen. Die Ergebnisse variieren stark und sind oft vom Zufall geprägt.

Warum ist die GEMA gegen KI-Musik wie von Suno?

Die GEMA sieht in KI-generierter Musik eine Gefahr für Urheberrechte, da KI-Modelle bestehende Werke imitieren können. Besonders problematisch wird es, wenn KI-Songs zu nah am Original sind und als Plagiate gelten.

Wie viele Versuche braucht Suno, um bekannte Songs zu imitieren?

Laut Gerichtsurteil brauchte Suno für 'Atemlos durch die Nacht' 176 Versuche, für 'Big in Japan' 124, für 'Daddy Cool' 14 und für 'Rasputin' 8 Versuche, um Ergebnisse zu erzeugen, die dem Original sehr ähnlich sind.

Welche Rolle spielt die GEMA im KI-Musik-Urteil?

Die GEMA vertritt die Rechte von Musikschaffenden und fordert bei KI-generierter Musik bis zu 30% der Bruttoeinnahmen als Vergütung. Das Urteil gegen Suno basiert auf der Argumentation, dass KI-Modelle geschützte Werke nachahmen können.

Ist KI-Musik die Zukunft oder nur ein Werkzeug für Musiker?

Viele Musiker sehen KI als Werkzeug, das kreative Prozesse unterstützt, aber nicht ersetzt. Die Technologie entwickelt sich rasant, bleibt aber umstritten, wenn es um Originalität und Urheberrecht geht.

Gesprächs-Transkript

Frank0:13

Willkommen, liebe Musikfreunde, zu einer weiteren Ausgabe von FRAX Music. Und heute gibt es eine ganz besondere Sendung, denn die Debatte um KI-generierte Musik versus GEMA, da haben wir eine Sendung drüber gemacht, die hat bei euch auch so viele Reaktionen ausgelöst und ihr habt so viele Kommentare dort geschrieben. Wahrscheinlich sind dort die meisten Kommentare bisher zu all unseren Sendungen auf FRAX hier gelaufen. Und heute wollen wir ein bisschen darauf eingehen, auf das, was ihr geschrieben habt. So ein kleines Reaction-Video. Und es geht ganz grundsätzlich eben um die Frage KI-Musik, GEMA-Rechte und wie wir alle damit umgehen. Ja, Axel, spannendes Thema, oder?

Axel0:55

Ja, auf jeden Fall. Ganz genau. Ich habe mir überlegt, wenn wir damit dann loslegen, sollten wir uns mal einen kleinen Einblick geben. Also wie funktioniert so eine Musik-KI einfach? Das ist ja nicht so erkennbar für jemanden, der diese Software nie gesehen hat. Und deshalb habe ich entsprechend mal ein paar Sachen vorbereitet. Also im Grunde genommen habe ich dann erst mal einen Text eingegeben und damit das jetzt nicht ein ganzer Song wird, der ja viel zu lang wird, habe ich mir natürlich überlegt, okay, mach mal was Kurzes. Und man kann ja so eine Art Grußkarte versenden, also eine musikalische Grußkarte. Und dazu habe ich als Thema genommen Muttertag. Na ja, gut, okay. Muttertag ist ja immer was Nettes und insofern kann man vielleicht auch damit zeigen, welche stilistische Vielfalt einfach so aus der KI rauszuholen ist. Und also dann schreibt man einen entsprechenden Prompt. Also wie gesagt, der Text ist dann gewesen: Zum Muttertag wünscht dir alles Gute. Also alles Gute zum Muttertag wünscht dir alles Gute. Tanja. So einfach mal so als Text, damit man weiß, worum es überhaupt da geht. Ja, und dann habe ich gesagt, okay gut, ich möchte das Ding kurz haben, 18 Sekunden maximal, und dann entsprechend, dass es eine Frau singen soll, beziehungsweise das kann das Programm ja nicht wissen. Und dann habe ich halt eben als Letztes noch den Stil eingegeben und den habe ich gewechselt. Insofern habe ich es jetzt so weit vorbereitet, dass wir insgesamt 4 Sachen hören. Das geht ratzfatz durch, noch nicht mal eine Minute lang. Dann habt ihr einen ungefähren Eindruck, was so aus so einer KI rauszuholen ist, auf welchem Niveau das soundmäßig ist und wie man so was musikalisch so umsetzen kann.

Frank2:41

Yippie, es gibt was auf die Ohren! Let's play it!

Axel2:47

Alles Gute, alles Gute zum Muttertag wünscht dir Tanja. Alles Gute, alles Gute zum Muttertag wünscht dir Tanja. Alles Gute, alles Gute, alles Gute zum Muttertag wünscht dir Tanja. Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja. Alles Gute! Alles Gute zum Muttertag wünscht dir Tanja.

Frank3:43

Hey, das waren ja großartige Beispiele, Axel, die du da rausgehauen hast. Hey, Quality aus deinen Händen. Aber jetzt mal so die Frage, die ja hier diskutiert wird, ganz viel auch in den Kommentaren, ist: die Frage, wie hat die GEMA diese Helene-Fischer-Tracks gemacht, zum Beispiel, die wir letztes Mal gehört haben. Deswegen, das, was du jetzt hier gemacht hast, wie viel Aufwand hat dich das gekostet, das herzustellen?

Axel4:11

Das ist schon eine halbe Stunde gewesen, obwohl ich schon weiß, wie es funktioniert. Also man gibt das ein, dann macht das Programm von sich aus 2 Vorschläge. So, und dann also sozusagen, und auch da sieht man schon wieder, das ist also so richtig gut, klappt das alles noch nicht. Also dann sag ich, sag ja 18 Sekunden und dann kriegst du dann 60 Sekunden geboten und du fragst dich, wieso sind das jetzt 60 Sekunden? Also solche Dinge passieren da einfach noch. Ich denke mal, das wird im Laufe der nächsten Versionen besser werden. Aber so sofort klappt es eben noch nicht so, wie man sich das jetzt vorstellt als Musikschaffender. Ich gehe aber davon aus, dass das, sagen wir mal, für Leute, die halt eben, sagen wir mal, das ganze Programm anders nutzen, so für private Zwecke, beispielsweise um sich selbst zu unterhalten, ist das okay, so weit wie das ist. Aber es war nicht der erste Versuch, sondern ich habe so eine bestimmte Vorstellung gehabt. Und dann, wie gesagt, das Programm schlägt zwei verschiedene Versionen vor. Da kann man sich eine aussuchen oder sagen, war noch nichts dabei, bitte noch mal. Dann schlägt er wieder zwei vor. Also man, und damit merkt man schon, okay, das kann jetzt dauern, bis da mal eine entsprechende Version entsteht, die dir gut gefällt.

Frank5:27

Ja, und zu genau der Frage können wir mal den ersten Kommentar uns anschauen, Axel. Den hat Peter P.596 auf YouTube hinterlassen und er schreibt halt generell, kritisiert er da die Musikbranche, also das Business, wie die versuchen, halt einfach mitzukassieren. Und es stellt auch eben die Fragen: Wie, wo, ab wann sind es eigene Werke? Wie viel Kreativität steckt drin? Aber ich möchte mal einen Punkt so besonders hervorheben. Das ist ganz am Ende. Denn da schreibt er, das mit Suno, Lieder wie Atemlos durch die Nacht, war vielleicht mit den uralten Versionen möglich, aber nicht mit den aktuellen. Meinung nach, meiner Meinung nach hat hier die GEMA schwer getrickst, um ein Ergebnis zu erzielen, das ihr gelegen kommt. Ende Kommentar. Das ist ja das Ding, was wir hatten, ja dieses Helene-Fischer-Beispiel Atemlos, und das ist für jeden offensichtlich, ey, das ist Plagiat, das ist viel zu nah am Original. Aber da schreibt er, hey, das geht doch gar nicht so. Und das ist ja so eine Frage, die wir uns auch gestellt haben, Axel, oder? Wie kann die GEMA überhaupt solche Tracks als Beispiel hier vor dem Gericht vorführen, während in Wirklichkeit doch SUNO da schon so viele Filter hat? Und da kommt dann eine Antwort auf diesen Kommentar von Peter. Und Galinik schreibt dann, sie haben eine alte Version, also sie, die GEMA, haben eine alte Version genommen, die noch nicht die Texte und Prompts geprüft hat und dann über 100 Mal probiert. Wenn die KI dann ihre Wahrscheinlichkeitspfade abläuft, kommt mit dem alten Modell halt irgendwann mal eine Version raus, die sich sehr ähnlich anhört, weil im alten Modell wahrscheinlich viel weniger Trainingsdaten waren. Das heißt, sie schreibt ja echt interessanten Kram. Also sie schreibt, dass sie eben noch eine Version genommen haben, wo die Filter nicht so stark wären, was ja dann schon fast manipulativ gegenüber dem Gericht wäre. Wir reden ja vom Material, was vor Gericht als Argument genommen wurde. Und wenn Suno da aber auch schon längst mehr Filter eingebaut hat, das scheint mir das— ich bin kein Jurist, scheint mir das ein bisschen unlauter. Und dann sagt sie diese Zahl, 100 Mal haben die das probiert, also so oft an dem Song rumgedoktert, bis dann das rausgekommen ist.

Axel7:43

Also da muss man mal ein bisschen was erklären. Also man hat ja gesehen, an meinem Prompt, den ich geschrieben habe, da habe ich ja unheimlich viel Freiheiten gelassen. Also wenn man ja, da wird man ja, die GEMA wird wahrscheinlich eingetragen haben Schlager. Wir hätten gerne einen Schlager, der soll Up-Tempo sein und möglichst standardähnlich sein. Dann hast du natürlich eine wahnsinnige Auswahl. Dazu kommt auch, man darf nicht eins vergessen, das gilt jetzt nur erst mal für den Atemlos- Wir haben aber, wir haben ja noch die anderen, und da waren das keine 100 Mal, da waren das 8 Mal, 12 Mal. Das ist auch einem gewissen Zufallsthema unterworfen. Auf der anderen Seite haben wir natürlich, und das darf man nicht vergessen, das ist eine alte Version. Ja, das ist auch kein Wunder, weil zu dem Zeitpunkt, wo die angefangen haben, damit zu arbeiten, war das noch die Version. Und das hat ja gedauert, bis das mal vor Gericht kommt und so weiter. Zu dem Zeitpunkt war das halt eben noch so. Die Frage wird natürlich schon noch sein, wie wird das Gericht reagieren? Aber ich glaube, wir, das ist jetzt, das ist schon relativ speziell, wo wir jetzt landen. Und ich glaube, wir müssen dann doch noch mal so ein bisschen den Blick auf die KI selber werfen. Denn jetzt reden wir über SUNO, scheint ja der Marktführer zu sein. Okay, den Eindruck macht das Ganze, aber wir müssen da schon den Blick noch mal von oben machen und das Denke ich mal, ist wichtig.

Frank9:09

Es gibt ja dann hier eine richtig schöne kleine Diskussion, die sich da bei unseren Usern hier ausgebildet hat, was mich auch sehr freut. Die wird sehr respektvoll geführt. Denn also Galinik hat eben gesagt, hier, die GEMA hat über 100 Mal probiert bei Atemlos. Und dann schreibt TheFlavorist1985, der stellt dann die völlig berechtigte Frage, es wäre auch meine erste, woher weißt du das? Meines Wissens nach, schreibt er, hat die GEMA das nicht öffentlich gezeigt oder erklärt. Und darauf antwortet wiederum Galinik, Das steht im Gerichtsurteil drin, weil das war eine öffentliche Verhandlung. Und dann gibt es noch Beispiele, weil wir haben ja in dieser Sendung mehrere Beispiele gehört. Es geht alles um Musik, die in Deutschland GEMA-gebunden produziert wurde. Und da schreibt sie, im Gerichtsurteil wurde veröffentlicht, und Atemlos brauchte 176 Versuche, Daddy Cool von Boney M. nur 14, Rasputin von Boney M. nur 8, aber Big in Japan von Alphaville, um das so klingen zu lassen, dass es offensichtlich ein Plagiat ist, wie ja die GEMA argumentiert, hey, Suno plagiiert, für Big in Japan haben die 124 Versuche gebraucht, um dann so einen Sound zu haben, der offensichtlich so alphawild ist. Das ist ja schon eigentlich weit an der Realität vorbei dann, oder?

Axel10:26

Naja, aber ich meine, du musst Folgendes sehen, ich meine, letztendlich ist das darauf hinausgekommen, und daran erkennt man ja, wie zufällig das ist, weil wenn Rasputin 8 braucht und Atemlos 176, das ist natürlich einem starken Zufall unterworfen. Das darfst du jetzt nicht vergessen werden bei der ganzen Geschichte. Also insofern, wobei ich mir jetzt nicht, ich will jetzt mir nicht so, mich so nicht in die Verteidigungsposition zur Richtung GEMA gehen. Das wirkt jetzt vielleicht erst mal so, aber ich versuche das so ein bisschen objektiv zu halten, obwohl ich ja GEMA-Mitglied bin. Ich bin ja einer der Nutznießer letztendlich davon, muss ich dazu auch sagen. Aber insofern, habe ich natürlich da schon meine Meinung. Also ich denke mal, das, was eigentlich am schwersten wiegt, ist, und das wusste ich zu dem Zeitpunkt, als wir darüber gesprochen haben, nämlich nicht, und zwar wie hoch sind eigentlich die Forderungen von der GEMA? Und ich glaube, das ist eigentlich für mich so der Knackpunkt überhaupt. Und ich weiß nicht, wie die darauf gekommen sind, da 30% der Bruttoeinnahmen haben zu wollen. Also ganz ehrlich, Das ist außerhalb des Rahmens. Also ich denke mal, und man kennt das ja, dann wird verhandelt und so weiter. Da versucht man, sich in eine gute Position zu bringen. Aber ich finde, das nützt jetzt auch so in der Größenordnung nichts. Da sieht man ja, und das ist auch das, was dabei rauskommt, dass es einfach viel zu hoch angesetzt ist, als dass es eine Chance hätte, so durchzukommen.

Frank12:00

Ja, es bleibt ein heißes Thema. Und es ist so großartig, dass wir diese Diskussion, wir können die führen, wir beide, aber eben unsere Community auch. Und hey, das ist ja eine Live-Diskussion. Das ist eine riesengesellschaftliche Frage. Wie gehen wir mit dieser neuen Technologie um? Und das, was es so spannend macht dann. Hier, lass uns mal noch einen weiteren Kommentar reinnehmen. Schlager-Andi hat geschrieben. Das finde ich auch irgendwie einen sehr interessanten Kommentar. Ich lese den mal vor. Schlager-Andi schreibt: Sie haben völlig recht und alles auf den Punkt gebracht. Es dreht sich alles nur um das Monopol, um das große Geld. Ich kann mich noch sehr gut an die Anfangszeiten meiner Musikantenkarriere erinnern. Damals rückte die Blasmusik immer mehr in den Hintergrund und der deutsche Schlager etablierte sich. Jeder alte, eingefleischte Blasmusikant hat sich gegen diese Schlagermusik gesträubt. Die Zeit hat aber gezeigt, dass sich der Schlager letztendlich durchgesetzt hat. Dann kamen in den Zeiten, in der die Keyboards entwickelt wurden. Damit konnte man auch MIDI-Files rauf und runter spielen. Und wieder war das Geschrei groß. Alles nur Musik aus der Konserve. Und jetzt kommt die KI und die KI ist auch nichts, alles nur Fake und Betrug. Ich sage ganz ehrlich, auch wenn ich ein Musikant war, der gern live gespielt hat, muss ich sagen, wenn man die KI als Werkzeug benutzt und seine Fähigkeiten als Künstler einsetzt, entstehen Songs, die so mancher Produzent nicht produzieren kann. Die KI ist nicht aufzuhalten, auch wenn die Bremsklötze noch so groß sein sollten. Und an der Stelle möchte ich jetzt mal Shoutout geben an Schlager-Andi, gerade was er da geschrieben hat, dass die Schlagerbewegung, oder also die vorher die Blasmusikanten abgelöst hat, da habe ich mir noch nie drüber Gedanken gemacht, obwohl das so ein Steckenpferd ist von mir, zu gucken, wie im Laufe der Zeit halt immer mehr Musiker auch obsolet wurden. In den 60ern gab es noch so viele Musiker, die am Wochenende Tanzmusik gespielt haben. Dann kamen irgendwann die DJs auf. Es gibt diesen berühmten Song Video Killed the Radio Star und so weiter. Ich weiß nicht, ich liebe dieses Thema. Den Aspekt auch mit dem Schlager-Blasmusik-Konflikt habe ich noch gar nicht so auf dem Schirm gehabt. Ich schaue da dann Schlage an dir. Aber der grundsätzliche Tenor, Axel, was meinst du? KI ist nicht aufzuhalten, oder?

Axel14:09

Und ist ganz genau. Ich meine, also aktuell ist es eigentlich so, aber ich kriege ja viel Feedback von meinen Kollegen. Man setzt es ein, aber halt eben nicht so, wie ich das jetzt hier vorgemacht habe. Das macht man normalerweise nicht, sondern man hat ja eigentlich eine Idee, die ist schon da. Also als Profimusiker siehst du zu, dass das dir hilft bei der Umsetzung. Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass irgendwas generiert werden soll. Manchmal hast du natürlich schon eine Idee oder hast du mal keine Idee, sagen wir mal so, und greifst dann gerne mal zurück auf das, was vielleicht vorgeschlagen wird. So wie man das vielleicht auch als, sagen wir mal, als Autor von Büchern macht und sagt sich irgendwie, ich habe dies und dieses, diese und diese Hürde, da müssen wir mal drüber hinweg. Ich FRAX mal ChatGPT, was, was würde, was, was der einfällt. Und dann hat man so eine Inspiration. Das will ich nicht sagen, aber das von vorne bis hinten Da hat keiner Lust drauf, auch weil wir machen ja die, das ist ja eigentlich, sagen wir mal, eine relativ brotlose Kunst. Zumindest reich werden ist da nicht angesagt. Dann fängst du, dann möchtest du auch deinen Spaß haben. Und das heißt, die Herausforderung ist auch, auch kreativ zu bleiben. Deshalb sehe ich im Profibereich da jetzt nicht, dass da irgendjemand da auf den Knopf drückt. Es werden andere dazukommen, die neu sind, die Spaß dran haben und sagen: Menschenskind, ich mache Musik für die Welt, das muss sie wissen. Und dann geht es raus. Das wäre ja so ein bisschen die Art und Weise, wie da gehandelt wird, würde ich mal sagen.

Frank15:43

Ich meine, es ist schon was in dem Kommentar von SchlagerAndy und auch von vielen anderen Usern halt oft durchscheint. Das ist halt dieses Ding, versuchen da nicht irgendwo Leute ihr eigenes Terrain zu verteidigen. Bloß nichts teilen, bloß nichts abgeben. So was wie so eine eigene Kaste. Während andererseits ganz viele Leute schreiben, hey, mit KI kann doch auf einmal jeder Musiker sein. Und die Musiker, die kämpfen sozusagen nur, um ihre Pfründe zu behalten. Aber ist es auch noch aufzuhalten? Und da kommen wir mal zum nächsten Kommentar. Das ist einer meiner Lieblingskommentare hier. Den hat Zebra Record geschrieben. Und das ist so eine interessante Perspektive, finde ich, was Zebra Record schreibt. Der Kommentar heißt: Ich schreibe leidenschaftlich gerne. Neben Kurzgeschichten und Gedichten auch Texte, passend in den Bereich Gothic bis Cyberpunk. Also Fantasy und Science-Fiction in der Musik. Das wollte kein Musiker umsetzen. Ich habe etliche Texte vor Jahren vernichtet, als mich ein Produzent niedergeputzt hat, was ich mir einbilde, überhaupt zu glauben, texten zu können. Jetzt brauche ich diese Leute nicht mehr. Ihr Hassgeschrei ist mir egal. Ich mache, was mir Spaß macht und fertig. Die werden mir das auch nie wieder wegnehmen. Kommentar Ende. Das ist doch eigentlich schon so ein Punkt, den wir alle unterstützen können, oder? Ich meine, da ist jemand, der schreibt gute Texte. Möchte auch oder hat auch so ein Feeling, das könnte man auch gut mit Musik zusammenbringen. Aber wenn du einfach keine Musiker dort erreichst oder Produzenten erreichst, die sich komplett abblitzen lassen, so hey, das ist unser Business, komm hier gar nicht rein, dann kannst du es nicht machen. Obwohl es ja für diese Idee, Literatur und Musik zusammenzubringen, super Beispiele gibt. In den 70ern Vertonung von Alan Parsons, die Edgar Allan Poe gemacht haben, oder richtig heavy Stuff gab es auch so mit Space Rock, so Hawkwind, die haben Michael Moorcock an irgendeiner Stelle mal kooperiert, so Science-Fiction-Vertonung, Space-Rock. Es bietet sich ja voll an so. Und jetzt kann jemand wie Zebra Records das doch einfach machen und dann ein hochqualitatives Produkt rausbekommen. So ein guter Punkt, oder?

Axel17:49

Auf jeden Fall. Das ist gerade auch, wie du schon sagst, vom Text herzukommen und so die Möglichkeit einfach zu haben, dass man sagt, okay, hier, ich möchte das gerne vertonen, das Ganze. Und wie gesagt, also auch das Anfangsbeispiel halt mit dem Muttertag, dass du so einfach mal so jemandem einen Song schreibst, ja, nur nach dem Motto, ich wollte— also man weiß dann, welche musikalischen Vorlieben sind, und man hört es ja immer wieder, ach, ich würde gerne mal meiner Frau einen schönen Song schreiben und so weiter. Und das können die jetzt alle machen. Das ist auch, ich finde das total super. Da ist die Öffentlichkeit ja auch raus. Es ist, man muss ja nicht alles irgendwie in die Öffentlichkeit tragen. Ja, das kriegen dann Freunde und sonst wer, irgendwie Leute, die sich das gerne anhören. Oder das kann sie zum Beispiel jetzt hier als Beispiel dann auf ihre Website packen, vielleicht auch irgendwie, ja, wenn ihr noch was dazu einfällt, irgendwie auf YouTube hochladen oder wie auch immer. Und dann eben entsprechenden Leuten das eben zukommen lassen. Ich finde es super. Und dann gibt es eine Resonanz, und das ist, finde ich, toll. Also insofern, aber auch sie wird den Weg so gehen und wird dann das Ganze so machen, dass man sozusagen Entscheider wird. Also sie wird sich davon ja mehrere Sachen vorschlagen lassen und wird dann sagen, ja okay, das trifft es noch nicht. Und so pirscht man sich langsam ran, wie das musikalisch auch werden könnte.

Frank19:15

Ja, und die Debatte ist aber doch auch, Axel, so, dass sie dafür argumentiert, lass es frei jetzt. Aber die Sorge, will nicht GEMA dann schon immer mitkassieren? Weil GEMA könnte ja dann sagen, hey, Hey, ist ja schön, Cyber Record, was du da geschrieben hast, aber diese Musik, die du jetzt da benutzt von SUNO, die ist ja doch schwer beeinflusst von der und der Band. Also sie geht halt im Bereich Cyberpunk, Gothic, was auch immer dann SUNO präsentieren würde. Die GEMA sagt ja, hey, SUNO hat sich doch an unseren Ideen bedient, an, keine Ahnung, an The Cure und was wir nicht alles für Bands haben, die dieses Genre definieren. Das ist ja diese Grundsatzfrage. Sie sagt, oder ja, Sipa Records sagt, das lasse ich mir nicht wegnehmen. Aber die GEMA möchte eben da auf dem Hals haben. Und selbst wenn dann das Finanzielle relativ gering ist, was jetzt für Sipa Records das verteuert, aber SUNO wird irgendwann Geld an GEMA zahlen müssen. So ist ja das aktuelle Urteil erstmal gelaufen. Und das wird SUNO natürlich dann auf die Kunden übertragen. Und so steigt halt der Preis für das Ganze.

Axel20:22

Aber ich meine, immerhin, sie hat ohne diese Grundlage, ohne die Trainingssongs wäre das aber auch nicht möglich. Ja, also das muss man immer wieder dazu sagen. Also irgendwer muss da schon mal vergütet werden, in welcher Form auch immer. Also ich denke mal, das geht eigentlich mehr oder weniger nur um die Höhe, weil also so, dass dann, woher sollte sonst SUNO, wenn niemand irgendetwas je produziert hätte, ja, in der Qualität, woher sollte denn Suno das wissen, was sie da ausspuckt? Also insofern ist schon verständlich, dass da zumindest irgendwie mal irgendeine bestimmte Größenordnung, ein Prozent rüberkommen soll. Das ist so, denke ich mal, korrekt.

Frank21:02

Genau die Frage, woher lernt die KI oder woher lernen auch Musiker, die wird ja auch heftig diskutiert in diesem Thread. Ich schmeiß mal einen Kommentar rein von Kuriles Agibit. Sorry, wenn ich das mal so sagen muss, aber dass die GEMA einem das Leben so schwer macht, ist Fakt. Ich wollte eigentlich DJ werden, aber wenn man alles auf rechtem Weg macht, bevor man überhaupt einen Cent sieht, ist man hoch verschuldet. Daher bin ich vom DJ-Sein eher aufs Cutten, KI und Clip-Editing gegangen. Denn es ist aktuell ein spaßiges Hobby, auch wenn ich immer wieder weiter eingeschränkt werde und mir denke: Echt jetzt? Also sollte man bei KI ruhig mal ein paar Zügel lockerer lassen. Die Zeiten von CD- und Plattform-Rips als DJ sind lange vorbei und eine Fair-Use-Regelung wäre echt super, wenn sich Deutschland schon so viel Schwachsinn abschaut. Warum dann nicht einfach mal etwas Gutes, das vielen hilft und nicht nur einer einzigen Firma? Denn mal ehrlich, die deutsche Musikszene ist im Keller, wenn man sie mit früher vergleicht. Da macht man lieber gar keine deutsche Musik, als dass einem direkt ein Strick daraus gedreht wird. Früher habt ihr zu einem hochgepitchten Song von Super Mario und mit anderen Herzzahlen und Geschwindigkeit einen Popsong gefeiert. Da hat auch keiner den Ersteller, den ich nun nicht nenne, gefragt. Aber ihr glaubt ja echt, er hat an Nintendo was abgedrückt dafür, dass er frecherweise so gesehen einen Song umgebaut hat, und es unter sich Plattenfirmen und als original geltend vermarktet hat? Ich bezweifle es stark. Zitat Ende. Ja, hey, da sind natürlich ganz viele interessante Punkte drin. Ich möchte mal einen am Anfang rausgreifen, was er so schreibt über die DJ-Kultur. Ich bin ja selber auch DJ und in der Tat ist es so, als DJ hast du manchmal das Gefühl, du wirst vom Music Business als Parasit irgendwie behandelt. Ich meine, ich habe in meinem Leben so viel Geld ausgegeben für Musik. Wenn du als DJ in einem Club arbeitest, Dann ist es nicht nur ein Ehrenkodex, es ist auch eine legale Frage. Dann musst du natürlich diese Musik rechtlich einwandfrei erworben haben. Kannst du nicht einfach irgendwas runterrippen und dann, hey, hier habe ich meine Festplatte mit 100.000 Songs. Die müsstest du eigentlich erstmal legal erwerben. Und da sagt er, das spricht er von einer Investition. Und das finde ich auch so. Ich habe schon so viel da in Platten und so weiter investiert. Für mich kommt da dieses Urheberrecht und GEMA kommt meistens eher als ein Hindernis. Aber was ist dein Take darauf?

Axel23:24

Na gut, letztendlich geht es ja auch darum, bestimmte Leistungen zu— irgendwo muss die Vergütung ja auch herkommen und das kann man nur, kann nur halt eben über die Nutzung laufen. Dazu muss man wissen, also die GEMA hält natürlich nicht nur an den Sachen jetzt die Hand auf, sondern da kommen sehr relativ viel Gelder auch rein über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Also wer seinen Nutzen— das ist ja Musikverwertung, ist das ja also im Grunde genommen. Also wofür was bezahlt wird. Und so auf die Art und Weise kommt natürlich schon auch Geld und das auch entsprechend, auch wenn öffentliche Aufführung ist, wo dann mehrere Leute gleichzeitig daran jetzt Musik hören können, macht das ja auch durchaus Sinn. Inwieweit man jetzt auch so an solche Randgebiete ran will, na ja, ist natürlich wirklich, man sieht es ja auch wirklich diskutabel.

Frank24:19

Ich fand interessant so diesen Hinweis eben, den ich auch in dieser Diskussion schon gegeben hatte. In Amerika haben sie dieses Fair-Use-System. Das erlaubt ja als Menschen ein bisschen mehr Freiheiten, eben auch zu samplen, zu mixen und so weiter. Und das ist ja, wie er auch schreibt, früher haben das die Leute in den 90ern doch auch gemacht und da war das kein großes Thema. So ist Musik auch schon immer entstanden. Oder in den 80ern Hip-Hop ist ja gar nicht vorstellbar ohne zu samplen. Das geht ja gar nicht anders, weil das ist ja eine Musik, die von einem DJ entsteht. Der muss eine Platte auflegen. Okay, gehen wir mal auf den Kommentar hier noch ein. Darkmahöhen4613 hat geschrieben: Hallo, ich bin selbst seit 40 Jahren Musiker. Für mich ist die KI ein neues Instrument, um neue Ideen umzusetzen. Es ist nicht so, dass man nur einen Knopf drücken muss und der Hit ist fertig. Da gehört schon mehr dazu. Ein musikalisches Verständnis, eine gute DAW, weiß ich gar nicht, was das bedeutet, und ein Gefühl, wie man einen guten Song aufbauen möchte. Das kann nicht jeder, der nur ein Programm kauft. Da gehört mehr dazu. Kommentar Ende. Erstmal danke an Dagmar für den Kommentar. Cool auch, seit 40 Jahren Musiker. Weißt du, wenn wir solche Leute in unserem Publikum haben, da freue ich mich einfach. Das sehen wir an der Debatte. Wir haben ja so viele Fachleute auch, Leute, die selber irgendwo mit dem Bereich Musik verwoben sind und kriege ich richtig Gänsehaut, weil das ehrt uns natürlich, dass das die Leute sind, für die wir hier FRAX Music machen. Aber was sagst du dazu? Sie hat schon recht, oder? Das ist auch der Unterschied, den ein Musiker zu einem Laien hat: ein Verständnis für Musik, ein Gehör, was passt zusammen, ein Feeling für Harmonien. Da hat sie einen Punkt, oder?

Axel26:01

Ja, auf jeden Fall, das ist richtig. Also wir haben Wie gesagt, meine Kollegen machen das, nutzen das ja eben auch, aber auch ganz, ganz individuell auch und nur eben nicht grundsätzlich alles, sondern eben halt immer wieder nur Teile davon als Inspirationshilfe. Das hat sie ja auch wahrscheinlich so gemeint, dass man da eine Inspiration bekommt, bis hin natürlich auch zu Vorschlägen. Aber ich merke schon, also wenn diese Individualität, die kann dir, kann die KI natürlich nicht abnehmen, sondern du hast ja auch einen bestimmten Stil. Du willst dich auf eine bestimmte Art und Weise ja auch damit einbringen. Ja, da kann als Ideengeber gut, gut gemeint, aber letztendlich sagen wir mal so, über alles gesehen würde ich sagen, wird das ein Hilfsmittel, genauso wie andere Sachen eben auch. Ich muss vielleicht noch mal ganz kurz sagen, mein Kraftwerk, ja, zu dem Zeitpunkt gab es das ja alles gar nicht. Aber auch die haben ja schon, wenn man so will, elektronische Musik gemacht. Und da kommt was hinzu, was ich immer wieder erlebt habe: Wenn es ein neues Instrument gibt, also was weiß ich, ein neues Keyboard oder sonst irgendwas, oder wie das eben damals die Sounds inspirieren, also nur die Klänge alleine, da bin ich mir ganz sicher, dass bei dem Rumprobieren, was da damals Kraftwerk gemacht hat, da gab es immer wieder Klänge, die haben die einfach auf Ideen gebracht. Oh ja, das ist ja geil. Dann fängt man an, mit diesem Klang etwas zu kreieren. Insofern ist es immer eine Wechselwirkung und das ändert sich auch bei KI nicht, ja, sondern da gibt es dann eben, und man muss dazu sagen, die KI bietet häufig auch die Möglichkeit, einzelne Spuren rauszugeben. Das heißt also, du musst nicht so, wie man das fertig nachher hat, benutzen, sondern du kannst dann auf den Knopf drücken und kannst sagen, pass mal auf, ich möchte das Schlagzeug getrennt haben, möchte davon getrennt haben den Bass, ich möchte dies und jenes haben, ja, und dann kannst du das wiederum rausnehmen und in deine eigenen, in deinen eigenen Song mit integrieren, ja. Und auch da gibt es natürlich wieder so Momente, wo Inspirationen laufen. Also wie gesagt, als Inspirationshilfe, ich glaube, da wird jeder Musiker gerne darauf zurückgreifen.

Frank28:22

Ich meine, sie hat ja geschrieben, sie sieht die KI als ein Instrument. Und du hast ja gerade gesprochen, es kamen immer wieder neue Instrumente. Zum Beispiel hier, als die Drum Machines aufgekommen sind, die, die Linn LM-1 oder FM1 oder sowas, ja, die wir von Prince kennen, so diese Elektro-Drum Machine. Da kann doch auch nicht Linn dann irgendwie zu Prince sagen, hey, du hast hier unseren Sound genommen, da möchte ich gerne bei jedem Song, den du spielst, irgendwie was mitkassieren. Du hast das Ding erworben, dann gehört es dir, dieses Instrument. Und ist es nicht eben Ja gut, bei KI, du zahlst halt da nur deinen Obolus und das ist vielleicht was anderes als ein Instrument. Aber ja, die Idee, KI nur als Instrument zu haben, das erscheint mir da schon bedeutender. Ja Leute, die Zeit schreitet voran und wir wollten wenigstens noch einen weiteren Kommentar hier reinschmeißen, nämlich von Kratzbaum. Das ist ein bisschen längerer Kommentar und ich kann den gar nicht ganz vorlesen. Aber da geht es halt auch so um diese Frage, Wird KI Musiker letzten Endes ersetzen? Und es geht auch um die Frage, woher lernen Musiker? Woran orientiert man sich? Weil jetzt sagt ja die KI oder die GEMA sagt ja ständig, hey, Copyright, Copyright, du hast was von uns abgeholt. Aber von wem bekommen denn Musiker Inspiration, Axel? Du bist ja selber Produzent und Musiker. Es ist doch immer schon so gewesen in der Menschheit, du hörst von Kind auf, du bist sozialisiert, hörst du irgendwas und das ist, von dem du ausgehst und veränderst ein bisschen was, dann hast du was Neues. Wir starten ja nicht alle bei null, sodass du jede Musik schon mal hier selber kreieren kannst und dann Copyright, Stopp. Das ist doch ein ganz natürlicher Fluss. Und worüber regt sich da die GEMA auf, wenn die KI das dann genauso macht? Sie lernt halt von dem, was da ist. War das nicht schon immer so?

Axel30:05

Ja, ich meine, gut, vielleicht muss man die Diskussion auch ein bisschen anders sehen. Und zwar, wir reden natürlich nur über einen bestimmten Teilbereich der Musik. Also wir dürfen nicht vergessen, nur mal auch mal ein paar ganz andere Zahlen. Ich glaube, das ist wichtig, dass man doch mit denen da ein bisschen den Überblick behält. Also wir haben insgesamt, insgesamt soll es, der Deutsche Musikrat sagt, dass wir insgesamt knapp 17 Millionen Musikschaffende haben. Die haben mit, also 17 Millionen, das heißt jeder Fünfte, der draußen rumläuft, der hat, der macht Musik in seiner Freizeit und ein paar wenige halt eben auch beruflich. Das heißt, da sind viel Chöre mit dabei, 13.000 verschiedene Chöre, die dann da sind, Blasmusik und so weiter. Und wir haben natürlich auch eine Entwicklung, die nicht ganz unwichtig ist. Also die KI ersetzt jetzt nicht den Musiker, weil das ist schon längst passiert. Ja, das haben wir die ganzen Jahre über schon. Wann braucht man für eine Produktion schon noch einen Bassisten? Ja, weil das ist das, der kommt aus der Dose, wie wir immer so schön sagen. Ja, also im Grunde genommen ist das, sind die einzelnen Segmente sowieso schon zu bemühen im Recorded Business. Das ist auch ein bisschen anders zu sehen. Auf der Bühne wollen wir alle den Schlagzeuger sehen, weil der gibt richtig Gas und wirbelt. Ja, das ist das, was wir sehen wollen. Aber jetzt sagen wir mal für Musik, die halt aus der Dose kommt, ja, dann ist es halt so oder so. Ich denke mal auch das Verhältnis von uns Konsumenten jetzt mal gesehen, ja, ist ja auch anders geworden. Wer kauft schon ein Album wie damals, ne? Haben wir ja, haben wir schon mal gesagt, dass wir, wir haben ein Album gekauft und dann sind wir nach Hause gegangen und dann wollten wir hören, was da alles drauf ist. Dann hat man alles, die, die Klingeln, alles abgeschaltet und hat sich wirklich nur darauf konzentriert, was da drauf ist. Man achte mal drauf, wie man heute Musik konsumiert. Das passt natürlich auch zu KI.

Frank32:09

Those were the days, Axel. Jetzt zum Abschluss will ich nur noch mal so das am Ende vom Kratzbaum hier mal noch mal angucken. Da schreibt er: Ich sehe schon kommen, dass bald neue KI-Kommerz-Retro-Songs einiger Produzenten im Stile vielleicht von Beatles, Michael Jackson, Rolling Stones und so weiter gespielt werden. Der Kaugummi hat trotzdem keinen Geschmack mehr. Moderne Texte à la Dylan wären vielleicht noch interessant. Am Schluss wird aus meiner Sicht keins der Lieder den Originalen wirklich das Wasser reichen können. Und damit möchte ich das Wort hier vielleicht als Letztes sehen, weil ja, das glaube ich halt auch. Oder der Kaugummi ist alt. Was würde uns das bringen, wenn wir jetzt noch neues Tupac-Material produzieren würden oder so was? Oder von den Beatles? Das ist doch immer auch dieser Zeitgeist. Die 60er sind vorbei. Wenn du Retromusik hören willst, dann hör sie dir halt an. Oder du kannst auch aus Band natürlich so Retro-Sounds machen. Aber, das jetzt da, die KI sich großartig bedient und was wirklich Neues, Kreatives schafft, also so Kunst schafft, so wie damals eben die Beatles eingeschlagen sind oder ein Jackson mit dem Thriller-Album, das glaube ich nicht.

Axel33:18

Ja, nein, ich denke auch nicht. Also wie gesagt, ich esse Wie gesagt, als Inspirationshilfe und so weiter, hatten wir jetzt ja schon mehrfach gesagt, glaube ich, ist es ein gutes Tool und es wird auch, es ist nicht, es wird nicht alles ersetzen. Es klingt so, als ob jetzt die KI alles ersetzen wird und das kommt nicht infrage. Das denke ich nicht.

Frank33:38

Genau, genau sehe ich es auch. Obwohl, wie gesagt, einige im Chat auch schreiben, wir haben jetzt leider nicht mehr die Zeit, noch auf weitere Kommentare einzugehen, aber viele schreiben auch, für den Beruf des Musikers geht es bergab. Die KI ist da wie so ein Sargnagel. Aber ganz ehrlich, diese Entwicklung, die haben wir schon seit den 60ern, wie Schlager Andy schon gesagt hat. Am Ende Video killed the Radio Star. Es ist halt eine Weiterentwicklung. Und ich glaube, an dem Punkt können wir uns heute mal rausschmeißen. Wir nutzen KI als ein Tool und freuen uns, dass wir was Neues in die Finger bekommen. Neues Spielzeug, oder? In dem Sinne, wir werden weiterhin natürlich dieses Thema Musik und KI im Blick haben. Wir werden auch weiter die rechtliche Situation verfolgen und so und wollten euch mit der Sendung auch mal was zurückgeben, weil wir uns super freuen über euer Engagement, dass ihr Kommentare schreibt, Und wie ihr auch gesehen habt, wir lesen alle Kommentare. Wir freuen uns über diese Diskussion. Wir haben hier ein sehr kompetentes Publikum und das ehrt uns. Und ja, daraus entsteht auch so vielleicht für uns alle die Aufforderung, wenn es da schon so eine kleine YouTube-Community sich da entwickelt, lasst uns diesen Kanal noch ein bisschen größer machen, da noch mehr Leute erreichen. Denn wir betreiben auch einen gewissen Aufwand und freuen uns natürlich, wenn da Feedback kommt. Deswegen von euch die Bitte: Abonniert den Kanal, wenn ihr es noch nicht gemacht habt. Gebt uns ein Like, teilt es auch mal mit Freunden, mit Freunden und bleibt einfach dran bei FRAX Music, weil wir haben so viele Facetten, wir haben so viele verschiedene Themen. Da ist immer wieder was Spannendes auch für euch dabei. In diesem Sinne danke fürs Einschalten. Bleibt uns gewogen. Bis nächstes Mal. Ciao!